Die Helfer des Königs der Feder.

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An meine jüdischen Geschwister

Liebe jüdische Schwestern und Brüder!

Assalamu Alaikum wa rahmatullahi wa barakatuhu (Frieden sowie die Gnade und Segnungen Allahs seien mit Ihnen.)

Mit Trauer und Schmerz vernehme ich den Status Quo der jüdisch-muslimischen Beziehung. Eine Welle von Hass, Feindschaft und Misstrauen überkommt unsere Glaubensbrüder und allmählich schwappt eben jener Hass auch auf unsere Gesellschaft über. Gerade einem jungen, muslimischen Mann wie meiner Wenigkeit wird in der hiesigen Zeit zu Unrecht unterstellt, antisemitisch zu sein.

Daher ist es nicht nur tragisch und verletzend wie beispielsweise mit unseren jüdischen Geschwistern in Frankreich verfahren wird, sondern es läuft auch all jenen gemeinsamen Werten des Judentums und insbesondere des Islam völlig entgegen. Eben jene Werte, die der Heilige Prophet des IslamSAW so schön in folgender Aussage darlegte:

„Ein wahrhaftiger Muslim ist jener, vor dessen Händen und vor dessen Zunge die Menschen in seiner Umgebung in Sicherheit sind!“

Es sei also festgehalten, dass jene, die sich selbst Muslime nennen und unergründlichen Hass und Feindschaft gegen Juden wittern, nicht nur gegen die islamischen Lehren handeln, sondern gerade durch ihr Fehlverhalten auch das gesegnete Antlitz des Heiligen Propheten des Islam (Friede und Segnungen Allahs seien auf Ihm) schmähen. Dies war nämlich jener Mann, der aus Respekt aufstand, als einst ein Trauerzug an ihm vorbeiging. Als man ihn darauf hinwies, dass der Verstorbene jüdischen Glaubens war, fragte der Heilige ProphetSAW: „War er denn kein Mensch?“

Meine Wenigkeit möchte daher gerade als Ahmadi-Muslim, als Muslim, der an den Verheißenen Messias und Imam Mahdi (Friede sei auf Ihm) und an alle vorangegangen und ehrenvollen Propheten wie Moses (Friede sei auf Ihm) glaubt, Ihnen seinen Beistand und sein Mitgefühl ausdrücken und ausdrücklich klarstellen, dass ich die Deutungshoheit meines geliebten Islam nicht den Terroristen und Unruhestiftern überlasse! Denn der Islam lehrt Toleranz, Frieden und Nächstenliebe.

Eben jetzt, in Zeiten wachsenden Populismus, der Islamfeindlichkeit und des Antisemitismus gilt es, zusammenzuhalten und einander beizustehen.

Lassen Sie uns, an dem heutigen Tage des Gedenkens an die Opfer der NS-Zeit, gemeinsam unsere Stimmen gegen Hass, (Rassen-)Diskriminierung und Gewalt erheben! Lassen wir es nicht zu, dass sich die unmenschliche Geschichte jemals wiederholt! Lassen wir es nicht zu, dass unsere Beziehungen durch Unruhestifter zerbrochen werden und unsere Gesellschaft gespalten wird!

Diskriminierung, Hass und Gewalt dürfen keinen Platz in unserer Gesellschaft haben und haben es keineswegs im Islam.

Der Heilige Qurân fordert uns Muslime dazu auf, die Gotteshäuser anderer Religionen, wie z.B. auch Synagogen, vor unseren eigenen Moscheen zu schützen. So sagt der fünfte Kalif und das weltweite Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Hadhrat Mirza Masroor Ahmad (Möge Allah sein Helfer sein): „Wir müssen Kirchen schützen, wir müssen Synagogen schützen, wir müssen Tempel schützen und andere Gotteshäuser. […] Wenn Sie einen Ahmadi zum Schutze ihrer Kirche rufen, so werden wir dahin kommen!“ (Interview mit ‚The Globe and Mail‘)

Mit dem Motto der Ahmadiyya Muslim Jamaat „Liebe für Alle – Hass für Keinen“ verbleibe ich

demütigst mit dem Friedensgruß „Assalamu Alaikum“

Ihr Fayaz Ahmed