Die Helfer des Königs der Feder.

Grundsteinlegungen in Raunheim und Marburg

An dieser Stelle sei noch kurz erwähnt, dass die Khuddam-ul-Ahmadiyya einen Tag vor der Raunheimer Grundsteinlegung eine weitere Twitter-Aktion am 17. April 2017 unter den Hashtags #KalifinDeutschland und #KalifdesIslam durchführte. Über 10.222 Tweets wurden mit den Hashtags abgeschickt. Wir haben mit #KalifDesIslam 243.020 Impressionen und mit #KalifInDeutschland 533.155 Impressionen gemessen. Seit 15.00 Uhr waren wir in den Top 10 Twitter Trends in Deutschland. Zeitweise auch auf Platz 1. Alhamdulillah. Viele Menschen haben auf unseren Hashtag reagiert. Es gab sowohl positive, als auch negative Kommentare. Darunter von einer AfD-Politikerin aus Berlin, sowie einem Mitglied der Jungen Union Köln. Wir haben hier versucht kurze, fundierte Antworten zu formulieren, ohne dass die Diskussion zu sehr ausufert. Speziell die Brüder der Muslimischen Feder haben bei dem Verfassen von Antworten mitgewirkt.

Wie oben bereits erwähnt, legte Hudhur eine Woche nach der Eröffnung der Augsburger Baitun-Naseer Moschee am Dienstag, den 18.04.17, den Grundstein für eine Moschee in Raunheim (eine halbe Stunde Autofahrtzeit von Baitus Subuh entfernt). Rund 135 Gäste waren bei der Zeremonie zugegen, u.a. der Bürgermeister Raunheims, Thomas Jühe, der in seinem Grußwort hervorhob, dass Ahmadi-Muslime ein Beispiel für andere in Raunheim gesetzt hätten und von sich in jeder Hinsicht unter Beweis gestellt hätten, dass sie sehr friedliche und gute Menschen seien.

Hudhur sprach über den wahren Zweck von Moscheen und seine Sorge in Bezug auf die brisante geopolitische Situation. Hudhur erklärte, wie der Islam die Religionsfreiheit und Demokratie fördert.

 

Grundsatzrede zur Grundsteinlegung in Raunheim

Hudhur sagte:

„Es ist meine Hoffnung und mein Gebet, dass all jene, die die Menschlichkeit wertschätzen, die schwerwiegende Situation begreifen werden, die der Welt gegenübersteht, und darauf hinarbeiten, die Menschen zusammenzubringen und wahren Frieden auf der Welt zu etablieren. Gewiss, Politiker und einflussreiche Menschen sollten bestrebt sein, ihre Regierungen davon zu überzeugen, auf friedensbildende Bemühungen zu fokussieren, statt Konflikte aufzuheizen und uns dem Abgrund noch näher zu bringen. Zu dieser Zeit muss die Welt sich auf Versöhnung besinnen und darauf, Menschen zusammenzubringen.“

Hudhur legte dar, dass Islam Frieden heißt und dass all jene Bluttaten und Grausamkeiten im Namen des Islam den wahren Lehren des Islam diametral gegenüberstehen. Die Lehren des Islam lehrten das friedliche Zusammenleben von Muslimen und Nicht-Muslimen Seite an Seite.

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Hudhur dankte den lokalen Abgeordneten, die zuvor die positiven Beiträge der Ahmadi-Muslime zur Gesellschaft unterstrichen hatten und ihre Bemühungen, Frieden zu fördern:

„Ich bin froh, dass die, die zuvor sprachen, ein positives Bild der Ahmadiyya Muslim Gemeinde haben und Ahmadi-Muslime als gut integriert hier in Deutschland erachten. Der Grund, aus dem wir integriert sind, ist, dass wir die wahren Lehren des Islam befolgen und sobald diese Moschee gebaut ist, werden sie den Wert und das hohe moralische Betragen, das die Mitglieder unserer Gemeinde an den Tag legen, mehr denn je sehen. Sie werden sehen, dass, statt Hass oder Trennung zu säen, die Minarette dieser Moschee ein Symbol des Friedens, der Einheit, Liebe und des Mitgefühls sein werden.“

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Hudhur sprach auch die Wichtigkeit der Erfüllung der Rechte seines Nachbarn an. Er zitierte den Heiligen Propheten MuhammadSAW, der sagte, dass Allah die Rechte des Nachbarn in solchem Ausmaß heraufbeschwört hat, dass er dachte, sie würden noch zu rechtmäßigen Erben des Vermögens eines Menschen erklärt werden.

Hudhur erklärte, dass im Islam der Begriff des Nachbarn weitreichend ist und selbst Reisegefährten, Arbeitskollegen und all die Mitmenschen in der Umgebung mit einschließe.

„Im Wesentlichen ist die ganze Bevölkerung einer Stadt der Nachbar der Ahmadi-Muslime und unserer Moscheen. Daher obliegt es alle jenen, die in die Moschee zum Gottesdienst kommen, die Rechte ihrer Nachbarn zu erfüllen und sicherzustellen, dass sie ihnen nie Leid oder Schwierigkeiten bereiten. Vielmehr sollten sie sie lieben, sich um sie sorgen und ihnen nützen.“

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Hudhur erläuterte ebenso in seiner Ansprache die Wichtigkeit, die der Islam auf das Landesrecht legt. Hudhur zitierte eine bekannte Aussage des Heiligen Propheten MuhammadSAW, die besagt, dass die Liebe zu seinem Land Teil des Glaubens ist.

„Die Gesetze eines Landes werden gemacht, um die Menschen vor Ungerechtigkeiten zu schützen und Einfachheit zu schaffen. Jeder wahre Muslim ist verpflichtet, die Gesetze des Landes zu befolgen und daher, wenn jemand Ängste oder Vorbehalte hat, sollten sie wissen, dass der Islam Muslimen nicht erlaubt, sich an Gesetzlosigkeit und der Stiftung von Unordnung zu beteiligen. Jeder Muslim, der gegen dieses Prinzip handelt, ist der Missachtung der wahren Lehren des Islam schuldig und trübt ungerechterweise seinen Namen.“

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Dass die Religionsfreiheit ein grundlegendes Prinzip des Islam ist, führte Hudhur hiernach aus. Hudhur schilderte, dass der Islam nicht der Demokratie entgegenstehe, sondern vielmehr wahre Demokratie auf der Grundlage von Fairness und Ehrlichkeit fördere. Statt seine Freunde und Verbündeten zu wählen, so Hudhur, sollten Leute für diejenigen stimmen, die sie am geeignetsten erachten und die die besten Ansichten und Grundsätze hätten:

„Der Islam betont, dass es demokratische Freiheit geben sollte und lehrt, dass man bei der Wahl der Anführer jene Menschen wählen sollte, die ihre Verantwortungen mit Aufrichtigkeit erfüllen werden. Dies setzt voraus, dass sie für das Wohlergehen der Menschen und des Landes arbeiten und persönliche Interessen zum Wohle eines größeren Zwecks ablegen. Der Islam lehrt, dass die eigene Beziehung zu irgendeiner Partei nicht der entscheidende Faktor bei der Wahl des Anführers sein sollte, sondern vielmehr sollten jene Menschen gewählt werden, die dem Volk helfen und dem Land, weiter voranzuschreiten.“

Am Ende der Ansprache sagte Hudhur:

„Ich hoffe, dass, so Gott will, wenn diese Moschee zu Ende gebaut ist, die lokalen Ahmadis ihre religiösen Verantwortungen erfüllen werden, indem sie den lokalen Menschen und der Nation dienen werden und die wahre und friedliche Lehre des Islam durch ihr Verhalten mehr denn je an den Tag legen werden.“

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Nach Beendigung seiner Ansprache legte Hudhur den Grundstein der neuen Moschee. Auch die geehrte Frau seiner Heiligkeit, Hadhrat Amtul Sabooh Begum Sahiba, legte ebenso einen Grundstein der Moschee und danach der Bürgermeister, andere Würdenträger und ein paar zentrale, nationale und lokale Ahmadi-Muslim-Offizielle.

Die formale Sitzung endete mit einem stillen Gebet.

 

Grundsteinlegung in Marburg

Einen Tag darauf wurde der Grundstein einer weiteren Moschee, der ersten Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Universitätsstadt Marburg, gelegt. Rund 160 Gäste waren bei der Zeremonie anwesend, darunter der Oberbürgermeister von Marburg, Dr. Thomas Spies. Die Grundsatzrede Hudhurs war das Highlight der Eröffnungszeremonie. Darin behandelte Hudhur die islamischen Lehren hinsichtlich der Integration und Errichtung einer harmonischen Gesellschaft.

 

Grundsatzrede Marburg

Hudhur bemerkte, dass das Erscheinen der Gäste zu einer islamischen, religiösen Veranstaltung „lobenswert“ sei und dies beweise, dass sie „aufgeschlossen und gewillt sind, sich die Überzeugungen anderer anzuhören“.

Hudhur betonte die Bedeutsamkeit des Dienstes an jedem Menschen, unabhängig von ihrem Glauben. Dies sei bindend für jeden Menschen. Hudhur betonte, dass wir versuchen sollten, uns auf der Grundlage der Prinzipien der Menschlichkeit zu verstehen und die Bedürfnisse anderer zu erfüllen. Er konstatierte:

„Gemäß den Lehren des Islam, wenn eine Person darin versagt, dies zu tun, dann ist sein Gebet wertlos.“

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Hudhur sagte:

“Der Heilige Qur‘an stellt klar fest, dass die Gebete jener Menschen, die in die Moscheen zum Gottesdienst kommen, während sie zur selben Zeit anderen Leid bereiten und darin versagen, an gemeinnützigen Arbeiten teilzunehmen und nicht Frieden und Liebe verbreiten, durch den Allmächtigen Gott nicht angenommen werden. Tatsächlich werden ihre Gebete nicht nur vergebens sein, sondern als Sünde erachtet werden.“

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Zu einer Zeit, in der dem Islam vorgeworfen wird, dass er nicht die Bildung der Mädchen fördere, sagte Hudhur, sind es Ahmadi-Muslim Mädchen und Frauen, die die Männer in ihren Bildungsleistungen übertreffen. Er erklärte, dass der Islam, statt Frauen einzuschränken, der Bildung einer Frau einen hohen Stellenwert einräumt, für das Wohlergehen und den Fortschritt jeder Nation.

“Es ist wichtig für jede Person, männlich oder weiblich, Bildung zu erwerben und sie zu nutzen, um ihrer Nation zu dienen. Jedoch ist es von noch größerer Wichtigkeit für ein Mädchen, sich zu bilden, weil sie im späteren Leben imstande sein wird, ihre Kinder in bester Manier zu bilden und zu erziehen. Tatsächlich hat der Begründer des Islam, der Heilige Prophet MuhammadSAW gesagt, dass das Paradies unter den Füßen der Mutter eines Menschen liegt. Der Grund dafür ist, dass eine Mutter eine wichtige Rolle dabei spielt, ihre Kinder zu bilden und sie zu guten Bürgern zu erziehen, sodass sie fortfahren können, ein Gewinn für ihre Nation zu sein. Auf diesem Weg ebnet eine Mutter einen spirituellen Weg für ihre Kinder, der sie in den Himmel führt.“

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Hudhur erklärte das Konzept der Himmel und Hölle im Islam und erklärte, dass es zwei Himmel gibt – einer in diesem Leben und einer im Nächsten. Was das Erstere angeht, wann immer und wo immer eine Person Frieden und Moral manifestiert, bewegt dies andere zu Gutem und resultiert in der Schaffung eines Himmels auf Erden. Während auf der einen Seite sogenannte Muslime unschuldige Menschen in muslimischen und nicht-muslimischen Ländern durch Angriffe auf Clubs oder Selbstmordanschläge töteten, so Hudhur, seien auf der anderen Seite Menschen, die Liebe und Frieden und Harmonie verbreiten und so einen Himmel auf Erden schaffen.

Diejenigen, die solche Grausamkeiten im Namen des Islam begehen, haben, führte Hudhur aus, keinerlei Wissen von der Religion:

„Vor einiger Zeit traf ein ausländischer Journalist Mitglieder der Terrorgruppe Daesh (ISIS) und fragte, wo im Heiligen Qur’an ihre Grausamkeiten und Ungerechtigkeiten erlaubt worden seien und als Antwort entgegneten die Terroristen, dass sie kein Wissen über den Qur‘an hätten und bloß die Anweisungen ihrer Vorgesetzten befolgen würden. Darum lass es kristallklar gesagt sein, dass das Töten unschuldiger Menschen und das Verursachen von Terror nichts mit dem Islam zu tun hat.“

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Abschließend sagte Hudhur:

“Wenn eine Person hochgebildet ist, aber später ein Terrorist wird, dann hat ihre Bildung sich als wertlos erwiesen. Auf ähnliche Weise, wenn eine Person behauptet, einen Glauben zu haben und dennoch Extremismus annimmt, dann hat sich ihr Glaube als wertlos für sie erwiesen. In Wahrheit setzt wahrer Glaube voraus, dass eine Person Frieden und Liebe verbreitet und so hoffe ich und erwarte, dass Sie, sobald diese Moschee gebaut ist, die Rufe der Liebe von Ahmadi-Muslimen mehr denn je hören und beobachten werden.“

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Die formale Sitzung endete mit einem stillen Gebet, geleitet von Hudhur, ehe das Abendessen serviert wurde.

 

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