Die Helfer des Königs der Feder.

Freitagsgebet (ǧumuʿa)

Das Freitagsgebet (arab.:  صلٰوۃ الجمعۃ ṣalātu l-ǧumuʿa) oder übersetzt als „Gebet am Tag der Versammlung“ (Freitag) ist eine besondere Pflicht für muslimische Männer.


Inhaltsverzeichnis

  1. Bedeutung
    • Plicht für Männer
  2. Ablauf des Freitagsgebets
    1. Gebet zu Beginn
    2. Die Khutba (Predigt)
    3. Zweiter Teil (ḫuṭba ṯāniya)
    4. Abschluss
  3. Quellen

 

Bedeutung

Am Freitag (ǧumuʿa) versammeln sich alle Muslime einer Stadt und ihrer Umgebung in der Moschee, um gemeinsam das Freitagsgebet (alātu l-ǧumuʿa) zu verrichten. Der Praxis des Heiligen ProphetenSAW entsprechend, reinigen und parfümieren sie sich, ziehen saubere Kleidung an und beten gemeinsam. Das Freitagsgebet ist sozusagen ein Festtag für die Muslime. Im Heiligen Qur‘an und in den Ahadith ist die Wichtigkeit und Besonderheit des Freitagsgebets betont worden.  Es wird u.a. in den Ahadith überliefert, dass jemand, der dreimal hintereinander das Freitagsgebet verpasst, dessen Herz würde schwarz und dunkel werden. Die besondere Bedeutung des Freitagsgebets wird auch dahingehend deutlich, dass eine ganze Sura des Heiligen Qur‘an den Namen ǧumuʿa, also Freitag, trägt. Muslime sind angehalten, insbesondere am Freitag sich dem Gedenken Allahs zu widmen.

Für das Freitagsgebet früh in der Moschee zu erscheinen und die Zeit dahingehend zu nutzen Allahs zu gedenken, führt zu großer Belohnung. Jene, die zuerst zum Gebet erscheinen, sollten die vorderen Plätze belegen, damit sich die Nachfolgenden keine Umstände machen müssen. Später kommende sollten nicht über die Schultern anderer steigen, sondern sich dort hinsetzen, wo sie gerade Platz finden.[1]
 
Pflicht für Männer

Das Freitagsgebet ist Pflicht für alle männlichen, erwachsenen Muslime. Frauen, Kinder und Reisende sind hiervon befreit, aber können freiwillig daran teilnehmen. Sonst verrichten diese ganz normal das ẓuhur-Gebet.

 

Ablauf

Das alātu l-ǧumuʿa (Freitagsgebet) besteht aus zwei farḍ-rakʿāt[2]. In jeder dieser rakʿāt wird anschließend an die Sure al-Fātiḥa laut aus dem Heiligen Qur‘an rezitiert. Der Heilige Prophet MuhammadSAW pflegte in der ersten rakʿat die Sure al-ʾAʿ und in der zweiten die Sure al- ġāšiya zu rezitieren[3].

Vor dem Pflichtgebetsteil des Freitagsgebets sollten vier rakʿāt Sunna verrichtet werden und nach dem Pflichtgebetsteil zwei rakʿāt Sunna.

Vor den farḍ des Freitagsgebets Sunna zu beten, ist notwendig, selbst wenn man (aus Zeitgründen) nur zwei rakʿāt beten kann. Sogar dann, wenn die uba bereits angefangen hat, sollen zwei rakʿāt Sunna gebetet werden. Kommt jemand zu spät zum Freitagsgebet bzw. erst zum gemeinsam zu betenden Teil, so kann er, nachdem der Imam das gemeinsame Gebet beendet hat, aufstehen und seinen fehlenden Teil nachholen. Verpasst er das gesamte Freitagsgebet, so muss er stattdessen das Sohar-Gebet verrichten.

Sobald die Sonne ihren höchsten Punkt am Himmel überschritten hat, wird aḏān (der erste von zweien, was eine Besonderheit des Freitagsgebets ist) gerufen. Jetzt ist die Zeit, die zum Freitagsgebet gehörenden Sunna-Gebete zu verrichten. Die Zeit des Freitagsgebetes ist dieselbe wie die des ẓuhur-Gebets.

Bevor der Imam dann zur uba (Predigt) aufsteht, wird der zweite aḏān gerufen.
 
Gebet zu Beginn

Ašhadu an lā ilāha illallāhu waḥdahu lā šarīka lahū wa-ʾašhadu anna muḥammadan ʿabduhū wa-rasūluh. Ammā baʿdu fāʿūu billāhi minaš-šaiṭāni r-raǧīm, bismillāhir-raḥmāni r-raḥīm.

Al-ḥamdu lillāhi rabbil-ʿālamīn. Ar-raḥmāni r-raḥīm. māliki yaumi d-dīn. Iyyāka naʿbudu wa-ʾiyyāka nastaʿīn. Ihdinā ṣ-ṣirāṭa l-mustaqīm. Ṣirāṭallaḏīna anʿamta ʿalaihim, ġairi l-maġḏūbi ʿalaihim wa-la ḍ-ḍāllīn

 „Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah, dem Einzigartigen, Der keinen Partner hat, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist. Ich suche Zuflucht vor Satan, dem Verworfenen, und ich beginne im Namen Allahs, des Gnädigen, des immer Barmherzigen.

Aller Preis gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Dem Gnädigen, dem Barmherzigen. Dem Meister des Gerichtstages. Dir allein dienen wir und zu Dir allein flehen wir um Hilfe. Führe uns auf den geraden Weg. Den Weg derer, denen Du Gnade erwiesen hast, die nicht (Dein) Missfallen erregt haben und die nicht irregegangen sind.“ (āmīn)
 
Die uba (Predigt)

Dann predigt er in der Sprache des Landes bzw. der Mehrheit. Es ist nicht erlaubt, während der Khutba zu sprechen, denn die Khutba ist ein Teil des Gebets. Selbst um andere das Reden zu untersagen, darf man nicht reden[4]. In Notfällen darf mit der Hand oder einem Finger zum Stillsein aufgefordert werden. Stellt der Imam während der Ansprache eine Frage, so darf darauf geantwortet werden.
 
Zweiter Teil (uba ṯāniya)

 Al-ḥamdu lillāhi naḥmuduhū wa-nastaʿīnuhū wa-nastaġfiruhū wa-nuʾminu bihī wa natawakkalu ʿalaihi wa-naʾūḏū billāhi min šurūri  anfusinā wa-min sayiʾāti aʿmālinā; man yahdihillāhu fa-lā    muḍilla lahū wa-man yuḍlilhu fa-lā hādiya lahū, wa-našhadu an lā  ilāha illallāhu waḥdahū lā šarīka lahū wa-našhadu anna  muḥammadan ʿabduhū wa-rasūluh. ʾIbādallāhi raḥimakumullāh, innallāha yaʾmuru bi-l-ʾadli wa-l-ʾiḥsāni wa-ʾītāʾi ḏil-qurbā wa-yanhā ʿani l-faḥšāʾi wa-l-munkari wa-l-baġyi yaʿizukum laʿallakum taḏakkarūn. Uḏkurullāha yaḏkurkum wa-dʿūhu yastaǧib la-kum wa-la-ḏikrullāhi akbar

 „Aller Preis gebührt Allah. Wir preisen Ihn, wir flehen Ihn an um Hilfe und bitten Ihn um Verzeihung und glauben an Ihn und vertrauen auf Ihn und erbitten Seinen Schutz gegen das Böse und den Schaden an unseren Seelen und gegen die schlechten Folgen unserer Taten. Wen Allah auf den rechten Pfad leitet, der kann von niemandem missgeleitet werden; und wen Er als missgeleitet erklärt, kann von niemandem rechtgeleitet werden. Und wir bezeugen, dass es keinen Gott gibt, außer Allah, Er ist einzigartig und hat keinen Partner. Und wir bezeugen, dass Muhammad sein Diener und Sein Gesandter ist. Diener Allahs! Möge Allah Sich eurer erbarmen! Wahrlich, Allah befiehlt euch, gerecht zu handeln, euch gegenseitig Wohltaten zu erweisen und den anderen Gutes zu tun, wie man es seinen Verwandten gegenüber tut; und Er verbietet das Böse, das sich gegen euch selbst richtet, sowie das Böse, das sich auf andere auswirkt, und Er verbietet das Schlechte und das Rebellische. Er ermahnt euch, auf dass ihr es befolgt. Gedenket Allahs, Er wird eurer gedenken; betet zu Ihm, Er wird euch antworten. Und wahrlich, das Gedenken Gottes ist die höchste Tugend.“

Abschluss

Nach der Ansprache wird das Gebet verrichtet, das im Normalfall immer auch von der Person geleitet wird, die die Predigt gehalten hat. Indes kann der Kalif der Zeit in dringenden Fällen auch einen anderen Imam für die Leitung der zwei gemeinsam zu verrichtenden rakʿāt bestimmen.

 

Quellen

modifiziert nach: Das islamische Gebetbuch, Verlag Der Islam, 2. Auflage, S.111-117

[1] Sunan Abī Dāwūd

[2] farḍ; arab. für Pflicht, Verbindlichkeit

[3] ṣaḥīḥ buḫārī; Ibn-i māǧa

[4] Abū Dāwūd


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