Die Helfer des Königs der Feder.

Eid-ul-Adha (Opferfest)

Das Eid-ul-Adha (arab.:  عید الاضحی, ʿĪdu l-Aḍḥā) ist das wichtigste Fest der Muslime. Es wird zum Höhepunkt der Hadsch, am 10. Tag des islamischen Monats Ḏūl-Ḥiǧǧa, gefeiert und markiert dessen Vollendung. Zeitlich gesehen, wird es etwa zehn Wochen nach dem Fest des Fastenbrechens im Ramadan (Eid-ul-Fitr) gefeiert und dauert drei Tage an.

 


Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund
  2. Bedeutung
  3. Opfergabe
  4. Ablauf des Eid-Gebets
    • Unterschied zum Eid-ul-Fitr Gebet
  5. Weiteres
    • Pflicht für Frauen
    • Botschaft
  6. Quellen

>Hintergrund

Das Eid-ul-Adha wird zum Gedenken an den Gehorsam des Propheten AbrahamsAS gegenüber dem Befehl Gottes, seinen Sohn, den Propheten IsmaelAS zu opfern, gefeiert. Der Prophet AbrahamAS hatte mehrere Träume, in denen er sah, wie er seinen Sohn, den Propheten IsmaelAS, schlachtete. Er folgerte daraus, dass es vielleicht der Wille Gottes sei, dass er das Leben seines Sohnes opfere. Der Prophet AbrahamAS, der Gott gegenüber den größten Gehorsam aufbrachte, nahm den Propheten IsmaelAS mit sich in den Wald. Gerade, als erAS ihn opfern wollte, befahl Gott ihmAS einzuhalten und übermittelte ihmAS die frohe Botschaft, dass erAS Seinen (Gottes) Befehl bereits ausgeführt habe.

 

Bedeutung

Aufgrund seines Gehorsams war Gott so zufrieden mit dem Propheten AbrahamAS, dass er die Zahl der Nachkommen des Propheten AbrahamsAS millionenfach vermehrte. Außerdem wurde dem Propheten AbrahamAS die große Ehre gewährt, einer der Vorväter des Heiligen ProphetenSAW zu sein.

Diese Geschichte hat großen symbolischen Charakter für alle Muslime und zeigt die Opferbereitschaft auf, die man in sich tragen sollte, um den weltlichen Dingen und Genüssen zu entsagen und so die Nähe Gottes erlangen zu können. Aus diesem Anlass opfern jene Muslime, die die Mittel dazu haben, ein Tier und geben das Fleisch an die Armen und Mittellosen.

 

Opfergabe

An diesem Tag können eine Ziege, ein Schaf, eine Kuh oder ein Kamel geopfert werden. Eine Ziege oder ein Schaf entsprechen der Opferung für eine Person oder eine Familie, eine Kuh der für sieben Personen und die eines Kamels der für sieben oder zehn Personen. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Tiere, die als Opfer geschlachtet werden, gesund und ohne Fehl sind.[1]

Geopfert werden können die Tiere bis zu Beginn des Sonnenuntergangs am 12. Ḏū l-ḥiǧǧa, also innerhalb der ersten beiden Tage.

 

Ablauf des Eid-Gebets

Dieses Eid wird genauso gebetet wie das Eid-ul-Fiṭr, einschließlich des abschließenden gemeinsamen Dua.

Frühmorgens wird erst das Fajr-Gebet verrichtet. Anschließend sollte ein Bad genommen werden und saubere Kleidung angezogen werden. Der Heilige Prophet MuhammadSAW legte sehr großen Wert darauf, am Tag des Eid-Gebets sauber und reinlich zu sein und, wenn möglich, Parfüm zu benutzen.  Neben allen vorgenannten Dingen, entspricht auch das Frühstücken an diesem Tage der Sunna[2].

Wie das Freitagsgebet wird auch das Eid-Gebet als gemeinsames Gebet verrichtet. Indes gibt es weder einen aḏān (Gebetsruf), noch ein iqāma (Aufstellung) oder ein niyyatu ṣ-ṣalāt.

Das Eid-Gebet besteht aus zwei rakʿāt, die wie folgt verrichtet werden:

In der ersten rakʿa werden nach dem eröffnenden takbīr (takbīr-e taḥrīma) ganz normal die Arme verschränkt, wie bei jedem anderen Gebet auch. In dieser Haltung wird das ṯanāʾ-Gebet (die Lobpreisung) rezitiert. Dann, und noch vor dem taʿawwuḏ (Gebet um Schutz), ruft der Imam sieben weitere Male laut das takbīr, also „allāhu akbar“, aus und die hinter ihm Betenden wiederholen dies schweigend. Bei jedem dieser takbīr werden die Hände bis an die Ohren gehoben und anschließend fallengelassen, so dass sie an den Seiten normal herunterhängen. Nach dem letzten takbīr dann (insgesamt also nach dem achten) werden die Arme wieder wie gewohnt vor dem Oberkörper verschränkt, der Imam rezitiert nun taʿawwuḏ und tasmiya und dann die Sura al-Fātiḥa und einen Teil aus dem Heiligen Quran. Danach wird die erste rakʿa zu Ende gebetet. Die hinter ihm Betenden sprechen die Sura al-Fātiḥa schweigend nach und hören den weiteren Versen aus dem Heiligen Quran zu.

In der zweiten rakʿa werden sofort nach dem takbīr, das beim Aufstehen aus der ersten rakʿa gesprochen wird, fünf weitere takbīr gerufen. Das heißt, nach dem Aufstehen werden die Arme nicht wie gewohnt verschränkt, sondern man lässt sie an den Seiten normal herunterhängen. Nach dem wiederum letzten takbīr (insgesamt also nach dem sechsten) verschränkt man auch hier die Arme wieder wie gewohnt vor der Brust, und der Imam rezitiert die Sura al-Fātiḥa und einen Teil aus dem Heiligen Quran, und auch diese rakʿa wird zu Ende gebetet und das Gebet dann nach tašahhud und durūd šarīf sowie weiteren Sunna-Duas mit dem taslīm beendet

Danach, im Gegensatz zum Freitagsgebet, wo die Khutba vor dem gemeinsamen Gebet gehalten wird hält der Imam die Khutba. Diese besteht, wie beim Freitagsgebet auch, aus zwei Teilen, d.h. aus einem freien Redebeitrag sowie darauffolgend, als zweitem Teil, aus demselben arabischen Ritualtext wie beim Freitagsgebet.

Nach Beendigung der Predigt leitet der Imam das gemeinsame Dua.

Die Gebetszeiten für beide Eid Feste sind vormittags. Allerdings wird das Eid-ul-Adha etwas früher gebetet, weil hier anschließend noch die Tiere geopfert werden sollten. Am Tage des Eid-ul-Adha pflegte der Heilige ProphetSAW ohne zu frühstücken zum Eid zu gehen und nahm erst dort etwas vom Fleisch eines geopferten Tieres zu sich.

Unterschied zum Eid-ul-Fitr Gebet
Der Unterschied zwischen den beiden Eid-Festen besteht darin, dass anschließend an das Gebet des Eid-ul-Adha der Imam und die hinter ihm Betenden mindestens dreimal und vernehmbar die folgenden takbīr aussprechen:

Allāhu akbar. Allāhu akbar, lā  ilāha  illallāhu wa-allāhu akbar. Allāhu akbar, wa-lillāhi l-ḥamd.

„Allah ist der Größte, Allah ist der Größte, niemand ist anbetungswürdig außer Allah, und Allah ist der Größte, Allah ist der Größte und alles Lob gebührt Allah.“

Diese takbīr werden während eines Zeitraums vom Fajr-Gebet des 9. Ḏūl-Ḥiǧǧa bis zum Asr-Gebet des 13. Ḏūl-Ḥiǧǧa gesprochen, und zwar anschließend an jedes Gebet.

Der Heilige ProphetSAW pflegte die takbīr auch beim Hin- bzw. Rückweg vom Eid zu sprechen.[3]

 

Weiteres

Pflicht für Frauen

Das Eid-Gebet ist ein so außerordentlich wichtiges Gebet, dass auch die Frauen daran teilnehmen müssen. Befinden diese sich in einem Zustand, in dem sie nicht beten können, sollten sie getrennt von den anderen Frauen sitzen und von dort der Predigt zuhören. Manchmal pflegte der Heilige Prophet MuhammadSAW zu den Frauen hinüberzugehen, um sie anzusprechen, nachdem er zu der versammelten Gemeinde gesprochen hatte.

 

Botschaft

Die Botschaft des Opferfestes besteht in der Absage an Götzendienst und Menschenopfer und ist ein Zeichen für Gottes Barmherzigkeit. Für den Menschen liegt in der Opferbereitschaft des Propheten AbrahamAS ein großes Ideal, welches er in sich selbst entwickeln sollte, um im Gottesdienst Frieden zu finden und die Nähe seines Schöpfers zu erlangen.

 

 

Quellen

„Das islamische Gebetbuch“, Verlag Der Islam, Seite 159ff., dritte verbesserte Auflage, 2016

[1] Tirmiḏī, Hadith Nr.  1421 und Hadith Nr. 1422

[2] Ibn Māǧa

[3] Mustadrik Ḥākim


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