Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 19 – Der Prophet MuhammadSAW hat die weibliche Genitalverstümmelung befürwortet

Hat Muhammadsaw die weibliche Genitalverstümmelung befürwortet?

 

Die Berichte über weibliche Genitalverstümmelung (Infibulation, teilweise Verschließung des menschlichen Geschlechts) gilt weithin als eine schwach verbreitete Tradition unter den islamischen Gelehrten, um nicht zu sagen legitimierbar durch die Quranische Lehre. Sie wird nur von einer winzigen Minderheit unter den Muslimen praktiziert. Wenn es sich hierbei um ein Teil des islamischen Glaubens gehandelt hätte, so wäre es in ausgeprägter Form von den Muslimen überall praktiziert worden, was nicht der Fall ist.

Eine überlieferte Aussage, die sich auf diesen Vorwurf bezieht, lautet: „Beschneide nicht mehr als so viel, als wie es besser ist für die Frau und wünschenswerter für den Ehemann“ (Abu Dawud, Buch: Sitten, Kapitel: Über Beschneidung) Kritiker behaupten ebenfalls, dass Muslime im Laufe der Geschichte mit diesem Brauch Sklaven folterten.

Diese Überlieferung des Propheten Muhammadsaw, in dem die weibliche Genitalverstümmlung erwähnt wird, gilt weithin als eine schwach verbreitete Tradition unter den islamischen Gelehrten, (und ist nicht legitimierbar durch die Quranische Lehre). Kritiker rechtfertigen ihre Behauptungen über die Gültigkeit dieses Berichts mit der Behauptung, dass eine kleine Minderheit von Muslimen Genitalverstümmelungen in ihrer Glaubenspraxis beibehalten hat.

Diese Kritiker und auch solche fehlgeleiteten Muslime, die dieser Praxis nachgehen, sollten vorher die Meinung desjenigen Sammlers der Überlieferung beachten, der dieses Hadith erst in sein Sammelwerk aufgenommen hat, die Rede ist von Imam Abu Dawud. Er selber erklärte, dass dieses Hadith (Überlieferung) als dubios anzusehen ist, „die Kette der Übermittler ist nicht stark genug. Außerdem wird diese Überlieferung nicht unmittelbar dem Propheten selbst zugeschrieben… Diesem Hadith fehlt es an Authentizität.“ Kurzum, keiner der Autoritäten bringt dieses Hadith in Verbindung mit dem Propheten Muhammadsaw

Tatsächlich haben unzählige alte islamischen Gelehrte nach Imam Abu Dawud die Authentizität dieses Hadithes (Berichtes) abgelehnt, so auch der ägyptische Gelehrte Ibn Hajar al-Asqalani, der in der sunnitischen Welt für sein Wissen über die Ahadith (Überlieferungen) sehr angesehen ist.

Yusuf ibn Abd Allah al Barr ist ein weitere großer sunnitischer Gelehrte aus Andalusien. Er schreibt über die Überlieferung: „Sie basiert auf einem Übermittler, dessen Berichtung nicht zu den evidenzbasierten gezählt werden kann.“ Weiter sagt er: „Diejenigen, die die (weibliche) Beschneidung als Sunna ansehen, geben als Beweis das Hadith (Überlieferung) von Abu al-Mulaih an, dass sich einzig und allein auf die Aussage von Hajjaj Ibn Arta`ah stützt, der als alleiniger Übermittler nicht als Autorität angesehen werden kann. Die Übereinstimmung der muslimischen Gelehrten zeigt, dass die Beschneidung (nur) für Männer verpflichtend ist.“ Neuere Meinungen, etwa von Muhammed al-Shaukani aus Yemen, sind ähnlich: „Zuzüglich zu der Tatsache, dass das Hadith keine Gültigkeit einer Quelle besitzt, gibt es auch keinen ausschlaggebenden Beweis her, das behandelte Thema wirklich zu beantworten.

Wie auch der Vergangenheit, fehlt es in der heutigen Zeit nicht an muslimischen Gelehrten, die die Infibulation ablehnen. 2005 erklärte der Dekan der Al-Azhar-Universität Kairo, den Akt der Infibulation als ein strafbares Vergehen. In einer internationalen Islamkonferenz, die 2006, ein Jahr später in Kairo stattfand, schloss man sich zusammen, um die Infibulation zu verurteilen. In die Fußstapfen von al-Asqalani tretend, sprach Sheikh Ali Gomaa 2007 aus Ägypten eine Fatwa gegen Infibulation aus.  2008 sah man im ostafrikanischen Staat Kenia somalisch-islamische Gelehrte, die für ein Ende der Infibulation einstanden.  Im Januar 2010 verbaten 35 Islamische Gelehrte an der Westküste Afrikas von Mauretanien die Infibulation.

Kritiker deuten des Weiteren an, dass diese Praktiken angewandt wurden, um Sklaven zu foltern und zum Gehorsam zu erziehen. Dieser Behauptung kann man nicht entgegnen, ohne eine uralte Behauptung aufzurollen, in der die Frage gestellt wird, ob der Islam Sklaverei befürwortet oder nicht, welche wir in einem separaten Artikel behandeln. Bezüglich der Behauptungen, dass der Prophet Muhammed saw die Genitalverstümmelung befürwortet hätte zeigen also die Fakten und die Geschichte eine ganz klare Ablehnung.

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