Die Helfer des Königs der Feder.

GESCHLECHTERTRENNUNG im Islam

Definition:

 

(Urdu, wörtl. „Verhüllung“) Gesamtkonzept der islamischen Lehre zur Geschlechtertrennung, u.a. Senken der Blicke, Nicht-Zurschaustellung der Reize beider Geschlechter, Herstellung der Würde und Achtung vor der Frau, Verschleierung für Frau, Etablierung einer spirituellen Atmosphäre durch reizarme Umgebung etc.

 

  1. Behauptung: Wieso schließt ihr eure Frauen von euren Veranstaltungen aus – das ist doch diskriminierend?!

Entgegnung

  • Frauen haben eigene/unabhängige (!) Organisation (=Lajna Imaillah), gegründet 1922 während die Organisation der Männer (=Khuddam-ul-Ahmadiyya) sogar später entstand (1938)
  • Frauen haben eigene Events, selbst organisierte Programme etc. (Lajna Imaillah ist weltweit die erste Vereinigung muslimischer Frauen!)
  • Die Geschlechtertrennung ist nicht auf Islam beschränkt: Warum gibt es im Fußball/Sport getrennte Mannschaften? Ist das etwa auch Ausgrenzung von Frauen? Nein!

→ Trennung der Geschlechter bei sportlichen Wettkämpfen & in anderen Kontexten wird auch im Westen verständlicherweise vermieden, z.B. bei olympischen Spielen.

 

  1. Behauptung: Warum gibt es diese Geschlechtertrennung im Islam überhaupt? Wozu muss sich nur die Frau verhüllen!?

Entgegnung

  • Der Islam ist gegen eine Übersexualisierung der Gesellschaft. Interessant ist: Der Islam spricht mit Mahnung zuallererst Männer an, dann erst Frauen.

→ Siehe „Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist recht wohl kundig dessen, was sie tun“. 21:31

  • und „Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss…“ 24:32

 

  • Es wird unterschieden zwischen Geschlechtertrennung auf religiösen Veranstaltungen & Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit:

à In Öffentlichkeit (Bus, Arbeit, Alltag etc.) gilt das Pardah-Gebot für beide Geschlechter: Für Männer → Blicke zu Boden schlagen, Gedanken & Sinnlichkeit zügeln, Reize nicht zur Schau stellen; und auch für Frauen, die ihre Reize verbergen sollen

o    Geschlechtertrennung ist dort notwendig, wo Vermischung der Geschlechter den Sinn der Versammlung unterminiert bzw. potenziell zu unmoralischen Gedanken/Handlungen führen könnte → Bspl. Umkleidekabine, Sport, Schwimmen

à Geschlechtertrennung auf religiösen Veranstaltungen: Wenn eine Versammlung der spirituellen Einkehr dient, dann spricht einiges für Geschlechtertrennung.

o    Wären Männer und Frauen vermischt, dann wäre das Gedenken an Gott mit gebührlicher Intensität nicht möglich

o    Geschlechtertrennung dient 1. Minimierung des Potenzials einer Ablenkung vom Sinn und Zweck der Veranstaltung und 2. Entstehung spiritueller Atmosphäre → Beispiel.: Kirchen, wo es bis vor nicht allzu langer Zeit auch gewisses Maß an Geschlechtertrennung gab

 

Fazit: Geschlechtertrennung ist Notwendigkeit für eine lebendige Beziehung zu Gott.

 

  1. Behauptung: Der Islam hat doch ein gestörtes Bild von der Sexualität! Sie ist etwas ganz Natürliches, doch der Islam verteufelt sie – und das auf Kosten der Freiheit der Frauen!

Entgegnung

  • Islam lehrt kein Zölibat/Verneinung seiner Triebe →Islam verneint nicht die Natur des Menschen, sondern kanalisiert Triebe und Begierden des Menschen, z.B. Sexualtrieb/Wunsch nach Intimität zulässig im Rahmen der Ehe
  • Geschlechtertrennung wird als befremdlich/seltsam angesehen → Anzeichen einer übersexualisierten Gesellschaft (wo Frau überall als Objekt der Begierde beworben wird, ähnlich wie in Arabien vor dem Islam)
  • Islamische Lehre der Geschlechtertrennung gebietet sexueller Anarchie Einhalt
  • Eine Gesellschaft, wo diese Begierde nicht sofort befriedigt wird, wird als fremd/verstörend empfunden
  • Angebliche „Freiheit“ der Frauen = Frau muss sich jederzeit ihres Aussehens, ihrer Kleidung gemäß den Wünschen des männerdominierten Gesellschaftsbildes bewusst bleiben & überall werden weiblicher Charme zur Schau gestellt & künstliche/teure Lebensweisen angepriesen

→ Keine Freiheit, sondern Grausamkeit gegenüber der Frau!

 

Fazit: Islamische Lehre der Pardah entspringt nicht „dunklen Zeitaltern“ der Vergangenheit, sondern dient dem Schutz der Frau vor Ausbeutung! Islam befreit Frauen von der Rolle als bloße „Instrumente des Vergnügens“

 

  1. Behauptung: Die Geschlechtertrennung ist ein Beweis für den typisch patriarchalen Charakter des Islam!

Entgegnung

  • In westlicher Gesellschaft: Abkehr von Prüderie war Reaktion auf die christliche Kirche & bedeutete Verlust des Einflusses / der Machtposition der Kirche → daher wird heute jede „prüde“ erscheinende Gesellschaft reflexartig abgelehnt
  • Aber: Die islamischen Lehren haben einen anderen historischen Kontext:
  • Was Frauenrechte angeht, hat die westliche Gesellschaft sich durch Emanzipationskampf dem islamischen Niveau der Gleichberechtigung angenähert
  • Gleichzeitig haben sogenannte „islamische“ Länder sich von diesem islamischen Niveau rapide wegbewegt und zeigen heute ein trauriges Bild der Frauenunterdrückung & -Entrechtung
  • Konzept der Pardah hierzulande maßlos missverstanden/fehlgedeutet

→ Daran ist auch die islamische Welt schuld, weil sie sich von den Lehren des Islam maßlos entfernt hat

→ Ebenfalls verantwortlich sind die Medien, welche ein falsches Bild des Islam verbreiten (alles Schlechte wird mit Islam assoziiert, aber bei anderen Untaten wird Religion des Täters nie erwähnt usw.)

 

  1. Behauptung: Die Emanzipation der Frauen ist eine zivilisatorische Errungenschaft der Moderne und ein Kennzeichen fortschrittlicher Gesellschaften!

Entgegnung

  • Emanzipation im Sinne von „Gleichwertigkeit der Geschlechter“ ist gut
  • Hadhrat MuhammadSAW war der größte Verfechter von Frauenrechten & Befreier der Frau von ihrer Rolle als bloßes Objekt
  • Leider sind heutige weltliche Emanzipationsbewegungen kein Fortschritt, da sie von einem männerdominiertem Frauenbild eingenommen sind; heute wird fälschlicherweise Emanzipation gleichgesetzt mit Abkehr von sittlicher Gesellschaft
  • Es gibt Hinweise auf vergangene Gesellschaften, in denen Frauen äußerst mächtige Stellungen innehatten.
  • Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Fortschritt(lichkeit) von Gesellschaften zusammenhängt mit der Abkehr von Geschlechtertrennung hin zur ungezügelten Vermischung.
  • Vermischung oder Nicht-Vermischung der Geschlechter steht in keinem Zusammenhang mit der Fortschrittlichkeit oder Rückschrittlichkeit einer Gesellschaft.
  • Bspl.: Bråvalla-Festival in Schweden, wo mehrere Frauen vergewaltigt wurden und es 23 Anzeigen bei der Polizei wegen sexueller Belästigung gab. Daraufhin für nächstes Jahr ein Konzert ausschließlich für Frauen angekündigt, „bis die Männer gelernt haben sich zu benehmen“ (Zitat der schwedischen Radio-Moderatorin Emma Knyckare)

 

Fazit: Wieso betrachtet man nun die islamische Weisung in der Hinsicht anders? Islam greift präventiv zum Schutz der Frau ein und nicht erst dann, wenn es zu spät ist (siehe Bråvalla-Festival)!

 

  1. Behauptung: Was bezweckt die Geschlechtertrennung also?

Entgegnung

  • Entspringt nicht „männlicher Überlegenheit“, sondern dämmt Ungezügeltheit von Blicken/Begierden/Trieben ein
  • Ungezügelte Triebe = Resultat einer Gesellschaft, die moralisch dadurch verdorben wurde, dass überall Reize zur Schau gestellt werden
  • d.h. Geschlechtertrennung dient dazu, die menschlichen Begehren zu zügeln/kanalisieren
  • Sie soll eine Atmosphäre ermöglichen, die fernab von Anarchie der Sexualität ein edleres und besseres Ziel hat: Erhalt der Gottesnähe durch Selbstreflexion & Manifestation hoher moralischer Werte
  • Lehre der Geschlechtertrennung wird maßlos missverstanden, wenn man sie als „Verhängung von Beschränkungen“ und „Einkerkerung von Frauen“ verzerrt darstellt
  • Die Wahrheit: Sie gilt für beide Geschlechter gleichermaßen und verneint Triebe nicht, sondern weist sie in die Schranken, ohne Frauen und Männer davon abzuhalten, an allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens teilzunehmen
  • Geschlechtertrennung dient einzig und allein der Wahrung der Würde und Ehre der Frau innerhalb der Gesellschaft, sodass die Gefahren der Verletzung dieses Ziels minimiert werden.

 

Fazit: Der Islam gibt eine Alternative und zeigt auf, dass Gleichberechtigung in einer sittlichen Gesellschaft durchaus möglich und sogar erstrebenswert ist. Das geht mit einem gewissen Maß an Geschlechtertrennung einher, ohne dabei die Rechte von Frauen oder Männern zu beschneiden.

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