Die Helfer des Königs der Feder.

Kaschmir, ein Land auf der Suche nach Frieden

Der Konflikt um Kaschmir: Es erscheint wie eine unendliche Leidensgeschichte. Eine Geschichte voller Unruhen, Aufruhen und Besitzansprüchen. Die kleine Region im Himalaya steht seit Generationen im Zentrum internationaler Konflikte und wird dominiert von politisch motivierten Ungerechtigkeiten. Die Tragödie und das Leid der rund 12,5 Millionen Einwohner scheinen inmitten der Berglandschaft zu verhallen. Die Hoffnung auf eine sichere Zukunft schwindet und gerät in eine unerreichbare Ferne …

 

Der britische Kolonialismus als Ursprung der Tragödie?

Doch wie konnte es überhaupt zu solchen Umständen kommen? Das Gute an der Historie ist, dass sie retrospektiv aufgearbeitet werden kann, schließlich vergisst die Vergangenheit nie. Ein Blick in die Geschichte führt demnach zurück in die Zeit des Imperialismus. So umfasste das British Empire, das größte Kolonialreich der Geschichte, den indischen Raum. Die britische Regierung verkaufte das Gebiet von Kaschmir für ein paar wenige Dollar an Gulab Singh – den sogenannten Maharaja. Während es zu kommunalen Unruhen in Kaschmir kam, zogen sich die britischen Kolonialisten selbst zurück und überließen das Land seinem eigenen Schicksal.

Zu der Zeit sahen die indischen Muslime, wie ihre Mitmenschen in Kaschmir leiden mussten und versuchten sich zu vereinen, um den Kaschmir-Konflikt zu lösen. Die britisch-indische Regierung und der Maharaja von Kaschmir waren verblüfft von der landesweiten Reaktion. Doch das Streben der Muslime blieb erfolglos und das Leiden der Kaschmiris ging weiter.

Ein muslimisches Komitee auf der Suche nach Frieden

Um die 1930er Jahre kam es zu weiteren Unruhen, die das politische Leben und die Meinungsfreiheit stark begrenzten. Kurz nach den blutigen Unruhen vom 25. Juli 1931 fand eine Muslim-Konferenz statt, in der indisch-muslimische Führer nach pragmatischen Lösungen suchten, um die Konflikte zu entschärfen. Zu den vielen namenhaften Muslimen gehörten unter anderem Sir Muhammad Iqbal, Sir Mian Fazl-i-Hussain, der Nawab von Malerkotla, Sir Muhammad Zulfiqar Ali Khan, Khwaja Hasan Nizami aus Delhi, Khan Bahadur Shaikh Rahim Bakhsh. Sir Iqbal nominierte Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRA, den zweiten Khalifen der Ahmadiyya Jamaat, zum Präsidenten. Anschließend wurde er einstimmig von den Mitgliedern der Konferenz gewählt.

Da Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRAkein politischer Führer war, stimmte er nur widerwillig im Namen der muslimischen Einheit zu, um in der Kaschmir-Frage sowie in weiteren Bereichen Fortschritte zu erzielen. Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRAkonnte in verschiedenen Teilen Indiens friedliche Konferenzen organisieren, um Rechte und eine finanzielle Unterstützung für die Kaschmiris einzufordern. Er selbst spendete ebenfalls Geldsummen für Kaschmir.

Die Politisierung von sozialen Hilfen durch die Anti-Ahmadiyya-Bewegung

Der einheitliche Kampf der Muslime, für den Fortschritt in Kaschmir und über dessen Grenzen hinaus, erhitzte die Gemüter der Anti-Ahmadiyya-Bewegungen. Die Einheit unter der Führung des Khalifen der Ahmadiyya Jamaat war den Gegnern ein Dorn im Auge. Sie politisierten die Erfolge der Muslim-Konferenz und bewerteten die Errungenschaften in Kaschmir als Ahmadiyya Sieg. Sie forderten Hadhrat Mirza Bashiruddin Mahmud AhmadRAauf, den Sitz als Präsidenten abzugeben. Dieser Aufforderung kam der Khalif nach und Sir Muhammad Iqbal übernahm dieses Amt. Sir Muhammad Iqbal galt mittlerweile als ein Mann, der seine ‚Khudi‘ (Selbstachtung) an die Ahrar verkauft hatte und dessen ‚Hawk‘ in Vorurteilen versunken war (‚Khudi‘ und ‚Hawk‘ sind zwei ikonische Metaphern von Iqbals nationalistischer Dichtung). Renommierte Historiker wie Ayesha Jalal sind sich einig, dass das ‚All India Kaschmir Committee‘ nach der Übergabe der Präsidentschaft an Sir Muhammad Iqbal nie wieder dieselben Erfolge feiern konnte, wie unter der Führung des Khalifen Mizra Bashiruddin Mahmud AhmadRA.

Kaschmir nach der Teilung Indiens

Nachdem Indien im Jahr 1947 geteilt wurde, wurde die Region von Kaschmir erneut zum Spielball internationaler Konflikte. Die beiden Schwellenländer Pakistan und Indien beanspruchten das Land jeweils für sich. Der Streitpunkt führte erneut zu Unruhen, Konflikten und Kriege, die die Region prägten. Im Rahmen der Vereinten Nationen, wurde 1949 eine Lösung für den Besitzanspruch Kaschmirs gesucht. Als pakistanischer Sprecher wurde der Ahmadi Sir Zafrulla Khan ausgewählt.

Die von ihm vorgestellte Lösung war einfach und human: Gebt dem Volk von Kaschmir das Wahlrecht! Er forderte, dass die Menschen in Kaschmir über das Schicksal von Kaschmir entscheiden sollten. Er bemühte sich, dass Kaschmir entmilitarisiert und eine Volksabstimmung durchgeführt werden sollte, um eine gerechte Lösung zu erreichen. Seine Haltung wurde von der rational denkenden Klasse der Inder und Pakistanis gleichermaßen anerkannt. Nichtsdestotrotz wurden seine Vorschläge nicht umgesetzt und der Konflikt konnte nicht klar gelöst werden.

Kaschmir heute

Bis 2019 ist der Frieden in Kaschmir nicht eingekehrt. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan manifestieren sich immer wieder durch militärische Konflikte in der kleinen Region von Kaschmir. Ob es eine sichere Zukunft für das leidtragende Volk in der Region gibt, ist nicht abzusehen. Die Geschichte zeigt jedoch, dass Kaschmir wohl leider auch weiterhin unfreiwillig für internationale Schlagzeilen sorgen wird.

 

Anmerkung: Es handelt sich bei diesem Beitrag um eine modifizierte Version folgenden englischen Beitrags: http://www.alhakam.org/the-burning-issue-of-kashmir/

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