Die Helfer des Königs der Feder.

Mythos 06 – Der Prophet MuhammadSAW startete Razzien gegen unschuldige Händler

Hat der Prophet Muhammadsaw unschuldige Handelskarawanen angegriffen, um sie zu plündern?

 

Während der Zeit des Prophetensaw verdienten Araber ihren Unterhalt größtenteils durch den Handel mit Staaten aus dem Norden. Ehemalig bekannt als Syrien, heute in vielen kleineren Ländern aufgeteilt. Die Handelsrouten von Mekka in Richtung Norden führten an Medina vorbei. So trieben die Araber den lokalen Handel von einer Stadt zur anderen.

 

Kritiker werfen vor, dass der Prophet Muhammadsaw, die Kamelkarawanen arabischer Händler, die zwischen Mekka und anderen arabischen Städten und Oasen zogen, zu überfallen begann. Manche Kritiker behaupten, dass der Prophet Muhammadsaw zweiundachtzig Raubzüge organisierte, davon hätte er selbst über zwanzig angeführt. Dabei zitieren sie den Vers des Qurans 2: 217 [1] als „Rechtfertigung“.

 

Wir beginnen mit der Darlegung des vollständigen Verses: „Der Kampf ist euch befohlen, auch wenn er euch missfällt; aber es ist wohl möglich, dass euch etwas missfällt, was gut für euch ist; und es ist wohl möglich, dass euch etwas gefällt, was für euch übel ist. Allah weiß, ihr aber wisset nicht.“[2]

 

In diesem Vers erinnert der Heilige Quran die Muslime daran, dass ihr gewaltloser Widerstand in Mekka und die friedliche Auswanderung von 240 Meilen, ausgelöst durch die massiven Feindseligkeiten gegen sie, das feindselige Verhalten der Mekkaner bedauerlicherweise nicht verändert haben. Deshalb sollten die Muslime bereit sein zu kämpfen, auch wenn sie nicht kämpfen wollen. Natürlich wollten die Muslime nicht kämpfen. Darum ertrugen sie geduldig die dreizehnjährige Verfolgung und begaben sich letztendlich in eine andere Region, um eben nicht zu kämpfen. Dieser Vers ist eine Erläuterung der menschlichen Natur. Diese Muslime lebten seit über einem Jahrzehnt in Mekka und haben des Friedens willen, alle ihre Häuser, Grundstücke, Habseligkeiten und Vorfahren verlassen. Nun wurden sie vom Krieg auch dort hin verfolgt. Es ist vollkommen nachvollziehbar, dass einige Muslime der ständigen Verfolgung, den Qualen, welchen sie ausgesetzt waren und des Fliehens, leid waren. Sie wollten nur Frieden – der Qur‘an ermahnte sie, standhaft zu bleiben, weil Gott die Konsequenzen ihrer Duldung, gegenüber den mekkanischen Angriffen, kannte. In dieser Situation beruhigte der Prophet Muhammadsaw die Muslime: „O ihr Muslime! Ihr sollt nicht den Feind bekämpfen und begehrt sehnsüchtig den Frieden und die Sicherheit Gottes. Wenn ihr jedoch gegen euren Willen einen Feind bekämpfen müsst, dann zeigt Standhaftigkeit. „[3]

 

Das ist ein universelles Prinzip. Souveräne Regierungen schmiedeten im Laufe der Geschichte und sogar heute noch Pläne, die sicherstellen, dass ihr Staat vor Angriffen geschützt bleibt. Kritiker, die versuchen mit diesem Vers Einspruch zu erheben, sollten ebenso alle Nationen, die sich verpflichten, für die Sicherheit ihrer Bürger zu kämpfen, zum ungerechten Verhalten deklarieren.

 

Insbesondere, was die angeblichen Raubzüge und Plünderungen betrifft, bringen historische Dokumente Tatsachen hervor, die im Gegensatz zu dem stehen, was Kritiker fabrizieren:

 

Āṣim bin Kulaib erzählt von seinem Vater, dass ein Anṣārī Gefährte berichtet, dass wir uns mit dem Heiligen Propheten auf zu einer Ghazwah (Schlacht) machten. Zu einem Zeitpunkt, wurden die Leute von starkem Hunger beunruhigt (da sie keine Vorräte mit sich führten). Daraufhin fingen sie ein paar Ziegen aus einer Herde ein, schlachteten sie und fingen an diese zu kochen. Das Fleisch in den Töpfen kochte gerade, als der Heilige Prophetsaw eintraf. Der Heilige Prophetsaw stieß mit seinem Bogen unsere Töpfe sofort um und begann wütend die Fleischstücke unter seinen Füßen zu zermalmen. Er rief dabei: „Plünderung ist nicht besser als Aas.“ [4]

Die Geschichte ist einleuchtend. Mal ganz abgesehen von den Zeiten des Wohlergehens, auch in den Zeiten des schweren Hungers, verbot der Prophet Muhammadsaw Plünderungen jeglicher Art. In einer anderen bekannten Überlieferung befahl der Prophet Muhammadsaw den Muslimen:

„O ihr Muslime! Geht hin im Namen Allahs und führt Jihad mit der Absicht, die Religion zu schützen. Aber Vorsicht! Unterschlagt nicht den erbeuteten Reichtum und täuscht kein Volk. Verstümmelt nicht den toten Feind, tötet weder Frauen noch Kinder [5] noch religiöse Einsiedler [6]; und tötet nicht die Alten. Schafft Frieden im Land und behandelt die Menschen mit Güte, denn Allah liebt den Gütigen. „[7]

Wieder einmal erklärt der Prophet Muhammadsaw in Wort und Tat, dass die Absicht der Kämpfe lediglich darin bestand, die Religionsfreiheit zu schützen – und nicht Wohlstand, Macht oder Terror zu säen. Ersaw verbot den Muslimen ausdrücklich, Unschuldigen zu schaden, verurteilte Gewalt und forderte Nächstenliebe.

 

Der islamische Geschichtswissenschaftler Hadhrat Mirza Bashir Ahmad erläuterte den Zweck der Angriffe, die der Prophetsaw unternahm, und zeigte auf, dass sie nicht ungerecht, sondern eine gerechte Form der Verteidigung waren, die die Nationen bis heute anwenden.

 

Die vierte Strategie [zum Schutz der Muslime vor dem Unheil der Götzendiener], die der Heilige Prophetsaw anwandte, bestand darin, dass er damit begann, die Handelskarawanen der Quraish abzufangen, die von Mekka nach Syrien reisten und unterwegs Madīnah passierten. Der Grund dafür war erstens, dass diese Karawanen ein Feuer der Feindschaft gegen die Muslime entfachen würden, wo auch immer sie unterwegs waren. Es ist offensichtlich, dass ein Samen von Feindschaft, der in der Umgebung von Madīnah gesät wurde, extrem gefährlich für die Muslime war. Zweitens würden diese Karawanen immer bewaffnet sein, und jeder kann verstehen, dass solche Karawanen, die so nah an Madīna vorbeizogen, nicht frei von Gefahren waren. Drittens hing der Lebensunterhalt der Quraish in erster Linie vom Handel ab. Unter diesen Umständen war das endgültige und wirksame Mittel, mit dem die Quraish überwältigt werden, ihre Grausamkeiten beendet und zur Versöhnung gedrungen werden konnten, dass sie ihre Handelsroute blockierten. Die Geschichte zeugt von der Tatsache, dass unter den Faktoren, die letztlich die Quraish zur Versöhnung brachten, das Abfangen dieser Handelskarawanen eine äußerst zentrale Rolle spielte. Daher war dies eine äußerst kluge Strategie, die zu gegebener Zeit Früchte des Erfolgs lieferte. Viertens wurden die Einnahmen aus diesen Karawanen der Quraish größtenteils für die Beseitigung des Islam ausgegeben. Vielmehr wurden einige Karawanen sogar nur zu einem Zweck geschickt, ihr gesamtes Profit gegen die Muslime einzusetzen. In diesem Fall kann jedes Individuum verstehen, dass das Auffangen dieser Karawanen an sich ein absolut legitimes Motiv war.

 

Verschiedene voreingenommene christliche Historiker haben die Behauptung aufgestellt, dass, Gott bewahre, der Heilige Prophetsaw und seine Gefährten sich auf den Weg machten, die Karawanen der Quraish zu plündern. Wir möchten diese Leute fragen, die sich als eine Verkörperung von Gerechtigkeit und Gleichheit sehen und ihre Nationen, die Sie als die Inbegriffe des Anstands und der Hoheit betrachten, ob sie denn nicht die Handelswege der feindlichen Nationen versperren? Wenn sie die Nachricht erhalten, dass ein Handelsschiff, einer feindlichen Nation entgegenkommt, verfolgen sie dann nicht sofort ein Marineunternehmen, um sie zu zerstören oder setzen eine Strategie ein, um sie zu bezwingen und ihr ganzes Reichtum in Besitz zu nehmen? Kann man aus diesem Grund seine Führungskräfte als Räuber, Plünderer und Verbrecher abstempeln? Als die Muslime die Karawanen der Quraish abfingen, war es nicht in ihrer Absicht, den Reichtum ihrer Karawanen in Besitz zu nehmen. Vielmehr verlangte die militärische Strategie, dass der Handelsweg der Quraisch behindert werde, weil es keine besseren Mittel gab, um sie zur Vernunft und zur Versöhnung zu bringen. Zu behaupten, dass die Muslime bei der Überwachung dieser Karawanen zur Plünderung und zum Raub ermutigt wurden, ist eine große Ungerechtigkeit und weit entfernt von jeglicher Unvoreingenommenheit. [8]

 

Die oben erwähnten authentischen Referenzen sollten jedem unparteiischen Leser verdeutlichen, dass der Prophet Muhammadsaw keine Ungerechtigkeit bei Kriegen begangen hat. Mit Sicherheit überfiel er in keinster Weise unschuldige Handelskarawanen. Im Gegenteil, er zeigte äußerste Zurückhaltung und Güte.

 

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[1] Geert Wilders, Marked for Death: Islam’s War Against the West and Me, 37 (2012).

[2] Qur’an 2:217 (Wilders also cites numerous other random verses in his footnote without offering any indication as to how they connect to his opinion. Should the reader require a response to those allegedly violent verses, we remind them of the link www.alislam.org/quran for a detailed analysis of each verse.

[3]  Bukhārī, Kitāb al-Jihād Wa al-Siyar, Bāb Kāna al-Nabiyy Idhā Lam Yuqātil Awwal al- Nahār,  Muslim, Kitāb al-Jihād Wa al-Siyar, Bāb Karāhah Tamannī Liqā’ al-‘Uduww, and Sunan Abī Dāwūd, Kitāb al-Jihād, Bāb Fī Karāhah Tamannī Liqā’ al-‘Uduww.

[4]  Sunan Abī Dāwūd, Kitāb al-Jihād, Bāb Fi al-Nuhba Idhā Kāna Fi al-Ta‘ām Qillah and Sunan Al-Tirmidhī, Kitab al-Siyar, Bāb Mā Jā’a Fī Karāhiyah al-Nuhbah (emphasis added).

[5]  Muslim, Kitāb al-Jihād Wa al-Siyar, Bāb Ta’mīr al-Imām al-Umarā’ a ‘Ala al-Bu‘ūth.

[6]  Sharḥ Ma‘āni al-Āthār, By Imām Abū Ja‘far Aḥmad bin Muḥammad Al-Ṭaḥāwī, Volume 2, p. 126, Kitāb al-Siyar, Bāb al-Shaikh al-Kabīr Hal Yuqtal Fī Dār al-Ḥarb Am Lā, Maktabah Raḥmāniyyah, Urdu Bazaar, Lahore.

[7] Sunan Abī Dāwūd, Kitāb al-Jihād, Bāb Fī Du‘ā’ al-Mushrikīn.

[8] Mirza Bashir Ahmad, Seal of the Prophets, Volume I1, 91-92 (2013).

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