Die Helfer des Königs der Feder.

Gebet

Das Gebet umfasst verschiedene Formen und Art und Weisen des Gottesdienstes bzw. der Andacht. Darunter versteht man u.a. das fünfmalige täglich zu verrichtende Gebet (arab. ṣalā), das vor Sonnenaufgang, nach dem Überschreiten des Zenits, nachmittags, nach Sonnenuntergang und abends in vorgeschriebener Art und Weise gebetet werden soll. Weiterhin unterscheidet man hiervon das persönliche Gebet (duʿāʾ), welches nicht an Zeiten gebunden ist, und die Andacht Gottes (ḏikr), welches Gebetstexte, beispielsweise aus Qurʾān und aḥādīṯ, beinhaltet, die der Gläubige stets rezitieren kann.

Das Gebet bedeutet, sich seinem Schöpfer zu unterwerfen, seine Liebe zu diesem zum Ausdruck zu bringen und ihm vollkommen zu gehorchen. Der Muslim glaubt, dass allein Allah es würdig ist, angebetet zu werden, da er frei von jeglichen Mangeln ist und alles Vorzügliche in sich vereint.

Der Zweck des Gebets besteht darin, eine persönliche Verbindung zu Gott zu begründen, immer Sein Andenken im Herzen wach zuhalten und das eigene Innere von allem Bösen und allen schlechten Neigungen zu säubern. Aussprüchen des Heiligen Propheten Muḥammadsa zufolge ist ein vollkommenes Gebet eines, wahrend dessen der Betende das unmittelbare und sichere Gefühl hat, dass er Gott sieht oder zumindest, dass Gott ihn sieht.


Inhaltsverzeichnis

  1. Wichtigkeit des Gebetes (ṣalā)
  2. Das Gebet im Heiligen Koran
  3. Der Heilige Prophet Muḥammadsa über das Gebet (ṣalā)
  4. Der verheißene Messias und Imām Mahdī über die ṣalā
  5. Gebetsarten
  6. Das Verrichten des Gebetes
    1. Gebetsruf
    2. Iqāma
    3. Das Gebet
  7. Die fünfmaligen täglichen Gebete
  8. Freitagsgebet
  9. Weitere Gebete
  10. Duʿāʾ
  11. Ḏikr
  12. Quellen

Wichtigkeit des Gebetes (ṣalā)

Das Gebet gilt als zentrales Element des islamischen Glaubens. Die ṣalā (das islamische Ritualgebet) ist die zweite Säule der fünf Säulen des Islams. Dieses Gebet muss jeder Muslim, sobald er das zehnte Lebensjahr erreicht hat, mindestens fünfmal am Tag verrichten. Die Bedeutung der ṣalā zu bestimmten Zeiten ist für unsere seelische Entwicklung so wichtig wie Wasser und Luft für unseren Körper. Die ṣalā hilft uns, uns von der Sünde zu befreien. Es leitet uns zur Rechtschaffenheit und sorgt für die Läuterung unseres Wesens. Doch viel wichtiger: es bringt uns näher zu unserem Gott. Ein wahrer Betender lernt durch der ṣalā die schönen Eigenschaften Gottes kennen. Und durch ein ernsthaft dargebrachtes Gebet gelingt es ihm, Gott immer näherzukommen und so seine moralischen Eigenschaften zu entfalten und sich zu einem wahren ʿabd (Sklave Gottes, Betender) zu entwickeln.[1]

 

Das Gebet im Heiligen Koran

Und Ich habe die Jinn und die Menschen nur darum erschaffen, dass sie Mir dienen.“[2]

In diesem Vers wird die Grundlage für die Erschaffung des Menschen erwähnt, nämlich die Anbetung Allahs. Der Dienst der in diesem Vers angesprochen wird, bedeutet die vollständige Hingabe an die Gebote Allahs. Diese vollständige Hingabe an Seine Gebote findet primär durch Seine Anbetung statt.

Allah erwähnt an zahlreichen Stellen im Qurʾān die Verpflichtung eines Muslims, die ṣalā zu verrichten. Im Folgenden einige ausgewählte Verse:

„Und wenn ihr das Gebet beendet habt, dann gedenket Allahs im Stehen, Sitzen und wenn ihr auf eurer Seite liegt. Und wenn ihr in Sicherheit seid, dann verrichtet das Gebet (in der vorgeschriebenen Form); denn das Gebet zu bestimmten Zeiten ist den Gläubigen eine Pflicht.“[3]

Verrichte das Gebet beim Neigen der Sonne bis zum Dunkel der Nacht, und das Lesen des Qur-ân bei Tagesanbruch. Wahrlich, die Lesung des Qur-ân bei Tagesanbruch ist besonders angezeigt.“[4]

„Dies ist ein vollkommenes Buch; es ist kein Zweifel darin: eine Richtschnur für die Rechtschaffenen; die da glauben an das Ungesehene und das Gebet verrichten und spenden von dem, was Wir ihnen gegeben haben.“[5]

„Verlies, was dir von dem Buche offenbart ward, und verrichte das Gebet. Wahrlich, das Gebet hält ab von Schändlichkeiten und Unrecht; und an Allah denken ist gewiss die höchste (Tugend). Und Allah weiß, was ihr tut.“[6]

„Diejenigen, die Allahs Buch vortragen und das Gebet verrichten und von dem, was Wir ihnen gegeben haben, insgeheim und öffentlich spenden, hoffen auf einen Handel, der nie fehlschlagen wird; darum wird Er ihnen ihren vollen Lohn geben und ihnen Mehrung hinzugeben aus Seiner Huld; Er ist fürwahr allverzeihend, erkenntlich.“[7]

 

Der Heilige Prophet Muḥammadsa über das Gebet (ṣalā)

Die Überlieferungen des Heiligen Prophetensaw über die Wichtigkeit und Vorzüglichkeit des Gebetes sind reichlich. Im Folgenden werden einige erwähnt.

Der Heilige Prophetsaw sagte:

„Das Gebet ist die Säule des Glaubens.“[8]

Weiterhin sagte der Heilige Prophetsaw:

„Der Pakt, der zwischen uns und ihnen ist, ist das Gebet. Und wer dieses unterlässt, hat Unglauben begangen.“[9]

Außerdem sagte ersaw:

„Das Erste wofür der Mensch am jüngsten Tag Rechenschafft ablegen wird, ist das Gebet.“[10]

Einst wurde der Heilige Prophetsaw gefragt:

„Welches sei die beste Tat?“

Ersaw antwortete:

„Das Gebet zum Anfang seiner Zeit.“[11]

Der Heilige Prophetsaw sagte:

„Allah, der Erhabene hat gesagt: ´Ich habe die täglichen fünfmaligen Gebete deiner umma auferlegt und ich leiste die Garantie, dass, wenn jemand sie regelmäßig zu ihrer Zeit verrichtet, so werde ich ihn im Paradies eintreten lassen und falls jemand sie nicht regelmäßig verrichtet, so bekommt er keine Garantie von mir.“[12]

 

Der verheißene Messias und Imām Mahdī über die ṣalā

Mirzā Ġulām Aḥmadas, der vom Heiligen Prophetensaw prophezeite verheißene Messias und Imām Mahdī, hat in seinen Schriften diese elementare Entität des islamischen Glaubens ausführlich behandelt.

Eras sagte:

„In den Ritualgebeten, die Ihr täglich vollzieht, sollte eine Verwandlung stattfinden. Ich beobachte, dass die Ritualgebete der meisten Menschen nur nichtssagende Bewegungen des Körpers sind. Ihre Ritualgebete werden noch nicht einmal von der Furchtsamkeit und Demut des Herzens begleitet, die bei ihren flehentlichen Bitten beobachtet werden kann, nachdem das Ritualgebet zu Ende ist. Es wäre wahrhaftig besser gewesen, ihre Gesuche während ihrer Ritualgebete an Gott zu richten, weil sie in dem Fall Entzücken und wahre Freude in ihren Gebeten gefunden hätten.  Ich sage deshalb, dass Ihr die Gewohnheit, Eure Hände nach Euren Gebeten zu erheben, für eine Zeitlang aufgeben sollt, und dass Ihr Euren göttlichen Meister während des Gebets um das bitten sollt, um was Ihr Ihn auch immer bitten wolltet, so dass Ihr in Euren Gebeten Seligkeit finden möget. Weitergehend solltet Ihr Eure Bittgesuche an Gott in Eurer eigenen Sprache richten, weil Inbrunst und Begeisterung in Euren flehentlichen Bitten in diesem Falle wesentlich größer wären. Nachdem Ihr den Heiligen Qurʾān sowie die Formen des Gebets, wie es vom Heiligen Propheten Muḥammadsa berichtet wird, rezitiert habt, betet deshalb zu Gott in Eurer Muttersprache, weil Eure flehentlichen Bitten zu Gott am besten und innigsten in dieser Sprache ausgedrückt werden können. Von essentieller Bedeutung für Euch ist es, Gott zu bitten, dass Ihr von Euren Sünden befreit werdet, und dass Er mit Euch zufrieden sein möge, denn durch Sünde verhärtet das Herz und der sündige Mensch ist wahrlich ein Wurm. Aus diesem Grund sollte unser immer – währendes Gebet zu Gott, Der alle Macht in Händen hält, jenes sein, dass Er uns von Sünden befreien und uns den Weg Seines Wohlgefallens zeigen möge. Man muss dessen eingedenk sein, dass es vier Gründe sind, warum Gott, der Allmächtige, die Ritualgebete für Muslime zur Pflicht gemacht hat.

Erstens: Dadurch, dass wir uns in allen Zeiten und unter allen Bedingungen an Gott wenden, wird unser Glaube an die Einzigartigkeit Gottes gestärkt, weil unsere Gesuche an Gott gleichbedeutend damit sind, dass Er der alleinige Geber aller Geschenke ist.

Zweitens wird unser Glaube an Gott durch die Annahme der Gebete und das Erreichen dessen, um was wir gebeten haben, gestärkt.

Drittens vergrößern sich unser Wissen und unsere Weisheit, sollte die göttliche Unterstützung in einer anderen Form auftreten.

Viertens: Falls uns die Erfüllung unserer Gebete versprochen wird, sei es durch Inspiration oder eine Vision, und wenn es dann genauso geschieht, wird das unser Wissen um Gott vergrößern und wir werden so vom sicheren Wissen zur Liebe und von der Liebe zur absoluten Freiheit von Sünde sowie der gänzlichen Trennung aller Beziehungen außer unserer Beziehung zu Gott geführt, und wir erreichen auf diese Weise die Frucht wahrer Erlösung. Es wurde gesagt, dass die Gefährten des Heiligen Prophetensa so vertieft in ihre Ritualgebete waren, dass sie nach deren Beendigung kaum in der Lage waren, einander wiederzuerkennen. In der Tat, jeder wahre Gläubige sollte auf diese Weise in seine Ritualgebete vertieft sein. Muslimischer Gesetzgebung zufolge muss jemand, der seinen Gefährten nach einer Trennung wiedertrifft, diesen mit „as- salāmu ʿalaikum“ – „Friede sei mit Dir“ – begrüßen. Hierin liegt das Geheimnis, warum das Ritualgebet mit „as-salāmu ʿalaikum  wa-raḥmatullāh“  – „Friede sei mit Dir und die  Gnade Allahs“ – endet. Wenn ein Mensch zum Gebet aufsteht und den Gottesdienst mit den Worten ,,allāhu  akbar“  – „Allah ist der  Größte“ – beginnt, steht er in der Gegenwart Gottes und  ist sozusagen in eine andere Welt versetzt worden, völlig  aufgesogen in der Betrachtung der göttlichen Glorie und  Majestät. Wenn das Ritualgebet zu Ende ist, kommt er zurück in diese Welt und spricht deshalb zum Gebetsschluss „as-salāmu  ʿalaikum  wa-raḥmatullāh“ – „Friede sei mit  Dir und die Gnade Allahs“, auf diese Weise seine Freunde nach einer Trennung wiederbegrüßend. Doch wenn nur stumpfsinnigen Zeremonien – ohne ihre tiefere Bedeutung zu erkennen -nachgekommen wird, kann daraus nichts Gutes entstehen. Zeremonien bedeuten Schalen, in denen kein Kern enthalten ist, und wenn die darin liegenden tiefen Wahrheiten nicht verwirklicht werden können, können sich jene durchaus als ein Weg der Zerstörung erweisen.“[13]

 

Gebetsarten

Es gibt zwei Art und Weisen, wie das Gebet verrichtet werden kann. Die empfohlene Art und Weise ist das Gebet in Gemeinschaft zu verrichten. Das Gemeinschaftsgebet wird von einer Person geleitet, die imām genannt wird. Die Alternative ist das Einzelgebet.

Der Heilige Qurʾān sowie der Heilige Prophet Muḥammadsaw haben die Aufmerksamkeit der Gläubigen wiederholt darauf gerichtet, dass sie ihre ṣalā gemeinsam beten sollen. Der Heilige Qurʾān hat die Worte ,,yuqīmūna  ṣ-ṣalā“ benutzt, was ebenfalls bedeutet, dass die Gläubigen ihre  Ritualgebete in der Gemeinschaft verrichten. Es sind zahlreiche spirituelle wie auch weltliche Wohltaten, die daraus entstehen, dass die Muslime ihre Ritualgebete gemeinsam beten. Den Geist der Brüderschaft festigt es genauso wie es die Idee von der Gleichheit aller Menschen einprägt, wenn wir Schulter an Schulter nebeneinanderstehen. Der Heilige Prophetsaw hat gesagt:

„Eine gemeinsame ṣalā ist siebenundzwanzigmal hochwertiger als jene ṣalā, die alleine gebetet wird.“[14]

 

Das Verrichten des Gebetes

Vor dem Gebet muss die rituelle Waschung (arab. wuḍūʾ) durchgeführt werden. Ebenfalls wird der Gebetsruf – falls das Gebet in der Moschee oder in Gemeinschaft verrichtet werden soll – gerufen. Kurz vor dem gemeinschaftlichen Gebet wird die iqāma gesprochen, welche die Anwesenden benachrichtigt, dass das Gebet kurz vor dem Beginn ist. Das Gebet wird in Richtung der kaʿba in Mekka gebetet.

 

Gebetsruf

Zum Gebet wird mit dem Gebetsruf (arab. āḏān) gerufen.

Dieses lautet wie folgt:

 

اَللَّهُ اَكْبَرُ اَللَّهُ اَكْبَرُ

اَللَّهُ اَكْبَرُ اَللَّهُ اَكْبَرُ

Allāhu akbar. Allāhu akbar. Allāhu akbar. Allāhu akbar.

Allāh ist der Größte. Allāh ist der Größte. Allāh ist der Größte. Allāh ist der Größte.“

اَشْهَدُ اَنْ لاَّ اِلَهَ اِلاَّ اللَّهُ

اَشْهَدُ اَنْ لاَّ اِلَهَ اِلاَّ اللَّهُ

Ašhadu an lā ilāha illallāh. Ašhadu an lā ilāha illallāh.

„Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allāh. Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allāh.“

اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًارَّسُوْلُ اللهِ

اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًارَّسُوْلُ اللهِ

Ašhadu anna muḥammadan r-rasūlullāh. Ašhadu anna muḥammadan r-rasūlullāh.

„Ich bezeuge, dass Muḥammad Allāhs Gesandter ist. Ich bezeuge, dass Muḥammad Allāhs Gesandter ist.“

حَىَّ عَلَى الصَّلَوةِ

حَىَّ عَلَى الصَّلَوةِ

Ḥayyā ʿala ṣ-ṣalāh. Ḥayya ʿala ṣ-ṣalāh.

„Eilt herbei zum Gebet. Eilt herbei zum Gebet.“

حَىَّ عَلَى الْفَلاَحِ

حَىَّ عَلَى الْفَلاَحِ

Ḥayyā ʿala l-falāḥ. Ḥayya ʿala l-falāḥ.

„Eilt herbei zum Erfolg. Eilt herbei zum Erfolg.“

اَلصَّلَوةُ خَيْرٌ مِّنَ النَّوْمِ

اَلصَّلَوةُ خَيْرٌ مِّنَ النَّوْمِ[15]

Aṣ-ṣalātu ḫairu m-mina n-naum. Aṣ-ṣalātu ḫairu m-mina n-naum.

„Das Gebet ist besser als der Schlaf. Das Gebet ist besser als der Schlaf.“

اَللَّهُ اَكْبَرُ

اَللَّهُ اَكْبَرُ

لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللَّهُ

Allāhu akbar, Allāhu akbar. Lā ilāha illallāh.

,,Allah ist der Größte, Allah ist der Größte. Niemand ist anbetungswürdig außer Allah.“

 

 

Iqāma

 

اَللَّهُ اَكْبَرُ اَللَّهُ اَكْبَرُ

Allāhu akbar. Allāhu akbar.

„Allāh ist der Größte. Allāh ist der Größte.“

اَشْهَدُ اَنْ لاَّ اِلَهَ اِلاَّ اللَّهُ

Ašhadu an lā ilāha illallāh.

„Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allāh.“

 

اَشْهَدُ اَنَّ مُحَمَّدًارَّسُوْلُ اللهِ

Ašhadu anna muḥammadan r-rasūlullāh.

„Ich bezeuge, dass Muḥammad Allāhs Gesandter ist.“

حَىَّ عَلَى الصَّلَوةِ

Ḥayya ʿala ṣ-ṣalāh.

„Eilt herbei zum Gebet.“

حَىَّ عَلَى الْفَلاَحِ

Ḥayya ʿala l-falāḥ.

„Eilt herbei zum Erfolg.“

قَدْ قَامَتِ الصَّلَاةُ، قَدْ قَامَتِ الصَّلَاةُ

Qad qāmati ṣ-salāh. Qad qāmati ṣ-salāh.

„Jetzt beginnt das Gebet. Jetzt beginnt das Gebet.“

اَللَّهُ اَكْبَرُ

اَللَّهُ اَكْبَرُ

لاَ اِلَهَ اِلاَّ اللَّهُ

Allāhu akbar, Allāhu akbar. Lā ilāha illallāh.

,,Allah ist der Größte, Allah ist der Größte. Niemand ist anbetungswürdig außer Allah.“

 

Das Gebet

Takbīr-e taḥrīma und rafaʿ yadain (Das erste takbīr und das Heben der Hände):

اَللَّهُ اَكْبَرُ

allāhu akbar.

„Allāh ist der Größte.“

 

Niyyatu ṣ-ṣalā (Die Absicht für das Gebet):

Waǧǧahtu waǧhiya li-llaḏī faṭara s-samāwāti wa-l-ʾarḍa ḥanīfan wa-mā ana mina l-mušrikīn.

„Ich habe mich allein Demjenigen zugewandt, Der die Himmel und die Erde erschuf, und ich bin nicht der Polytheisten einer.“

 

Ṯanāʾ(Die Lobpreisung) [Ṯanāʾ spricht man nur in der ersten rakʿa[16]]:

Subḥānakallāhumma wa-bi-ḥamdika wa-tabāraka smuka wa-taʿālā ǧadduka wa-lā ilāha ġairuk.

„Heilig bist Du, o Allah, und segensreich ist Dein Name und hocherhaben bist Du und es gibt keinen Anbetungswürdigen außer Dir.“

 

Taʿawwuḏ (Gebet um Schutz):

Aʿūḏu billāhi mina š-šaiṭāni r-raǧīm.

„Ich suche Schutz bei Allah vor Satan, dem Verworfenen.“

 

Sūra l-fātiḥa:

Al-ḥamdu lillāhi rabbi l-ʿālamīn. Ar-raḥmāni r-raḥīm. māliki yaumi d-dīn. Iyyāka naʿbudu wa-ʾiyyāka nastaʿīn. Ihdina ṣ-ṣirāṭa l-mustaqīm. Ṣirāṭa llaḏīna anʿamta ʿalaihim,ġairi l-maġḍūbi ʿalaihim wa-la ḍ-ḍāllīn. (āmīn)

„Im Namen Allahs des Gnädigen, des Barmherzigen.Aller Preis gebührt Allah, dem Herrn der Welten. Dem Gnädigen,dem Barmherzigen. Dem Meister des Gerichtstages.Dir allein dienen wir und zu Dir allein flehen wir um Hilfe.Führe uns auf den geraden Weg. Den Weg derer, denenDu Gnade erwiesen hast, die nicht (Dein) Missfallen erregt haben und die nicht irregegangen sind.“ (āmīn[17]).

 

Rezitation von Suren oder Versen aus dem Qurʾān in den ersten zwei Gebetsabschnitten.

 

Rukūʿ(Verbeugung)

Es wird diese Verbeugung durchgeführt nachdem man allāhu akbar gesprochen hat.

 

Dreimal wird folgendes ausgesprochen:

Subḥāna rabbiya l-ʿaẓīm.

„Heilig ist mein Herr, der Größte.“

 

Qiyām-e ṯāniya (Zweite stehende Haltung)

Nach der Verbeugung wird folgendes gesprochen und die zweite stehende Haltung eingenommen:

 

Samiʿallāhu li-man ḥamida.

„Allah hört das Gebet dessen, der Ihn lobpreist.“

 

Anschließend wird in der stehenden Haltung wird folgendes gesprochen:

Rabbanā wa-laka l-ḥamd, ḥamdan kaṯīran, ṭayyiban,mubārakan fīh.

„O unser Herr, Dir gebührt aller Preis, sehr viel Preis, reiner Preis, voller Segnungen.“

 

Saǧda (Niederwerfung)

Auf dem Weg zur Niederwerfung wird allāhu akbar gesagt.

In der Niederwerfung wird dreimal folgendes wiederholt:

Subḥāna rabbiya l-ʾaʿlā.

„Heilig ist mein Herr, der Höchste.“

 

Ǧilsa; Quʿūd baina s-saǧdatain (die sitzende Haltung zwischen zwei saǧda)

Es wird wieder allāhu akbar gesprochen und die sitzende Haltung eingenommen.

 

Duʿāʾ-e maʾṯūra

In der sitzenden Haltung wird folgendes Gebet gesprochen:

Rabbi ġfir lī wa-rḥamnī wa-hdinī wa-ʿāfinī wa-ǧburnī wa-rzuqnī wa-rfaʿnī.

„O mein Herr, verzeih mir und sei mir gnädig und führe mich auf den geraden Weg. Bewahre mich und richte

mich auf und bessere mich und beschenke mich und erhöhe mich.“

 

Anschließend wird wieder mit allāhu akbar die zweite Niederwerfung eingeleitet und das gleiche, wie in der ersten Niederwerfung wiederholt. Danach erhebt man sich entweder zum zweiten Gebetsabschnitt -falls man im ersten oder dritten Gebetsabschnitt ist- oder man nimmt die zweite sitzende Haltung ein.

 

Qaʿda, at-taḥiyya und tašahhud (Die sitzende Haltung nach zwei rakʿāt, Ehrerbietung

und Bezeugung)

Nach jeder zweiten und nach der letzten (also zweiten, dritten oder vierten) rakʿa sitzt man nach den saǧdas wie bei der ǧilsa für die qaʿda (Sitzende Haltung nach zwei rakʿāt) und betet sowohl das at-taḥiyya (die Ehrerbietung) wie auch das tašahhud (die Bezeugung). At-taḥiyya und tašahhud lauten wie folgt:

At-taḥiyyātu lillāhi wa-ṣ-ṣalawātu wa-ṭ-ṭayyibātu assalāmu ʿalaikā ayyuhā n-nabiyyu wa-raḥmatullāhi wabarakātuh.As-salāmu ʿalainā wa-ʿalā ʿibādillāhi ṣ-ṣālihīn.Ašhadu an lā ilāha illallāh wa-ašhadu anna muḥammadanʿabduhū wa-rasūluh.

,,Alles Zeugnis durch Wort, Tat und Spende gebührt Allah,und Ihm sind die Gebete und reinen Handlungen. Friede sei auf Dir, o Prophet, und Allahs Segnungen und Seine Barmherzigkeit. Friede sei auf uns und auf Allahs rechtschaffenen Dienern. Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah, und ich bezeuge, dass Muhammad Sein Diener und Sein Gesandter ist.“

 

Während des tašahhud den Zeigefinger zu erheben ist Sunna. In den Traditionen heißt es, dass der Heilige Prophet seine rechte Hand nahe ans Knie legte und alle Finger außer dem Zeigefinger und dem Daumen schloss. Bei den Worten (tauḥīd-Teil):

Ašhadu an lā ilāha illallāh.

„Ich bezeuge, dass niemand anbetungswürdig ist außer Allah.“

 

Durūd šarīf (Segensgebet für den Heiligen Propheten)

Allāhumma ṣalli ʿalā muḥammadin wa-ʿalā āli muḥammadin kamā ṣallaita ʿalā ibrāhīma wa-ʿalā āli

ibrāhīma innaka ḥamīdu m-maǧīd. Allāhumma bārik ʿalā muḥammadin wa-ʿalā āli

muḥammadin kamā bārakta ʿalā ibrāhīma wa-ʿalā āli ibrāhīma innaka ḥamīdu m-maǧīd.

„O Allah, schütte Deine Gnade aus über Muhammad und den Anhängern Muhammads, so wie Du Gnade ausschüttetest über Abraham und den Anhängern Abrahams; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.

O Allah, gib Muhammad Deinen Segen und den Anhängern Muhammads, so wie Du Abraham und den Anhängern Abrahams Segen gabst; wahrlich, Du bist preiswürdig, erhaben.“

 

Duʿāʾs nach dem durūd šarīf

Rabbanā ātinā fi d-dunyā ḥasanatan wa-fi l-ʾāḫirati ḥasanatan wa-qinā ʿaḏāba n-nār.

Rabbi ǧʿalnī muqīma ṣ-ṣalāti wa-min ḏurriyyatī. Rabbanā wa-taqabbal duʿāʾ. Rabbanā ġfir lī wa-liwālidayya wa-li-l-muʾminīna yauma yaqūmu l-hisāb.

„Unser Herr, gewähre uns Gutes in dieser Welt und in der künftigen und bewahre uns vor der Pein des Feuers.

O mein Herr, mache, dass ich und meine Kinder das Gebet verrichten. Unser Herr! Nimm mein Gebet an. Unser

Herr, vergib mir und meinen Eltern und den Gläubigen am Tage, an dem die Abrechnung stattfinden wird.“

 

Taslīm oder salām (Gebetsschluss)

Nach den Gebeten wendet man zuerst das Gesicht nach rechts sowie links und sagt folgendes bei jeder Wendung:

As-salāmu ʿalaikum wa-raḥmatullāh.

„Friede sei auf euch und Allahs Gnade.“

 

Die fünfmaligen täglichen Gebete

Faǧr – von Beginn der Morgendämmerung bis zum Sonnenaufgang.

Ẓuhr – sobald die Sonne ihren Zenit durchlaufen hat und bis sie den halben Weg zwischen Zenit und Sonnenuntergang erreicht hat.

ʿAṣr – unmittelbar nach Ende ẓuhr-Zeit und bis kurz vor Sonnenuntergang.

Maġrib – ab dem Sonnenuntergang und bis Ende der Abenddämmerung.

ʿIšāʾ –  ab Ende der Abenddämmerung bis Mitternacht. Bei Verhinderungsfällen ist es gestattet, das ʿišāʾ-Gebet nach Mitternacht aber noch vor dem faǧr-Gebet zu verrichten.

 

Freitagsgebet

Freitag heißt auf Arabisch ǧumʿa. An diesem Tag versammeln sich die Muslime einer Stadt und ihrer Umgebung. Der Praxis des Heiligen Prophetensaw entsprechend, reinigen und parfümieren sie sich, ziehen saubere Kleidung an und beten gemeinsam. Ǧumʿa ist sozusagen ein Festtag für die Muslime. Im Heiligen Qurʾan und in den Ahadith ist die Wichtigkeit und Besonderheit des ǧumʿa betont worden. An diesem Tag zu beten und Allahs zu gedenken, ist eine Möglichkeit, besondere Segnungen zu erhalten. Die Zeit des ǧumʿa-Gebets ist dieselbe wie die des ẓuhr-Gebets. Das ǧumʿa-Gebet ist Pflicht für alle männlichen, erwachsenen Muslime, selbst wenn sie nur zu zweit sein sollten. Frauen, Kranke, Behinderte, Reisende und Kinder sind hiervon befreit, aber sie können freiwillig daran teilnehmen. Sonst verrichten diese ganz normal das ẓuhr-Gebet.

 

Weitere Gebete

Im Islam gibt es weitere Gebete, wie das ʿId-Gebet. Das ʿId-Gebet wird in der Moschee bzw. in Gemeinschaft an den beiden ʿId-Festen (ʿIdu al-aḍḥā und ʿIdu l-fiṭr) gebetet. Ebenso gibt es die freiwilligen Gebete (nawāfil), die freiwillig immer – abgesehen von bestimmten Zeitabschnitten – gebetet werden können. Eines der verbreitesten freiwilligen Gebete ist das tahaǧǧud-Gebet, welches nachts nach dem Schlaf bis zum Beginn der Morgendämmerung verrichtet werden kann.

Außerdem gibt es zu bestimmten Anlässen weitere Gebete.

 

Duʿāʾ

Das duʿāʾ ist ein freiwilliges persönliches Gebet und kann zu jeder Zeit durchgeführt werden. Die Grundlage dafür ist im Qurʾān:

Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen (sprich): „Ich bin nahe. Ich antworte dem Gebet des Bittenden, wenn er zu Mir betet. So sollten sie auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie den rechten Weg wandeln mögen.“[18]

Das duʿāʾ brauch keiner bestimmten rituellen Praktiken, sondern kann im Innern gebetet werden. Der Qurʾān und die Überlieferungen liefern eine große Anzahl an verschiedenen Gebeten, die für bestimmte Anlässe gedacht sind. Weiterhin hat jeder Muslim die Möglichkeit in seiner Sprache, Gebete zu wiederholen.

 

Ḏikr

Unter ḏikr versteht man die Andacht und Lobpreisung Allāhs. Die Grundlage dafür ist:

Sie, die glauben und deren Herzen Trost finden im Gedenken Allahs. Ja! im Gedenken Allahs ist´s, dass Herzen Trost finden können.[19]

Das ḏikr kann jeder persönlich zu jeder Zeit durchführen. Es wird sogar empfohlen, ständig Allāh zu Gedenken und ihn zu lobpreisen.

 

Quellen

[1] „Das islamische Gebetsbuch“, Verlag der Islam 2016, S. 73-76.

[2] Sūra 51 Vers 57.

[3] Sūra 4 Vers 104.

[4] Sūra 17 Vers 79.

[5] Sūra 2 Verse 3-4.

[6] Sūra 29 Vers 46.

[7] Sūra 35 Verse 30-31.

[8] At-Tirmiḏī.

[9] An-Nasāʾī; Ibn Māǧa; at- Tirmiḏī.

[10] An-Nasāʾī; Ibn Māǧa; at- Tirmiḏī.

[11] At-Tirmiḏī.

[12] Abū Dāwūd.

[13] Malfūẓāt Bd. 3.

[14] Muslim.

[15] Dieser Abschnitt wird nur beim Gebetsruf zum Morgengebet (faǧr) gerufen. Bei dem Gebetsruf zu den anderen Gebeten entfällt dieser.

[16] D.h. Gebetsabschnitt.

[17] D.h. „O Allah, gewähre mir diese Bitte.“ Beim Gemeinschaftsgebet wiederholen dies alle Mitbetenden.

[18] Sūra 2 Vers 187.

[19] Sūra 13 Vers 29.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen