Die Helfer des Königs der Feder.

Moschee

Die Moschee (arab.: مسجد ; masǧid ; „Ort der Niederwerfung“) ist ein Ort der Gottesanbetung und -andacht. Muslime versammeln sich im Gotteshaus vor allem für das Verrichten der täglichen fünf Gebete.  Eine wahre Moschee setzt nicht nur einen würdevollen Rahmen für das gemeinsame Gebet der Muslime, sondern ist vielmehr ein Garant des Friedens und der Nächstenliebe.


Inhaltsverzeichnis

  1. Allgemeines
    • Erwähnung im Heiligen Qur’an
    • Geschichte
    • Sinn und Zweck
    • Verhaltensregeln
    • Das gemeinsame Gebet
  2. Architektur
  3. Liste aller Moscheen der AMJ in Deutschland
    • 100-Moschee-Projekt
    • Tag der offenen Moschee
  4. Quellen

Allgemeines

Das arabische Wort für „Moschee“ lautet „masǧid“, was auf Deutsch heißt: „Ort der Niederwerfung“. Mit „Niederwerfung“ ist jene Haltung im islamischen Gebet gemeint, in welcher der Gläubige mit seiner Stirn (sowie Händen, Knien und Füßen) den Boden berührt, als Zeichen seiner vollkommenen Hingabe an den Willen Gottes. Somit ist eine Moschee ein Gotteshaus, gebaut mit der Absicht, einen würdevollen Rahmen für das gemeinsame Gebet der Muslime (ein Wort, das auf Deutsch: „Gottergebene“ heißt) zu bieten.

In der Moschee treffen sich die Muslime hauptsächlich zu den vorgeschriebenen Gebetszeiten, also fünf Mal täglich, d. h. vor Sonnenuntergang, Mittags, nachmittags, nach dem Sonnenuntergang und abends, insbesondere aber auch zum Freitagsgebet.

Erwähnung im Heiligen Qur‘an

Im Heiligen Qur‘an kommt der Begriff masǧid knapp 30 Mal vor, und zwar ausschließlich in spät-mekkanischer und medinischer Zeit. An den meisten Stellen ist masǧid mit dem Attribut arām („heilig, verboten“) versehen (vgl. z. B. Sure 2:144 und 17:1) und bezeichnet dann in der Zusammensetzung al-Masǧid al-ḥarām das Heiligtum in Mekka.

Geschichte

Nach der Auswanderung aus Mekka nach Medina im Jahre 622 verloren die Muslime den Zugang zum Heiligtum (Ka’aba) in Mekka. Zum Gebet versammelten sie sich daher üblicherweise im Hof des Wohnhauses vom Heiligen ProphetenSAW in Medina. Dieser Hof wird deswegen als die erste muslimische Moschee betrachtet, da mit ihm die Muslime zum ersten Mal eine eigene Moschee hatten.  Die Prophetenmoschee (arab.: المسجد النبوي, al-masǧid an-nabawī) in Medina ist nach der al-ḥarām -Moschee in Mekka die zweitheiligste Moschee im Islam. Hier befindet sich die Grabstätte des Heiligen ProphetenSAW. Zunächst stand hier das Haus des Propheten MuhammadSAW, das er nach der Hidschra 622 erbauen ließ. Zudem ließ er schon zu seiner Zeit eine Moschee dort errichten. Im Jahre 628 erfolgte dann die erste Vergrößerung dieser Prophetenmoschee.

Sinn und Zweck

Über den Sinn einer Moschee sagte das derzeitige Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat, Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, in London anlässlich der Eröffnung der größten Moschee Westeuropas (Baitul Futuh Moschee in London):

„Der Islam lehrt uns, stets aufmerksam zu sein hinsichtlich Gottes, Der unser Schöpfer ist und das Gedanken Seiner immer frisch in unseren Herzen zu halten und mit seiner Schöpfung liebenswürdig, herzlich, harmonisch und tolerant umzugehen. Dies ist die Gesamtsumme der Lehre, die uns durch Muhammad, den Heiligen Propheten des Islams, Segen und Frieden Allahs seien auf ihm, gegeben wurde. Wenn also dies die Lehre dieser Religion ist, wie können dann Slogans des Hasses von den Spitzen Seiner Moscheen gerufen werden, wenn jene doch als Orte der Anbetung für Seine Gefolgsleute gedacht sind? Ein wahrer Muslim kann niemals seine Stimme hasserfüllt gegen seine Mitbürger erheben, noch gegen die herrschende Autorität oder Regierung der jeweiligen Zeit. Wie ich bereits sagte, ist der Mensch für zwei Zwecke geschaffen worden, und diese sind, dass der Mensch den Einen und Einzigen Gott verehren und sich freundlich gegenüber Gottes Schöpfung verhalten sollte. Um diese beiden Ziele zu erfüllen, werden Moscheen gebaut.“

Außerhalb der Gebetszeiten können sich die Muslime in der Moschee auch versammeln, um wichtige religiöse Fragen zu besprechen. So ist die Moschee auch der Ort, an dem sich die jungen bzw. älteren Männer, Frauen und Kinder versammeln, um sich weiter zu bilden. Sie erlernen hier zum Beispiel die islamischen Gebete, den Heiligen Qur‘an zu lesen oder religiöses Wissen zu erlangen.

Aber nicht nur Muslime dürfen eine Moschee betreten. Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, der in einer Moschee beten, meditieren oder sich ausruhen möchte, ist herzlich willkommen. Regelmäßig werden in den Moscheen der Ahmadiyya Muslim Jamaat auch öffentliche Veranstaltungen durchgeführt, etwa „Interreligiöse Dialoge“, zu denen Pfarrer und Geistliche anderer Religionen eingeladen werden, oder es finden Informationsveranstaltungen statt.

Verhaltensregeln

Eine Moschee ist ein Ort der Anbetung Gottes. Daher ist es zutiefst unerwünscht, weder in noch außerhalb der Moschee irgendeinen Lärm zu machen, der andere in ihren Gebeten stören könnte.

Eine Moschee muss immer sauber gehalten werden. Und da während der Niederwerfung der Boden berührt wird, ist es notwendig, dass vor dem Betreten der Moschee die Schuhe ausgezogen werden. Allen, die eine Moschee besuchen, wird geraten, sauber zu sein, und wenn möglich Parfüm zu benutzen.

Es ist auch hier zutiefst unerwünscht, dass jemand, der beispielsweise gerade Knoblauch gegessen hat, die Moschee in einem solchen Zustand betritt, es sei denn, er hat ein Mittel genommen, das den Geruch unterdrückt. Spucken ist in der Moschee verboten.

In einer Moschee soll es weder Bilder, Gemälde, Statuen oder Musikinstrumente geben, weil dies die Konzentration der Gläubigen während des Gebets ablenken könnte. Gleiches gilt in der heutigen Zeit für elektronisches Spielzeug wie z.B. MP3-Player oder auch Mobilfunkgeräte, die vor dem Eintritt in die Moschee ausgeschaltet werden sollten.

Da eine Moschee ein Ort ist, der ausschließlich der Anbetung Gottes geweiht ist, sind dort jegliche (Werbe-) Anzeigen sowie jeglicher Handel auf das Strengste verboten.

Eine Moschee sollte immer mit dem rechten Fuß betreten und mit dem linken Fuß zuerst wieder verlassen werden.

Das gemeinsame Gebet

Der Heilige Qurʾan sowie der Heilige Prophet MuhammadSAW haben die Aufmerksamkeit der Gläubigen wiederholt darauf gerichtet, dass sie ihr ṣalāt gemeinsam beten sollen.

Der Heilige Qurʾan hat die Worte ,,yuqīmūna ṣ-ṣalāt“ benutzt, was ebenfalls bedeutet, dass die Gläubigen ihre Ritualgebete in der Gemeinschaft verrichten. Es sind zahlreiche spirituelle wie auch weltliche Wohltaten, die daraus entstehen, dass die  Muslime  ihre  Ritualgebete  gemeinsam  beten. Den Geist der Brüderschaft festigt es genauso wie es die Idee von der Gleichheit aller Menschen einprägt, wenn wir Schulter an Schulter nebeneinanderstehen.

Der Heilige  ProphetSAW hat gesagt:

„Ein gemeinsames ṣalāt ist siebenundzwanzigmal hochwertiger als jenes ṣalāt, das alleine gebetet wird.“ (Muslim)

Ein weiteres Mal wird berichtet, dass der Heilige Prophet MuhammadSAW gesagt hat:

„Die Person, die regelmäßig vierzig Tage lang  —  ohne  das erste takbīr zu versäumen —   am gemeinsamen ṣalāt teilnimmt, erhält zwei Erlasse: einmal die Befreiung von der  Hölle und zum anderen Freiheit von Heuchelei.“ (Sunan Tirmiḏī)

Der Heilige ProphetSAW machte in den folgenden Worten denjenigen Vorwürfe, die nicht zu den Gebeten in die Moschee kamen:

„Bei Allah, in Dessen Hand mein Leben liegt, ich habe die Vorstellung, dass ich das   Herbeischaffen von Feuerholz befehlen und dann erst zum Ritualgebet aufrufen sollte.     Nach dem Gebetsaufruf sollte ich jemanden bitten, das gemeinsame Ritualgebet zu leiten, und mich dann jenen Leuten zu wenden, die nicht zum gemeinsamen Ritualgebet erschienen sind, und ihre Häuser in Brand setzen.“ (ṣaḥīḥ Buḫārī und ṣaḥīḥ Muslim)

Aus diesem Grund legt der Islam großen Wert auf das gemeinsame Ritualgebet. Es sollte ein sehr guter Entschuldigungsgrund, wie zum Beispiel Krankheit oder eine bestimmte Furcht dafür vorliegen, dass das ṣalāt zu Hause gebetet wird.

 

Architektur

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat strebt einfache aber funktionale Moscheen an. Prunkvolle Moscheen mit einer überwältigenden Fassade aber mit leeren Gebetsräumen sind nicht Sinn der Sache. Im Gegenteil, die Ahmadiyya Muslim Jamaat möchte Moscheen errichten, welche sich gleichzeitig im jeweiligen Stadtbild einfügen. Grundsätzlich wird die Moschee gen Mekka ausgerichtet, da dort die Ka‘aba vorzufinden ist. D. h. für die Bundesrepublik gilt eine südöstliche Ausrichtung.

Gemäß der Mitgliederzahl der Muslime, welche in unmittelbarer Nähe zur zukünftigen Moschee leben, wird die Moscheegröße bestimmt. Als Grundausstattung einer Moschee gelten zwei getrennte Gebetsräume mit gekoppelten Sanitärbereichen, getrennte Eingangsbereiche für Frauen und Männer und einem Technikraum. Je nach Bedarf kann die Moschee auf folgende Räumlichkeiten erweitert werden: Büro- und Verwaltungsräume, Bibliothek, Küche und Wohnung für den Hausmeister oder den Imam.

Entsprechend der Grundstücksgröße baut die Ahmadiyya Muslim Jamaat Moscheen ein- oder zweigeschossig. Minarett und Kuppel haben einen rein symbolischen Charakter und dienen der Erkennung der Moschee. Es wird kein Gebetsruf vom Minarett ausgerufen und die Höhe des Minaretts variiert zwischen 10 und 17 Metern. Benötigte Parkplätze werden auf dem Grundstück angeboten.

Im Allgemeinen sollte die Moschee ein Ort sein, auf den jener Vers des Heiligen Qur‘an zutrifft, der sich auf die Ka‘aba, das erste Gotteshaus der Menschheit, bezieht:

„Wer es betritt, hat Frieden“ (3:98)

In diesem Sinne ist jede rechtschaffen erbaute und von wahren Muslimen besuchte Moschee ein Ort des Friedens.

 

Liste aller Moscheen der AMJ in Deutschland

siehe: Unsere Moscheen in Deutschland  – (Hyperlink zu: http://www.ahmadiyya.de/gebetsstaette/moscheen/)

Tag der offenen Moschee

Eine Moschee soll nicht nur ein Ort sein, an dem die Muslime sich zum gemeinsamen Gebet versammeln. Eine Moschee ist auch eine Stätte der Begegnung, des Dialogs und der nachbarschaftlichen Zusammenkunft.

In diesem Sinne lädt die Ahmadiyya Muslim Jamaat, am Tag der deutschen Einheit, jährlich Mitbürger und Nicht-Muslime zum Tag der offenen Tür in die Moschee ein. Die Besucher erwartet ein vielfältiges und informatives Programm. Es umfasst Gespräche, die ein neues, vorurteilsbefreites Licht auf den Islam werfen und über unterschiedlichste Aspekte des Glaubens und der Lehre des Islam informieren sollen.

100-Moscheen-Projekt

Das 100 Moscheen-Projekt ist ein Projekt, das für die Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland durch den vierten KhalifenRH im Jahre 1989 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums der Ahmadiyya Muslim Jamaat ins Leben gerufen wurde. Hierbei sollen, wie der Name schon sagt, 100 Moscheen in Deutschland gebaut werden.

Der Bau dieser Moscheen wird durch Spendengelder der Ahmadi Muslime in Deutschland finanziert.

 

Quellen

http://www.ahmadiyya.de/islam/die-moschee-ein-ort-des-friedens/

https://de.wikipedia.org/wiki/100-Moscheen-Plan

https://de.wikipedia.org/wiki/Moschee


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