Die Helfer des Königs der Feder.

JIHAD – Der Heilige Krieg?

1. Behauptung: Der Islam lehrt den Heiligen Krieg gegen Ungläubige!

 

Entgegnung

§  Ausdruck „Heiliger Krieg” ist allen islamischen Quellen fremd — weder im Quran noch in den Ahadith findet man einen solchen Ausdruck wieder.

§  Verwendet wurde dieser Ausdruck u.a. im christlichen Europa des Mittelalters, um hiermit eine religiöse Legitimation für die Kreuzzüge zu propagieren. So finden wir den Begriff „Heiliger Krieg” wortwörtlich im Buch Joel 4, 9-11 in der Bibel wieder:
„Ruft dies aus unter den Völkern! Heiligt euch zum Krieg! Bietet die Starken auf! Lasst herzukommen und hinaufziehen alle Kriegsleute! Macht aus euren Pflugscharen Schwerter und aus euren Sicheln Spieße! Der Schwache spreche: Ich bin stark! Eilt und kommt, alle Völker ringsum, und versammelt euch!“

 

2. Behauptung: Wenn Muslime „Jihad” sagen, meinen sie im Grunde diesen Heiligen Krieg!

Nein, Jihad bedeutet wörtlich: Anstrengung, Bemühung, Bestreben. Kriegerische Konnotation ist im Wort nicht angelegt!

Konzept des Jihad ist selbstverständlich Teil der islamischen Lehre und Praxis. Allerdings meint er Inhalte, die wie folgt weiter definiert werden (aus Quran abgeleitete Formen des Jihad):

 

§  Der Größte Jihad — Der Kampf gegen das Ego

Kampf gegen die persönlichen Begierden, egoistischen Wünsche & triebgesteuerten Verhalten. Diese Form der Anstrengung mittels Achtsamkeit dient im Islam spiritueller Entwicklung des Menschen

 

§  Der Große Jihad — Die Verkündung des Heiligen Quran

Verkündung der Botschaft des Qurans = „der Große Jihad” = Wettstreit zur Verbreitung der Wahrheit durch Wort und Schrift und Argumente, von dem Allah im Heiligen Quran sagt: „Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art.“ 6:126

 

§  Der Kleine Jihad — Selbstverteidigung gegen einen Aggressor

Der kleinste Jihad wird geführt, wenn der Verteidigungsfall eintritt. Der Islam erlaubt nämlich die Abwehr eines militärischen Angriffs von außen zur Verteidigung von Leib und Leben, sowie der Glaubens- und Gewissensfreiheit:

„Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen – jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: „Unser Herr ist Allah.“ Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig.“ 22:40/41

 

Sprechen diese Verse von Aggressionskriegen? Nein!

 

Genannte Bedingungen für „kleinen Jihad“:

A) Zur Verteidigung, wenn man bekämpft wird (nicht als Aggressionskrieg!)

B) Es geschah Unrecht

C) Vertreibung aus Häusern nur des Glaubens wegen

D) d.h. bei anhaltender Verfolgung nach Auswanderung aus Heimat

E) Zum Schutz ALLER Gotteshäuser, d.h. Klöster/Synagogen/Kirchen und Moscheen, also zum Schutz der Glaubensfreiheit aller!

 

3. Behauptung: Muslime beziehen sich in Dialogen ausschließlich auf die „friedlichen” Verse, die während der mekkanischen Periode offenbart wurden. Sobald der ProphetSAW jedoch später in Medina mehr Macht erlangt hatte, änderte sich die Natur der Offenbarungen: Sie wurden gewaltvoller, kriegerischer und sind von einem aggressiven Unterton geprägt.

 

§  Heiliger Quran über 23 Jahre verteilt an Hg. ProphetenSAW offenbart: Inhalte offenbarter Verse und Suren orientieren sich entsprechend an die Umstände des Lebens des Heiligen ProphetenSAW

§  Mekkanische Periode (vor der Hidschra): Schlimmste Verfolgung, Folter & Totschlag aufgrund ihres Glaubensbekenntnis ausgesetzt (diese Phase dauerte ca. 13 Jahre an).

§  Gott lehrte den Muslimen in dieser Phase Geduld und Ausdauer und, nicht von der Wahrheit zu weichen, egal wie grausam die Anfeindung ist. Wir lesen in einem Vers aus dieser Zeit beispielsweise: „Harre aus in Geduld; deine Geduld aber kommt nur von Allah. Und betrübe dich nicht über sie, noch beunruhige dich wegen ihrer Anschläge. Wahrlich, Allah ist mit denen, die rechtschaffen sind und die Gutes tun.“ 16:128/129

§  Trotz schlimmer Situation der Muslime zu dieser Zeit & Bedrohung ihrer Leben erging von Gott kein einziges Mal der Befehl, sich zur Verteidigung zu erheben.

§  Auch nach 13 Jahren keine Erlaubnis zu gewaltsamer Verteidigung; stattdessen: Befehl an Muslime zur Auswanderung/Hidschra aus geliebter Heimat, um sich & den Glauben zu retten! (da Ausmaß der Drangsal grenzenlos wurde)

→ Flucht nach Medina, welche den Mekkanern ein Dorn im Auge war.

→ Nach einigen vorrübergehend haltenden Friedensverträgen entschlossen die Mekkaner, alle Verträge missachtend zum alles entscheidenden Schlag gegen Medina zu ziehen.

§  Erst nach 13 Jahren Folter, Totschlag und sogar nach Auswanderung anhaltender Verfolgung wurde den Muslimen von Allah zum 1. Mal gestattet, sich zu verteidigen & das nicht nur für sich selbst (s.o. Sure 22, Verse 40-41).

§  Es ist selbstverständlich, dass in dieser Periode, in welcher der Konflikt von Einzelfällen zu militärischen Auseinandersetzungen gegen die Muslime anwuchs, Gott den Muslimen auch Weisungen bezüglich der Kriegssituation gab! Wer diesen Kontext außer Acht lässt, täuscht absichtlich!

 

4. Behauptung: Die Verse aus jener Zeit dienen den Muslimen seit jeher im Grunde nur als Vorwand für ihre Kriegsführung! Nicht umsonst heißt es doch „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt!” 2:192

 

Entgegnung

§  Kontext koranischer Kriegsverse ist Verteidigungskrieg! Das geht aus allererstem Vers hervor, der zum Verteidigungskrieg offenbart wurde (vgl. „Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen“ 22:40)

§  Gegenwärtig ist das Recht auf Selbstverteidigung auch im Artikel 51 der UN-Charta verankert und stellt kein Verbrechen dar!

§  Versuche, Quranverse über Kriegszustand anders als im Kontext der Verteidigung auszulegen, sind Augenwischerei! Verse werden aus historischem Kontext gerissen bzw. nur halb wiedergegeben!

§  Die Interessen von Daesh und anderen Terroristen sind rein politische und keine religiösen.

→ Sie führen keine Verteidigungskriege, wie sie im Heiligen Quran erwähnt sind, sondern ganz klare Angriffskriege.

→ Auch gebietet der Quran, dass der Schaden von Verteidigungskriegen so klein wie möglich gehalten werden sollte

 

1.       „Und kämpfet für Allahs Sache gegen jene, die euch bekämpfen, doch überschreitet das Maß nicht, denn Allah liebt nicht die Maßlosen“ 2:191

→ Das ist eine allgemeingültige Weisung für alle Kriegsfälle! Dieser Vers geht dem im Vorwurf aufgeführten Vers unmittelbar voraus!

Fazit: 

§  Kein blinder Befehl/Freibrief für Gewalt & Krieg, sondern es geht eindeutig um den Verteidigungsfall! Und selbst hier werden Muslime ermahnt, nicht das Maß zu überschreiten! (s.u. Regeln für Kriegsfall!)

2.       „Und tötet sie, wo immer ihr auf sie stoßt, und vertreibt sie von dort, von wo sie euch vertrieben; denn Verfolgung ist ärger als Totschlag. Bekämpft sie aber nicht bei der Heiligen Moschee, solange sie euch dort nicht angreifen. Doch wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie; das ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ 2:192

→ Dieser von Kritikern oft zitierte Vers ist eigentlich sehr lang, Kritiker zitieren nur die erste Hälfte!

→ Kontext hier ist wieder Verteidigungskrieg der Muslime, bei dem sich beide Parteien auf dem Kriegsfeld gegenüberstehen. Aggression ging also zuerst vonseiten der Gegner aus, wie aus den Abschnitten „vertreibt sie von dort wo sie euch vertrieben haben und „wenn sie euch angreifen, dann kämpft wider sie” ganz eindeutig hervorgeht.

3.       Doch es geht weiter: „Wenn sie jedoch ablassen, dann ist Allah allvergebend, barmherzig. Und bekämpfet sie, bis die Verfolgung aufgehört hat und der Glauben an Allah (frei) ist. Wenn sie jedoch ablassen, dann (wisset), dass keine Feindschaft erlaubt ist, außer wider die Ungerechten.“ 2:193/194

 

→ Hier wird Kriegsursache benannt & Kriegsausmaß beschränkt

→ „bis der Glaube an Allah frei ist” beweist, dass die Ursache des Krieges die Verwehrung der Religionsfreiheit und daraus folgende Verfolgung und Aggression ist.

→ Der Verteidigungsfall ist zudem nur solange erlaubt, „bis die Verfolgung aufgehört hat”, und anschließend ist „ keine Feindschaft erlaubt”, da der Grund für den Verteidigungskrieg wegfällt.

4.       „[…] Wer sich also gegen euch vergeht, den straft für sein Vergehen in dem Maße, in dem er sich gegen euch vergangen hat. Und fürchtet Allah und wisset, dass Allah mit den Gottesfürchtigen ist.“ 2:195

→ Strafmaß darf nicht maßlos übertrieben sein! Beschränkendes Verbot, damit einzig und allein Wiederherstellung des Friedens oberstes Ziel bleibt! Sobald Angreifer Frieden will, sind Muslime VERPFLICHTET, Frieden zu schließen, d.h. Quran unterbindet militärische Konflikte!

 

Fazit:

Das ultimative Ziel ist weder die Befriedigung blinder Rachsucht, noch die Verbreitung des Islam mittels Gewalt; das wahre Ziel wird einige Verse später beleuchtet: Nur Selbstverteidigung & Wiederherstellung von Frieden und Gewissens- und Religionsfreiheit.

 

2. Behauptung: Daesh (sogenannter IS) arbeitet doch gemäß den Weisungen des Heiligen Quran und verbreitet auf dieser Grundlage den Islam mit Gewalt!

 

Entgegnung

§  Handlungen von Daesh (IS) bzw. anderen „islamistischen“ Terrorgruppen stehen Islam völlig entgegen!

§  Die Religionsfreiheit ist im Heiligen Quran selbst niedergelegt und gilt für Muslime als unantastbar (vgl. „Es soll kein Zwang sein im Glauben; “ 2:257)

§   Muslime haben zwar die Pflicht, die Botschaft des Islam zu überbringen, doch Entscheidung über Glauben und Nicht-Glauben persönliche Angelegenheit! Nicht mit Gewalt durchsetzbar, so wie Quran sagt: „Rufe auf zum Weg deines Herrn mit Weisheit und schöner Ermahnung, und streite mit ihnen auf die beste Art.“ 16:126
→ Mit der besten Art ist hier der Dialog gemeint, nicht etwa kriegerische Auseinandersetzungen: „Doch wenn sie sich wegkehren, dann bist du für nichts verantwortlich als für die klare Verkündigung “ 16:83

Die Verantwortung der Muslime bei der Verbreitung des Islam geht also niemals über das Verkünden und Vorleben der eigenen Lehren hinaus.

§   „[…] Und hätte Allah gewollt, Er hätte euch alle zu einer einzigen Gemeinde gemacht, doch Er wünscht euch auf die Probe zu stellen durch das, was Er euch gegeben. Wetteifert darum miteinander in guten Werken. Zu Allah ist euer aller Heimkehr; dann wird Er euch aufklären über das, worüber ihr uneinig wart.“ 5:49

→ Nirgendwo im Quran steht, dass man die Menschen zum Glauben zwingen kann; Quran sagt, dass jeder die Freiheit hat, seine Vernunft zu gebrauchen

→ Gott muss in der Vorstellung von Daesh (sog. IS) etc. äußerst schwach sein, wenn seine Religion Gewalt bräuchte, um sich zu verbreiten

→ Folgende Passagen aus dem Hg. Quran unterstreichen eindeutig die Religionsfreiheit: „[…] Und jener, der ungläubig ist, lass seinen Unglauben dich nicht bekümmern. Zu Uns wird ihre Heimkehr sein, dann werden Wir ihnen verkünden, was sie getan; denn Allah weiß recht wohl, was in den Herzen ist.“ 31:24

à „Lass den gläubig sein, der will, und den ungläubig sein, der will.“ 18:30

 

Fazit:

§  Kriegerische Mittel zur Verbreitung des Islam sind also im Heiligen Quran und den Ahadith nicht vorgesehen und das ganze Leben des Heiligen Propheten MuhammadSAW steht als Plädoyer für Glaubens- und Gewissensfreiheit!

 

Regeln der Muslime im Kriegsfall:

→ Krieg zur materiellen Bereicherung verboten!

→ Nur gegen jene darf gekämpft werden, die zuerst angreifen/Krieg erklären!

→ Auch im Falle des Verteidigungskrieges darf nicht das Maß überschritten werden! Ziel muss Wiederherstellung von Frieden und Glaubensfreiheit für alle bleiben!

Nur bewaffnete Soldaten dürfen bekämpft werden! Wer Waffen fallen lässt/kein Aggressor ist, darf nicht bekämpft werden!

NICHT angegriffen werden dürfen: Priester, Frauen, Neugeborene, Kinder, alte Menschen, Kranke sowie Tiere!

→ Die Infrastruktur darf keinen Schaden nehmen. Keine Bäume fällen und auch keine Gebäude zerstören & Gebetsstätte aller Religionen sind zu verschonen!

→ Tote dürfen nicht verstümmelt werden (wie es in Kriegen aus der Zeit des ProphetenSAW sonst üblich war)!

→ Kriegsgefangene müssen von Muslimen gut behandelt werden! Zwangskonversion und Folter sind verboten. Muslime müssen für angemessene Nahrung/Kleidung der Gefangenen sorgen! Sie sollen — selbst wenn kein Lösegeld gezahlt wird — freigelassen und ihnen soll vergeben werden

Betrug ist verboten! Verträge müssen eingehalten werden, selbst mit dem Feind! Sobald der Feind Friedensabsichten bekundet, ist der Muslim verpflichtet, Frieden zu schließen!

 

Fazit:

§  Es ist unmöglich, mit diesen Weisungen Angriffskriege zu führen. Daesh hält sich an keine dieser Weisungen, folglich sind ihre Handlungen unislamisch/anti-islamisch!

§  Heutzutage gilt es, Angriffe auf Islam mit der Feder (durch Medien, Artikel, Bücher etc.) zu beantworten, weil Islam durch ebendiese angegriffen wurde.

Der Verheißene MessiasAS hat das in klaren Worten ausgeführt: „In diesem Zeitalter ist die Waffe im Kampf des Islam gegen den Unglauben nicht das Schwert, sondern die Feder.“ Malfuzaat, Bd. 1, Seite 59

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