Die Helfer des Königs der Feder.

Jinn

ǧinn(arab.: جن) gehören zur Schöpfung Allahs. Sie werden im Heiligen Qur‘an an mehreren Stellen direkt oder indirekt angesprochen. Ihre Schöpfung ist der Schöpfung der Menschheit vorangegangen. Die 72. Sure des Heiligen Qur‘an trägt den Namen al-ǧinn. Mit diesem Begriff assoziiert die breite Mehrheit der Muslime übernatürliche Wesen, die ihrem Wesen nach in der Regel böse sind.


Inhaltsverzeichnis

  1. Etymologie
  2. Missverständnisse bezüglich des Begriffs
  3. Bedeutungen
  4. Literaturverweise und weiterführende Links

Etymologie

Der Begriff ǧinn ist von der Wurzel جَنَّ deriviert.  Wörter, die aus dieser Wurzel gebildet werden, haben in der Regel die folgenden Bedeutungen gemein:

„verborgen”, „unsichtbar”, „mit dem bloßen Auge nicht sichtbar”, „abgelegen”, „entlegen” usw. Es steht auch in Verbindung mit der Vorstellung von dichten, dunklen Schatten. So wird das Wort ǧanna (arab.: جنّة) mit derselben Wurzel gebildet. Es bedeutet wörtlich Garten und wird in der islamischen Terminologie für das Paradies verwendet.
 

Missverständnisse bezüglich des Begriffs

Landläufig hat sich aufseiten der Nichtmuslime, aber auch in weiten Teilen von v.a. weniger gebildeten Schichten von Muslimen ein falsches Verständnis des Wortes ǧinn durchgesetzt. So wird der Begriff oftmals mit Geistern assoziiert, die teilweise sogar ein böses Naturell besitzen und dem Menschen Schaden zufügen und sogar Besitz von ihm ergreifen können. Diese Vorstellung geht auf vorislamische Elemente zurück, die in allen Kulturen existierten, in denen der Islam heute als Religion vorherrscht: Naturgeister und Dämonen, die Teil des Volksglaubens, Mythen und Religionen der Menschen aus der vorislamischen Zeit der ǧāhiliyya (arab.: جاهلية) waren.

Auch in Märchen und in der Popkultur wurde dieser Gedanke immer wieder in Form eines Flaschengeistes rezipiert.
 

Bedeutungen

In seinem Werk Revelation, Rationality, Knowledge and Truth führt das vierte Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde — Hadhrat Mirza Tahir Ahmad, Khalifat-ul-Massih IVRH— aus, welche Bedeutungen tatsächlich hinter dem Begriff stecken. Sie passen allesamt wunderbar ins Schema der Konnotation des Begriffes: So ist der Begriff bisweilen auch für Schlangen verwendet worden, deren natürlicher Lebensraum in Felsspalten und Erdlöchern besteht, und dadurch (von anderen Tieren) abgeschieden, also für gewöhnlich verborgen und abgeschieden leben. Auch bestimmte Frauen, die in Abgeschiedenheit leben, oder Stammesfürsten und Häuptlinge, die die Nähe zur Bevölkerung meiden, fallen in diese Kategorie. Bewohner von abgelegenen und unzugänglichen Gebirgsregionen werden ebenfalls ǧinn genannt. Folglich wird alles unter den Begriff ǧinn subsummiert, was sich dem gewöhnlichen Blick entzieht oder für das bloße Auge unsichtbar bleibt.
 

Verwendung für Mikroorganismen

Der Heilige Prophet MuhammadSAW hat die Menschen strengstens davon abgeraten, sich nach verrichteter Notdurft mit getrockneten Dungklumpen oder Knochen von verendeten Tieren zu reinigen, mit der Begründung, dass dies die Nahrung der „ǧinn” seien. So wie heutzutage Toilettenpapier benutzt wird, haben die Menschen jener Tage Erdklumpen, Steine oder sonstige trockene Gegenstände in greifbarer Nähe dafür genutzt, sich sauber zu machen. Aus dieser Überlieferung lässt sich ableiten, dass das, was der Heilige ProphetSAW hier ǧinn nannte, im Grunde nichts anderes als vom bloßen Auge nicht erkennbare Mikroorganismen sind, die sich vom verrottenden Fleisch, Dung etc. ernähren. Man muss sich vergegenwärtigen, dass die Vorstellung von Bakterien und Viren in jenen Tagen natürlich nicht existierte. Die Menschen hatten zu jener Zeit nicht die entfernteste Vorstellung über die Existenz solch kleiner, unsichtbarer Lebensformen. Auf genau diese bezog sich der Heilige ProphetSAW aber hier. Das Wort ǧinn liefert hierfür in der arabischen Sprache den passenden Ausdruck.

Eine weitere wichtige Aussage, die der Heilige Qur‘an hinsichtlich der ǧinn macht, handelt von ihrer Erschaffung. Darin wird ihre Erschaffung aus Feuerstürmen (aus dem Kosmos) beschrieben:

Und die ǧinn erschufen Wir zuvor aus dem Feuer des heißen Windes. — (15:28)

Das Adjektiv, welches hier genutzt wird, um die Art des Feuers näher zu beschreiben, aus denen diese ǧinn geschaffen wurden, ist سموم samūm, welches loderndes Feuer oder eine Sprengung meint, die jedoch keinen Rauch erzeugen. Eine ähnliche Aussage finden wir in einem anderen Vers des Heiligen Qur‘an:

Und die Jinn schuf Er aus der Flamme des Feuers. — (55:16)

Es ist erstaunlich, wie die Assoziation mit dem Feuer oder großer Hitze die Verwendung des Begriffes ǧinn durch den Heiligen Propheten MuhammadSAW ergänzt: Der Stoffwechsel der frühesten Formen einzelliger Mikroorganismen waren an extreme Hitzen gewöhnt und sogar von diesen abhängig. So finden sich diese uhrzeitlichen Einzeller heute noch beispielsweise in Vulkanen (Archaeen). Diese extremen Lebensräume spiegeln das Klima der urzeitlichen Erde wieder, für die diese „Urbakterien” durch ihre speziellen Stoffwechsel bestens gewappnet waren.
 

Literaturverweise und weiterführende Links

  • Revelation, Rationality, Knowledge and Truth — Hadhrat Mirza Tahir Ahmad, Khalifat-ul-Massih (RH)

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