Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 15 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW ordnete die Ermordung von acht Männern aufgrund von Apostasie an

Hat Hadhrat MuhammadSAW die Ermordung von acht Männern aufgrund von Apostasie angeordnet?

Tatsächlich wurden die acht Männer von Ukil nicht aufgrund des Abfalls vom Glauben getötet, sondern wurden aufgrund eines grausamen Mordes und Hochverrats zur Verantwortung gezogen. Wir führen diese Begebenheit in voller Länge weiter unten aus, doch lassen zunächst Revue passieren, als was für eine Abscheulichkeit der Islam den Mord ansieht. Wie bereits erwähnt sind Mord und Hochverrat die einzigen zwei Verbrechen, für die der Quran die Todesstrafe erlaubt. In Bezug auf die Abscheulichkeit des Tötens von Menschen erinnert der Quran die Muslime mit folgenden Worten an die Verordnung Gottes an die Kinder Israels:

 Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem anderen oder für Gewalttat im Land –, so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Zeichen; dennoch, selbst nach diesem, begehen viele von ihnen Ausschreitungen im Land. (5:33) [2]

Hier stellt der Quran die Tötung eines Menschen gleichauf mit der Tötung der ganzen Menschheit, wodurch er die Heiligkeit des Lebens demonstriert, die jedem Individuum zusteht, ganz gleich, welche Merkmale es unterscheiden. Genauso wird die Belohnung für die Erhaltung eines Lebens gleichauf mit der der Erhaltung des Lebens der ganzen Menschheit gestellt, wodurch der immense Nachdruck des Islam auf den Schutz und die Heiligkeit des Lebens hervorgehoben wird. Mit der Festlegung dieser Prämissen spricht der Quran im folgenden Vers 5:34 eine Warnung an diejenigen aus, die es wagen „die ganze Menschheit zu töten“:

Der Lohn derer, die Krieg führen gegen Allah und Seinen Gesandten und Unordnung im Lande zu erregen trachten, wäre der, dass sie getötet oder gekreuzigt werden sollten oder dass ihnen Hände und Füße abgeschlagen werden sollten für den Ungehorsam oder dass sie aus dem Lande vertrieben würden. Das würde eine Schmach für sie sein in dieser Welt; und im Jenseits wird ihnen schwere Strafe; (5:34) [3]

Der Islam glaubt weder an absolute Bestrafung, noch an absolute Vergebung, sondern an Reform, an Besserung. Die im Islam verordneten Bestrafungen verfolgen zwei Ziele — zu reformieren oder abzuschrecken. Wenn jemand eine Tat verübt, bei der Vergebung wahrscheinlich zu seiner Reform führen wird, so wird Vergebung angewendet. Genauso, wenn jemand ein abscheuliches Verbrechen begeht, bei welchem keine Reform mehr möglich ist —etwa Mord— oder ähnliche Untaten, bei denen Milde zu zeigen darin versagen würde, andere von der Verübung des gleichen abscheulichen Verbrechens abzuschrecken, verordnet der Islam eine abschreckende Strafe, um künftige, potenzielle Täter abzuschrecken. So wie es hier der Fall ist.

In 5:33 legt der Quran die Abscheulichkeit des Mordes dar, indem er ihn als gleichwertig zum Mord an der gesamten Menschheit erklärt. Und tatsächlich reicht der Schmerz, den eine ganze Gesellschaft infolge auch nur eines Mordes erleidet, weit über das Mordopfer hinaus. Deswegen, um sicherzustellen, dass Mord ein vereinzeltes Verbrechen bleibt, verordnet der Islam eine effektive Abschreckung für potenzielle Mörder.

Die Logik dahinter ist einfach. Die Last auf Person A, Person B nicht zu ermorden, ist extrem gering. Der Schaden, sollte Person B ermordet werden, der an Person B und all jenen, die Person B kennen, angerichtet wird, ist jedoch extrem hoch. Eine extrem geringe Last, nicht zu morden, zusammen mit dem extrem hohen Maß an Leid und Schmerz, falls der Mord verübt wird, bedarf einer weitaus größeren Konsequenz für künftige, potenzielle Mörder. Diese Strategie dient letztendlich der Abschwächung der Zahl von Morden.

Dies im Sinn behaltend kehrt der Quran im nächsten Vers zu seiner vorherrschenden Leitposition über Verbrechen und Strafe zurück: Der Vergebung. Der Quran erklärt in 5:35:

„außer jenen, die bereuen, noch ehe ihr sie in eurer Gewalt habt. So wisset, dass Allah allvergebend, barmherzig ist.“ [4] Folglich können selbst diejenigen, die ein so schreckliches Verbrechen wie Mord begehen, begnadigt werden, wenn sie bereuen und sich der Autorität der Regierung unterstellen — so etwa durch das Beenden von Gewalt und Selbstanzeige. Mit anderen Worten, trotz der Ermordung der „ganzen Menschheit“ verbietet der Islam alles in allem nicht die Vergebung, sondern erlaubt Flexibilität, je nach Situation, sollte die Möglichkeit der Besserung existieren.

Vor diesem wichtigen Hintergrund wenden wir uns nun dem zur Diskussion stehenden Geschehnis zu. Der Bericht aus Bukhari zeigt nicht auf, dass acht Männer von Ukil aufgrund des Abfalls vom Glauben hingerichtet wurden. Stattdessen begingen sie Mord, Diebstahl, Hochverrat, machten sich nicht die Möglichkeit zur Reue zunutze und wurden folglich ihrer verbrecherischen Untaten für schuldig befunden. Sie schlossen sich dem „Muslimischen Staat“ an. Ihr Abfall vom Glauben hatte nichts mit der Bestrafung zu tun, die sie sich zuzogen. Anas bin Malik berichtet:

Eine Gruppe von acht Männern des Stammes der Ukil kam zum Heiligen ProphetenSAW und fand das Klima Medinas als unzumutbar für sich vor. Daher sagten sie: „O Gesandter Allahs! Stellt uns etwas Milch zur Verfügung.“ Der Gesandte AllahsSAW sagte: „Ich empfehle euch, euch der Kamelherde anzuschließen“. Also gingen sie und tranken den Urin und die Milch der Kamele (als Medizin), bis sie gesund und wohlbehäbig wurden. Danach brachten sie den Besitzer der Kamelherde um und verscheuchten die Kamele. Und sie wurden zu Ungläubigen, nachdem sie Muslime waren. Als der Heilige ProphetSAW durch einen Hilfeschrei in Kenntnis gesetzt wurde, schickte er einige Männer los, um sie zu verfolgen. Und bevor die Sonne ihren Zenit erreichte, wurden sie hergebracht. Und er ließ ihre Hände und Füße abtrennen. Dann ließ er Nägel bringen, die erhitzt und über ihre Augen gestrichen wurden. Und sie wurden in Harra (d.h. dem felsigen Boden in Medina) gelassen. Sie baten um Wasser, doch niemand versorgte sie mit Wasser, bis sie letztlich starben. (Abu Qilaba, ein weiterer Berichterstatter, sagte: Sie begingen Mord und Diebstahl und kämpften gegen Allah und seinen Gesandten und verbreiteten Unfrieden im Lande.“) [5]

Man vergleiche den Bericht über diejenigen Männer, die lediglich den Islam verließen, mit dem über diejenigen, die den Schutz und die Hilfe unter dem Staat Medinas suchten, bekamen, wonach immer sie fragten und dann ihren Betreuer umbrachten, seinen Besitz stahlen, begannen, Gewalt im Land zu verbreiten und keine Reue für ihre Übeltaten zeigten. Zu einer Zeit, als der Staat in Medina selbst zur Zielscheibe von Angriffen von allen Seiten gemacht wurde, waren solche Bestrafungen nötig, um den Schutz des Staates als Ganzes sicherzustellen — d.h. der Jüdischen wie Muslimischen Stämme gleichermaßen.

In Wirklichkeit verabscheute es der Heilige ProphetSAW irgendjemandem etwas zuleide zu tun und war der Vergebung zugeneigt, wann immer es möglich war. Er hat sogar demjenigen Mann vergeben, der seine schwangere Tochter dazu brachte, vom Kamel zu fallen, die dadurch eine Fehlgeburt erlitt und später auch durch die Verletzungen infolge des Falls verstarb. Dieser Vorfall jedoch stellte nun eine Bedrohung für den ganzen Staat dar. Es wäre ein ungerechtfertigtes Risiko gewesen, die Sicherheit des ganzen Staates von Medina zu gefährden, indem nicht die vorbestimmte Strafe für Mord und Hochverrat ausgeführt wurde.

Man berücksichtige auch folgende, gut bekannte Begebenheit, berichtet in Bukhari:

Salims Vater berichtet: „Der Heilige ProphetSAW sandte Khalid bin Al-Walid zum Stamm der Jadhima und Khalid lud sie zum Islam ein, doch sie konnten sich nicht ausdrücken, indem sie sagten „Aslamna“ (d.h. wir nehmen den Islam an), sondern sie begannen zu sagen „Saba’na! Saba’na!“ (d.h. Wir sind von der einen zur anderen Religion übergangen). Khalid brachte einige von ihnen um und nahm andere als Gefangene und gab jedem von uns einen Gefangenen. Als der Tag kam, da Khalid anordnete, dass jeder (Muslim) seinen Gefangenen umbringen solle, sagte ich: „Bei Allah! Weder werde ich meinen Gefangenen umbringen, noch wird einer meiner Gefährten seinen Gefangenen umbringen.“ Als wir zum Heiligen ProphetenSAW gingen, berichteten wir ihm von der ganzen Begebenheit. Daraufhin erhob der Heilige ProphetSAW seine beiden Hände und sagte zwei Mal: „O Allah! Ich bin frei von dem (oder unschuldig bzw. nicht verantwortlich dafür), was Khalid getan hat.“ [6]

Hier hatte der Stamm, der zum Islam eingeladen wurde, den Islam akzeptiert, doch Khalid ibn Walid hielt ihren Übertritt für eine Täuschung und nahm daher Gefangene. Einige wurden umgebracht, bevor einige andere Muslime, die Bürger Medinas waren, kamen und intervenierten und Khalid ibn Walid aufhielten. Die Nachricht über das Blutvergießen erreicht den Heiligen ProphetenSAW, der zutiefst erschüttert und bekümmert darüber war, weswegen er seine Hände gen Himmel ausstreckte und zwei Mal betete, dass er mit all dem nichts zu tun hatte. Er sandte Ali bin Abi Talib, um das Unrecht wiedergutzumachen und ließ Blutgeld zahlen. Der übrige Teil davon wurde ebenso unter dem Stamm verteilt, um ihr Leid zumindest zu schmälern.

In den zwei aufgeführten Ahadith sind zwei Vorstellungen präsent: Eine der Härte und eine der Barmherzigkeit. Der Heilige ProphetSAW optierte eindeutig für Barmherzigkeit und verurteilte Härte. Mitgefühl war seine Natur. Wenn man diese zwei Erzählungen berücksichtigt, wird es klar, dass, aus historischer Perspektive, das Schicksal der Männer von Ukil nicht auf ihrem Abfall vom Glauben basierte, sondern auf den Schutz des Staates von Medina. Diese Männer begingen Gewalt, Diebstahl, Mord und Hochverrat, ohne all dies zu bereuen, und wurden folglich für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen.


[1] Geert Wilders, Marked for Death: Islam’s War Against the West and Me 39 (2012).

[2] Qur’an 5:33.

[3] Qur’an 5:34.

[4] Qur’an 5:35.

[5] Bukhari, Vol. 4, Buch52,  #261.

[6] Bukhari, Vol. 5, Buch 59, #628.

 

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