Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 21 – Lehrte Der Heilige Prophet MuhammadSAW den Tod für Apostasie

Hat der Heilige Prophet Muhammadsaw den Tod für Apostasie gelehrt?

 

Die Anschuldigung, dass Apostasie das ultimative Verbrechen im Islam sei, ist falsch, unbegründet und basiert auf der falschen Annahme, dass Apostasie durch Menschenhand strafbar sei. Ja, der Islam ermahnt Muslime dazu, wahrhaft Muslime zu bleiben, aber welcher Glaube treibt denn seine Anhänger dazu an, abfällig zu werden? Doch selbst hier ist die Lehre des Islam „liberaler“. Gewisse Christen verdammen jene zur ewigen Hölle, welche das Christentum verlassen. Gewisse Juden erachten sich als das auserwählte Volk, das über allen anderen stehe. Einige Hindus wiederum sind überzeugt vom Kasten-System, welches die Einbürgerung (durch Heirat) eines Kastenfremden und die Heirat aus der eigenen Kaste heraus, d.h. den Wechsel oder das Verlassen der Kaste, verbietet. Umso überraschender ist es, dass die Einwände der Kritiker der islamischen Ermahnung gelten, am Islam festzuhalten. Im Islam gilt der Grundsatz: „Es soll kein Zwang sein im Glauben.“ [1]

Wie dem auch sei, wenn etwas als „höchste Verbrechen“ gilt, so sind es in der islamischen Lehre der Mord und Verrat, nicht etwa die Apostasie. Tatsächlich sind Mord und Hochverrat die einzigen beiden Gründe, für die der Islam die Todesstrafe gestattet [2]. Der Quran erlaubt nicht die Todesstrafe aus irgendeinem anderen Grund. Wie zuvor erwähnt, ist sie, auch wenn die Todesstrafe eine Möglichkeit ist, eine Erlaubnis und niemals eine feste Verordnung.

Kritiker behaupten, dass der Islam den „Tod für Apostaten“ vorschreibe. Nicht nur, dass der Islam nicht den Tod für Apostasie vorschreibt, sondern vielmehr ist der Quran das erste Religionsbuch überhaupt, in dem vorgeschrieben wird: „Es gibt keinen Zwang im Glauben“[3]. Gleichzeitig heißt es an vielen Stellen des Qurans, dass Muslime – den Propheten MuhammadSAW mit eingeschlossen – Andersgläubige in Religionssachen lediglich ermahnen dürfen. [4] Mehr als 150 Mal wird der Unglaube im Quran behandelt, und kein einziges Mal heißt es dabei, dass Andersgläubige oder Nichtgläubige bestraft werden dürfen. Wenn im Islam die Todesstrafe für Apostasie vorgesehen wäre, wieso findet sich dann im Koran kein einziger Vers, welcher das Gebot enthält, dass der ausschließliche Glaubenswechsel bzw. der bloße Austritt aus dem Islam mit einer von Menschenhand zu vollstreckenden Todesstrafe zu ahnden ist?  Wenn der Islam den Tod als Strafe für Apostasie vorgeschrieben hätte, wieso spricht der Quran von Apostaten, ohne aber jemals eine weltliche Bestrafung für diejenigen, die zum wiederholten Male erst glaubten und sich dann abwandten [5], zu verordnen? Da die Mehrzahl dieser Verse in Medina offenbart wurden, können Kritiker hier auch nicht auf das „Argument“ der aufgehobenen Verse zurückgreifen. (Die Abrogation von Versen gibt es im Islam nicht)

Das Beispiel des Propheten MuhammadSAW bestärkt die Ansicht, dass im Islam keine Strafe für Apostasie existiert. Einmal befand sich ein Beduine, der zum Islam konvertiert war, in Medina, als er an einem Fieber litt. Dieser beantragte, da er abergläubisch war und sein Fieber auf seinen Übertritt zum Islam zurückführte, dreimalig die Lossagung von seinem Treuegelübde, die jedoch immer abgelehnt wurde und doch hat er Medina unversehrt verlassen können. [6]

Anders als im Quran verlangen biblische Verse eindeutig den Tod für Apostasie. So heißt es an einer Stelle der Bibel:

„Wenn dich dein Bruder, deiner Mutter Sohn, oder dein Sohn oder deine Tochter oder das Weib in deinen Armen oder dein Freund, der dir ist wie dein Herz, heimlich überreden würde und sagen: Laß uns gehen und andern Göttern dienen! -die du nicht kennst noch deine Väter, von den Göttern der Völker, die um euch her sind, sie seien dir nahe oder ferne, von einem Ende der Erde bis an das andere, so willige nicht darein und gehorche ihm nicht. Auch soll dein Auge seiner nicht schonen, und sollst dich seiner nicht erbarmen noch ihn verbergen, sondern sollst ihn erwürgen. Deine Hand soll die erste über ihm sein, daß man ihn töte, und darnach die Hand des ganzen Volks. Man soll ihn zu Tode steinigen, denn er hat dich wollen verführen von dem HERRN, deinem Gott, der dich aus Ägyptenland, aus dem Diensthaus, geführt hat, auf daß ganz Israel höre und fürchte sich und man nicht mehr solch Übel vornehme unter euch.“ [7]

Die Argumentationen, das Neue Testament würde keine Strafe für Apostasie vorsehen, sind haltlos, da Jesus Christus selbst sagt, dass nichts aus dem alten Testament aufgehoben wurde [8]. Auf ähnliche Weise sprechen sich prominente christliche Theologen wie St. Thomas von Aquin für den Tod nach der Apostasie aus:

„Ketzer und Apostaten können gezwungen werden, sogar physisch, ihre Versprechen zu erfüllen, und zu halten, wozu sie sich einst bekannten… den Glauben anzunehmen ist freiwillig, jedoch dabei zu bleiben, einmal, nachdem man sich entschieden hat, ist obligatorisch. Über Abtrünnige gibt es zweierlei zu sagen. Ihre Sünde verdient Strafe nicht nur seitens der Kirche durch Exkommunikation, sondern auch seitens der Welt durch den Tod.“ [9]

Es ist doch erstaunlich, dass Kritiker, während sie solche Lehren gutheißen, einen Fehler im Quran zu finden meinen, der lautstark jegliche weltliche Strafe für Apostasie ablehnt:

Die aber glaubten und hernach ungläubig wurden, dann (wieder) glaubten, dann abermals ungläubig wurden und noch zunahmen im Unglauben, denen wird Allah nimmermehr vergeben noch sie des Weges leiten. [10]

Schlussendlich beschränkt der Islam nicht die Apostasie [11]. Irgendeine „Bestrafung“ eines Apostaten obliegt Gott allein und ist eine Sache zwischen Gott und dieser Person. Im Quran heißt es hierzu explizit, dass Apostasie kein weltliches Verbrechen ist, geschweige denn das „ultimative“ Verbrechen; genauso dürfen Apostaten nicht auf irgendeine Weise geschädigt, geschweige denn dem Tod zugeführt werden. Wer immer sich vom Islam abwenden möchte, hat freilich jedes Recht dazu und wird von keinem Menschen, sondern ausschließlich von Allah, zur Rechenschaft gezogen.

 

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[1] Qur’an 2:257.
[2] Qur’an 5:33, „Aus diesem Grunde haben Wir den Kindern Israels verordnet, dass wenn jemand einen Menschen tötet – es sei denn für (Mord) an einem anderen oder für Gewalttat im Land –, so soll es sein, als hatte er die ganze Menschheit getötet; und wenn jemand einem Menschen das Leben erhält, so soll es sein, als hätte er der ganzen Menschheit das Leben erhalten. Und Unsere Gesandten kamen zu ihnen mit deutlichen Zeichen; dennoch, selbst nach diesem, begehen viele von ihnen Ausschreitungen im Land.“
[3] Qur’an 2:257.
[4] Qur’an 4:64; 6:70-71; 10:109; 11:47; 50:46; 88:22-23.
[5] Qur’an 2:218; 3:21, 73, 91; 4:138; 5:55, 62, 93, 100; 9:3, 66-68, 74; 16:107; 47:26-27; 63:2-7.
[6] Bukhari [Cairo, n.d.], Vol. 1, Book 3, #28.
[7] Deuteronomy 13:6-10 (emphasis added).
[8] Matthew 5:17-18; 23:1-3.
[9] Summa Theologiae – A Concise Translation by T. McDermott, 339-40.
[10] 4:138

[11] Qur’an 4:138; 10:100; 18:30.

 

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