Die Helfer des Königs der Feder.

Muslime unter Generalverdacht

Leserbrief zu dem Beitrag „Seid wütend auf die muslimischen Frauen!“ von Kathrin Spoerr im Gespräch mit der ehemaligen Femen-Aktivistin Zana Ramadani, vom 14. Januar 2016.

Ich finde es äußerst fragwürdig, einer bestimmten Glaubensrichtung die Schuld für eine begangene Straftat zu geben, die als gesamtgesellschaftliches Problem weltweit vorzufinden ist, unabhängig von Religion, Land, Kultur oder Sprache.

Verletzend ist es gegenüber den, über vier Millionen in Deutschland lebenden friedlichen Muslimen, welche genauso empört und besorgt über die Geschehnisse der Kölner Silvesternacht sind. Der Vorwurf von Ramadani, die islamischen Werte seien die Ursache, erscheint mir als äußerst Irreführend, zumal sich die Frage stellt, was mit einer solchen Aussage denn tatsächlich bezweckt werden soll.

Im Gespräch berichtet Ramadani von ihren persönlichen Geschehnissen, wie z.B. der Ungleichberechtigung zwischen Jungen und Mädchen im eigenen Hause, wofür Sie die Erziehung der muslimischen Mütter verantwortlich macht, die ihre eigene „Minderwertigkeit“ und vorgegebene Rolle schlichtweg akzeptieren. Diesen Vorwurf überträgt Ramadani verabsolutierend auf alle Muslime weltweit.

An dieser Stelle ist klarzustellen, dass Ramadanis Frauenbild des Islams schlichtweg nicht der Wahrheit entspricht. Ihre monopolisierende Annahme spricht faktisch gegen die Historie des Islams. Zu Zeiten des Propheten Mohammad war es fast schon Tradition in Arabien gewesen, neugeborene Mädchen aufgrund des Geschlechts lebendig zu begraben. Zu dieser Zeit vor über 1400 Jahren, war Er es gewesen, welcher für die Gleichwertigkeit zwischen Mann und Frau kämpfte, ihnen das Erbrecht, das Wahlrecht, das Scheidungsrecht, sowie das Recht auf Bildung gab. Exemplarisch dafür steht die eigene Ehefrau des Propheten Khadija, die zu der damaligen Zeit eine angesehene Geschäftsfrau in Arabien war. Er selbst pflegte es, seine Ehefrau im Haushalt zu unterstützen. Nun Frage ich mich, wie also die Werte des Islams für eine solche abzulehnende Tat verantwortlich gemacht werden?

Ferner sind es nicht nur die Frauen, welche zur Keuschheit im Islam ermahnt werden. So wird der Mann im Koran als Erster ermahnt, seine Blicke zu Boden zu werfen (Sura 24, Vers 31). Bereits dieser einzige Vers, steht im absoluten Widerspruch zu den Vorfällen in Köln.

Ich empfehle eine erfolgreiche Integration in Zeiten der angespannten Flüchtlingskrise zu bewerkstelligen, die Einwanderer nicht zwischen die Wahl stellt, sich für die Religion oder das Land zu entscheiden. Damit blähen wir einen künstlichen Widerspruch auf, der überhaupt nicht existiert. Der Koran selbst gebietet unmissverständlich, sich den Gesetzen des Landes in dem man lebt unterzuordnen.

Es ist nicht zu bestreiten, dass es Muslime gibt, die sich aufgrund von veralteten Traditionen, Kultur, sowie fehlender Bildung und dem falschen Verständnis ihrer Religion falsch verhalten. Jedoch liegt die Lösung in der Aufklärung. Es muss eine konstruktive Diskussion geführt werden, welche einen Mehrwert für die Gesellschaft hat, anstatt mit solchen gewagten Parolen zur gesellschaftlichen Spaltung beizutragen. Der Dialog, sowie die Bildung und Auseinandersetzung mit der Religion unserer Mitbürger ist der Schlüssel zu einem gemeinsamen und friedlichen Miteinander.

Samee Ullah, Oberursel

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