Die Helfer des Königs der Feder.

Die medizinischen Konsequenzen eines Atomkriegs

  Von Professor Amtul Razzaq Carmichael, Review of Religions UK 11/2013 – übersetzt aus dem Englischen von Nayyar Sheikh

einstein„Ich bin nicht sicher, mit welchen Waffen der dritte Weltkrieg ausgetragen wird, aber im vierten Weltkrieg werden sie mit Stöcken und Steinen kämpfen.“

Es wird angenommen, diese mächtigen Worte seien von einem der angesehensten Wissenschaftler unserer Zeit, Albert Einstein, ausgesprochen worden. Die Welt hat noch nie gesehen, wie so viele Mittel der Massenvernichtung mit dem Potential einer gewaltigen Verwüstung derart vielen Nationen und Ländern zur Verfügung standen.  Es wird geschätzt, dass die Länder der Welt heute 11.000 einsatzbereite Nuklearwaffen besitzen.1 Das Akronym „CBRNE“ fasst die Zerstörungsgewalt zusammen, in dessen Besitz die Welt ist; der Begriff umfasst chemische, biologische, radiologische, nukleare und explosive Waffen. 2

Die Zerstörungskraft dieses technisch fortgeschrittenen Arsenals, ein zunehmender Mangel an Empathie für seine Mitmenschen und der überwältigende Wunsch, seine selbsterwählte Agenda um jeden Preis zu verfolgen, haben die Zerstörung des Menschengeschlechts durch einen Dritten Weltkrieg (WWIII) zu einer unliebsamen Möglichkeit gemacht.

Der Schaden, den ein Atomwaffenarsenal an der Menschenrasse anrichten kann, wird größtenteils von Wissenschaftlern anhand der Tragödien in Hiroshima, Nagasaki, Tschernobyl und der Nuklearkatastrophe in Fukushima analysiert. Die Zerstörung, die durch die zwei Atombomben in Hiroshima und Nagasaki angerichtet wurde, ist jedem bekannt. Im Falle eines atomaren Angriffs erzeugt die Wucht der Explosion eine zerstörerische Druckwelle, die zu eingestürzten Gebäuden und Tod in der unmittelbaren Umgebung führt; dem folgt die Entstehung intensiver Hitze. Diese führt zu Feuerstürmen, die sich auf eine weite Fläche ausbreiten und dann tritt radioaktiver Niederschlag und Staub auf, die tausende Meilen transportiert werden und Verwüstung für die kommenden Jahrzehnte bringen.

Modelle im Hiroshima Museum, die den Schauplatz nach Abwurf der Atombombe darstellen. Die Haut derjenigen, die direkt betroffen waren, schmolz aufgrund der intensiven Hitze und Strahlung buchstäblich hinweg.

Modelle im Hiroshima Museum, die den Schauplatz nach Abwurf der Atombombe darstellen. Die Haut derjenigen, die direkt betroffen waren, schmolz aufgrund der intensiven Hitze und Strahlung buchstäblich hinweg.

Die zwei Atomwaffen, die 1945 benutzt wurden, töteten etwa 200.000 Menschen und waren mittelmäßiger nuklearer Kapazität (15-20 Kilotonnen). Der Schaden, der mit dem Potential von 300 bis 500 Kilotonnen heutiger, moderner Atomkriegsführung angerichtet werden kann, ist wahrlich unvorstellbar. Der potenzielle Schaden, der durch diese tödlichen Waffen verursacht werden kann, wurde in jüngsten wissenschaftlichen Publikationen eingeschätzt. Ein Luftangriff mit 500 Kilotonnen multipler Nuklearwaffen auf eine durchschnittliche Stadt würde in 1,5 Millionen Todesfälle resultieren, nebst 140.000 Opfern mit Verbrennungen dritten Grades und 24.000 mit Verbrennungen zweiten Grades als unmittelbare Folge. 3 Hinzu kommt, dass die radioaktiven Konsequenzen eines solchen Ereignisses noch für Jahrzehnte andauern würden.

Radioaktive Strahlung schädigt die DNA, den Grundbaustein des menschlichen Lebens, was zu einem kurz- und langfristigen Schaden aller Körpergewebe führt. 4 Die Exposition [=„das Ausgesetzt-Sein“] gegenüber einem Gray (Gy) 5 Strahlung führt zu einer Schädigung der Körperzellen, die insbesondere für die Effekte der Strahlung empfindlich sind, etwa die Haut, das Knochenmark (das Blutzellen macht) und der Verdauungstrakt. Die Exposition gegenüber Beta-Strahlung schädigt die Haut und Gamma-Strahlung verursacht Schäden tiefer liegender Gewebe. Die Exposition gegenüber 2 Gy Strahlung führt zu einem Schwund des Knochenmarks, folglich zu einer Reduzierung der Fähigkeit des Körpers, Infektionen zu bekämpfen. In Anwesenheit von Verbrennungen und offenen Wunden kann ein fehlendes Immunsystem zu einer erdrückenden Blutvergiftung führen, und so zu noch höheren Opferzahlen.

hiroshima2

Die verheerenden Auswirkungen in Hiroshima, nachdem die Atomwaffe abgeworfen wurde.

Nach den Tragödien der Atombomben in Hiroshima und Nagasaki ging die Life Span Study in einem Zeitraum von 60 Jahren 93.741 Überlebenden der Atombombe nach. Diese Studie bestätigte, dass „Strahlung das Todesrisiko signifikant ansteigen lässt (22% pro 1 Gy), die Krebsinzidenz (47% pro 1 Gy), die Todesrate durch Leukämie (310% pro 1 Gy) sowie auch die Inzidenz [=„Neu-Auftreten“] diverser Non-Cancer-Diseases (z.B. Schilddrüsenknoten, chronische Lebererkrankungen und Zirrhosen, Uterusmyom und Bluthochdruck). Auch signifikante Effekte auf die Reife (d.h. Wachstumsreduktion und verfrühte Menopause) wurden beobachtet.“ 6 Allerdings wurde keine Evidenz dafür gefunden, dass die Exposition gegenüber radioaktiver Strahlung zu multifaktoriell vererbbaren Krankheiten führen kann. 7

Die Studien um die nuklearen Katastrophen offenbaren, dass die Verletzungen durch Strahlung nicht nur auf die Strahlenaussetzung zum Zeitpunkt des Einschlags limitiert waren. Die Schäden durch Strahlung dauern durch die Kontaminierung für eine beträchtliche Zeitspanne an. Diese Kontaminierung könnte äußerlich sein, etwa auf Haut abgelagerte Schadstoffe oder innerlich durch Aufnahme, Inhalation und Absorption der Strahlung über offene Wunden. Die Radioaktivität tritt in die Nahrungskette über radioaktiv verseuchtes Meerwasser ein, das die Fische kontaminiert. Darüber hinaus können Nuklearkatastrophen zu einer massiven Ozonausdünnung führen, was vermehrt ultravioletten Strahlen erlaubt, die Erde zu erreichen, wodurch wiederum das Krebsrisiko gesteigert wird.8

Der Schutt und die Schwaden vom atomaren Krieg und der Ruß und Rauch vom Feuersturm können so viel Rauch produzieren, dass die Temperaturen unter die der kleinen Eiszeit (14. bis zum 19. Jahrhundert) fallen würden, was die Anbausaison weltweit verkürzen und die globale Lebensmittelversorgung bedrohen würde. 9 In einer Studie, die die globalen Effekte eines Atomkriegs abbildet, wurde herausgefunden, dass der Gebrauch des nuklearen Arsenals in Indien und Pakistan, die Tausende von Meilen weit weg von den USA liegen, einen erheblichen klimatischen Einfluss auf die landwirtschaftliche Gesamternte (Getreide, Sojabohnen und Winterweizen) in den Vereinigten Staaten hinterließe. 10

nagasaki

Die verheerende Auswirkung in Nagasaki nach dem Abwurf der Atombombe. Die Nuklearwaffen, die heute von sogar noch kleineren Ländern besessen werden, sind weitaus mächtiger als die Atombomben, die auf Hiroshima und Nagasaki im Jahr 1945 abgeworfen wurden.

Die Welt ist sich bewusst, dass es in einem Nuklearkrieg keine Gewinner gäbe. „[F]ür das Denkmal des Dritten Weltkriegs habe ich einen nutzlosen, geradezu Angst einflößenden Gang entworfen, der in Nichts endet.“ Maya Lin, eine Amerikanische Architekturdesignerin und Künstlerin, die für Exzellenz und Tiefe in ihren Werken bekannt ist, hat die Auswirkungen des Dritten Weltkriegs auf das Menschengeschlecht zusammengefasst. Um die zerstörerische Natur eines dritten Weltkriegs hervorzuheben, hat sie sich ein Grabmal-ähnliches Design ausgedacht: „Ich habe mir ein politisches Statement einfallen lassen, das als Abschreckung gedacht war.“ 11

Erst in den letzten paar Jahren waren Wissenschaftler imstande, mit einem gewissen Grad an Zuversicht einen Zustand der völligen Zerstörung vorherzusagen, die von Menschen an ihrer eigenen Rasse geplant, entworfen und verhängt werden kann. Die wissenschaftlichen Beweise bekräftigen, dass ein Nuklearkrieg potenziell das Leben auf der Erde, so wie wir es kennen, binnen kürzester Zeit auslöschen kann. Seine verheerenden Effekte würden sich im Klima und an jenen Lebensformen, die diesen nuklearen Holocaust überleben, für Jahrzehnte danach noch zeigen. Nach einer solchen Verwüstung ist es unvorstellbar, dass die Menschenrasse je wieder imstande sein wird, einen weiteren Krieg mit irgendetwas anderem als primitiven Waffen zu führen, für sehr viele Jahre danach. So wie Einstein sagte, „mit Stöcken und Steinen“.

Die Wissenschaft entdeckt jetzt erst, was heiligen Reformern schon Jahrzehnte zuvor offenbart wurde. Die Zerstörung, die die Welt aufgrund ihrer stetig fortschreitenden Kapazität der Selbstzerstörung bedroht, wurde vom Heiligen Reformer unseres Zeitalters bereits vor mehr als einem Jahrhundert vorhergesagt. Der Verheißene MessiasAS*, Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad aus Qadian, warnte vor eine großen Katastrophe mit diesen Worten:

„Denkt nicht, dass die Erdbeben Amerika und andere Kontinente heimgesucht haben, aber euer eigenes Land davor bewahrt bleiben wird. Wahrlich, ihr werdet ein noch größeres Elend erfahren. O Europa, du bist nicht sicher und o Asien, auch du bist nicht gefeit […] Ich sehe Städte einstürzen und Siedlungen verwüstet.” 12

Die Warnung vor einer solchen Selbstzerstörung wurden von den Nachfolgern von Hadhrat Mirza Ghulam Ahmad, dem Verheißenen MessiasAS*, betont. In seiner Ansprache in Wandsworth Town Hall, London, warnte am 28. Juli 1967 der selige Hadhrat Mirza Nasir Ahmad, Khalifatul Masih IIIRH**, die Welt vor den Konsequenzen eines Dritten Weltkriegs. Nachdem er darlegte, dass die Vorhersagen des Verheißenen MessiasAS über die zwei Weltkriege erfüllt wurden, sagte er, dass der Verheißene MessiasAS ebenso prophezeit hat, dass ein Dritter Weltkrieg mit noch weitaus größeren Dimensionen dem zweiten folgen würde. Die zwei verfeindeten Lager würden mit solch einer Plötzlichkeit aufeinander prallen, dass keiner es erahnen würde. Tod und Zerstörung werden vom Himmel regnen und erbitterte Flammen werden die Erde einhüllen. Der Koloss der modernen Zivilisation wird auf den Boden stürzen. Die Überlebenden werden entgeistert und fassungslos über die Tragödie dastehen.13 Die Welt wurde seither kontinuierlich von den Nachfolgern des Verheißenen MessiasAS vor den Gefahren gewarnt, die mit dem drohenden Weltkrieg verbunden wären. In der Bemühung, das Bewusstsein der Weltführer für die bevorstehende Gefahr eines Nuklearkriegs zu schärfen, hat Eure Heiligkeit Mirza Masroor AhmadABA, der fünfte Nachfolger des Verheißenen MessiasAS und weltweites Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde, Briefe an die Staatsoberhäupter der Schlüsselländer geschrieben, in denen er sie dazu aufruft, ihre Rolle in der Vermeidung des bevorstehenden nuklearen Holocausts wahrzunehmen. In seinen Ansprachen an das Europäische Parlament, an das House of Commons und im Capitol Hill hat Eure Heiligkeit das Bewusstsein dafür geschaffen, dass wir zur Vermeidung eines Drittes Weltkrieges absoluter Gerechtigkeit bedürfen.

Interpretation eines Künstlers von einer potenziellen nuklearen Explosion über einer Stadt.

Interpretation eines Künstlers von einer potenziellen nuklearen Explosion über einer Stadt.

Die wissenschaftliche Evidenz bekräftigt, dass ein Nuklearkrieg potenziell das Leben auf der Erde, wie wir es kennen, auslöschen kann, mitsamt seiner verheerenden Auswirkungen, die sich im Klima und in den Lebensformen für Jahrzehnte danach noch zeigen werden.

An dieser Stelle ist es angebracht, diesen kurzen Überblick mit den Worten von Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA abzuschließen:

“Wir können nur beten und jedem die Tatsachen und Realitäten mit der Bemühung und Hoffnung vorlegen, dass die Welt vor jeglichen Formen einer Zerstörung und Gefahr bewahrt bleibt. Dies ist essenziell, damit unsere künftigen Generationen auf uns nicht in Zorn und als Übertreter zurückblicken.“ 14

 

_____

*Gründer der Ahmadiyya Muslim Jama’at (AMJ)

**Dritter Kalif (dt.:Nachfolger) des Gründers der AMJ

 

Fußnoten

  1. Lisbeth Gronlund, “How Powerful Are Today’s Nuclear Weapons and, If Used, How Would They Affect the World?”, Union of Concerned Scientists, Accessed October 21, 2013. http://www.ucsusa.org/publications/ask/2010/nuclear-weapons.html.http://www.ucsusa.org/publications/ask/2010/nuclear-weapons.html.
  2. Leon Prockop, “Weapons of mass destruction: Overview of the CBRNEs (Chemical, Biological, Radiological, Nuclear, and Explosives),” Journal of the Neurological Sciences 249, no. 1 (November 1, 2006):50-4. Epub 2006 Aug 21.
  3. Cham Dallas, William Bell, David Stewart, Antonio Caruso, Frederick Burkle Jr., “Nuclear war between Israel and Iran: Lethality beyond the Pale,” Conflict and Health 7, no.  1 (May 10, 2013): 10.
  4. John Christodouleas, Robert Forrest, Christopher Ainsley, Zelig Tochner, Stephen Hahn, Eli Glatstein, “Short-Term and Long-Term Health Risks of Nuclear Power Plant Accidents.” New England Journal of Medicine364, no. 24 (June 16, 2011): 2334–2341.
  5. Gray, eine Maßeinheit der Strahlungsaussetzung.
  6. Sakata, Ritsu, Eric J. Grant, and Kotaro Ozasa. “Long-term Follow-up of Atomic Bomb Survivors.” Maturitas72, no. 2 (June 2012): 99–103.
  7. Yoshimi Tatsukawa, John  Cologne, Wan-Ling Hsu, Michiko Yamada, Waka Ohishi, Ayumi Hida, Kyoji Furukawa, “Radiation Risk of Individual Multifactorial Diseases in Offspring of the Atomic-bomb Survivors: a Clinical Health Study.” Journal of Radiological Protection: Official Journal of the Society for Radiological Protection33, no. 2 (June 2013): 281–293.
  8. Alan Robock, Owen Toon, “Self-assured destruction: The Climate Impacts of Nuclear War” Bulletin of the Atomic Scientists68, no. 5: 66–74.
  9. Alan Robock, Owen Toon, “Self-assured destruction: The Climate Impacts of Nuclear War” Bulletin of the Atomic Scientists68, no. 5: 66–74.
  10. David Pimentel, and Michael Burgess, “Nuclear War Investigation Related to a Limited Nuclear Battle with Emphasis on Agricultural Impacts in the United States.” Ambio41, no. 8 (December 2012): 894–899.
  11. Tom Lashnits, Maya Lin: Asian Americans of Achievement(Chelsea House Publications, 2007) 8.
  12. Mirza Ghulam Ahmad, Haqiqatul Wahee, 268-267.
  13. More details on  http://www.alislam.org/library/books/messageofpeace/messageofpeace.pdf
  14. http://www.alislam.org/egazette/press-release/head-of-ahmadiyya-muslim-community-delivers-historic-address-in-singapore/

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen