Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 23 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW verbat Nichtmuslimen ein Privatleben

Hat Muhammadsaw Nichtmuslimen Privatsphäre/ein Privatleben verboten?

 

Es heißt im Quran:

„O die ihr glaubt, betretet nicht andere Häuser als die euren, bevor ihr um Erlaubnis gebeten und ihre Bewohner begrüßt habt. Das ist besser für euch, auf dass ihr achtsam seiet. Und wenn ihr niemanden darin findet, so tretet nicht eher ein, als bis euch Erlaubnis gegeben ward. Und wenn zu euch gesprochen wird: „Kehret um“, dann kehret um; das ist reiner für euch. Und Allah weiß wohl, was ihr tut.“ [1]

Der Quran verbietet den Muslimen das Betreten der Behausung anderer, bewohnt oder nicht, ohne ihre Erlaubnis, und befiehlt das sofortige Verlassen bei Aufforderung. Der Sinn dahinter ist, die Privatsphäre eines Menschen zu schützen. Hierbei sieht der Quran keine Ausnahmen  für nicht-muslimische Behausungen vor, sondern befiehlt viel mehr „[die] Häuser anderer [nicht zu betreten] als die euren, bevor ihr um Erlaubnis gebeten habt.“

 

In einer Überlieferung des Propheten Muhammadsaw wird die Wichtigkeit der Privatsphäre im Detail behandelt:

„Ein Mann spähte durch ein Loch in der Tür in das Haus des Gesandten Allahs, während der Prophet sich eine Midri (ein Kamm aus Eisen) am Haupte hielt. Als der Prophet ihn sah sagte er zu ihm: „Wenn ich mir sicher gewesen wäre, dass du mich durch die Tür beobachtest, hätte ich dir hiermit das Auge ausgestochen. Er fügte hinzu: „Das Fragen um Erlaubnis zum Betreten der Häuser anderer hat sich (in so fern) erweitert, dass man nicht ungesetzmäßig in fremde Häuser schaue (um Erblicken zu können was sich darin befinde, ohne die Erlaubnis).“

 

Anhand dieses Beispiels wird die Empörung des Propheten über das Verbrechen des Verstoßes der Privatsphäre eines Anderen besonders augenscheinlich. Manch einer behauptet, dass dieses Beispiel eine schlimme Bestrafung darstellt. Im Gegensatz jedoch stärkt diese Überlieferung die These, dass der Islam die Privatsphäre eines Individuums beschützen möchte, speziell die der Frauen und Minderheiten, zumal diese die häufigeren Opfer sexueller Belästigung/ Übergriffe sind. Man betrachte zunächst die Einfachheit des Verbots, durch das man nicht unerlaubt und unautorisiert sich den Vorzug des Einlasses in einer fremden Behausung gewähren darf. Dann vergleiche man das massive Potential der tatsächlichen Bedrohung, die für Opfer des Voyeurismus existiert. Basierend darauf ist eine aktive Abschreckung notwendig, um die Privatsphäre zu gewährleisten und Menschen aller Glaubensrichtungen beschützen zu können.

„ (..) Und wenn sie sich abkehren, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; (…)“ Quran 4:90

Als nächstes behaupten Kritiker, dass sich der obige „Vers“ (oder viel mehr der aus dem Kontext gerissene und unvollständige „Vers“) auf Apostaten bezieht. Der Leser kann mit einem Schlag erkennen, dass dieser Vers nicht von Apostaten spricht. Vielmehr bezieht sich dieser Vers auf Heuchler, die zwar ein Friedensabkommen unterschreiben, aber dennoch dagegen verstoßen. Einige Kritiker nennen nur einen Teil des Verses und versuchen eine törichte Argumentation ins Leben zu rufen. Im Folgenden ist der volle Vers mit ordnungsgemäßen Kontext präsentiert. Man erkennt recht zügig die ausdrückliche Aufforderung zu Gerechtigkeit.

 

Was ist denn euch widerfahren, dass ihr in zwei Parteien gespalten seid gegenüber den Heuchlern? Und Allah hat sie verstoßen um dessentwillen, was sie begangen. Wolltet ihr einem den Weg weisen, den Allah ins Verderben hat gehen lassen? Und wen Allah ins Verderben gehen lässt, für den findest du keinen Weg. 4:89

Sie wünschen, dass ihr ungläubig werdet, wie sie ungläubig sind, so dass ihr alle gleich seiet. Nehmet euch daher keinen von ihnen zum Freund, ehe sie nicht auswandern auf Allahs Weg. Und wenn sie sich abkehren, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet; und nehmet euch keinen von ihnen zum Freunde oder zum Helfer; 4:90

außer denen, die Verbindung haben mit einem Volke, mit dem ihr ein Bündnis habt, und die zu euch kommen, weil ihre Herzen davor zurückschrecken, wider euch oder wider ihr eigenes Volk zu kämpfen. Und wenn Allah es wollte, Er hätte ihnen Macht über euch geben können, dann hätten sie sicherlich wider euch gekämpft. Darum, wenn sie sich von euch fernhalten und nicht wider euch kämpfen, sondern euch Frieden bieten: dann hat Allah euch keinen Weg gegen sie erlaubt. 4:91

Betrachtet man den Vers 4:90 in seinem vollen Kontext, so fällt es einem schwer zu begreifen, was man daran anstößig finden kann. In 4:89 belehrt Gott die Muslime Heuchlern nicht zu glauben. Der Vers 4:90 behandelt (wieder) mehr oder minder die Privatsphäre – die geschützt ist-  und ermahnt ferner die Muslime sich den Heuchlern (freundschaftlich) nicht zu nähern, da sie (die Heuchler) sonst zu jeder (ihnen möglichen) Gelegenheit die Muslime betrügen werden. Wegen den Zwängen eines Krieges schreibt (der Quran) die Todesstrafe für Hochverrat vor. Schließlich spezialisiert sich der Vers 4:91 (am Anfang) darauf, entsprechend den zuvor gegangenen zwei Versen, den Muslimen zu verbieten drei bestimmte Gruppen von Menschen anzugreifen: „(..) die Verbindung haben mit einem Volke, mit dem ihr ein Bündnis habt, und die zu euch kommen, weil ihre Herzen davor zurückschrecken, wider euch oder wider ihr eigenes Volk zu bekämpfen.“ Folglich ist Muslimen der Kampf gegen Menschen verboten, mit denen sie eine gegenseitige Beziehung geschlossen haben, oder mit welchen ein Pakt (Vertrag) eingegangen wurde und denen die den Kampf scheuen. Bezugnehmend auf dieses Gesetz, sagte der Prophet Muhammed (saw): „Wer immer eine Person, die unter dem Schutz eines Abkommens steht, tötet, soll nicht in den Genuss des paradiesischen Duftes kommen, auch wenn dieser Duft in einem Abstand von 40 Jahren (40-jährige Reise) zu fänden ist.“

Entsprechender Weise erklärt der Vers 4:92 des weiteren: „Wenn sie sich also nicht von euch fernhalten, noch euch Frieden bieten, noch ihre Hände zügeln, dann ergreifet sie und tötet sie, wo immer ihr sie auffindet…“ Folglich dürfen Muslime (bloß) immer die bekämpfen, die ihnen den Kampf erklären/ die den Ersten Schritt Richtung Kampf antreten. Es ist ihnen strengstens verboten, jegliche Art von Aggression solchen zu zeigen, die sie nicht bekämpfen wollen, oder die ihnen ein Friedensangebot machen. Merke, dass der Quran keine Bedingungen für ein Friedensangebot anderer festlegt, außer die Beendigung des Kämpfens/Krieges/Streites: Sie müssen bloß „[sich] fernhalten“, „nicht bekämpfen wollen“, „oder…ein Friedensangebot machen“.

 

Damit wird deutlich, dass Islamkritiker den quranischen Vers 4:90 unwahrheitsgemäß auf Apostaten beziehen. Die eigentliche Weisung des Qurans – nämlich den Frieden zu erhalten und zu bewahren – wird von Kritikern ignoriert.

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