Die Helfer des Königs der Feder.

ISLAM UND ANTISEMITISMUS

Was versteht man unter Antisemitismus?

 

Als Antisemitismus werden heute alle Formen von Judenhass, pauschaler Judenfeindschaft, Judenfeindlichkeit oder Judenverfolgung bezeichnet.

 

  1. Behauptung: Den Hass gegenüber Juden gibt es bereits seit den Anfängen des Islams. Er ist im Heiligen Buch der Muslime verankert.

 

Entgegnung

  • Der Islam räumt den Juden einen besonderen Status ein, nämlich den der Ahl al-Kitab (Volk der Schrift)

→ So werden die Heiligen Schriften der Juden und Christen als von Gott gesandte Bücher angesehen:  „Er hat herabgesandt zu dir das Buch mit der Wahrheit, bestätigend das, was ihm vorausging; und vordem sandte Er herab die Thora und das Evangelium als eine Richtschnur für die Menschen.” 3:4

→ Ebenso ruft der Islam die Ahl al-Kitab auf, sich die gemeinsamen Lehrsätze zwischen ihren Religionen und dem Islam zu betrachten:  „Sprich: „O Volk der Schrift, kommt herbei zu einem Wort, das gleich ist zwischen uns und euch: dass wir keinen anbeten denn Allah und dass wir Ihm keinen Nebenbuhler zur Seite stellen und dass nicht die einen unter uns die anderen zu Herren nehmen statt Allah.“ Doch wenn sie sich abkehren, dann sprecht: „Bezeugt, dass wir uns (Gott) ergeben haben.“” 3:65

  • Und der Islam lehrt, dass man mit den Ahl al-kitab auf die beste Art (d.h. mit Argumenten und Dialog) streiten soll und nicht mit Waffen oder Fäusten: “Und streitet nicht mit dem Volk der Schrift, es sei denn in der besten Art; doch (streitet überhaupt nicht) mit denen von ihnen, die ungerecht sind. Und sprecht: „Wir glauben an das, was zu uns herabgesandt ward und was zu euch herabgesandt ward; und unser Gott und euer Gott ist Einer; und Ihm sind wir ergeben.“ 29:47
  • Der Heilige Quran spricht über bestimmte Juden und Anänger der Ahl al-Kitab mit einem härteren Wortlaut, welcher differenziert und im Kontext zu betrachten ist. Eine Verallgemeinerung widerspricht den zuvor genannten Versen.

→ Einer der angeführten Verse ist: „O die ihr glaubt! Nehmet nicht die Juden und die Christen zu Freunden. Sie sind Freunde gegeneinander. Und wer von euch sie zu Freunden nimmt, der gehört fürwahr zu ihnen. Wahrlich, Allah weist nicht dem Volk der Ungerechten den Weg.“ 5:52

→ Betrachtet man den Kontext des Verses so erkennt man, dass es sich hierbei nur um eine bestimmte Gruppe von Juden handelt. Nämlich solche, die über den islamischen Glauben spotten und den Gläubigen keinerlei Respekt erweisen.

→ Als der Heilige ProphetSAW nach Medina auswanderte, ging er mit den dort sesshaften Juden eine vertragliche Abmachung ein. In dieser Abmachung hieß es, dass Juden und Muslime in Harmonie und Treue zusammenleben und dass sie sich nicht gegenseitig mit Gewalt und Unrecht konfrontieren. Und es hieß, dass jeder die Religionsfreiheit besitzt. Mirza Bashir Ahmad: Seerat Khatam an-Nabiyyin, S. 311

→ Außerdem wird überliefert, dass der Heilige ProphetSAW saß und vor ihm ein Trauerzug eines Juden vorbeiging, worauf er sofort aufstand. Als er angesprochen wurde, dass es sich um den Leichnam eines Juden handelt, antwortete er: Ist er denn kein Mensch? Bukhari

Dies verdeutlicht den erwiesenen Respekt des ProphetenSAW gegenüber der jüdischen Gemeinschaft.

 

  1. Behauptung: Der Heilige Prophet MuhammadSAW verordnete die Enthauptung von 700 Juden und beauftragte Muslime Juden zu bekämpfen.

 

Entgegnung

  • Es war nicht der Heilige ProphetSAW, der dies verordnete, sondern Saad bin Muadh, der dem Stamm Banu Aus angehörte, welcher mit dem Stamm Banu Quraizah verbunden war
  • Dieses Ereignis geschah nach der Grabenschlacht, als die Mekkaner Medina belagerten. Letztendlich zogen die Mekkaner ab. Der jüdische Stamm Banu Quraizah verbündete sich während der Grabenschlacht mit den Mekkanern. Dies war ein Vergehen gegen die Regeln aus der Charta von Medina.
  • Der Heilige ProphetSAW hatte dem jüdischen Stamm schon einmal verziehen und überließ in diesem Fall Saad bin Muadh die Entscheidung, welcher sich dafür entschied die Beteiligten gemäß der Lehre der Thora für den Verrat zu bestrafen. Im 5. Buch Mose 20:10-18 wird für den Verrat die Ermordung aller beteiligten männlichen Personen ausgesprochen.

 

  1. Behauptung: Ereignisse und Vorfälle an Schulen nehmen zu, in denen muslimische Schüler Ihre jüdischen Mitschüler beleidigen. Vor allem ist dies seit dem Zuzug neuer Muslime im Rahmen der Flüchtlingskrise zu beobachten.

 

Entgegnung

  • Die Ausführung einer einzelnen Tat seitens eines Muslims bedeutet nicht gleich, dass diese Tat zwangsläufig islamisch sei. Genauso bedeutet es nicht gleich, dass die Tat eines Christen unbedingt für die christliche Lehre steht.
  • → Daher muss betrachtet werden, was die antisemitische Haltung bei einigen muslimischen Schülern oder Geflüchteten hervorruft.
  • Der Vorwurf, der Islam sei die Ursache ist nicht gerechtfertigt, da ein im Islam verwurzelter Hass gegenüber Andersgläubigen nicht belegbar ist.
  • Es sind vielmehr historisch-politische Faktoren, die bei einigen Muslimen diese antisemitische Haltung hervorrufen; so z.B. der Israel-Palästina Konflikt.
  • Diesen Konflikt als Konflikt des Islams gegen Israel oder Juden zu bezeichnen, entspricht nicht der Realität, denn die Palästinenser sind ein heterogenes und nicht ein ausschließlich muslimisches Volk. So gibt es z.B. christliche Militanten, die Anführer von Gruppierungen waren, welche Anschläge gegen Israel und Israelis verübten.
  • George Habash und Wadi Haddad -beide christliche Palästinenser- waren Anführer der Volksfront zur Befreiung Palästinas, einer von der EU und USA als Terrororganisation eingestuften Gruppierung.
  • Daher sind die Beweggründe für den Antisemitismus unter Muslimen weitestgehend auf historisch-politische Ereignisse (z.B. Prozess der Staatsgründung Israel, Israel-Palästina Konflikt) zurückzuführen.
  • So sagt Michael Käfer in seinem Buch Antisemitismus und Migration, S. 27: „Der Antisemitismus unter Muslimen ist eher ein christlich-europäischer Import in muslimisch-geprägten Staaten. Z.B. die Damaskus-Affäre 1860, die Ritualmordlegenden ab der zweiten Hälfte des 19. Jhd. im Osmanischen Reich, wo das gängige christlich-europäische narrativ in muslimisch-geprägten Staaten “importiert” wurde.“
  • Viele muslimische Organisation setzen sich verstärkt für den interreligiösen Dialog zwischen Muslimen und Juden ein. Die Fußballmannschaften der Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya treten regelmäßig gegen jüdische Mannschaften zu Freundschaftsspielen an. Solche Spiele finden unter dem Motto „Sport vereint“ statt und sind ein deutliches Zeichen von interreligiösem Dialog zugunsten des Miteinanders.

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