Die Helfer des Königs der Feder.

Das Coronavirus: Es kam, sah und verlor

 

Die inspirierende Geschichte einer syrischen Ahmadi-Familie.

Bei dem folgenden Beitrag handelt es sich um eine Übersetzung folgenden Textes: https://www.pressahmadiyya.com/corona/2020/04/expel-coronavirus-home/

Das Jahr ist erst vier Monate alt und doch fühlt es sich so an, als läge der Januar 2020 vier Jahre zurück. Schon zu Beginn des Jahres gab es Tragödien und gewaltige Katastrophen, die die Welt erschütterten. Und in der einschneidendsten Katastrophe stehen wir mittendrin, nämlich die Corona-Pandemie.

Die folgenden Zeilen lesen sich sehr persönlich, denn das Virus gelangte auch in meine eigenen vier Wände. Wie konnte das passieren? Das weiß ich immer noch nicht. Was ich jedoch weiß, ist, dass mein Ehemann, Ibrahim Ikhlaf, als Erster Symptome der Krankheit zeigte und nicht länger als drei bis vier Stunden am Tag schlief. Den Rest des Tages verbrachte er damit, seiner Berufung für den Dienst an den Glauben nachzugehen und für die Erlangung von Allahs Wohlgefallen zu arbeiten.

Wenn er sich nicht gerade im Büro oder in der Jamia befindet, wo er Arabisch lehrt, ist er viel im Auto unterwegs, um andere Arbeiten zu erledigen oder an einem Programm oder an einer Sitzung teilzunehmen. Seit Jahren fährt er täglich etwa 150 bis 160 Kilometer. Folglich vernachlässigt er auch seine Mahlzeiten. All dies hat seine Immunität definitiv geschwächt und ihn zu einer leichten Beute für das Coronavirus gemacht.

Das Virus befiel wenige Tage nach seiner Ansteckung seine Lungen und wir mussten zwangsläufig den Notdienst anrufen. Er wurde ins Krankenhaus transportiert und nach einem Tag auf die Intensivstation verlegt. Bevor er ins Krankenhaus kam, war er bereits infolge schwerer Erschöpfung ans Bett gefesselt gewesen.

Was mich selbst betraf, so hatte ich Symptome von hohem Fieber, Schüttelfrost und leichtem Husten, jedoch war ich stark genug, um wesentliche Hausarbeiten und durch die Gnade Allahs Aufgaben für die Jamaat zu erledigen. Als mein Mann jedoch auf die Intensivstation eingeliefert wurde, waren meine Beine nicht mehr in der Lage, mich zu tragen. Ich fühlte mich wie in einem Sturm gefangen, mitten im Ozean. Die Wellen warfen mich mal nach links und mal nach rechts, als würde ich jeden Augenblick ertrinken.

Ich war psychisch – nicht physisch – sehr schwach, doch diese psychische Schwäche begann, Druck auf meine Brust, mein Herz und meine Lungen auszuüben. Mein Mann stand am Rande des Todes. Ich machte mir Sorgen um meine Kinder. Mir gingen zahlreiche Fragen durch den Kopf: Was wird mit ihnen geschehen, wenn sich mein Zustand verschlechtert und ich ins Krankenhaus muss? Wir haben hier keine Familie. Wenn mein Mann und ich sterben würden, was würde dann mit ihnen geschehen? Wäre es einem der Brüder meines Mannes möglich, unter solchen Umständen nach England zu kommen und sie mitzunehmen? Wie lange würde es dauern? Was würde bis dahin mit ihnen geschehen? Wie würden sie als Waisen leben? Was wäre mit unserem Janaza und Ghusl? Würden sie unsere Körper waschen? Würden sie uns auf islamische Weise begraben?

Viele schmerzhafte Fragen quälten mein Herz und meinen Verstand.
Was mich immens schmerzte, waren einige der unsensiblen Nachrichten, die ich von einigen Schwestern erhielt und die mich nach meinen genauen Symptomen ausfragten. Eine Frage schmerzte mich ganz besonders. Eine Frau sagte zu mir:

„Mach dir keine Sorgen, es ist Gottes Wille, eine Vergebung der Sünden“. Ja, ich wusste, dass bei jedem Unglück, das einem Gläubigen widerfährt, „selbst wenn ihn nur ein Dorn sticht“, dementsprechend „Allah einige seiner Sünden verzeiht.“ (Bukhari)

Dies ist jedoch eine Angelegenheit zwischen dem Diener und seinem Herrn. Es gab keinen Grund, einer kranken Person zu sagen, dass dies eine Sühne für ihre Sünden sei! Nur Gott kennt Seinen Diener am besten.
Ebenso erfuhr ich, dass einige der Menschen, die die Jamaat verlassen hatten, sich über das Unglück meines Mannes freuten. Ich sagte: „Sagt ihnen: ‚Ich möchte nicht, dass diese Krankheit auch euch trifft, aber Allah ist unser Beschützer.'“

Zur gleichen Zeit kam große moralische Unterstützung. Ich erhielt Dutzende, wenn nicht gar Hunderte von Nachrichten, insbesondere von unseren Ahmadi-Brüdern und Schwestern aus der ganzen Welt, die voller guter Wünsche und schöner Worte waren. Einige erinnerten mich an die Dinge, die Ibrahim getan hatte, deren Zeuge sie waren, und sagten: „Allah wird eine solche Person niemals verlassen!” Ich erhielt auch fröhliche Audiobotschaften von Kindern, die sich bei jedem Gebet an uns erinnerten.

Ich nahm keine Telefonanrufe entgegen, weil ich die Traurigkeit in den Stimmen der Menschen nicht hören wollte. Sie lösten ein Druckgefühl in meiner Brust und Lunge aus. Ich nahm nur die Anrufe von den Mitarbeitern des Büros von Hadhrat Khalifatul Masih VABA entgegen, von meinen Freunden, die Ärzte sind, die meinen Fall am Telefon verfolgten, oder von den beiden Freunden meines Mannes, die mit dem Krankenhaus in Kontakt standen.

 

Ein mitfühlender Vater

An dieser Stelle möchte ich Ihnen etwas über Hadhrat Amir ul Mu’mininABA berichten.

Ich komme aus Syrien. Meine Geschwister sind nach dem Krieg auf der ganzen Welt verstreut worden. Seit vielen Jahren habe ich sie nicht mehr gesehen.

Mein Mann ist in den Niederlanden geboren und seine ganze Familie lebt dort. Daher haben wir im Vereinigten Königreich keine Verwandten. Selbst wenn eine unserer erweiterten Familie hier wäre, würde sich niemand um uns sorgen – sie alle haben uns verstoßen, seit wir in die Ahmadiyya Muslim Jamaat eingetreten sind. Aus diesem Grund hatten wir, Alhamdulillah, die Ehre, etwas zu erleben, was nur den Gefährten sowohl des GesandtenSAW Allahs als auch den Gefährten des Verheißenen MessiasASwiderfahren ist.

Trotz dessen, dass wir in der Fremde sind und uns einsam fühlten, war und ist Hadhrat Amir ul Mu’mininABAein mitfühlender Vater für uns. Er kümmert sich um uns wie um seine eigenen Kinder, die wiederum wie unsere eigenen Geschwister sind. Ich betrachte seine liebe Frau als Mutter. In der Tat ist sie sowohl meine Mutter als auch meine Freundin.

Die Liebe und Fürsorge, die mir von allen und insbesondere von HudhurABA entgegengebracht wurde, während mein Mann im Krankenhaus lag, ließ mich an den großen Gefährten Hadhrat Salman Al-FarsiRAdenken. Er war ein Fremder unter den Arabern, dennoch verkündete der Gesandte Allahs, dass er aus seinem eigenen Haushalt stamme.

Ebenso fühlte ich mich dem Familienkreis von HudhurABA zugehörig. Er schickte uns Medikamente, empfahl uns Lebensmittel, die uns die Jamaat schicken sollte und erkundigte sich über unsere Lage durch seine Familienangehörigen und das Büropersonal. Ich kann wirklich nicht in Worte fassen, was Seine Heiligkeit für uns getan hat. Was immer ich schreibe, wird seiner Güte nicht gerecht werden. Wir sind HudhurABA zutiefst dankbar, unser Leben sei dem Khilafat gewidmet. Amin.

Natürlich werde ich die Freitagsansprache vom 20. März und die Erklärung zum Virus in der Zeitung Al-Hakam nicht vergessen. Die Worte Seiner Heiligkeit waren eine Antwort auf die Briefe, die ich ihm geschrieben hatte. Sie waren wie ein heilender Balsam. Doch trotz meiner Gewissheit, dass seine Worte an mich gerichtet waren, erhielt ich zwei Tage lang keine beruhigenden Worte von Seiner Heiligkeit.

Später, als der ehrenwerte Bruder Munir Odeh Sahib (Produktionsdirektor MTA International) HudhurABAtreffen wollte, rief er mich an und fragte: „Möchten Sie, dass ich HudhurABA etwas sage?“ Ich antwortete: „Bitte sagen Sie Amir ul Mu’minin, dass ich auf eine Antwort von ihm warte, die mein Herz beruhigen wird.“ Als Munir Sahib meine Bitte HudhurABA gegenüber äußerte, schwieg HudhurABA. Aber am Ende des Mulaqat sagte Hudhur:

„Sagen Sie Reem, dass sie beruhigt sein solle. Ibrahim wird nichts geschehen, und er wird sich von der Infektion erholen.“ Da war ich mir sicher, dass sich mein Mann durch die Gnade meines geliebten Gottes erholen würde.

 

Die Barmherzigkeit Allahs

Diese Zeilen möchte ich Ihm widmen.

Selbstverständlich verbrachte ich die nächsten Tage und Nächte damit, zum Herrn der Welten zu beten. Ich erinnerte mich an die Überlieferung über die drei Männer, die in einer Höhle waren, als ein Stein herunterfiel und den Ausgang versperrte. Sie fingen an, Allah anzuflehen und sich an die besten Taten zu erinnern, die sie aufrichtig um Seinetwillen getan hatten. Wann immer einer von ihnen etwas erwähnte, bewegte sich der Fels ein wenig, bis sich der Ausgang allmählich öffnete und sie überleben konnten.

Die Überlieferung erinnerte mich vor meinem geliebten Herrn an die Taten, die Ibrahim und ich rein um Seinetwillen getan hatten. Er kennt sie am besten. Ich pflegte auch die Gebete des Gesandten AllahsSAW, aus dem Heiligen Qur’an und die des Verheißenen MessiasAS zu rezitieren.

Dann legte Allah mir ans Herz, das Flehen von Hadhrat JesusAS zu rezitieren, als er am Kreuz hing: „O Allah, nimm diesen Kelch von uns.“ Ich wiederholte dieses Gebet hunderte Male, bis ich das Gefühl hatte, dass Allah den Kelch von uns entfernen würde, genauso wie er es bei JesusAS getan hatte.

Eines Nachts sah ich im Traum, dass sich eine christliche Krankenschwester namens Noura im Krankenhaus mit Mitgefühl und Liebe um Ibrahim kümmert. Gleichzeitig versuchte sie, ihn zu evangelisieren. Kurz danach wurde er aus dem Krankenhaus entlassen. Er erzählte mir, was passiert war, und sagte: „Durch die Gnade Allahs habe ich ihr Kreuz zerbrochen“, was bedeutet, dass er all ihre Behauptungen über die Kreuzigung Jesu oder seine Göttlichkeit widerlegt hatte.

Das Merkwürdige ist, dass es tatsächlich eine christliche Krankenschwester gegeben hatte, die sich mit großer Sorgfalt und Mitgefühl um Ibrahim gekümmert hatte und mit der er über JesusAS gesprochen hatte. Er erklärte ihr den wahren Rang JesuAS gemäß den islamischen Lehren, und als sie dies hörte, war sie sehr glücklich und zufrieden, Alhamdulillah.

Tausende Ahmadis beteten auf der ganzen Welt, und vor allem Hadhrat Amir ul Mu’mininABA, mit Herzschmerz und Liebe für uns. Viele von ihnen gaben Almosen und brachten Opfer dar. Bruder Sharif Odeh Sahib (Ameer Jamaat Kababir) betete in Baitul Dua’a im Qadian. Ich habe Botschaften voller aufrichtiger Bitten von überall her erhalten – aus Qadian, Rabwah, Amerika, Kanada, der arabischen Welt, Europa und dem Vereinigten Königreich.

Ich werde meine Freundin Berevan aus Norwegen nicht vergessen, die mir am selben Tag, an dem Ibrahim auf die Intensivstation kam, eine SMS schrieb und mich fragte: „Geht es Euch gut? Ich habe gebetet, und plötzlich legte mir Allah ins Herz, dass ich viel für dich und deine Familie beten soll.“ Ich sagte: „O mein Herr, ich bin sicher, dass Du sie nur deshalb so inspiriert hast, weil Du ihre Gebete erhören willst.”

Aufgrund all dieser Tatsachen wuchs in meinem Herzen die Hoffnung auf die Barmherzigkeit des Herrn der Welten, und ich war sicher, dass Er Seine Barmherzigkeit auf uns herabsenden würde.

Tatsächlich verbesserte sich der Zustand meines Mannes von Tag zu Tag. Nach vier Tagen wurde er bereits aus der Intensivstation entlassen und am fünften Tag durch die Gnade und Barmherzigkeit Allahs wieder zu Hause.

Wenn ich jetzt darüber nachdenke, sehe ich, wie viele Segnungen uns diese Erfahrung gebracht hat. Außerdem sehe ich, dass es eine Antwort auf meine Gebete war. Ja, Allah hat meine Gebete erhört, so wie ich immer gebetet habe: „Bitte tu etwas, das uns Dir näherbringt“, und jetzt hat Er geantwortet.

Doch es waren noch mehr Segnungen, die wir erlangt haben: So haben uns die Menschen viel mehr als je zuvor Liebe entgegengebracht, und wir wissen aus den Überlieferungen, dass diese Liebe aus der Liebe Allahs kommt.

Außerdem sah ich zum ersten Mal in meinem Leben die wahrhaftige Manifestation der Worte des Gesandten Allahs:

„Die Ähnlichkeit der Gläubigen in Bezug auf gegenseitige Liebe, Zuneigung und Mitgefühl ist die eines einzigen Körpers; wenn ein Körperteil schmerzt, schmerzt der ganze Körper wegen Schlaflosigkeit und Fieber.“ (Muslim).

Tatsächlich erhielt ich sogar zur Zeit des Tahajjud Gebets vor der Morgendämmerung Botschaften der Unterstützung und Gebete.

Die größte Segnung besteht darin, dass wir unsere Nähe zu Allah dem Allmächtigen, unseren Glauben und unseren Glauben an die Institution des Khilafat und daran, dass sie die Lebensader in dieser Welt und im Jenseits ist, vergrößert haben.

 

Meine lieben Schwestern und Brüder:

Ein kleines Virus, das mit bloßem Auge nicht zu erkennen ist, hat die größten Länder erobert und die Welt gelähmt.

Nutzen wir also unseren Glauben, wenden wir uns an Gott, den Allmächtigen, und bitten wir ihn um Seine Barmherzigkeit und darum, dass Er diese Plage von der Erde entfernt.

Lasst uns die ganze Welt über ihren Schöpfer aufklären und ihr vermitteln, dass wahre Erlösung nur durch den Glauben an den Heiligen ProphetenSAW und an den Verheißenen MessiasAS erlangt werden kann. Ob wir mit diesem Virus oder auf andere Weise sterben, mögen wir von Allah dem Allmächtigen angenommen werden. Amin.

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