Die Helfer des Königs der Feder.

Atheismus

Atheismus (von altgriechisch ἄθεοςátheos „ohne Gott“) bezeichnet die Ablehnung des Glaubens an Gott bzw. Götter (Theismus). Menschen mit dieser Weltanschauung werden als Atheisten bezeichnet. Darüber hinaus gibt es Menschen, die behaupten, dass die Existenz Gottes nicht rational erklärt werden kann. Sie bejahen weder die Existenz Gottes, noch verneinen sie diese. Vertreter dieser Weltanschauung, also des Agnostizismus werden als Agnostiker bezeichnet.


Inhaltsverzeichnis

  1. Unterscheidung Atheismus und Agnostizismus
  2. Hauptargumente gegen Existenz Gottes
  3. Geschichtliche Entwicklung
  4. Quellen

Unterscheidung Atheismus und Agnostizismus

Fälschlicherweise wird der Begriff „Agnostizismus“ dem verwandten Begriff „Atheismus“ oft gleichgesetzt, doch gibt es eindeutige Unterschiede zwischen der Auffassung des Agnostikers und des Atheisten.

Während der Atheist den Glauben an Gott und die Möglichkeit der Existenz von Abstraktem, nicht empirisch Beweisbarem ablehnt, entzieht sich der Anhänger des Agnostizismus (latinisierte Form des griechischen ἀγνωστικισμός, a-gnōstikismós von altgriechisch ἀγνῶσις, a-gnō̂sis „ohne Wissen“, „ohne Erkenntnis“) der genauen Erkenntnis über Gott, ist sich also nicht sicher; er ist weder fest davon überzeugt, dass es einen Gott gibt, noch geht er davon aus, dass man seine Nichtexistenz beweisen kann.

Da das Wissen und der Verstand des Menschen begrenzt, schlussfolgert der Agnostiker, dass die Existenz transzendenter Wesen und Prinzipien weder bewiesen noch widerlegt werden kann.

Unterschieden werden kann zwischen theistischen Agnostikern und solchen die atheistisch veranlagt sind.

  • Theistische Agnostiker tendieren zu der Aussage, dass Gott bzw. transzendente Wesen und Prinzipien zwar existieren; der Beweis ihrer Existenz jedoch nicht erbracht werden kann.
  • Atheistische Agnostiker hingegen gehen von der Nichtexistenz solcher Wesen und Prinzipien (insbesondere von der Nichtexistenz Gottes) aus, argumentieren aber auch, dass man diese Ansicht nicht beweisen könne.

Ein Agnostiker muss nicht zwingenderweise die Existenz Gottes leugnen. In der Praxis jedoch stehen viele Agnostiker dem Glauben an (konkrete) Gottheiten kritisch gegenüber und urteilen, dass Gottesbeweise wie Wunder sein und sonstige Argumente der Existenz höherer Wesen nicht im Einklang mit der dem Menschen bekannten Wissenschaft stehen.

Die Weltanschauung des Atheismus hingegen geht von einer Nichtexistenz Gottes sowie  jeglicher übernatürlicher Wesen und Prinzipien aus.

Dem Urteil der Atheisten nach existiere Gott nicht, da seine Existenz wissenschaftlichen Prinzipien widerspreche und alles Reale für den Verstand fassbar und belegbar sein müsse. Für sie ist also die Vorstellung einer transzendenten Wirklichkeit nichts weiter als ein abstraktes Konzept.

 

Hauptargumente gegen die Existenz Gottes

Atheisten bringen gegen die Existenz Gottes verschiedene Argumente hervor, die im Folgenden aufgelistet sind. Entsprechende mögliche Antworten auf diese Einwände sind beigefügt. Dabei können dies Einwände unterschiedlicher Natur sein und sich kategorisch sehr voneinander unterscheiden. Grob können diese Einwände in die Kategorien Wissenschaft und Philosophie eingeteilt werden. Auch Überschneidungen zwischen den beiden Kategorien sind durchaus zu erkennen.

Argumente aus der Wissenschaft

Lebewesen sind schlecht entworfen. Ein schlechtes Design lässt darauf zurückschließen, dass kein allmächtiger Schöpfer alles Sein erschaffen hat, vielmehr soll alles ein Zufallsprodukt sein. Menschen seien z.B. anfällig für Krankheiten, ihr Körper und Geist zerfällt mit dem Alter.

Tatsächlich ist die Schöpfung, wie wir sie kennen, voller Wunder und das System des Universums und der Existenz des Daseins voller Abgeklärtheit, Idee und Weisheit.

Was Krankheiten und das Altern betrifft, so kann all dies als ein Teil von Gottes Plan verstanden werden und verfolgt höhere übergeordnete Ziele.  Gott muss in keiner Weise das Ziel verfolgen, ein Individuum auf längere Sicht über hunderte Jahre zu erhalten. Vielmehr ergibt sich durch Tod eines Individuums und der gleichzeitigen Geburt eines anderen Individuums Raum zur Vielfalt und Bereicherung. Für das Verfolgen dieses Ziels können Krankheiten, das Altern, der Tod etc., und auch die Fortpflanzung für notwendig betrachtet werden.

Atheisten argumentieren, dass der Glaube an Gott in früheren Zeitaltern viel stärker ausgeprägt war, da so Phänomene der Natur erklärt wurden, deren Hintergrund noch nicht verstanden werden konnte. Durch den Fortschritt der Wissenschaft sind viele der früheren Ansichten durch wissenschaftliche Erkenntnisse ersetzt worden. Als Beispiel wird oft auf die Evolutionstheorie verwiesen, ja, sie gilt als erwiesen.

Erklärungen und Ansichten von Religionen können nicht aus dem einfachen Argument, dass die Wissenschaft bessere Erklärungen bietet, als falsch erklärt werden. Tatsächlich gehen die Wissenschaft und Religion Hand in Hand und widersprechen sich nicht.

So hat der Heilige Qur‘an viele Entdeckungen unserer heutigen Zeit bereits vor etwa 1400 Jahren vorhergesagt. So werden beispielsweise in der Sure ar-Ramān (Sure 55) diverse Erfindungen und Erkenntnisse der heutigen Zeit erwähnt. Sie erhält Prophezeiungen über den Bau der Kanäle von Suez und Panama (Sure 55, Verse 20-23), über die Ozeandampfer unserer Zeit (Sure 55, Vers 25).

Religiöse Ansichten werden nicht etwa von den wissenschaftlichen Erkenntnissen ersetzt, sondern vielmehr durch sie bestätigt und gestärkt. Den Gedankengang weiterführend kann klar angenommen werden, dass die Wissenschaft die Wahrhaftigkeit der Religion bezeugt.

Die Evolutionstheorie als Gegenargument hat in der Hinsicht wenig Gewichtung, da diese Theorie nicht den Lehren der Religion widerspricht. Die Evolutionstheorie geht davon aus, dass der gegenwärtige Zustand der Erde durch Selektion und durch das Prinzip „Survival oft the fittest“ erreicht wurde. Doch eben dieser Aspekt spricht dafür, dass hinter der Schöpfungsentwicklung eine Idee, vielmehr ein weises System steckt, wovon die Evolution ein Teil ist.

Ein System, das also in der Lage ist, sich selbst zu erhalten, besitzt diese Eigenschaft nur, da es auf kluge Mechanismen wie die Fähigkeit zur Selektion zurückgreift, um sich selbst zu erhalten. Solche Fähigkeiten haben einen weisen Ursprung in Gottes Schöpfungsgabe.

Unterstützer der Evolutionstheorie, die in der Regel die Existenz Gottes leugnen, beantworten demnach keinesfalls die Frage nach dem Ursprung von allem Dasein. Die Evolution bietet keinen Erklärungsansatz hierfür, wie es überhaupt zur Entstehung des Universums kam. Der Wissenschaft ist es nicht gelungen, den Hintergrund des Urknalls wissenschaftlich zu deuten und die Frage nach der Zeit vor dem Urknall bleibt ungeklärt.

Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA (1893 – 1963) schreibt in seinem Werk „Unser Gott“:

„[…] man [kann] durch das Studium der Natur erkennen, dass es in der Welt nicht nur eine besondere Gestaltung, sondern auch Zweckförmigkeit (Teleologie) gibt, und all dies deutet auf einen beständigen, bewussten Schöpfer und auf ein höheres Wesen hin, Welches die Macht hat, Seinen Willen auszuführen.“ [1]

Der Atheismus kritisiert die Vorstellung der meisten Religionen, dass die Erde erst vor wenigen Tausend Jahren entstanden sei. Es sei klar bewiesen, dass die Erde und das Universum mehrere Milliarden Jahre alt sind. Man findet Gesteine und Fossilien, die mehrere Millionen Jahre alt sind.

Dieses Argument ist vermeintlich das größte und soll die Niederlage der Religion klar zum Ausdruck bringen. Doch Tatsache ist, dass diese „Niederlage“ dem westlichen christlichen Klerus zuzuschreiben ist. Die Reaktion der Kirche auf die Wissenschaft zu Zeiten der Aufklärung war dermaßen unangebracht, dass sich viele von der Religion abwendeten und sich dem Atheismus zuneigten.

Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA schreibt über die damalige Entwicklung folgendes:

„Wenn die Menschen doch nur überlegt und nachgedacht hätten, dann wäre die moderne Philosophie und die neuen wissenschaftlichen Studien keine große Angelegenheit. Erstens sind viele der Glaubenssätze, an denen die Anhänger der Religionen festhalten, nirgendwo zu finden in ihrer ursprünglich offenbarten Art und Weise. So hätte die Missbilligung dieser Lehren sie nicht derart erschüttern sollen. Zweitens haben sich bestimmte Ansichten über den Beginn des Universums auch aufgrund falscher Interpretationen und Übersetzungen in die religiösen Schriften eingeschlichen und waren nicht im Original enthalten. In so einem Fall kann kein Einwand gegen die Religion selbst erhoben werden. Drittens sind zwar einige solcher Ansichten in den ursprünglich offenbarten Büchern zu finden, aber die meisten Menschen konnten nicht ihre wahre Bedeutung und Wichtigkeit verstehen. Aufgrund solcher Fehlinterpretationen war es den westlichen Wissenschaftlern ein Leichtes, einen Angriff auf die Existenz Gottes zu starten.“[2]

Im Heiligen Qur‘an heißt es, dass Gott Himmel und Erde in sechs Tagen oder yaum erschuf. Hier wird das Wort oft missverstanden und man bildet sich ein, der Quran erzähle von der Entstehung der Himmel und der Erde in nur sechs Tagen. Allerdings wird das arabische Wort yaum nicht gemeinhin mit der Bedeutung eines Tags verwendet, auch der Kontext spricht dagegen: Ein Tag hat seine Eigenschaft als solcher erst durch die Drehung der Erde in 24 Stunden um ihre eigene Achse, wodurch sich eine Seite der Erde der Sonne mal zu- und mal abwendet. Zu Zeiten der Entstehung der Himmel und der Erde kann also kein 24-Stunden-Tag gemeint sein. Hier bedeutet das Wort yaum vielmehr „Zeitalter“. Der Quran verdeutlicht lediglich, dass die Schöpfung in sechs Phasen erfolgte.

Ähnliche Zitate aus Büchern und Überlieferungen der Religionen erfordern einer genauen Exegese und der metaphorische Gehalt der Worte Gottes darf nicht unberücksichtigt bleiben.

Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA schreibt weiter:

„ […]so gab man den Wissenschaftlern Anlass zu Kritik. Obwohl es doch die übliche Art und Weise der offenbarten Bücher ist, dass diese Worte metaphorisch gemeint sind.“

 
Argumente der Philosophie

Die Atheisten argumentieren, dass wenn das Universum von Gott erschaffen wurde, wer dann Gott erschaffen habe. Durch diesen Gedankenansatz wäre gezeigt, dass ein Schöpfer nicht notwendig ist, da die Frage nach der Schöpfung auch bezüglich des schöpfenden Wesens gestellt werden könnte.

Nimmt man an, dass der Schöpfer ebenfalls geschaffen sei, dann ist jenes schöpfende Wesen, das an erster Stelle dieser „Schöpfungskette“ steht, dazu b berechtigt, als Gott anerkannt zu werden. In dieser Abfolge sind die späteren Stufen bloß Glieder dieser Kette von Ursache und Wirkung.

„Gottheit und Schöpfung sind zwei gegensätzliche Konzepte, die nicht in einem Wesen miteinander vereint werden können. Wenn wir Ihn als Schöpfung betrachten, sind wir gezwungen, etwas über diesem als dessen Schöpfer und Meister zu akzeptieren. In dem Moment, in dem man dies tut, wird die Bedeutung von Gottheit vom geringwertigeren Wesen auf das höhere übertragen. Daher schließen das Konzept von Gottheit und Schöpfung einander aus und können niemals in einem Wesen vereint werden. Es ist also nicht möglich, dass ein Wesen sowohl Gott als auch Schöpfung ist. Wenn man somit ein Wesen als Gott akzeptiert hat, kommt die Frage gar nicht auf, ob Er erschaffen wurde.“[3]

Einem Gott schreibt man Eigenschaften, wie allmächtig, ewig, unabhängig etc. zu. Würde man nun das Erschaffensein von Gott als realen Fakt annehmen, so gingen alle Attribute des „Gottseins“ verloren. Dieses Wesen kann in solch einem Zustand nicht mehr als Gott bezeichnet werden, da die Eigenschaften der „Gottheit“ nicht mehr Bestand haben.

Weiterhin vermittelt das Attribut „ewig“ und „unabhängig“, dass Gott losgelöst ist von Raum und Zeit. Vielmehr ist das System Raum und Zeit Bestandteil einer weisen Schöpfung Gottes und Gott selbst bewegt sich außerhalb dieses von ihm geschaffenen Systems.

 

Geschichtliche Entwicklung

Der französischer Historiker Georges Minois behauptet: Atheismus ist „so alt wie das menschliche Denken“.[4] Doch genau diese Aussage kann man für den Glauben an Gott gleichermaßen verwenden.

Die ersten belegbaren Formen des theoretischen Atheismus finden sich jedoch in den alten Hochkulturen Süd- und Vorderasiens (etwa ab dem 6. Jahrhundert v.Chr.).  Zu diesen ersten philosophischen Systemen in Indien, die atheistisch angehaucht sind, zählen der Jainismus, das Vaisheshika, das Nyaya und das Samkhya. Die Tradition des letztgenannten Systems insbesondere ist im indischen Denken bis heute vorzufinden.

Über den antiken griechischen Philosophen Diogenes, der im 4. Jahrhundert v. Chr. lebte, ist bekannt, dass er über die damalige Weltanschauung, die Götter, Mysterien, Vorsehung und Aberglauben beinhaltete, in Athen zu spotten pflegte. Der im frühen 3. Jahrhundert v. Chr. lebende Grieche Epikur prägte eine Philosophie, in der Gottheiten in vom menschlichen Dasein gesonderten Welten verschwanden und keinerlei Wirkungsmacht über die Menschen und ihr Handeln haben.

Parallel zum Beginn des Frühchristentums (ab dem 1. Jahrhundert. n. Chr.) scheint in der frühen Römischen Kaiserzeit eine eher weniger reflektierte agnostische Grundstimmung an Bedeutung zu gewinnen. So schreibt der Schriftsteller Petronius davon, dass niemand mehr an den Himmel glaube, niemand die Fasten einhalte und niemand sich um Jupiter kümmere.[5]

Ob Atheismus im Mittelalter im Sinne einer Leugnung der Existenz Gottes in Europa gegenwärtig war, ist umstritten. Der Kontinent war in diesem Zeitalter ganz durch das Christentum bestimmt. Als Folge einer dürftigen und zumal durchgängig christlich geprägten Quellenlage ist die Rolle des Atheismus im Mittealter nicht klar definiert. Von atheistischem Gedankengut bei einigen wenigen Individuen der Bevölkerung ist auszugehen.

Im Zuge der Reformation mit dem anschließenden Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) bildeten sich nach und nach zwei christliche Mehrheiten, die Katholiken und die Protestanten. Aufgrund der gegenseitigen Diskreditierung beider Parteien wurde schnell klar, dass die öffentlich gepredigte Nächstenliebe des Christentums und ihre reale Umsetzung in Anbetracht der gegenseitigen Diffamierung und der Kriege sich nicht die Hand gaben. Dies führte dazu, dass viele Menschen weg von der Religion sich hin zum Atheismus wandten.

Im Zuge des Zeitalters der Aufklärung (ab 1700) wurden atheistische Ansichten mehr und mehr gebilligt und akzeptiert. Die Entwicklung dieser Epoche, die durch vermeintlich rationales Denken und durch wissenschaftliche Errungenschaften alle den Fortschritt behindernden Strukturen zu überwinden versucht, trug zum ersten theoretisch ausformulierten Atheismus der Neuzeit. In Preußen nahm Friedrich der Große eine „aufklärerische“ Haltung ein (1740: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“), in anderen Ländern verhalf die Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte im Zuge der Französischen Revolution (1789) dem Atheismus zu mehr Raum, ebenso wie die amerikanische Bill of Rights (1789).

Immanuel Kant (1724 – 1804) stellte die Behauptung auf, dass es keinen möglichen Beweis für oder gegen die Existenz Gottes eines höchsten Wesens, weder durch Anwendung der Vernunft noch durch Betrachtung der empirischen Natur gebe. Ludwig Feuerbach vertrat 1841 die Thesen, dass Religion nicht nur eine historische und transzendente Tatsache, sondern eine Leistung des menschlichen Bewusstseins, also der Einbildungskraft bzw. Phantasie ist. Religion spiegle die unerfüllten Bedürfnisse der menschlichen Natur wider. Gott und alle religiösen Inhalte seien nichts anderes als psychologische Projektionen.

Karl Marx übernimmt 1845 die sogenannte Projektionstheorie Feuerbachs, bemängelt jedoch, dass Feuerbach seine Theorie so darstelle, als ob jeder Mensch als Individuum oder als abstraktes Wesen seine Religion produziere. Das menschliche Wesen sei vielmehr „das Ensemble der gesellschaftlichen Verhältnisse.“ Somit würde Religion nicht abstrakte individuelle Bedürfnisse, sondern gesellschaftliche Bedürfnisse widerspiegeln.[6]                                                                                                                             

Friedrich Nietzsche (1844 – 1900) nannte Gott „eine viel zu extreme Hypothese“.[7]

Die christliche Gottesvorstellung hielt er für überholt („Gott ist tot“) und kritisierte im Besonderen die christliche Predigt der Moral, welche er als hinderlich für die Erhebung des Menschen zu neuer Größe sah.

Sigmund Freud (1856 – 1939) versuchte die Religionen als die Erfüllung unbewusster, auch unterdrückter Wünsche des Menschen zu erklären. Er erklärte, dass die Eltern ein moralisches Gerüst für die Orientierung des Kindes und ein großer Schutzfaktor seien. Weiter behauptet er, dass das Kind im Erwachsenenalter erkennt, dass die Eltern sehr wohl Schwächen aufweisen und wendet sich einem makellosen Wesen wie Gott zu, um die vormals den Eltern zugeschriebenen Fähigkeiten weiterhin zu erfahren.

Nach einer Studie der „Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland“ waren 36,2% der Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland zum 31.12.2016 konfessionsfrei oder hatten keine Religionszugehörigkeit, wohingegen der Anteil der Katholiken bei 28,5%, der Protestanten bei 26,5%, der konfessionsgebundenen Muslime bei 4,9% lag. Ein Anteil von 3,9% gehörte einer sonstigen Religion an.

Der Anteil der Atheisten und Agnostiker weltweit wird zwischen 2% und 20% geschätzt. Genauere Daten und Fakten und entsprechenden Umfragen offenbaren methodische Probleme, da eine einheitliche Abgrenzung zwischen Säkularisten, Humanisten, Atheisten, Agnostikern und spirituellen Personen sich als schwierig erweist.

 

Quellen:

[1] Unser Gott, Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA  , 1927, erste deutsche Übersetzung 2012, Verlag der Islam, Frankfurt am Main, S. 116 + 117

[2] Unser Gott, Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA  , 1927, erste deutsche Übersetzung 2012, Verlag der Islam, Frankfurt am Main, S. 123

[3] Unser Gott, Hadhrat Mirza Bashir AhmadRA  , 1927, erste deutsche Übersetzung 2012, Verlag der Islam, Frankfurt am Main, S. 128 + 129

[4] Minois 2000, S. 648.

[5] Zit. n. d. Übersetzung von Harry C. Schnur, 1968, Kap. 44

[6] Karl Marx: Thesen über Feuerbach (geschrieben im Frühjahr 1845) MEW Bd. 3, S. 5 ff.

[7] Friedrich Nietzsche: nachgelassenes Fragment „Der europäische Nihilismus“, KSA 12, 5 [71], S. 212.


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