Die Helfer des Königs der Feder.

Falsche Vorwürfe

Antwort auf den Leserbrief von Marcel Bauer aus Eupen veröffentlicht am 13.01.2016 im Grenzecho.

Als gebürtiger Ahmadi-Muslim, muss ich Herrn Bauer in einigen Punkten widersprechen. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat ist eine islamische Reformgemeinde mit rein spirituellem Charakter. Der Islam lehrt uns im Kern zwei Dinge: Den Weg zu Gott zu finden und den Mitmenschen zu dienen, egal welcher Religion sie angehören.

Gleichermaßen ist sie bestrebt die Muslime vom Irrglauben zu befreien und den Menschen jenen ausschließlich friedliebenden und toleranten Islam näherzubringen, der zu Zeiten des Religionsstifters Muhammad gelehrt und praktiziert wurde.

Selbstverständlich basieren die Lehren der AMJ – wie bei allen anderen Muslimen – auf dem Heiligen Koran, der Sunna (also der Praxis des Heiligen Propheten) und den Hadith (also den Aussagen des Heiligen Propheten). Wir haben also keine neue oder andere Lehre als die des Propheten Muhammad.

Meine Gemeinde ist sicherlich einer der größten organisierten islamischen Gemeinden, die zudem unter einem Khilafat vereint und strukturiert ist. Hinzu kommt die Tatsache, dass die Ahmadiyya statistisch gesehen, die am schnellsten wachsende islamische Reformbewegung unserer Zeit ist.

Zur Definition eines Muslims sagte der Prophet, dass jeder, der die Shahada – das Glaubensbekenntnis – ausspricht, ein Muslim ist. Somit ist klar, dass keiner das Recht hat uns als „Ketzer“ zu bezeichnen, sofern wir das Glaubensbekenntnis sagen. Der Koran lehrt keinen Zwang im Glauben (siehe 2:257). Das sogenannte islamische Gemeinschaften diesem nicht nachgehen, zeugt von ihrer Unkenntnis und Doppelmoral. Gegenseitiger Respekt und ohne Unterdrückung seine Religion im freiheitlichen Verständnis auszuüben, sollte jedem gegeben sein.

Die „Verlagerung“ und „Werbung“ die Herr Bauer uns vorwirft, bezeichne ich als Initiativen für die Integration in Deutschland. Nicht ohne Grund hat die AMJ als erste muslimische Gemeinde in Deutschland den Status einer Körperschaft öffentlichen Rechts erhalten. Wir zwingen keinen sich unserer Gemeinde anzuschließen. Wir verteidigen lediglich den Islam mit unseren Worten, der in den Medien oftmals leider zu Unrecht angegriffen wird.

Islam bedeutet Frieden und demnach ist der Koran ein Friedensbuch. Falls Sie mir dies nicht glauben wollen, können Sie den Koran selbst aufschlagen. Manche Verse sind in einem historischen Kontext zu lesen, andere haben einen universellen Charakter. Der Koran muss zeitgemäß interpretiert werden, ohne jedoch einen Vers aufzuheben. Der Koran lehrt zum Beispiel Glaubens- und Gewissensfreiheit (2:257), (5:49), (10:100). Außerdem lehrt uns der Koran Toleranz und Geduld (6:109), (3:187), (73:11). Dies sind nur einige Beispiele um die friedvollen Lehren des Islams zu verdeutlichen. Dem Ursprung für unser Motto: Liebe für Alle – Hass für Keinen.

Behzad Ahmad und Hamzah Shaheen

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