Die Helfer des Königs der Feder.

Glaubensartikel (arkān-e īmān)

Die Glaubensartikel sind jene Glaubensinhalte, an die ein Muslim glaubt. Diese gehen aus dem folgenden Hadith hervor, in dem der Heilige Prophet MuhammadSAW den Glauben erklärte:

Hadhrat Umar ibn al-KhattabRA berichtete, dass er zusammen mit anderen Gefährten bei dem Heiligen ProphetenSAW war, als einer mit weißen Kleidern und dunklem schwarzen Haar hinzutrat. Man konnte kaum Spuren der Reise (wie Müdigkeit) an ihm bemerken, und niemand von uns kannte ihn. Er kam sehr nahe zu dem Heiligen ProphetenSAW, bis seine Knie die Knie des Heiligen ProphetenSAW berührten, dann fragte er:

„O Muhammad! Was ist der Glaube?“ Der Heilige ProphetSAW sagte daraufhin: „Der Glaube besteht darin, dass Du an Allah, Seine Engel, Seine Schriften, Seine Gesandten, an den Jüngsten Tag und Allahs Bestimmung über das Gute und das Böse glaubst.“

(Sunan at-Tirmiḏī)


Inhaltsverzeichnis

  1. Glaube an Gott
  2. Glaube an die Engel
  3. Glaube an die von Gott offenbarten Bücher
  4. Glaube an alle Propheten
  5. Glaube an den Jüngsten Tag
  6. Glaube an Gottes Bestimmung des Guten und Bösen
  7. Quellen

 

Glaube an Gott

Muslime glauben an einen einzigen Gott. Die Einheit Gottes bedeutet, dass Gott eins ist in Seinem Wesen, eins in Seinen Attributen und eins in Seinen Werken. Gott ist der Schöpfer und Herr aller Welten. Er allein gibt das Leben und Er allein nimmt es wieder weg. Alle anderen Wesen, seien es Engel oder Menschen, sind Seine Geschöpfe. Er hat die Kraft aus dem Nichts zu erschaffen und, so es Ihm gefällt, wird Er alles wieder in das Nichts zurückkehren lassen. Alle Propheten und Heilige waren Seine Diener, und keiner von ihnen besaß göttliche Kräfte.

Gott ist allmächtig, d. h. Er kann alles tun, was Er will, und ist nur an Sein eigenes Versprechen gebunden. Er ist das allerhöchste Wesen und besitzt alle vollkommenen Attribute. Er ist in den Himmeln wie auch auf Erden, ist nahe und doch fern. Er hört, Er sieht und Er weiß alles und kennt jedes Ding. Doch für Sein Hören, Sehen, Wissen und Kennen bedarf Er keinerlei Mittel wie wir sie brauchen. Er ist ewig und wird ewig bleiben.

 

Glaube an die Engel

Engel sind Gottes Geschöpfe. Sie bewirken unter Gottes Befehl alle Vorgänge im Universum. Sie sind für die Menschen unsichtbar, jedoch können sie sich gemäß Gottes Befehl den Menschen offenbaren. Sie dienen unter anderem auch als Mittel der Verständigung zwischen Gott und Seinen Propheten. Sie haben nicht die Möglichkeit, ungehorsam gegenüber Gott zu sein.

 

Glaube an die von Gott offenbarten Bücher

Die Muslime glauben an die von Gott offenbarten Bücher. Zu allen Völkern der Erde sind Propheten gekommen, die ein bestimmtes göttliches Buch empfangen haben. All diese verschiedenen Gesetze waren jedoch nur für eine begrenzte Zeit bestimmt. Während die Grundlage der Religion immer gleich blieb, variierten die Gesetze in ihren Bestimmungen, je nach den Erfordernissen der betreffenden Zeiten. Im Laufe der Zeit erlitten sie ein solches Ausmaß an Veränderungen, dass ihre Glaubwürdigkeit sehr darunter gelitten hat.

Der menschliche Intellekt war einer ständigen Entwicklung unterworfen. Schließlich erlangte er die Reife, um ein endgültiges, vollkommenes, wörtlich offenbartes und für die gesamte Menschheit gültiges Gesetz, nämlich den Heiligen Qur‘an, empfangen zu können. Der Heilige Qur‘an ist somit das reine Wort Gottes, das Er in den Mund des Heiligen Propheten Muhammadsaw gelegt hat. Die Botschaft des Heiligen Qur‘an ist allumfassend und bis in die Ewigkeit gültig.

 

Glaube an alle Propheten

Dem islamischen Verständnis zufolge ist Allah „der Herr der Welten.“[1] Gottes Barmherzigkeit ist somit allumfassend und nicht beschränkt auf ein bestimmtes Volk. So hat Gott, als Zeichen Seiner Barmherzigkeit, zu jedem Volk Propheten geschickt.[2]

Deshalb fordert der Islam von den Muslimen, grundsätzlich an das Prophetentum aller Propheten zu glauben und keinen Unterschied zwischen ihnen zu machen.[3]

Ein  Muslim ehrt und respektiert somit alle Gesandten Gottes: Hadhrat AdamAS, Abraham, Ismail, Ishaq, Moses, Jesus, Buddha, Krishna, Konfuzius viele andere, ob sie nun namentlich im Heiligen Qur’an genannt werden oder nicht.[4]

Alle Propheten vor dem Heiligen Propheten Muhammadsaw wurden zu einem bestimmten Volk entsandt. Darüber hinaus war ihre Botschaft für eine bestimmte Zeit begrenzt. Der Heilige Prophet MuhammadSAW wurde als letzter gesetzgebender Prophet zu der gesamten Menschheit gesandt. Er wurde deshalb von Allah auch als ḫātamu n-nabiyyīn betitelt. Der Islam ist die Religion, die bis in die Ewigkeit gültig bleiben wird.

 

Glaube an den Jüngsten Tag

Am Jüngsten Tag muss jeder Mensch vor Gott Rechenschaft über seinen Glauben sowie über seine guten und schlechten Taten ablegen. Das Leben im Jenseits ist die Fortsetzung des Lebens im Diesseits. Durch den Tod wird die Trennung von Körper und Seele verursacht, wobei die Seele im Gegensatz zum Körper nicht stirbt, sondern ewig weiterlebt.

Es ist falsch, sich die islamische Hölle und das islamische Paradies materiell im irdischen Sinne vorzustellen; die Schilderungen darüber im Heiligen Qur‘an sind symbolisch zu verstehen. Die Hölle ist der Schmerz der selbstverschuldeten Trennung von Gott, das Paradies die Freude des Verbundenseins mit Ihm. Die Strafe der Hölle ist jedoch, im Gegensatz zum Paradies, nicht ewig; sie wirkt läuternd auf die Seele, die schließlich gereinigt ins Paradies kommen wird (7:157).

 

Glaube an Gottes Bestimmung des Guten und Bösen

Der Muslim glaubt, dass sowohl das Gesetz der Natur als auch das Gesetz der Religion (Scharia) von Gott erschaffene Gesetze sind, und Gott der Urheber und der Wächter dieses materiellen und geistigen Universums ist.

Er ist es, Der für jedes Ding, sei es physischer oder geistiger Natur, als Grundsatz festgelegt hat, dass bestimmte Handlungen zu guten Ergebnissen führen, während gewisse andere Handlungen ebenso selbstverständlich schlechte Folgen haben. Die höchste Macht über all diese Gesetze liegt bei Dem, Der sie erschaffen hat, bei Allah.

Unter besonderen Umständen bringt Er Ausnahmegesetze zum Ausdruck. Wie solche Gesetze auch immer beschaffen sein mögen, sie bilden immer Ausnahmen und stehen niemals im Widerspruch zu Seinen bekannten Verheißungen und Attributen. Das Phänomen der Wunder gehört zu dieser Kategorie der Gesetze.

 

Quellen:

[1] Der Heilige Qur’an 1:2

[2] Der Heilige Qur’an 13:8, 35:25

[3] Der Heilige Qur’an 2:286

[4] Der Heilige Qur’an 40:79


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