Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 13 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW hat gegen den ritterlichen Kriegskodex der Araber verstoßen

Hat Hadhrat MuhammadSAW gegen den ritterlichen Kriegskodex der Araber verstoßen?

 

Der Historiker Ibn Ishaq berichtet, dass nach dem Krieg von Uhud, den die Muslime verloren hatten:

„[… ] der Gesandte Allahs ging auf die Suche nach Hamza (des Propheten Onkel) und fand ihn am am Grund des Tals, mit aufgerissenem Bauch, die Leber fehlend, Nase und Ohren abgeschnitten[1]. Abu Sufyan, damals noch Nicht-Muslim, sagte zu Umar bin Khattab, einem Muslim: „ Es befinden sich einige verstümmelte Leichname unter euren Toten. Bei Gott, ich verspüre weder Zufriedenheit, noch Groll darüber. Weder habe ich eine Verstümmelung verboten, noch angeordnet.“ [2]

Die Gefährten reagierten mit Wut und Trauer, nachdem sie diese die Aussage Abu Sufyans hörten, dass er den Mekkanern nicht verboten hatte, die Körper der gefallenen muslimischen Märtyrer zu verstümmeln. Sie waren ebenso schmerzerfüllt über die Trauer des ProphetenSAW über den unmenschlichen Umgang mit dem Leichnam seines Onkels. Dennoch steht bis zum heutigen Tag die Antwort des ProphetenSAW als leuchtendes Beispiel für seine unerreichte Führungsqualität und Barmherzigkeit heraus. Ibn Ishaq berichtet:

Als die Muslime die Trauer und den Ärger des GesandtenSAW sahen, die jenen galten, die den Körper seines Onkels derart behandelt hatten, sagten sie: „Bei Gott, sollte Gott uns in der Zukunft einen Sieg über sie gewähren, werden wir sie so verstümmeln, wie es noch kein Araber zuvor getan hat.“ Hadhrat MuhammadSAWantwortete: „Wenn ihr das in Geduld ertragt, so ist dies besser. So ertragt dies geduldig. Eure Geduld ist nur in Gott. Grämt euch nicht ihretwegen und seid nicht bekümmert ihrer Handlungen wegen.“ So vergab der Heilige ProphetSAW den Mekkanern, blieb geduldig und untersagte die Verstümmelung. Humayd al-Tawil erzählte mir: „Der Gesandte AllahsSAW verließ keinen Platz, an dem er sich aufhielt, ohne dass er uns zu Almosen angehalten und die Verstümmelung verboten hatte.“ [3]

Der Prophet MuhammadSAW erklärte weiterhin einst zu einer Schlacht: „Schreitet voran im Namen Allahs und für die Sache Allahs. Bekämpft jene, die nicht glauben (und die Bedingungen des Friedens ablehnen). Geht voran und stehlt nicht, übt keinen Verrat, verstümmelt nicht, und tötet keine Kinder.“ [4] Al-Tirmidhi sagte: „Das wissende Volk verabscheut die Verstümmelung.“ [5]

Demzufolge wurde durch das Vorbild des Propheten diese barbarische Praxis aus Kriegszeiten abgeschafft. Das gesegnete Vorbild des ProphetenSAW ist selbst vom Heiligen Quran abgeleitet. Der Heilige Quran fordert die Muslime auf, Kriegsgefangene mit Würde und Mitgefühl zu behandeln[6]. Hadhrat Abu BakrRS, der erste Nachfolger des Propheten MuhammadSAW, machte diese Weisheit des ProphetenSAW den muslimischen Armeen nach dessen Ableben deutlich:

O ihr Menschen, ich lege euch zehn Regeln nahe: Lernt sie genau! Haltet ein, sodass ich euch zehn Regeln zu eurer Rechtleitung auf dem Kriegsfeld mitgeben kann. Übt keinen Verrat aus und irrt nicht ab vom rechten Pfad. Ihr dürft keine toten Körper verstümmeln. Tötet weder ein Kind, noch eine Frau, noch einen alten Mann. Schadet weder den Bäumen, noch verbrennt sie im Feuer, und vor allem nicht die, die ertragreich sind. Tötet nicht die Schafsherde des Feindes, es sei denn als Nahrung. Ihr werdet sicherlich an Menschen vorbeikommen, die ihr Leben dem Mönchsorden gewidmet haben: Lasst sie in Ruhe. [7].

Zu einer anderen Gelegenheit legte Hadhrat Abu BakrRS eine gekürzte Fassung der Anweisungen des Propheten MuhammadSAW vor: „Tötet nicht Frauen oder Kinder oder eine alte und schwache Person. Fällt keine ertragreichen Bäume. Zerstört nicht bewohnte Ortschaften. [8] Diese Anweisungen waren wichtig, da die vorislamischen Kriegsregeln solche Untaten nicht verboten hatten. Während es so auch in der vorislamischen Zeit Brauch war, Kriegsgefangene zu töten oder zu versklaven, ordnete der Prophet MuhammadSAW die Freilassung der Sklaven gegen Lösegeld an – eine fortschrittliche Strategie, welche die Nationen auch heute noch nicht durchweg akzeptiert haben.

Die Kritik zu äußern, dass der Prophet MuhammadSAW gegen irgendeinen vermeintlich „ritterlichen Kriegskodex“ der Araber verstoßen habe, ist komplett falsch. Im Gegenteil, der Heilige ProphetSAW brachte Regeln des Mitgefühls und Barmherzigkeit für den Feind voran, die selbst von den meisten der heutigen entwickelten Gesellschaften nicht erreicht worden sind. Zusammenfassend hat der Heilige ProphetSAW nicht irgendeinen nicht-existenten ritterlichen Kriegskodex der Araber verstoßen, sondern einen Kriegskodex entworfen, der in seiner Humanität selbst gemessen an den heutigen Standards seinesgleichen sucht. Unter anderem verbietet der Kriegskodex des Heiligen ProphetenSAW kategorisch jeden Angriff auf einen Zivilisten, egal aus welchen Gründen.

 


 

[1] Alfred Guillaume, The Life of Muhammad – A Translation of Ishaq’s Sirat Rasul Allah 387 (Oxford University Press, 1955).

[2] Id. at 386.

[3] Id. at 387-88.

[4] Sunan Al-Tirmidhi, Book of Compensation for Murder (emphasis added).

[5] Id.

[6] Qur’an 76:8-10.

[7] Al-Muwatta; Book 21, Number 21.3.10 and Aboul-Enein, H. Yousuf and Zuhur, Sherifa, Islamic Rulings on Warfare, 22, Strategic Studies Institute, US Army War College, Diane Publishing Co., Darby, PA.

[8] Al-Muwatta, Book 21.3.9-10.

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