Die Helfer des Königs der Feder.

Homosexualität

Der Islam lehnt die Homosexualität ab. Der Islam untersagt Homosexualität und das Ausleben homosexueller Neigungen, u.a. aufgrund der damit verbundenen gesundheitlichen und gesamtgesellschaftlichen Folgen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Bibel
  2. Der Heilige Qur‘an
  3. Vorwürfe
  4. Ursachen und Gründe für Homosexualität
  5. Gesundheitliche Aspekte
  6. Siehe auch
  7. Quellen

 

Bibel

Die Bibel verlangt für Homosexualität die Todesstrafe. Im Vergleich zum Heiligen Qur‘an hat sich die Bibel ausführlicher zur Homosexualität geäußert. Ausgewählte Referenzen:

Altes Testament (Auszüge)

„Du sollst nicht beim Knaben liegen wie beim Weibe; denn es ist ein Gräuel“ (3. Buch Mose, 18, 22)

„Wenn jemand beim Knaben schläft wie beim Weibe, die haben einen Gräuel getan und sollen beide des Todes sterben; ihr Blut sei auf ihnen.“ (3. Buch Mose 20, 13)

Neues Testament (Auszüge)

 „Darum hat sie auch Gott dahingegeben in schändliche Lüste: denn ihre Weiber haben verwandelt den natürlichen Brauch in den unnatürlichen; desgleichen auch die Männer haben verlassen den natürlichen Brauch des Weibes und sind aneinander erhitzt in ihren Lüsten und haben Mann mit Mann Schande getrieben und den Lohn ihres Irrtums (wie es denn sein sollte) an sich selbst empfangen. [… ] Sie wissen Gottes Gerechtigkeit, daß, die solches tun, des Todes würdig sind, und tun es nicht allein, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun.“ (Röm 1, 26-32)

„Wisset ihr nicht, daß die Ungerechten das Reich Gottes nicht ererben werden? Lasset euch nicht verführen! Weder die Hurer noch die Abgöttischen noch die Ehebrecher noch die Weichlinge noch die Knabenschänder noch die Diebe noch die Geizigen noch die Trunkenbolde noch die Lästerer noch die Räuber werden das Reich Gottes ererben.“ (1. Korinther 6,9)

Ist jemand also ein wahrer Christ und glaubt wahrhaft an die ganze Bibel, so wird er auf Grundlage eben erwähnter Verse die Homosexualität ebenso nicht gutheißen, denn in der Bibel steht ebenso, was mit dem Volke Lots geschah. Das Volke Lots neigte sich als Gesamtheit der Homosexualität zu und wurde daraufhin von einer göttlichen Strafe erfasst, indem dieses Volk ausgelöscht wurde.

Glaubt jemand wahrhaftig an die Bibel, sollte er wissen: Die Bibel sagt, dass das Volke Lots wegen ihrem Fehlverhalten, der Homosexualität, durch Gott zerstört und zugrunde gerichtet wurde.

 

Der Heilige Qur‘an

Es sollte festgehalten werden, dass bei der Positionierung zum Thema Homosexualität oft schnell das Klischee und der Vorwurf der „Homophobie“ im Raum steht, dass man gegen Homosexuelle hetze. An dieser Stelle sei klargestellt, dass ein Muslim nirgends Böswilligkeit gegen homosexuelle Menschen hegen sollte oder in irgendeiner Form zu Gewalt, Verfolgung, Hass oder Diskriminierung gegen homosexuelle Menschen aufrufen darf. All dies ist den Lehren des Islam entgegengerichtet. Nichtsdestotrotz hat jeder das Recht, friedliche, religiös begründete Überzeugungen zu haben.

Im Vergleich zum Heiligen Qur‘an äußert sich die Bibel öfter über die Homosexualität. Im Heiligen Qur’an wird die Homosexualität als „Schändlichkeit“ bezeichnet:

„Und (gedenke) Lots, da er zu seinem Volke sprach: „Wollt ihr geflissentlich Schändlichkeit begehen? Wollt ihr euch wirklich Männern in Begierde nähern statt Frauen? Nein, ihr seid ein unwissendes Volk.“ (Sura 27:55-56)

„Naht ihr, unter allen Geschöpfen, Männern, und lasset eure Frauen, die euer Herr für euch geschaffen hat? Nein, ihr seid ein Volk, das die Schranken überschreitet.“ (Sura 26: 166-167)

„Und (Wir entsandten) Lot, da er zu seinem Volke sprach: „Wollt ihr eine Schandtat begehen, wie sie keiner in der Welt vor euch je begangen hat? Ihr naht Männern in Begierde anstatt Frauen. Ja, ihr seid ein ausschweifendes Volk.“ (Sura 7:81-82)

Im Islam ist die Ehe Mann und Frau vorbehalten, weswegen jedes homosexuelle Verhalten bzw. Frönen homosexueller Neigungen außerehelich, und somit illegitim, ist. Unserem Glauben nach hat Gott die Welt in Paaren geschaffen, so wie im Heiligen Qur’an erwähnt, beim Menschen u.a. zum Zweck des Bestehens der Menschheit. Gott schuf demnach weder Mann noch Frau vergeblich. Eine homosexuelle Identität unterminiert die Allweisheit Gottes. Des Weiteren sind die Gebote des Islam stets universal, weise und für alle Menschen gedacht: Würde nun die gesamte Menschheit homosexuell werden oder zumindest der Großteil, so würde sie aussterben. Daher kann der Islam als universale Religion die Homosexualität als Verhalten aufgrund ihrer gesamtgesellschaftlich fatalen Auswirkungen nicht gutheißen.

 

Vorwürfe

Motto

Bisweilen wird behauptet, das Motto der Ahmadiyya Muslim Jamaat „Liebe für Alle, Hass für Keinen“ sei zumindest in Bezug auf das Thema Homosexualität falsch und „Heuchelei“, da es aufgrund der Ablehnung der Homosexualität diese Gruppe vom Inhalt des Mottos ausschließe. Hier sollte klargestellt werden, dass das Motto nicht bedeutet, dass Menschen tun und lassen können, was sie wollen und dass sie im Gegenzug dafür immer nur Liebe erhalten werden. Solch eine Interpretation wäre gefahrgeladen und verwerflich, da sie miteinschließen würde, dass jedem Verbrecher für sein Verbrechen, jedem Mörder für seinen Mord usw. nur Liebe entgegenzubringen sei. Dies ist nicht gemeint. Das Motto bedeutet, dass wir niemanden als Menschen hassen und jedem Menschen als solchen mit Liebe entgegenbringen, nicht aber jeder seiner Taten. Es bedeutet: Wir hassen niemanden als Menschen, aber unsere Abneigung richtet sich gegen schlechte Taten. Unser Gefühl in Bezug auf Homosexuelle ist kein Hass, sondern lediglich Mitleid. Mitleid deswegen, weil wir daran glauben, dass Gott aufgezeigt hat, welche Wege zu ihm führen und welche nicht. Homosexualität gehört nicht zu den Wegen zu Gottes Wohlgefallen. Wenn jemand beispielsweise ein Dieb oder Mörder ist, missfällt uns diese seine Tat, nicht aber der Mensch, zumal wir für ihn beten, dass er sich bessern möge und alle üblen Taten bereut.

Vorwurf der „rückwärtsgewandten Ansichten“

Oft wird dann vorgeworfen, man solle doch gefälligst jeden leben lassen, wie er will. Die „mittelalterliche“ Religion solle sich endlich an die „moderne“ Gesellschaft anpassen. Auch dieser Vorwurf entbehrt jedweder Logik, ist er doch lediglich eine emotional angetriebene Kritik, die darauf abzielt, die religiösen Überzeugungen mit einem Totschlagargument ad absurdum zu führen. Die Antwort hierauf ist, dass Religionen nicht kommen, um sich an vorherrschende Bräuche und Denkweisen anzupassen, sondern um die Menschen zu reformieren und sie zu Gott zu führen. Jede Religion bringt eine Lehre der Besserung, die den vorherrschenden Bräuchen und Denkweisen zuwider ist. Der Islam ist die letzte und allumfassende Lehre.

Außerdem stellt sich die Frage, wenn jemand homosexuell ist, wieso sollte er seine Gesinnung unbedingt öffentlich bekanntmachen und verkündigen müssen? Verkündet etwa ein Nicht-Homosexuller auch seine sexuelle Ausrichtung öffentlich auf der Straße? Wenn nicht, warum sollten dann Homosexuelle dies tun? Keiner verlautbart öffentlich, dass er das Recht zu sexuellem Kontakt mit seiner Frau bzw. Lebenspartnerin habe und es auch nutze. Nirgendwo wird dies publik gemacht oder in Zeitungen abgedruckt. Wenn jemand sich zur Homosexualität bekennt, werden wir ihn zwar nicht davon abhalten, in unsere Moscheen zum Beten zu kommen. Doch aus Sorge und aus Mitleid heraus werden wir zu ihm sagen, dass er sich ändern sollte, da ihn gemäß den Lehren der Bibel und des Heiligen Qur’ans eine Strafe durch Gott ereilen wird.

Selbst wenn zum Zweck der Argumentation hypothetisch angenommen wird, die Homosexualität sei eine natürliche Neigung, so entpuppt sich dieses Argument bei näherer Betrachtung als außerordentlich schwach. Das Ausleben jeglicher Neigung und jedes Triebes ist keine Moral, sondern vielmehr jeglicher Moral und Tugend diametral entgegengerichtet. Wenn jemand beispielsweise beim Anblick eines neuen Autos die Neigung verspürt es zu besitzen bzw. zu stehlen, dann wird er diese seine Neigung, selbst wenn sie in ihm natürlich entspringt, unterdrücken müssen. Anhand dessen wird deutlich, dass in Wahrheit die Kanalisierung und Ordnung, bisweilen Unterdrückung, der natürlichen Triebe wahrer Moral entspricht. Zur Moralphilosophie des Islam sei an dieser Stelle die Lektüre „Philosophie der Lehren des Islam“ vom Verheißenen MessiasAS empfohlen.

Da homosexuelles Verhalten nicht nur das Individuum betrifft, sondern auch stets die ganze Gesellschaft über verschiedene Wege negativ verändert und beeinflusst, werden verschiedene Strafen in den heiligen Schriften erwähnt. Wenn ein ganzes Volk gesamtgesellschaftlich sich diesen Neigungen hingibt und die Homosexualität zu einem allgemein verbreiteten Verhalten erklärt – und damit quasi einen Trieb zu seinem Gott macht –, so ist sowohl in der Bibel als auch im Heiligen Qur’an von einer gesamtgesellschaftlich-göttlichen Bestrafung die Rede. Wie und in welcher Form diese ausfällt, weiß Gott Selbst am besten. Das Volk Lots wurde dafür ausgelöscht.

Während die Bibel als individuelle Bestrafung für homosexuelles Verhalten nichts als die Todesstrafe fordert, hält der Heilige Qur’an nichtsdestotrotz für solch ein Verhalten das Tor zur Reue und Vergebung offen:

„Und wenn welche von euren Frauen Unziemliches begehen, dann ruft vier von euch als Zeugen gegen sie auf; bezeugen sie es, dann schließet sie in die Häuser ein, bis der Tod sie ereilt oder Allah ihnen einen Ausweg eröffnet. Und wenn zwei Männer unter euch solches begehen, dann bestrafet sie beide. Wenn sie dann bereuen und sich bessern, so lasst sie für sich; wahrlich, Allah ist allverzeihend, barmherzig.“ (Sura 4:16-17)

Der Heilige Qur‘an erklärt Homosexualität genauso wie die Bibel zu einer Schändlichkeit und einer Sünde. Der Grund hierfür ist, dass die Erschaffung der Geschlechter der Allweisheit Gottes unterlag. Dies war auch der Grund, weshalb die Fortpflanzung durch die evolutive Schöpfung des Körpers mit einem gewissen Genuss verbunden wurde. Wenn nun der Sinn und Zweck der Schöpfung verkannt wird und gegen die Natur, die Schöpfung Gottes, rebelliert wird, indem man lediglich den Aspekt des Genusses nimmt und den des Fortbestands des Menschengeschlechts verwirft, was v.a. bei homosexuellem Sexualverhalten der Fall ist, dann ist eine Bestrafung die logische Konsequenz hiervon.

Der Heilige Qur’an hält nicht nur das Tor zur Reue und Vergebung offen, sondern schweigt ebenso in Bezug auf das Strafmaß, was bedeutet, dass hier das Ausmaß der körperlichen Bestrafung im Ermessen des Staates, abhängig von der Gesetzeslage, den Umständen und der Situation, liegt. Muslimen ist es unter keinen Umständen erlaubt, andere Menschen als solche zu hassen, zu diskriminieren, zu verfolgen, ihnen durch Worte oder Taten Schaden zuzufügen oder gegen sie zu hetzen. Vielmehr gebietet der Islam Mitleid mit einer sündigen Person und für sie zu beten, dass sie ihren Sünden entsagen, bereuen und sich bessern möge.

 

Ursachen und Gründe für Homosexualität

Heutzutage wird oft behauptet, Homosexualität sei vorgeburtlich determiniert und genetisch festgelegt. Infolgedessen wird versucht zu argumentieren, da dies angeboren sei, könnten Homosexuelle nichts für ihre Gesinnung, die sie ausleben. Diese Behauptungen sind absolut falsch und entbehren jeder wissenschaftlichen und logischen Grundlage. Weder ist die Homosexualität natürlich, noch ist sie genetisch. Das Leben mit einer homosexuellen Identität ist eine bewusste Entscheidung, die bedingt ist durch verschiedene Umweltfaktoren und psychosoziale Einflüsse.

Durch die Legalisierung der Homosexualität werden die Voraussetzungen für den moralischen Verfall einer Gesellschaft geschaffen. Oftmals ist es so, dass Menschen aus psychosozialen Gründen den Einflüssen ihrer Umwelt erliegen, und so homosexuelle Verhaltensweisen als legitim aufnehmen und sukzessive eigentlich nicht-homosexuelle Menschen diese Neigungen annehmen. Homosexuelle Gefühle zu spüren kann psychologische Ursachen haben, doch eine homosexuelle Identität anzunehmen und auszuleben ist eine bewusste Entscheidung, die durch gesellschaftliche Einflüsse, etwa durch Ermutigungen zu sog. „Coming-Outs“, herbeigeführt wird.

„Studien“, die ein „Schwulengen“ oder „genetische“ Ursachen von Homosexualität postulieren, sind umstritten und falsch. Genauso wie es nicht genetisch bedingt ist, wenn jemand beispielsweise kriminell lebt, denn ansonsten wäre kein Verbrechen mehr bestrafbar, wenn man so argumentieren würde, dass ja Kriminelle „so geboren“ seien und „nichts dafür könnten“. Homosexualität hat keine genetischen Ursachen, sondern es sind psychosoziale Einflüsse und Prozesse, die zu solchen Tendenzen bzw. dem Ausleben solcher Neigungen führen.

Es gibt viele psychologische Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass es sich bei Homosexualität um eine in ihrer Entwicklung in der Kindheit und Pubertät zu verortende psychologische Störung handeln könnte, die bisweilen therapierbar sei. Doch aufgrund der verabschiedeten Gesetze und des gesellschaftlichen Drucks schweigen jene Psychologen hierzu. Als diese Gesetze noch nicht erlassen waren gab es auch bereits Homosexuelle und zwar solche, die in ihrer Kindheit durch verschiedene Prozesse ein psychologisch anzusiedelndes Problem hatten. Aufgrund dieser Gesetze, der Legalisierung von Homosexualität, unterliegen auch solche, die kein solches Problem hatten bzw. Nicht-Homosexuelle dem gesellschaftlichen Einfluss. Bisweilen gehen langjährig Verheiratete in homosexuelle Clubs usw., lediglich zum Zweck des Frönens ihrer Gelüste, und lassen ihre Ehen zugrunde gehen.  Selbst, wenn es psychologisch bedingte Ursachen gibt, so sind diese eher selten.

Viel eher ist der Fall, dass soziale Einflüsse, Prozesse und Umweltfaktoren dazu beitragen, dass homosexuelle Neigungen nicht nur toleriert, sondern gefördert werden. Dadurch verbreitet sich Immoralität in der Gesellschaft. Wenn die Regierung gleichgeschlechtliche Ehen zu legalisieren versucht, dann spielt sie einem Fehlverhalten in die Hände, dass langfristig keine positiven Folgen herbeiführen wird. Einige Premierminister sind sogar der Auffassung, dass solche Gesetze sich weltweit etablieren sollten. Ein christlicher Priester, wahrscheinlich aus Südafrika, der offensichtlich der Bibel folgt, welche darlegt, dass ein ganzes Volk aufgrund der Homosexualität zerstört wurde, sagte einst, wenn gleichgeschlechtliche Paare nicht in den Himmel kämen, er es vorzöge in die Hölle zu gehen. Das ist der Zustand heutiger sogenannter Anhänger der Religionen, die ihre eigene Lehre missachten. Wenn solche Immoralität sich weiterhin verbreitet und fortfährt sich zu verbreiten, werden diese Nationen ihr Ende selbst erleben. Es wird ihr Leben im Diesseits zu Hölle machen und Gott allein weiß um ihre Behandlung im Jenseits.

 

Gesundheitliche Aspekte

Auch die Medizin hat klar unter Beweis gestellt, dass AIDS sich stark unter Homosexuellen verbreitet. Gottes Strafe kann verschiedene Formen annehmen. Zumindest die Argumentation der „Natürlichkeit der Homosexualität“ straft die Natur durch folgende Fakten Lügen. Durch das HI-Virus nimmt eine Person unbehandelt ein schreckliches und elendiges Ende. Während das HI-Virus als solches Heterosexuelle und Homosexuelle gleichermaßen befallen kann, ist es nicht zu verkennen, dass Statistiken eine eindeutige Sprache sprechen: Laut Statistiken, beispielsweise des Robert-Koch-Institutes in Deutschland, ist die HIV-Epidemie unter Homosexuellen am stärksten ausgeprägt, d.h. v.a. Homosexuelle (MSM = men having sex with  men bzw. WSW für Frauen) zählen zu den Risikogruppen. Die Gründe sind vor allem Promiskuität und homosexuelle Sexualpraktiken in diesen Gruppen.

Das ist auch der Grund, weshalb für Homosexuelle das Blutspenden nicht bzw. nur bedingt möglich ist. Das Robert-Koch-Institut schreibt daher in Bezug auf die Blutspende von Homosexuellen (Stand: 28.09.17):

„Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), und Blutspende

Patienten­sicherheit ist oberstes Gebot

Bisher sind in Deutschland, Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), lebens­lang von der Blut­spende ausge­schlossen. Dies war in den letzten Jahren Gegen­stand intensiver gesellschaft­licher und wissenschaft­licher Debatten. Im Zuge der Über­arbeitung der Hämo­therapiericht­linien wurden die Zulassungs­kriterien zur Blut­spende für Personen mit sexuellem Risiko­verhalten durch eine Experten­gruppe, in der auch Vertreter des Robert Koch-Instituts maß­geblich mitgewirkt haben, erneut evaluiert. In der am 07.08.2017 veröffent­lichten Aktuali­sierung der Hämo­therapie­richtlinien wurden für Personen, deren Sexual­verhalten ein gegen­über der Allgemein­bevölkerung deutlich erhöhtes Übertra­gungs­risiko für durch Blut übertrag­bare schwere Infektions­krank­heiten birgt, eine Rückstellungs­frist von der Blutspende für 12 Monate festgelegt. Mit Inkraft­treten der neuen Richt­linien sind MSM nicht mehr dauer­haft von der Blutspende ausge­schlossen und können 12 Monate nach ihrem letzten Sexual­verkehr zur Spende zugelassen werden.“

Das bedeutet, Homosexuelle dürfen als HIV-Risikogruppe nicht bzw. erst nach 12 Monaten der Enthaltsamkeit von homosexuellem Sexualverhalten Blut spenden.

Über den Zusammenhang von Homosexualität und HIV/AIDS schreibt das Robert-Koch-Institut 2011:

„Beim Vergleich der Entwicklung in den verschiedenen Betroffenengruppen stieg die absolute Zahl der HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr geringfügig um 2% an. (…) Bei 85% der 2010 neu diagnostizierten HIV-Infektionen lag eine Angabe zum Infektionsweg vor. MSM [Männer, die Sex mit Männern haben] stellten mit 68% unverändert die größte Gruppe dar.“

Weiterhin (Berlin, 2014):

„Das relative Infektionsrisiko für AIDS bei Männern, die Sex mit Männern haben, ist: 67,2%. Bei Männern, die ausschließlich heterosexuell leben, ist es: 23,6%. […]

Aktuelle, repräsentative Daten zeigen: 5,8% der Männer geben an, irgendwann in ihrem Leben schon einmal einen homosexuellen Kontakt gehabt zu haben.4 Danach haben Männer, die Sex mit Männern praktizieren, ein HIV-Infektionsrisiko, das im Vergleich zu ausschließlich heterosexuell lebenden Männern 46 Mal höher ist. Würde man statt der Zahl 5,8% die repräsentativen Daten zur Selbstidentität nehmen, liegt das Risiko für schwul und bisexuell lebende Männer deutlich höher. Nach repräsentativen Daten bezeichnen sich 2,8% der Männer als schwul oder bisexuell.5 Diese Zahl würde bedeuten: Männer, die sich in ihrer Identität als schwul oder bisexuell bezeichnen, haben ein HIV-Infektionsrisiko, das im Vergleich zu ausschließlich heterosexuell lebenden Männern 99 Mal höher ist.6

Der reale höhere Gefährdungsfaktor liegt zwischen den beiden Zahlen: 46 Mal höher und 99 Mal höher. In Deutschland hat die Zahl der jährlichen HIV-Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben,7 über die letzten Jahre leicht, aber stetig zugenommen.“

Außerdem:

Studie der Universität Zürich (1999):

„Auf Grund der aktuellen Daten kann vermutet werden, dass sich jeder 4. Mann mit homosexuellem Kontakt im Laufe seines Lebens mit AIDS infiziert.““

 

Siehe auch

Anmerkungen

 

Quellen

1 Robert Koch Institut Berlin: Epidemiologisches Bulletin, 30.05.2011.

2 Robert Koch Institut Berlin: Epidemiologisches Bulletin, 30.06.2014.

3 Robert Koch Institut Berlin: Epidemiologisches Bulletin, 30.06.2014. Die Daten beziehen sich auf den Zeitraum 2011-2013.

4 Alter der befragten Männer: 25-44 Jahre. – Für das Alter 15-44 Jahre ist die repräsentative Zahl 5,2%. – US-Centers for Disease Control, März 2011. www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21560887 (Aktuelle Daten aus Deutschland gibt es nicht.)

5 Das sind die Daten zur Selbstidentität. Laumann, E.O., The Social Organisation of Sexuality, University of Chicago, 1994.

6 In den „Richtlinien Hämotherapie“ der Bundesärztekammer von 2010 heißt es: Aus den Daten des Robert Koch-Instituts lässt sich ableiten, dass HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben, im Vergleich zu heterosexuellen Männern ca. 100-fach häufiger sind.
www.bundesaerztekammer.de/downloads/Haemotherapie_MSM_Erlaeuterung_final.pdfZugriff 18.3.2015.

7 Die offizielle Bezeichnung für schwul und bisexuell lebende Männer lautet: Männer, die Sex mit Männern haben (MSM).

8 Beyrer, C. et al., Global epidemiology of HIV infection in men who have sex with men. In: Lancet, 380, 2012, S. 367-377.

9 Zürich Men’s Study, Hrsg. von: Institut für Sozial- und Präventivmedizin der Universität Zürich, Sumatrastrasse 30, CH-8006 Zürich, Juni 1999.

10 Maria Xiridou et al.: The contribution of steady and casual partnerships to the incidence of HIV infection among homosexual men in Amsterdam. In: AIDS 17, 7, 2003, S. 1029-1038.

11 Hogg, R.S., Life expectancy of individuals on combination antiretroviral therapy in high-income countries: a collaborative analysis of 14 cohort studies. In: Lancet 26, S. 293-299, 2008.


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