Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 14 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW hat die Kriegsgefangenen der Quraisch-Armee bei Badr niedergemetzelt

Hat der Heilige Prophet MuhammadSAW die Kriegsgefangenen der Quraisch-Armee bei Badr niedergemetzelt?

 

 

Die Schlacht von Badr folgte erst, nachdem die Muslime 13 Jahre lang Verfolgungen und Ermordungen erlitten und ihr Hab und Gut in Mekka hinterlassen hatten und friedlich nach Medina ausgewandert waren. Doch die Mekkaner verfolgten die Muslime und beabsichtigten, sie, die Muslime, zu töten. Als letzten Ausweg schließlich, da es zu einer Frage von Leben oder Tod geworden war, nahmen die Muslime erstmals ihre Schwerter, welche zudem oftmals aus Holz waren, in die Hand, um nicht nur ihr eigenes Recht auf Glaubensfreiheit, sondern das aller Religionsgemeinschaften, zu verteidigen, so wie es im Heiligen Quran steht:

„Erlaubnis (sich zu verteidigen) ist denen gegeben, die bekämpft werden, weil ihnen Unrecht geschah – und Allah hat fürwahr die Macht, ihnen zu helfen –, jenen, die schuldlos aus ihren Häusern vertrieben wurden, nur weil sie sprachen: „Unser Herr ist Allah.“ Und würde Allah nicht die einen Menschen durch die anderen im Zaum halten, so wären gewiss Klöster und Kirchen und Synagogen und Moscheen niedergerissen worden, worin der Name Allahs oft genannt wird. Allah wird sicherlich dem beistehen, der Ihm beisteht. Allah ist fürwahr allmächtig, gewaltig.“ (Sura 22, Vers 40-41)

D.h. es wird von einem Verteidigungskampf zum Zweck der Erhaltung der Glaubensfreiheit für alle Religionen gesprochen. An einem Ort namens Badr, in der Nähe von Medina, stellten sich zur Verteidigung ihres Rechts ungefähr ca. 300 schlecht ausgebildete und dürftig ausgestattete Muslime mit zwei Pferden auf und überwanden eine gut trainierte und bestens ausgestattete Armee von 1000 mekkanischen Soldaten mit 100 Pferden. Insgesamt fielen 14 Muslime und 70 Mekkaner in der Schlacht bei Badr. Weitere 70 Mekkaner wurden als Gefangene genommen.

Kritiker stellen an dieser Stelle gerne die Behauptung auf, dass die Muslime die Kriegsgefangen misshandelt und ermordet haben sollen. Diese Behauptung ist schlicht und einfach falsch. Geschichtliche Quellen zeichnen sogar das komplette Gegenteil auf, und widerlegen damit diese Behauptungen eindeutig.

Die Aussage von Sir William Muir als nicht-islamische Quelle bestätigt dies:

„Die Flüchtlinge (Muslime) hatten eigene Häuser und empfingen die Kriegsgefangen mit Freundlichkeit und Rücksichtnahme. „Gesegnet seien die Männer von Medina!“, sagte einer von den Kriegsgefangen in späteren Tagen, „Sie ließen uns reiten, während sie selbst zu Fuß liefen, gaben uns Weizenbrot zu essen, obwohl davon kaum etwas vorhanden war, und selbst begnügten sie sich nur mit Datteln.“ Es ist daher nicht verwunderlich, dass einige der Gefangenen, die unter diesen Einflüssen nachgaben, sich zu Gläubigen erklärten und dies ihnen die Freiheit gewährte. Die restlichen Kriegs-„Gefangenen“ wurden für Lösegeld bei sich behalten. Doch es dauerte lange, bis die Quraisch sich bequemten, um zu diesem Zweck Medina zu besuchen. Dadurch wurde die gütige Behandlung verlängert und hinterließ einen positiven Eindruck selbst bei denen, die nicht sofort zum Islam übertraten. Schließlich wurde die Armee von Badr durch die großen Zahlungen bereichert. Die Gefangenen wurden ihren Umständen entsprechend urteilend freigelassen, einige zahlten tausend, andere viertausend Stücke. Solche, die nichts als Zahlung zu geben hatten, wurde ohne Bezahlung befreit. Jedoch mussten sie ihren Dienst erweisen. Dies war auch ein Zeichen dafür, wie weit Mekka Medina in puncto Gelehrsamkeit voraus war. Jedem wurden zehn Jungen zugeteilt, um ihnen die Kunst des Schreibens beizubringen und selbst das Lehren dieser wurde als Lösegeld angenommen.“ [1]

Die Gefangenen kamen nicht umhin, zu bezeugen, dass die Muslime sie als Kriegsgefangene besser behandelt und versorgt haben als sich selbst. In jener Zeit Arabiens, in der Kriegsgefangene in Arabien entweder getötet oder versklavt wurden, durften sie unter der Gefangenschaft durch die Muslime die Freiheit erwerben. Diejenigen, die aufgrund ihrer finanziellen Umstände nicht in der Lage waren, sich durch Geld zu befreien, „litten“ unter der Verantwortung, zehn Kindern das Lesen beibringen zu müssen. Bildung war sozusagen ihr Lösegeld. Kein Beispiel in der Geschichte kann mit diesem hohen Standard, den der Heilige Prophet MuhammedSAW von den Muslimen verlangte, verglichen werden.

Der folgende Quranvers wird oft von Kritikern benutzt, um ihre Behauptungen zu untermauern. Er lautet:

Einem Propheten geziemt es nicht, Gefangene zu machen, ehe er sich auf kriegerischen Kampf einlassen muss im Land. Ihr wollt die Güter dieser Welt, Allah aber will (für euch) das Jenseits. Und Allah ist allmächtig, allweise. [2]

Entgegen der Interpretation, dass dieser Vers Muslime dazu verpflichtet, Gefangene zu töten, verurteilt dieser Vers in Wirklichkeit das Nehmen von Gefangenen im Allgemeinen, es sei denn, im Kriegsfall. Wie bereits erwähnt, nötigt der Quran die Muslime dazu, Gefangene mit Würde und Mitgefühl zu behandeln. So heißt es:

„Sie vollbringen das Gelübde, und sie fürchten einen Tag, dessen Übel sich weithin ausbreitet. Und sie geben Speise, aus Liebe zu Ihm, dem Armen, der Waise und dem Gefangenen, (indem sie sprechen:) „Wir speisen euch nur um Allahs willen. Wir begehren von euch weder Lohn noch Dank.“ [3]

Es ist nicht zu vergessen, dass es der Islam es war, der den vorislamischen Brauch abschaffte, Kriegsgefangene lange nach dem Krieg kontinuierlich eingesperrt zu lassen. Der Islam verbietet es, Gefangene außerhalb des Kriegs auf eine lange Dauer zu halten – solche müssen umgehend befreit werden. Wenn man diese Lehre auf die heutige Zeit anwendet, müsste grundsätzlich jeder Kriegsgefangene so schnell es geht freigelassen werden, wenn der Krieg vorbei wäre. Nach dem zu urteilen, was aktuell durch die modernen, sich bekriegenden Nationen verübt wird, läuft die islamische Lehre im Vergleich dazu sogar viel eher Gefahr, fernab von einer ungerechten Praxis, von diesen als „zu liberal und freiheitsliebend“ bezeichnet zu werden.

 


[1] Sir William Muir, The Life of Mahomet, S. 233-34 (1878).
[2] Qur’an 8:68.
[3] Qur’an 76:8-10.

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