Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 04 – Der Heilige Prophet MuhammadSAW lehrte den Muslimen Terrorismus und „Jihad“, um den Islam zu verbreiten

Lehrte der Heilige Prophet MuhammadSAW den Muslimen Terrorismus und „Jihad“, um den Islam zu verbreiten?

 

Kritiker behaupten, dass die tragende „Crux des Islams eine Ideologie des globalen Krieges“ sei und dass der Heilige Prophet Muhammadsaw angeblich diesen Krieg sogar durch Terrorismus und „Jihad“ unterstützt habe.[1]

Der Heilige Quran hat das Wort „Jihad“ 34 Mal verwendet, um die Idee der Anstrengung gegen das Ego und der stärkeren Vertiefung der Selbstreflexion[2], der Verbesserung des Gesellschaftslebens[3] sowie des Schutzes der Glaubens- und Gewissensfreiheit im Islam[4] sehr klar zum Ausdruck zu bringen. Demnach benutzte der Heilige Prophet MuhammadSAW einst das Wort Jihad, als erSAW sich beispielsweise auf den Dienst an den Eltern[5], die Verbesserung des eigenen Charakters[6], die Vollziehung des Hadsch (Pilgerfahrt) [7] und auf einen Verteidigungskrieg für die Gewissens- und Glaubensfreiheit[8] bezog. Der Heilige ProphetSAW selbst erklärte, nachdem erSAW von einem Kampf zurückkehrte, den Jihad der Verbesserung der eigenen Person als erhabener als den Jihad für die Gewissensfreiheit, indem erSAW konstatierte:

„Wir kehren zurück vom kleinen Jihad hin zum großen Jihad.“[9]

Des Weiteren verbietet der Heilige Quran jegliche Gemeinschaften zu bekämpfen, die friedlich sind.[10] Er unterstreicht wiederholt die Wichtigkeit der Glaubens- und Gewissensfreiheit[11] und erlaubt das Kämpfen lediglich, um diese Glaubens- und Gewissensfreiheit für jedwede Überzeugung zu beschützen und sich gegen einen Aggressor zu verteidigen[12]. Wie bereits erwähnt, legt der Heilige Quran auch dar, dass keine Religion die Erlösung monopolisieren kann[13] und befürwortet die Ökumene14].

Anstatt sich auf den Heiligen Quran oder die Überlieferungen[1] des Heiligen ProphetenSAW zu beziehen, zitieren Kritiker oft Abul Ala Maududi,  Kleriker und Begründer der rechtsextremen religiös-politischen Partei in Pakistan, genannt „Jamaat-e-Islami“. Zweifellos beeinflusst durch die Denkweisen mittelalterlicher Gelehrter teilte Maududi die Welt aus seiner Sicht in zwei „Häuser“ und proklamierte damit Gewalt gegen Nicht-Muslime sowie Muslime, die seine Meinung nicht teilen. Jedoch widersprechen Maududis Ansichten nicht nur den Lehren des Heiligen Qurans, auch der Heilige Prophet Muhammadsaw prophezeite und verurteilte proaktiv diese sogenannten Gelehrten, die in kommenden Zeitaltern Unfrieden stiften würden:

 „[…] Ihre religiösen Gelehrten werden die schlimmsten Kreaturen unter dem Firmament des Himmels sein. Unheil wird von ihnen ausgehen und wieder zu ihnen zurückkehren.“[16]

 „Auf meine Gefolgschaft wird ein Zeitalter der Furcht zukommen. Die Menschen werden sich zu ihren religiösen Gelehrten wenden, in der Hoffnung, rechtgeleitet zu werden. Doch sie werden die Gelehrten als Affen und Schweine vorfinden.“ (d.h. ihre Charakterzüge werden selbst sehr schlecht und beschämend sein)“[17]

 „[Eine Zeit wird kommen] Da wird das Wissen der Menschen hinfort genommen werden [durch den Tod der Gelehrten]. Wenn kein Gelehrter übrig bleiben wird, werden die Menschen einen Unwissenden zum Führer nehmen und ihn nach Rechtleitung in den Angelegenheiten der Religion fragen, über die er ohne Wissen entscheiden und Fatwas (Rechtsedikte) äußern wird. Sie selbst werden zu den Irrenden gehören und andere Menschen auch zu solchen machen.“[18]

Hadhrat Mirza Tahir AhmadRH, der vierte Kalif der Ahmadiyya Muslim Jamaat, widerlegt Maududis Weltsicht eindeutig in seinem herausragenden Werk „Murder in the Name of Allah“ (Mord im Namen Allahs). Für weitere Antworten sei an dieser Stelle auf jenes Buch verwiesen.

Seine Heiligkeit Mirza Ghulam AhmadAS, der Verheißene Messias und Begründer der  Ahmadiyya Muslim Jamaat, schrieb ein Jahrhundert zuvor – ja, noch vor der Geburt von Maududi – Folgendes, indem er die allgemeine korrupte Natur von vielen muslimischen Gelehrten kommentierte und damit die Prophezeiung des Heiligen Propheten des IslamSAW bestätigte:

„Wenn diese Gelehrten auf die heutigen Herrscher treffen, so verneigen sie sich, als wären sie bereit, sich ihnen zu Füßen zu werden. Untereinander bestehen sie jedoch darauf, dass jenes Land Dar-ul-Harb sei (im Zustand des Krieges) […] Sie halten an ihrem Grundsatzverständnis von Jihad – welches absolut irrsinnig und in jeder Hinsicht unvereinbar mit den Lehren des Heiligen Qurans sowie den Ahadith ist – derart fest, dass sie denjenigen zum Antichristen erklären und seinen Mord als gerechtfertigt ansehen, der gegen sie Einwände erhebt. […] Diese angeblichen Gelehrten sollten sich vergewissern, dass Ihr Verständnis über Jihad in keiner Weise richtig ist. Das menschliche Mitgefühl wird das erste Opfer dieses Verständnisses.

Ihr Glaube, der (kriegerische) Jihad sei heutzutage noch rechtmäßig, weil er im frühen Islam erlaubt gewesen sei, ist völlig falsch. […] Ihre Argumentation ist haltlos. Unter keinen Umständen erhob unser Heiliger Prophet MuhammadSAW das Schwert gegen jemanden, sofern derjenige nicht zuvor selbst das Schwert erhoben hatte. Über die erbarmungslose Ermordung Unschuldiger mit solcher Brutalität zu lesen, frommer Männer, Frauen und Kinder, bringt uns Tränen in unsere Augen.“ [19]

Prof. Bernard Lewis, ein britisch-amerikanischer Publizist und Historiker, stellt richtigerweise fest, dass das Konzept von Selbstmordattentaten eine Erfindung des 20. Jahrhunderts ist, welches keine Grundlage im Islam[21] hat und dass Muslime, die den Terrorismus billigen oder unterstützen – wie Maududi es tut – ihrer eigenen Religion überhaupt unkundig sind[22].

Zu keiner Zeit zeigten Rechtsgelehrte irgendeine Art von Zustimmung oder Legitimierung dessen, was wir heute Terrorismus nennen. Weiterhin gibt es keinerlei Möglichkeit, den Terrorismus zu rechtfertigen, wie er heute praktiziert wird. Das Konzept fanatischer Krieger, die ihren Opfern entweder die Wahl zwischen dem Quran oder dem Schwert lassen, sei nicht nur unwahr, es sei „unmöglich“. „Allgemein gesprochen“, heißt es, sei „die Toleranz der Muslime Andersgläubigen gegenüber bei Weitem besser als alles gewesen, was sich im Christentum vorfinden lässt […]“[24]

Kurzum, der Heilige Prophet MuhammadSAW hat alle Formen des Terrorismus verboten. Stattdessen lehrte erSAW seinen Gefährten, sich mit der Selbstreflexion zur Selbstverbesserung zu beschäftigen. Dies war, ist und bleibt für immer der wahre und größte Jihad.


[1] Geert Wilders, Marked for Death: Islam’s War Against the West and Me, 78, 84 (2012).

[2] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Baqarah 2:219;

Surâ Al-Imrân 3:143;

Surâ An-Nisâ 4:96;

Surâ Al- Mâedah 5:36, 5:55;

Surâ Al-Anfâl 8:73, 8:75 f.;

Surâ At-Taubah 9:16, 9:19 f., 9:24, 9:41, 9:44, 9:79, 9:81, 9:86, 9:88;

Surâ An-Nahl 16:111;

Surâ Al-Hadsch 22:79;

Surâ Al-Furqân 25:53;

Surâ Al-Ankabût 29:7, 29:70;

Surâ Muhammad 47:32;

Surâ Al-Hudschrat 49:16;

Surâ Al-Mumtahanah 60:2;

Surâ As-Saff 61:12.

[3] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Baqarah 2:219;

Surâ Al-Imrân 3:143;

Surâ An-Nisâ 4:96;

Surâ Al-Mâedah 5:36, 5:55;

Surâ Al-Anfâl 8:73, 8:75 f.;

Surâ At-Taubah 9:16, 9:19 f., 9:24, 9:41, 9:44, 9:73, 9:79, 9:81, 9:86, 9:88;

Surâ An-Nahl 16:111,

Surâ Al-Hadsch 22:79;

Surâ Al-Furqân 25:53;

Surâ Al-Ankabût 29:7, 29:70;

Surâ Muhammad 47:32;

Surâ Al-Hudschrat 49:16;

Surâ Al-Mumtahanah 60:2;

Surâ As-Saff 61:12.

[4] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Imrân 3:143;

Surâ An-Nisâ 4:96;

Surâ Al-Mâedah 5:36, 5:55;

Surâ Al-Anfâl 8:73, 8:75 f.;

Surâ At-Taubah 9:16, 9:19 f., 9:24, 9:41, 9:44, 9:73, 9:81, 9:86, 9:88;

Surâ An-Nahl 16:111;

Surâ Al-Ankabût 29:7, 29:70;

Surâ Muhammad 47:32;

Surâ Al-Hudschrat 49:16;

Surâ Al-Mumtahanah 60:2;

Surâ As-Saff 61:12.

Surâ At-Tahrîm 66:10.

[5] Ein Mann kam einst zum Heiligen Prophetensaw und fragte um Erlaubnis, am (kriegerischen) Jihad teilzunehmen. Der ProphetSAW fragte ihn daraufhin: „Sind deine Eltern noch am Leben?“ Er bejahte. Der Heilige ProphetSAW sagte zu ihm: „Dann strenge dich an, ihnen Dienste zu erweisen.“ Bukhari, Buch 52.

[6] Imam Jaffar Al-Sadiq berichtete: „Der Gesandte AllahsSAW entsandte die Armee unvorhergesehen (zur Kampffront). Während sie erfolgreich zurückkehrten, sagte der Heilige ProphetSAW: „Gesegnet sind jene, die den kleinen Jihad bewältigt haben. Noch steht ihnen der größte Jihad bevor.“ Als erSAW gefragt wurde: „Was ist denn der größte Jihad?“, antwortete der Heilige Prophetsaw: „Der Kampf gegen das eigene Ego.“ Al-Majlisi, Bihar Al-Anwar, Bd. 19, S. 182.

Seine Heiligkeit Abu DharrRA fragte den Heiligen Propheten MuhammadSAW: „Welcher Kampf ist der Beste?“ Der Heilige ProphetSAW antwortete: „Gegen die eigenen Interessen und gegen die sinnlichen Begierden zu kämpfen.“ Bihar al-Anwar, Bd. 67.

[7] Ein Mann kam zum Heiligen Prophetensaw und sagte: „O Gesandter AllahsSAW! Ich bin für den-und-den Ghazwa (Krieg) der Armee beigetreten, (um am Krieg zusammen mit dem Heiligen ProphetenSAW teilzunehmen) und meine Ehefrau ist fürs Hajj (die Wallfahrt) aufgebrochen.“ Der Gesandte AllahsSAW sagte daraufhin: „Geh zurück und führe die Pilgerfahrt mit deiner Frau aus.“ Bukhari, Bd. 4, Buch 52.

Der Heilige Prophet MuhammadSAW wurde von seinen Ehefrauen über den Jihad gefragt und erSAW antwortete: „Der beste Jihad (für euch) ist (die Vollziehung des) Hajj.“ Bukhari, Bd. 4, Buch 52.

[8] Der Heilige Quran

Surâ Al-Hadsch 22:40 ff.

[9] „Kashf Al-Mahjub” von Ali bin Osman Hajvairi; “Al-Kashshaf” Teil 3 unter Kommentar des Heiligen Qurans Surâ Al-Hadsch 22:78.

[10] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Mumtahanah 60:9.

[11] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Baqarah 2:5, 2:257, 2:273;

Surâ Al-Imrân 3:21, 3:86-92;

Surâ An-Nisâ 4:56, 4:80 f., 4:138;

Surâ Al-Mâedah 5:91 ff., 5:99 f.;

Surâ Al-Anâm 6:67, 6:105-108, 6:112 f., 6:150;

Surâ Yunus10:100 f., 10:109;

Surâ Hûd 11:29;

Surâ Ar-Rad 13:41;

Surâ An-Nahl 16:83;

Surâ Bani Isrâil 17:54 f.;

Surâ Al-Kahf 18:30;

Surâ Al-Anbiyâ 21:42;

Surâ Al-Hadsch 22:18, 22:68;

Surâ An-Nûr 24:55;

Surâ Al-Furqân 25:32, 25:42 ff.;

Surâ Al-Naml 27:108 ff., 27:92 f.;

Surâ Al-Ankabût 29:19;

Surâ Jâ-Sîn 36:8, 36:17 f., 36:31;

Surâ Az-Zumar 39:40 ff.;

Surâ Al-Schûra 42:7 f., 42:48 f.;

Surâ Az-Zuchruf 43:8;

Surâ Qâf 50:46;

Surâ Al-Dhâriyât 51:57;

Surâ Al-Taghâbun 64:9-13;

Surâ Al-Mulk 67:26 f.;

Surâ Al-Dhar 76:30;

Surâ Al-Inscheqâq 84:7;

Surâ Al-Ghâschiya 88:22-25;

Surâ Al-Kafirun 109:2–7.

[12] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Baqarah 2:191;

Surâ Al-Hadsch 22:40 ff.

[13] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Baqarah 2:63, 2:112 ff.;

Surâ Al-Imrân 3:114 ff.;

Surâ Al-Mâedah 5:67, 5:70;

Surâ Al-Arâf 7:160;

Surâ Al-Hadsch 22:69.

[14] Der Heilige Quran:

Surâ Al-Imrân 3:65.

[16] Al-Baihaqi zitiert in Al-Mishkat: Kitab-ul-Ilm, Kapitel 3 und Kanz Al-Ummal, Kapitel 6.

[17] Kanz-ul-Ummal, Bd. 7.

[18] Mishkat, Kitab-ul-Ilm, Kapitel 3.

[19] Seine Heiligkeit Mirza Ghulam Ahmad: Die Britische Regierung und der Jihad, S. 8 f. (1900).

[21] Bernard Lewis und Buntzie Ellis Churchill: Islam: Die Religion and die Menschen, S. 153 (Wharton School Publishing, 2008).

[22] Id. auf 145-50.

[23] Id. auf 151.

[24] Id. auf 156.

[1] arab. Hadith pl. Ahadith

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