Die Helfer des Königs der Feder.

Eid-ul-Fitr (Fest des Fastenbrechens)

Das Eid-ul-Fitr (arab.:  عید الفطر, ʿĪd al-Fiṭr) auch kleines Eid oder Zuckerfest genannt, wird jedes Jahr nach Beendigung des Fastenmonats Ramadan am 1. Šawāl[1] gefeiert und dauert drei Tage an.


Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund
  2. Bedeutung
  3. Ablauf des Eid-Gebets
  4. Weiteres
    • Pflicht für Frauen
    • Festtermin
      • Mondsichtung
  5. Quellen

Hintergrund

Das Eid-ul-Fitr-Fest wird als Abschluss des Fastenmonat Ramadan begangen. Während des islamischen Fastenmonats erstreckt sich die Fastenzeit jeden Tag vom ersten Aufkommen der Morgendämmerung (ca. 1 1/4 Stunden vor Sonnenaufgang) bis zum Sonnenuntergang. Der Fastende enthält sich während dieser Zeitspanne des Essens, Trinkens, Rauchens und sexueller Kontakte. Auch dürfen keine Medikamente eingenommen werden noch andere Mittel, die in den Körper eingespritzt werden (Kranke dürfen nicht fasten).   Das eigentliche Ziel des Fastens ist, die Menschen näher zu ihrem Schöpfer zu bringen. Wenngleich die gewohnte Tätigkeit, der Beruf und die Arbeit weitergehen wie sonst auch, so wird doch der Nachdruck auf moralische und geistige Werte gelegt und die Konzentration auf sie gerichtet. Erleichtert von der Notwendigkeit, Nahrung zuzubereiten und zu essen, und dadurch mit mehr freier Zeit ausgestattet, wird größere Aufmerksamkeit auf spirituelle Angelegenheiten gelegt, und das Gedenken Gottes nimmt einen bevorzugten Rang ein. Der Mensch unterwirft sich selbst mit all seinen Fähigkeiten und all seinen Handlungen diesem Hauptzweck. Das Hören, das Sehen, die Zunge, die Glieder, sie alle stehen unter verstärkter Kontrolle.

 

Bedeutung

Die Muslime feiern am Tag des Eid-Festes die Tatsache, dass Gott ihnen die Möglichkeit gewährt hat, während des Monats Ramadan zu fasten und ihre diesbezüglichen Verpflichtungen zu erfüllen.

Das Fest stellt somit die abschließende Belohnung für das erfolgreiche Fasten in den vorangegangen Tagen des Ramadan dar und ist somit Ausdruck von Freude und Rückerinnerung an diese gesegnete Zeit.

Wichtig ist es auch besonders in diesen Tagen weiterhin an Arme und Bedürftige zu denken und sie möglichst teilhaben zu lassen, an den Festlichkeiten und ihnen auch Geschenke zu machen. Dies ist ein wichtiger Teil der islamischen Lehre und wird als große Tat von Gott angesehen.

 

Ablauf des Eid-Gebets

Dieses Eid wird genauso gebetet wie das Eid-ul-Adha, einschließlich des abschließenden gemeinsamen Dua.

Frühmorgens wird erst das Fajr-Gebet verrichtet. Anschließend sollte ein Bad genommen werden und saubere Kleidung angezogen werden. Der Heilige Prophet MuhammadSAW legte sehr großen Wert darauf, am Tag des Eid-Gebets sauber und reinlich zu sein und, wenn möglich, Parfüm zu benutzen.  Neben allen vorgenannten Dingen, entspricht auch das Frühstücken an diesem Tage der Sunna[2].

Vor Beginn des Eid-ul-Fitr Gebets ist es notwendig, die sogenannte ṣadaqatu l-fiṭr zu entrichten. Diese ist von jedermann zu erheben, ob klein oder groß, einschließlich der Neugeborenen. Die Gelder aus dieser „Spende des Fastenbrechens“, so die wörtliche Übersetzung, werden traditionell für die Armen verwendet.

Wie das Freitagsgebet wird auch das Eid-Gebet als gemeinsames Gebet verrichtet. Indes gibt es weder einen aḏān (Gebetsruf), noch ein iqāma (Aufstellung) oder ein niyyatu ṣ-ṣalāt.

Das Eid-Gebet besteht aus zwei rakʿāt, die wie folgt verrichtet werden:

In der ersten rakʿa werden nach dem eröffnenden takbīr (takbīr-e taḥrīma) ganz normal die Arme verschränkt, wie bei jedem anderen Gebet auch. In dieser Haltung wird das ṯanāʾ-Gebet (die Lobpreisung) rezitiert. Dann, und noch vor dem taʿawwuḏ (Gebet um Schutz), ruft der Imam sieben weitere Male mal laut das takbīr, also „allāhu akbar“, aus und die hinter ihm Betenden wiederholen dies schweigend. Bei jedem dieser takbīr werden die Hände bis an die Ohren gehoben und anschließend fallengelassen, so dass sie an den Seiten normal herunterhängen. Nach dem letzten takbīr dann (insgesamt also nach dem achten) werden die Arme wieder wie gewohnt vor dem Oberkörper verschränkt, der Imam rezitiert nun taʿawwuḏ und tasmiya und dann die Sura al-Fātiḥa und einen Teil aus dem Heiligen Quran. Danach wird die erste rakʿa zu Ende gebetet. Die hinter ihm Betenden sprechen die Sura al-Fātiḥa schweigend nach und hören den weiteren Versen aus dem Heiligen Quran zu.

In der zweiten rakʿa werden sofort nach dem takbīr, das beim Aufstehen aus der ersten rakʿa gesprochen wird, fünf weitere takbīr gerufen. Das heißt, nach dem Aufstehen werden die Arme nicht wie gewohnt verschränkt, sondern man lässt sie an den Seiten normal herunterhängen. Nach dem wiederum letzten takbīr (insgesamt also nach dem sechsten) verschränkt man auch hier die Arme wieder wie gewohnt vor der Brust, und der Imam rezitiert die Sura al-Fātiḥa und einen Teil aus dem Heiligen Quran, und auch diese rakʿa wird zu Ende gebetet und das Gebet dann nach tašahhud und durūd šarīf sowie weiteren Sunna-Duas mit dem taslīm beendet.

Danach, im Gegensatz zum Freitagsgebet, wo die Khutba vor dem gemeinsamen Gebet gehalten wird hält der Imam die Khutba. Diese besteht, wie beim Freitagsgebet auch, aus zwei Teilen, d.h. aus einem freien Redebeitrag sowie darauffolgend, als zweiten Teil, aus demselben arabischen Ritualtext wie beim Freitagsgebet.

Nach Beendigung der Predigt leitet der Imam das gemeinsame Dua

Weiteres

 
Pflicht für Frauen

Das Eid-Gebet ist ein so außerordentlich wichtiges Gebet, dass auch die Frauen daran teilnehmen müssen. Befinden diese sich in einem Zustand, in dem sie nicht beten können, sollten sie getrennt von den anderen Frauen sitzen und von dort der Predigt zuhören. Manchmal pflegte der Heilige Prophet MuhammadSAW zu den Frauen hinüberzugehen, um sie anzusprechen, nachdem er zu der versammelten Gemeinde gesprochen hatte.

 

Festtermin

Da die Muslime sich bei ihren religiösen Festen nicht am Gregorianischen Kalender, sondern am Mondkalender orientieren, hat das islamische Festjahr nicht 365, sondern 354 Tage. Dementsprechend verschiebt sich das Fest des Fastenbrechens wie die anderen islamischen Feste gegenüber dem Sonnenkalender jedes Jahr um elf Tage nach vorn, wird also jedes Jahr früher gefeiert, im Schaltjahr um zwölf Tage.

 

Mondsichtung

Grundlage für die Benennung des Festtermins ist die Sichtbarkeit des Mondes.  Diese dient sowohl der Bestimmung des Beginns des Fastenmonats Ramadhan, als auch der Eid-Termine.

Es gibt mehrere Methoden in der astronomischen Literatur, die verwendet werden, um die Kriterien für eine frühmöglichste Mondsichtung zu definieren. Die statistischen Daten für diese Methoden wurden in den letzten zwei Jahrhunderten gesammelt und beschrieben. Die Genauigkeit der Ergebnisse unterscheidet sich je nach angewandter Formel und zugrunde gelegten empirischen Daten.

Die Kriterien der Mondsichtung werden bereits seit mehreren Jahrhunderten erforscht. Dementsprechend sind verschiedene Berechnungsmethoden entstanden, wie z. B. die „Mounder“ Methode, die Methode der Araber, die der Inder usw.

Die sogenannte „Yallop“ Methode, entwickelt von B. D. Yallop für das „Nautical Almanac Office UK“ hat sich als die präziseste bewährt.

siehe auch: Bericht zur Berechnung der Mondsichtung 2015[3]

 

 Quellen

 „Das islamische Gebetbuch“, Verlag Der Islam, Seite 159ff.,, 2016

[1] Šawāl; arab. Der Monat des islamischen Mondjahreskalenders, der auf den Monat Ramadan folgt

[2] Ibn Māǧa

[3] http://www.ahmadiyya.de/news/pressemitteilungen/art/bericht-zur-berechnung-der-mondsichtung-2015/


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