Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 16 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW brach einen Waffenstillstand, um erbarmungslos Mekka zu erobern

Hat Muhammad einen Waffenstillstand gebrochen, um erbarmungslos Mekka zu erobern?

Der Vertrag von Hudaibiyah war ein im Jahre 628 zwischen dem Propheten Muhammad und den Mekkanern unterzeichneter zehn-jahres Friedenabkommen – stark zugunsten der Mekkaner. Der Prophet Muhammad repräsentierte die Muslime und den Staat Medina, während Suhail bin Amr die Polytheisten und den Staat Mekka.

Neben der Sicherstellung eines Jahrzehnts des Friedens beinhaltete der Vertrag; „Wenn ein junger Mann, oder einer dessen Vater noch am Leben ist, ohne die Erlaubnis seines Vaters oder Vormunds zu Muhammad geht, wird er zu seinem Vater oder Vormund zurückgeschickt. Aber wenn irgendjemand zu den Quraish geht, wird er nicht zurückgeschickt. Eine wahrhaft einseitige Regelung.

Der Prophet Muhammad hatte den Vertrag noch nicht unterzeichnet, als Abu Jandal, Sohn von Suhail bin Amr, sich dem Propheten Muhammad vorstellte. Abu Jandal war geschlagen und gefesselt worden, aufgrund der Annahme des Islam. Er flehte den Propheten an ihm Begnadigung/Amnestie und Schutz zu gewähren.

Suhail bin Amr protestierte, „Muhammad, die Abmachung zwischen uns beiden war beendet bevor dieser Mann [Suhail bin Amrs eigener Sohn] zu dir kam.“ Muhammad antwortete, „Du hast Recht.“ Als Abu Jandal nach Hilfe schrie, antwortete Muhammad, „O Abu Jandal, sei geduldig und kontrolliere dich selbst, denn Gott wird für Erleichterung und eine Möglichkeit des Entkommens für dich und jene unter euch, die hilflos sind, sorgen. Wir haben mit ihnen Frieden geschlossen und wir haben uns und sie haben sich auf Gott in unserer Abmachung berufen und wir können nicht falsch mit ihnen handeln/umgehen.“

Obwohl der Heilige Prophet die Abmachung nicht unterzeichnet hatte, erkannte er an, dass er den geschriebenen Bedingungen sein Wort gegeben hatte, und hielt fest an seinem Wort. Und der Prophet Muhammad hat nicht lediglich versucht einige taktische Vorteile zu gewinnen/erzielen. Als Abu Jandal kurz danach Mekka entfloh und sich selbst dem Propheten Muhammad präsentierte, einmal mehr seinen Schutz ersuchend, sandte der Prophet Muhammad entsprechend den Bestimmungen des Vertrags zurück nach Mekka.

Kritiker wenden ein, dass der Prophet Muhammad Frauen, die der Verfolgung in Mekka entflohen waren und in Mekka Schutz ersuchten, Amnestie gewährte. Jene Kritiker, die es wagen würden, Frauen zu verpflichten/zwingen unter einem Regime der Verfolgung zu leben, sollten ihren Charakter neu bewerten. Aber auch die reine Schrift des Gesetzes berücksichtigend, erklärte der Vertrag explizit, dass „jeglicher junge Mann“ zurückgeschickt werden muss. Das Subjekt „Mann“, nicht „Person“ wurde angewendet, und keine Klausel/Bestimmung galt für Frauen. Daher war der Prophet Muhammad vollständig innerhalb der legalen Rechte Frauen, die in Medina seinen Schutz vor Verfolgung in Mekka ersuchten, Amnestie zu gewähren. Zusätzlich sollte es einleuchtend sein, dass wenn Frauen aus Mekka geflohen sind und willentlich/willkürlich beim Propheten Muhammad Schutz ersuchten, dann demonstriert es, wie stark der Islam die Rechte und die Position der Frauen im Vergleich zu ihren vorherigen Leben emporgehoben hat.

Aber zurück zum Kernpunkt dieser Diskussion – Kritiker versuchen den Prophet Muhammad das Brechen des Vertrags von Hudaibiyah anzulasten. Der Vertrag enthielt eine relativ gewöhnliche Verbündeten-Klausel, welche den Friedensabkommen auf die jeweiligen Verbündeten der einzelnen Parteien ausweitete. Sollte ein Muslimischer Verbündeter einen Mekkanischen Verbündeten angreifen, würde dies daher als Bruch des Vertrags angesehen werden – und umgekehrt genauso. Nach nicht mal zwei Jahren nachdem der Vertrag unterzeichnet wurde, griff ein Mekkanischer Verbündeter, die Banu Bakr, einen Muslimischen Verbündeten, die Khuza’a, an und tötete einige ihrer Männer.

Dies erfahrend sandten die Khuza’a eine Delegation zum Propheten Muhammad, um den Bruch zu berichten. Die Mekkaner sandten Abu Sufyan als einen Botschafter, um den Propheten Muhammad zu überzeugen, den Vertrag zu erneuern. Der Prophet Muhammad lehnte aufgrund offensichtlicher Gründe ab den Vertrag zu erneuern – einem unfairen Vertrag zuzustimmen ist eine Sache, aber fairen sich, angesichts eines Bruches, welcher Menschenleben kostet, einem weiteren unfairen Vertrag zu verpflichten, ist jenseits (der/ aller) Ungerechtigkeit.

An dem Tag als der Prophet Muhammad zurück nach Mekka mit 10.000 Soldaten einmarschierte, die Stadt in seinen Handflächen liegend, die Möglichkeit an irgendeiner Person aus irgendeinem Grund für all die Übel, die sie ihn angetan haben, Rache auszuüben, in diesem Moment bot dieser angeblich ungerechte Kriegstreiber Frieden an?

Washington Irving, in keinem Fall ein Verfechter des Islam, ist gezwungen zuzugeben:

Die Sonne ging gerade auf, als er mit der Strahlenkrone eines Eroberers, aber mit dem Gewande und der Demuth eines Pilgers in die Thore seiner Geburtsstadt einritt. Er zog ein unter Wiederholung von Versen aus dem Koran, welche ihm in Medina geoffenbart worden sein sollen und die eine Vorherverkündigung dieses Ereignisses waren. Er triumphierte in dem Geiste eines religiösen Eiferers, nicht eines Kriegers.[1]

 

Ähnlich ergänzt Stanley Lane Pool:

Der Tag von Muhammads größtem Triumph über seine Feinde war auch der Tag seines größten Sieges über sich selbst. Freigebig vergab er den Quraisch all die Jahre des Leids und der grausamen Verhöhnung, in denen sie ihn quälten, und begnadigte die gesamte Bevölkerung Mekkas.[2]

Finde irgendein vergleichbares Beispiel, wo ein Mann wiederholt geschlagen wird, aus seinem Heimatland vertrieben wird, verfolgt wird, um ermordet zu werden, nicht weniger als fünf Attentatsversuche auf ihn verübt werden, seine Familienmitglieder verstümmelt werden und ihre Leichen wortwörtlich gefressen werden, seine Gefährten in den Straßen geschleift werden, den unfairen Friedenverstrag, den er unterzeichnete brutal gebrochen wird – und als Antwort, zur Gelegenheit seines Sieges nach zwei Jahrzehnten der Verfolgung, als der unumstrittene König des Landes – er all jenen, die ihn verfolgten Amnestie anbietet/zuteilwerden lässt. Er verlangt keine Entschädigungen, keine Entschuldigungen, keine Sklaverei – aber zeigt anstelle dessen Vergebung. Kein anders solches Beispiel als das des Propheten Muhammad existiert und wir fordern jeden Islamkritiker auf das Gegenteil zu beweisen.

In Wahrheit fragte der Prophet Muhammad spezifisch die Mekkaner:

Welche Strafe sollt ihr für eure Grausamkeiten, die ihr gegen jene verübt habt, deren einzige Schuld es war, dass sie euch zur Anbetung des einen Gottes einluden, haben? Die Mekkaner antworteten, „Wir erwarten, dass du uns so behandelst, wie Josef seine irrenden Brüder behandelte.“ Der Prophet Muhammad lächelte und antwortete, „Am heutigen Tage soll euch keine Schuld treffen. Ihr seid frei zu gehen.“

Als der de facto Herrscher Arabiens, vergab der Prophet Muhammad und seine angeblich „erbarmungslose“ Armee all deren Peinigern und ließ sie frei.

Nachdem festgestellt wurde, dass der Prophet Muhammad den Vertrag nicht brach, und dass er unerreichtes Mitgefühl nach seiner Rückkehr nach Mekka demonstrierte, sind wir gezwungen das Zeugnis Abu Suyfans hinsichtlich des Propheten Muhammad hinzuzufügen. Nach allem/ Immerhin war Abu Sufyan das Oberhaupt des größten Mekkanischen Stammes und Führer derer Streitkräfte. Daher würde jeder gerechte/unvoreingenommene zustimmen, dass das Zeugnis von Abu Sufyan – als Führer der angeblich verfolgten Mekkaner und vordergründig der führenden Opposition/Gegenseite zum Propheten Muhammad – ein bedeutendes Gewicht trägt.

Während seines Prophetentums sandte der Prophet Muhammad zahlreichen Königen und Kaisern seiner Zeit, sie dazu einladend den Islam anzunehmen. Zufälligerweise war Abu Sufyan in Ghaza, nahe Jerusalems, wo Herakleios Cäsar den Brief des Propheten Muhammad erhielt. Dieses Ereignis ereignete sich nachdem der Vertrag von Hudaibiyah unterzeichnet wurde, aber bevor die Mekkaner ihn brachen. Cäsar hielt ein Großgerichtshof und lud Abu Sufyan ein, anzukommen.

Als Abu Sufyan nach vorne trat, fragte Cäsar ihn nach dem Propheten:

Heraclius: „Kennt ihr diesen Mann, der behauptet, er sei ein Prophet und der mir einen Brief geschrieben hat? Könnt ihr mir sagen, aus welcher Art von Familie er kommt?“

Abu Sufyan: „Er stammt aus einer adligen Familie und ist mit mir verwandt.“

H.: „Hat es Araber vor ihm gegeben, die ähnliche Ansprüche wie er erhoben haben?“

  1. S.: „Nein.“

H.: „Hat euer Volk ihn je der Lügen beschuldigt, bevor er seinen Anspruch erhob?“

  1. S.: „Nein.“

H.: „Gab es einen König oder Herrscher unter seinen Vorfahren?“

  1. S.: „Nein.“

H.: „Wie schätzt ihr seine geistigen Anlagen und seine Urteilsfähigkeit ein?“

  1. S.: „Wir haben niemals einen Fehler in seinen geistigen Anlagen und seiner Urteilsfähigkeit gefunden.“

H.: „Welcher Art sind seine Anhänger? Sind sie große und mächtige Personen oder sind sie arm und demütig?“

  1. S.: „Die meisten sind arm und demütig und jung.“

H.: „Nimmt seine Anhängerzahl zu oder ab?“

  1. S.: „Sie nimmt zu.“

H.: „Kehren einige seiner Anhänger zu ihrem alten Glauben zurück?“

  1. S.: „Nein.“

H.: „Hat er je ein Gelübde gebrochen?“

  1. S.: „Bis jetzt nicht. Doch wir haben gerade einen neuen Vertrag mit ihm abgeschlossen. Wir müssen abwarten, wie er sich dazu verhält.“

H.: „Ist es zu Kämpfen zwischen ihm und euch gekommen?“

  1. S.: „Ja.“

H.: „Mit welchem Ergebnis?“

  1. S.: „Wie die Eimer an einem Wasserrad wechseln Sieg und Niederlage zwischen uns und ihm. In der Schlacht von Badr, zum Beispiel, an der ich nicht teilnahm, war er in der Lage, uns zu überwältigen. In der Schlacht von Uhud, in der ich den Oberbefehl über unsere Seite hatte, besiegten wir sie. Wir zerrissen ihre Mägen, ihre Ohren und ihre Nasen.

H.: „Doch was lehrt er?“

  1. S.: „Dass wir nur einen Gott und keine anderen Götter neben Ihm verehren sollen. Er predigt gegen die Götzenbilder, die von unsern Vorfahren verehrt wurden. Er verlangt von uns stattdessen, nur den einzigen Gott zu verehren, nur die Wahrheit zu sprechen und allen lasterhaften und verderblichen Angewohnheiten abzuschwören. Er spornt uns an, gut zueinander zu sein und unsere Versprechen zu halten und unseren Verpflichtungen nachzukommen.“

Später rief Abu Sufyan aus, „Bei Gott“ Während der Konversation, außer der Aussage hinsichtlich des neuen Vertrags, bekam ich nicht die Möglichkeit irgendetwas gegen Muhammad zu sagen.“ Die Diskussion ging weiter und Heraklieos Cäsar erklärte dann, warum er diese bestimmten Fragen gestellt hat.

Cäsar: „Ich fragte euch zuerst nach seiner Familie und ihr sagtet, dass er aus adliger Familie stamme. Propheten kommen immer aus adligen Familien. Ich fragte euch dann, ob jemand vor ihm einen ähnlichen Anspruch erhoben hatte, und ihr antwortetet mit nein. Ich stellte euch diese Frage, weil ich dachte, wenn kürzlich jemand solchen Anspruch erhoben hätte, dann könnte man sagen, dass dieser Prophet jenen Anspruch imitierte. Ich fragte euch weiter, ob er jemals vor seinem Anspruch gelogen hat, und ihr sagtet nein. Ich schließe daraus, dass eine Person, die nicht über andere Menschen lügt, auch keine Lüge über Gott spricht. Dann fragte ich, ob es einen König unter seinen Vorfahren gegeben habe, und ihr sagtet nein. Daraus verstehe ich, dass sein Anspruch nicht ein Plan sein kann, das Königreich wieder zu erobern. Danach fragte ich, ob diejenigen, die ihm beitreten, meist große, wohlhabende und mächtige Personen oder arme und schwache sind. Und ihr gabt mir die Antwort, dass sie meistens arm und schwach sind, nicht stolz und wohlhabend, und so sind die ersten Anhänger der Propheten. Ich fragte ferner, ob seine Anhängerzahl ansteigt oder abnimmt und ihr sagtet, sie nimmt zu. Ich erinnere mich, dass die Anhängerzahl eines Propheten immerzu ansteigt, bis er sein Ziel erreicht hat. Ich fragte dann, ob seine Anhänger ihn aus Abscheu oder Enttäuschung verlassen und ihr sagtet nein. Dazu kann ich bemerken, dass die Anhänger der Propheten gewöhnlich standhaft sind. Sie mögen sich von ihm aus anderen Gründen trennen, doch nicht aus Abscheu vor dem Glauben. Weiter fragte ich, ob es zu Kämpfen zwischen ihm und euch gekommen sei und wenn ja, mit welchem Ausgang. Und ihr sagtet, dass euer Glück und das seiner Anhänger wie Eimer an einem Wasserrad seien – und so ist das bei Propheten. Am Anfang haben seine Anhänger Rückschläge hinzunehmen und haben Unglück zu dulden, doch am Ende sind sie siegreich. Ich fragte dann, was er lehrt und ihr sagtet, dass er die Anbetung eines Gottes, die Wahrheit zu sprechen, Tugend und die Wichtigkeit, Versprechen zu ehren und Verpflichtungen einzuhalten, lehrt. Ich fragte euch auch, ob er je betrogen hat und ihr sagtet nein. Das ist das Zeichen tugendhafter Menschen. Es erscheint mir deshalb, dass sein Anspruch, ein Prophet zu sein, wahr ist. Ich erwartete sein Auftreten für unsere Zeit, doch ich dachte nicht, er würde ein Araber sein. Wenn es wahr ist, was ihr mir erzählt habt, dann denke ich, wird sein Einfluss und seine Vorherrschaft sich sicherlich über diesem Lande ausbreiten.“[3]

 

Heraklieos Cäsar fragte dann nach dem Brief des Propheten Muhammad und las ihn in seinem Hofe vor.

Abu Sufyan, der Führer und General der Mekkaner, kann nicht anders, als zugeben, dass der Prophet Muhammad wahrhaft, gerecht, ehrlich und nobel/vornehm sei. Heraklieos Cäsar kann nicht anders, als zuzugeben, dass der Prophet Muhammad wahrhaft ein Prophet Gottes, würdevoll und ehrenhaft sei. Dies ist die wahre Geschichte des Lebens des Propheten Muhammad und seinem Sieg in Mekka. Zusammengefasst brach der Prophet Muhammad keinen Vertrag, und geschweige von Gerechtigkeit, er handelte mit beispiellosem Mitgefühl nach seiner Rückkehr nach Mekka. Dies ist, was sogar seine Feinde damals bereitwillig zugaben, und dies ist was Nicht-Muslimische Gelehrte heute zugeben.


[1] http://gutenberg.spiegel.de/buch/das-leben-mohammeds-des-arabischen-propheten-2454/31

[2] http://www.ahmadiyya.de/fileadmin/user_upload/bibliothek/hadhrat_mirza_masroor_ahmad-der_islam_und_die_freiheit_des_gewissens.pdf, S. 108

[3] http://www.ahmadiyya.de/fileadmin/user_upload/bibliothek/hadhrat_mirza_bashir_ud-din_mahmud_ahmad-muhammad.pdf, S. 203 ff.

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