Die Helfer des Königs der Feder.

Muslime helfen Flüchtlingen – Menschen helfen Menschen

Zum Artikel „Lage totgeschwiegen“ von Klaus Mies (Wetterauer-Zeitung vom 22. September)

In seinem Beitrag wirft Herr Mies den muslimischen Verbänden eine verschlossene Zurückhaltung in der Flüchtlingshilfe vor. Wie ein Schlag ins Gesicht trifft dies engagierte Muslime, die sich seit Monaten ehrenamtlich um die traumatisierten Heimatvertriebenen kümmern.

Unter dem Motto „Liebe für alle, Hass für keinen“, setzt sich die Ahmadiyya Muslim Jamaat aktiv für die Unterstützung der Flüchtlinge in Deutschland ein. In Kooperation mit vielen deutschen Städten, stellt die AMJ ihr Know-How und ihre Ressourcen zur Verfügung und bietet u.a. eine religions- und kultursensible Betreuung für Flüchtlinge an. Konkret wird in den folgenden Bereichen Unterstützung angeboten: Aufbau und Einrichtung von (Not-)Unterkünften, Zubereitung und Verteilung von Essen, Reinigung, Dolmetscherdienste, sowie die Bereitstellung von Sachspenden.

In vielen Städten wurde das Angebot seitens der Politik herzlich angenommen – so auch in Erfurt. Dort wurden über 3000€ Spendengelder von Gemeindemitgliedern zusammengetragen, wodurch Hygieneartikel in einer Erfurter Erstaufnahmestelle verteilt wurden.

Auch im Wetteraukreis engagiert sich die lokale Gemeinde bereits seit 2014 in der Unterbringung der Flüchtlinge. So beteiligte sich die Jugendorganisation im vergangenen Jahr bei der Einrichtung der Flüchtlingsunterkunft in Nieder-Florstadt. Seither steht die muslimische Gemeinde in engem Kontakt mit den Flüchtlingen.

Am 27. September 2015 wurde zum muslimischen Opferfest ein Grillfest organsiert, welches speziell Flüchtlinge dazu einlud in Kontakt mit ihren deutschen Nachbarn zu treten. Auch die Friedberger Gemeinde, die in Herr Mies’ Artikel sehr schlecht wegkommt, unterstützte diese Veranstaltungen tatkräftig.

Auch in Darmstadt lud die AMJ anlässlich des Opferfestes über 500 Speisende, darunter hauptsächlich Flüchtlinge, zum Festmahl in die Nuur-ud-Din Moschee ein.

Mit weiteren muslimischen Verbänden, wie etwa dem Imam-Frauenzentrum, der Bilalgruppe und der Assalam-Moschee ist man dabei, eine Kleidungs-Sammelstelle einzurichten, um nach islamischen Verständnis, Hilfsbedürftigen unabhängig von Rasse, Kultur und Religionszugehörigkeit zu unterstützen.

 

Der Vorwurf im Artikel „Lage totgeschwiegen“ ist außerordentlich verletzend, da sich viele Muslime mit einem Selbstverständnis in der Flüchtlingsproblematik einsetzen.

Als einen festen Bestandteil der deutschen Gesellschaft vorgeworfen zu bekommen, bei einer solch großen Herausforderung wegzuschauen, verletzt die Gefühle vieler Muslime und entspricht schlichtweg nicht der Wahrheit.

Vielmehr erscheint mir Herr Mies’ Beitrag als eine unterschwellige Islamkritik. Die Flüchtlingsdebatte gilt hierbei nur als Vorwand, um das Bild des Islams zu deformieren.

So unterstellt er allen Muslimen die Sichtweise, Katholiken seien aus islamischer Perspektive nichts weiter als „Ungläubige“. Der Vorwurf der Intoleranz gegenüber Andersgläubigen, ist aus den Lehren des Korans nicht entnehmbar und entspricht nicht den friedlichen Auslegungen der muslimischen Mehrheit.

 

Adel Anwar

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