Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 33 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW lehrte, dass der Märtyrertod, während andere leiden, ein Garant für das Paradies ist

Hat der Heilige Prophet MuhammadSAW gelehrt, dass der Märtyrertod, während andere leiden, ein Garant für das Paradies ist?

 

Dieser Mythos hat zwei Seiten: Erstens, dass die muslimischen Märtyrer nur „diejenigen, die getötet werden, während sie andere leiden und sterben lassen“ sind und nicht „diejenigen, die für die Wahrheit leiden und sterben“ und zweitens, dass nur das Martyrium einen Garant für das Paradies im Islam darstelle.

Obwohl das islamische Konzept des Martyriums, oder der Schahadah, äußerst tiefgründig ist, beschränken wir unsere Diskussion auf eine prima facie Lektüre. Die aufgrund ihres Glaubens Getöteten gelten im Islam tatsächlich als Märtyrer. Aber der Islam verlangt nirgendwo von einem Muslim, dass er anderen Menschen mutwilliges Leiden zufügen solle, um so das Martyrium zu erlangen.

Ferner hat der Prophet Muhammadsaw gelehrt, dass es viele Arten von Märtyrern gibt, einschließlich derer, die an einem der folgenden Zustände sterben: An Pest; Cholera, durch Ertrinken; und eine fallende Mauer. [1] Zudem gibt noch andere Arten.

Am 23. Dezember 2006 töteten bewaffnete Männer in Chicago (USA) einen Ahmadi Muslim namens Muhaimin Karim. Muhaimin ist ein Attribut Gottes, das „Beschützer“ bedeutet. Er hörte seine Mitarbeiter außerhalb seines Friseursalons um Hilfe rufen und rannte hinaus, um sie und sein Geschäft zu verteidigen. Bei der Rettung der Leben seiner Angestellten, beide Christen, opferte er sein eigenes:  Er starb durch mehrere Schusswunden. [2] Hadhrat Mirza Masroor AhmadABA, fünfter Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, erklärte Muhaimin zum Märtyrer und leitete sein Totengebet in Abwesenheit (des Leichnams). Dies entspricht dem Hadith des Propheten MuhammadSAW:  „Wer zur Verteidigung seines Eigentums getötet wird, ist ein Märtyrer.“ [3] Hier gab ein Muslim buchstäblich sein Leben, damit seine christlichen Freunde leben konnten, doch Islamkritikern reicht das nicht aus, um ihn zum Märtyrer zu erklären.

Was Märtyrer angeht, die im Kriegsgefecht fallen, so erlaubt der Islam lediglich dann den Kampf, nachdem alle nicht-kriegerischen Mittel des Befriedungsprozesses ausgeschöpft sind, so etwa die Auswanderung in ein anderes Land. Dementsprechend heißt es im Qur’an in Kapitel 3: „Die einen von euch sind von den anderen. Die daher ausgewandert sind und vertrieben wurden von ihren Heimstätten und verfolgt wurden für Meine Sache und gekämpft haben und getötet wurden, Ich werde wahrlich von ihnen hinwegnehmen ihre Übel und sie in Gärten führen…“ [4]

In Bezug auf den von Kritikern angeführten Vers lautet der ganze Vers: „Allah hat von den Gläubigen ihr Leben und ihr Gut für den Garten erkauft: sie kämpfen für Allahs Sache, sie töten und fallen – eine Verheißung, bindend für Ihn, in der Thora und im Evangelium und im Qur-ân.“

Dieser Aspekt wird von Kritikern gerne durcheinander gebracht, da der Vers den „Gläubigen“ — nicht den Märtyrern — als Gegenleistung für die Inkaufnahme „ihres Lebens und ihres Guts“, was  auf die Zeit, Anstrengung und finanziellen Opfer einer Person auf dem Wege Allahs hinweist, den Garten verspricht. Wenn Gott sagt: „Sie kämpfen für Allahs Sache, sie töten und fallen“, beschreibt Allah nur einige der vielen Eigenschaften der Gläubigen (Mu’minin) – nicht der Märtyrer (Shuhada oder Shahidin).

Es existiert keine solche Lehre im Islam, die „nur den Märtyrern einen direkten Weg zum Paradies sichert“. Tatsächlich schreibt Allah im ganzen Qur’an den Gläubigen Qur‘an viele andere Eigenschaften zu und verheißt ihnen das Paradies.

In Kapitel 23 lesen wir: „Die sich demütigen in ihren Gebeten und die sich fernhalten von allem Eiteln und die nach Reinheit streben und die ihre Sinnlichkeit im Zaum halten- es sei denn mit ihren Gattinnen oder denen, die ihre Rechte besitzt, denn dann sind sie nicht zu tadeln; die aber darüber hinaus Gelüste tragen, die sind die Übertreter – und die ihre Treue und ihre Verträge wahren und die streng auf ihre Gebete achten. Das sind die Erben, die das Paradies ererben werden. Ewig werden sie darin weilen“

Hier verheißt Allah „den Gläubigen“ das Paradies, und in den sechs Eigenschaften, die er von den Gläubigen erwähnt, wird nirgends das Kämpfen oder das Martyrium erwähnt.

In Kapitel 70 verspricht Allah den „Al-Musallin“ (oder „die, die beten“) das Paradies. Er beschreibt Al-Musallin mit acht noblen Eigenschaften und wieder wird nirgendwo Kampf oder Martyrium erwähnt. [7]

Wenn man bedenkt, dass Gott den „Gläubigen“ und „denen, die beten“ das Paradies verspricht, können wir auch diese Behauptung als bloßen Mythos verwerfen.


[1] Gardens of the Righteous (Riyadh as-Salihin of Imam Nawawi), Translated by Muhammad Zafrulla Khan, Hadith #1358, pg. 228 (Islam International Publications, Ltd. Tilford: 1996).

[2] Annie Sweeney. “Suspect Arrested in 2006 Slaying.” Chicago Tribune. June 17, 2010, http://articles.chicagotribune.com/2010-06-17/news/ct-met-barber-cold-case-20100617_1_abdul-karim-slaying-barbershop, Last Visited June 6, 2012.

[3] Gardens of the Righteous (Riyadh as-Salihin of Imam Nawawi), Translated by Muhammad Zafrulla Khan, Hadith #1358, pg. 228 (Islam International Publications, Ltd. Tilford: 1996).

[4] Qur’an 3:196.

[5] Qur’an 9:111.

[6] Qur’an 23:2-12 (emphasis added).

[7] Qur’an 70:23-36.

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen