Die Helfer des Königs der Feder.

Ein Reformer für die Welt

Während Seines Besuchs 1988 in Nigeria, wurde Hadhrat Mirza Tahir Ahmad, viertes Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jama’at, von BTV, einem nigerianischen TV-Sender, eingeladen, um an einer Reihe von Fernsehinterviews teilzunehmen.

Während dieser Sitzungen wurden durch den Moderator des BTVs einige Fragen bezüglich des Islam und der Ahmadiyyat gestellt. Ein Auszug der Antworten auf jene Fragen, die während dieser Sitzungen gestellt wurden, wird im Folgenden präsentiert.

erstellt durch Amtul Hadi Ahmad

 

Interviewer: Welche Ansprüche erhob der Gründer der Ahmadiyya Gemeinde?

Hadhrat Mirza Tahir Ahmad:

Der Hauptanspruch des Gründers der Gemeinde war, der von Gott ausgewählte Reformer der Zeit zu sein. Im Wesentlichen war dies sein Anspruch, jedoch deckte dieser viele Aspekte ab. Tatsächlich ist es so, dass unsere heutige Zeit, auf die in den Schriften verschiedenster Religionen als „Endzeit“ Bezug genommen wird, die Zeit darstellt, über die viele Religionen prophezeit haben, dass ein Weltreformer erscheinen wird, der die Ära des Goldenen Zeitalters der Menschheit einleiten wird, zur endgültigen Vereinigung der Menschheit. Hindus beispielsweise nehmen auf ihn als die Wiederankunft Krishnas Bezug; die Juden hingegen erwarten einen Messias, der noch erscheinen soll. Jesus Christus (Friede sei auf Ihm) prophezeite, dass er selbst wiederkehren würde und der Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm) prophezeite für die Endzeit einen Reformer, der in zwei Gestalten erscheinen würde. Eine unter dem Titel al-Mahdi, die andere unter dem Titel Messias – „Messias Sohn der Maryam“, das ist Christus, Sohn der Maria.

Die entscheidende Frage die man sich hier stellen muss ist, ob all diese prophezeiten Reformer zeitgleich erscheinen werden, oder ob nur eine dieser Prophezeiungen sich erfüllen und sich somit als wahr herausstellen würde, während sich alle anderen als falsch herausstellten? Wenn aber andererseits all diese Prophezeiungen wahr sind und all diese Reformer unter verschiedenen Namen erscheinen würden, würde dies dann nicht zu einem religiösen Konflikt im Namen des einen Gottes führen? Solch ein Szenario ist daher nicht nur undenkbar, sondern auch unlogisch. Es sei denn man akzeptiert die Sichtweise der Ahmadiyya, dass die verschiedenen Namen, die dem Reformer der Endzeit gegeben wurden, in Wahrheit Ehrentitel sind – Nur ein einziger Reformer sollte erscheinen, der all diese prophezeiten Reformer repräsentieren würde.

So ist die Vereinigung der Religionen möglich. Gemäß der Ansprüche des Verheißenen Messias, also dem Gründer der Ahmadiyya Gemeinde, sollte dieser Reformer als Muslim geboren werden, der den Heiligen Quran befolgt und gemäß der Sunna lebt, also gemäß der Tradition des Heiligen Propheten (Frieden und Segen Allahs sein auf Ihm). Darüber hinaus würde der Reformer jener sein, der sowohl den Titel „al-Mahdi“ als auch den des „Messias“ trägt. Der Reformer sollte, gemäß dem Gründer der Ahmadiyya Gemeinde, auch all jene Reformer repräsentieren, über die in der Vergangenheit Prophezeiungen in anderen Religionen gemacht worden waren, dass sie für die Reformation der Menschheit erscheinen würden.

Kurzum, die Interpretation der Ahmadiyya über die vorangegangenen Prophezeiungen ist, dass anstelle des separaten Erscheinens aller verschiedenen Reformer, die sich auf verschiedene Wege berufen, nur eine Person als Reformer erscheinen wird. Dieser eine Reformer würde alle Reformer, die erwartet werden, in sich vereinen.

 

Interviewer: Sagen Sie, dass der Gründer Ihrer Gemeinde der letzte Prophet ist?

Hadhrat Mirza Tahir Ahmad:

Nein, das ist nicht der Fall. Im Islam ist die Bezeichnung „der Letzte der Propheten“ ein Terminus technicus, der ausschließlich für den Heiligen Propheten des Islam genutzt wird, dem Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm). Er ist der „Letzte“ in dem Sinne, dass sein Buch, welches seine Lehre ist, die letzte Lehre ist, er das letzte Wort hat und Er der letzte Meister ist, dessen Weg zu befolgen ist. Daher kann jemand, der als Untergebener des Heiligen ProphetenSAW erscheint keineswegs ein abweichender oder unabhängiger Prophet sein. Was also die Autorität anbelangt, ist der Letzte Prophet mit dieser Autorität der Prophet Muhammad (Friede und Segen Allahs seien auf Ihm). Die Stellung von Mirza Ghulam Ahmad von Qadian (Friede sei auf Ihm) ist eben die des Mahdis [was ‚Der, der rechtgeleitet wurde‘ bedeutet].

 

Interviewer: Die Ahmadiyya Bewegung ist, wie es scheint, nach ihrem Gründer als „Ahmadiyya“ benannt. Die Frage, die hier entsteht, ist, dass Sie an den Propheten Muhammad glauben, aber generell gesprochen Muslime sich nicht  „Muhammedaner“ nennen.  Hier scheint es einen Widerspruch zu geben – Warum versuchen Sie Ihre Gemeinde zu personifizieren?

Hadhrat Mirza Tahir Ahmad:

Der erste Irrtum, der hier aufgelöst werden muss, ist die Frage der Definition. Wie ist die Ahmadiyyat zu sehen? Als eine Religion oder als eine Religionsgruppe? Im Islam sind Muslime in verschiedene Unter-Bezeichnungen gespalten, wie zum Beispiel die Barailvis, Wahabis, Sunnis, Shi`as, Malikis, Hanbalis, Shafae`is und so weiter. Die Frage sollte lauten, warum solche Titel im Islam existieren. Ihre Existenz bedeutet nicht, dass es sich hierbei um eine andere Religion handelt, sondern sie existieren lediglich, um anzuzeigen, dass sie unterschiedliche Herangehensweisen zum Islam aufzeigen. Bereits ein Wort der Bezeichnung weist auf die grundlegenden Ansichten derjenigen hin, die dieser Gruppe angehören. Dies erleichtert den Prozess der Identifikation und der Vorstellung, wenn man über seine Ansichten gefragt wird, anstatt dass man seine Ansichten und die Gruppe, der man angehört, in voller Länge erklären muss,  genügt jedes Mal ein alleiniger Ausdruck, um die grundlegenden Ansichten seiner Person aufzuzeigen. Ob man nun beispielsweise der Shi´a oder der Sunni Gruppe angehört, oder ob seine Treue der Wahabi-Sekte oder einer anderen gilt.

 

Interviewer: Sie sagen, dass Sie Ihre und den Rest der muslimischen Religionsgruppen voneinander abgrenzen müssen. Was ist der Grund für diese Unterscheidung?

Hadhrat Mirza Tahir Ahmad:

Der Gründer der Ahmadiyya Bewegung hat die Bedeutung der Bezeichnung als ‚Ahmadiyya‘ selbst erklärt. Er erklärt, und diese Tatsache wird von allen Muslimen akzeptiert, dass mit dem Propheten Mohammad (Friede und Segen Allahs seien auf Ihm) zwei Namen assoziiert werden, der eine ist „Muhammad“ und der andere ist „Ahmad“.  Sein Name Muhammad ist im Alten Testament und der Name Ahmad ist als ‚Paraklet‘ [welches dieselbe Bedeutung wie der Name ‚Ahmad‘ hat] im Neuen Testament erwähnt.

Während der ersten Erscheinung des Propheten MuhammadSAW hat sich das Attribut „Muhammad“ vollkommen manifestiert. In der Endzeit war es sein zweites Attribut, das Attribut „Ahmad“, was dazu bestimmt war, vollkommene Entfaltung zu erfahren. Da jedoch die Endzeit auch mit dem Kommen des Messias assoziiert wird, ist es auf diese Weise angemessen, dass der Name, mit dem der Messias Jesus Christus (Friede sei auf Ihm) sich auf denjenigen bezog, sich zu jener Zeit entfalten sollte, in der der „Messias“ selbst den Islam in der Endzeit repräsentieren sollte, und dieser Name ist „Ahmad“.

Der Unterschied zwischen den beiden Namen „Muhammad“ und „Ahmad“ ist, dass der Name Muhammad für Stärke und Glorie steht, die auf die gleiche Art manifestiert wurde, wie zu Zeiten von Moses (Friede sei auf Ihm). Der Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm) ist dem Propheten Moses in Rang, Stärke und Glorie ein ähnlicher Prophet. Der Prophet Muhammad (Friede sei auf Ihm) wurde zum Gesandten und war noch in seiner Lebenszeit siegreich. In der Situation, mit der sich der Messias konfrontiert sah, finden wir eine ganz andere Art und Weise der Manifestation. Anstelle von Stärke und Glorie sah man das Ausharren im Anblick der Verfolgung, zusammen mit dem friedlichen Eifer, andere mit Überzeugung und Liebe zu gewinnen.

 

Quelle: [Englisch]