Die Helfer des Königs der Feder.

Blasphemie: Erneuter Missbrauch der islamischen Lehre?

In Pakistan wurden drei Todesstrafen wegen Gotteslästerung verhängt. Den drei Männern wird vorgeworfen, den Propheten Mohammed (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) beleidigt zu haben.

Blasphemie bezeichnet in Pakistan eine allgemein gesprochene oder geschriebene Darstellung, die zu einer direkten oder indirekten Verletzung von religiösen Gefühlen der Muslime herbeiführt. In Pakistan lehren Extremisten ihren Anhängern, dass die Spötter des Heiligen Propheten (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) zu töten seien.

Nun stellt sich hierbei die Frage, in welchen Versen im Qur‘an eine derartige Handlung unterstützt wird?

Allah erklärt in der Sure Al-Kahf: „Und sprich: ,Die Wahrheit ist es von eurem Herrn: Darum lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.” (18:30)

Des Weiteren heißt es: „ Es gibt keinen Zwang im Glauben“ (2:257)

Aus den beiden Versen wird ersichtlich, dass es völlig falsch ist, Menschen zum Islam zu zwingen. Denn die Worte und Gebote Allahs gelten für alle Zeiten!

Allah erklärt, dass Er selbst über solche Menschen richten wird. So heißt es im Heiligen Qur‘an:

Und Er hat euch schon in dem Buch offenbart: Wenn ihr hört, dass die Zeichen Allahs geleugnet und verspottet werden, dann sitzet nicht bei ihnen (den Spöttern), bis sie zu einem anderen Gespräch übergehen; ihr wäret sonst wie sie. Wahrlich, Allah wird die Heuchler und die Ungläubigen allzumal in der Hölle versammeln.“ (4:141)

Es wird hierbei deutlich, dass kein einziger Vers im Qur’an Spott oder Blasphemie als Verbrechen deklariert. Nirgends wird erwähnt, dass Blasphemie mit dem Tode bestraft werden soll. Es wird von keiner weltlichen, sondern nur von einer göttlichen Strafe gesprochen. Wie kann sich daher ein Mensch das Recht einräumen, das Urteil Allahs zu übernehmen und zu fällen?

Der Islam beschützte die Gotteshäuser der Andersgläubigen selbst in Kriegszeiten, wie z. B. als der Heilige Prophet (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) die Muslime dazu aufforderte, keine Gedenkstätte anzugreifen und keinen Betenden in einem Kloster oder Synagoge zu töten. Er rief die Muslimen ebenfalls dazu auf, nur gegen jene zu kämpfen, die angreifen, und nicht gegen Unschuldige, wie beispielweise Ältere, Frauen oder Kinder.

Allah erklärt im Heiligen Qur’an:  „Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen –, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: ,Unser Herr ist Allah.‘ Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, in denen der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig.“ (22:40-41)

Dieser Vers verdeutlicht, dass Allah die Muslime auffordert, die Religionsfreiheit anderer zu schützen.

Allah hat sich selbst Barmherzigkeit vorgeschrieben und liebt die Barmherzigkeit. Er hat den Propheten Muhammad (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) als eine Barmherzigkeit und Ermahner für die gesamte Welt entsandt.

Allah teilte den Heiligen Propheten Muhammed (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) folgendes mit:

„Ermahne drum, denn Du bist der nur ein Ermahner; Du bist kein Wächter über Sie.“ (88:22-23).

In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie sich der Mensch das Recht nehmen kann, über das Leben des Anderen zu urteilen, wenn Allah den Propheten Muhammad (Frieden und Segen Allahs seinen auf Ihn) als Ermahner und als eine Barmherzigkeit für die gesamte Welt entsandt hat?

Kurzum: Kern der islamischen Lehre lautet– Frieden zu verbreiten, und zwar zu solch einem Ausmaß, das der Prophet einen Muslim als eine Person definiert hat, vor dessen Hände und Zunge die Menschen in seiner Umgebung in Sicherheit sind (Bukhari). Aus diesem Grund widersprechen die Aussagen der extremistischen Gelehrten den wahren islamischen Lehren und verkörpern folglich nicht den wahrhaftigen Islam.

Möge Allah die Welt zur Vernunft kommen lassen, indem sie den Einen, Wahren Gott erkennen und mögen sie sich vor abscheulichen und ungerechten Dingen fernhalten, indem sie die wahren Lehren des Islams praktizieren. Ameen.

 

Abida Harim Zaffar Baloch

 

Quelle: In Anlehnung an: Die Revue der Religionen (Band 7 Heft 1; Januar 2017)

Anlass des Schreibens: https://www.spiegel.de/politik/ausland/pakistan-verhaengt-drei-todesstrafen-wegen-gotteslaesterung-a-d09cb4a2-fbe1-4ded-912c-ff631b6472cc

 

 

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