Die Helfer des Königs der Feder.

RAMADAN – Der Fastenmonat im Islam

Erläuterung: In der islamischen Lehre ist das Fasten eine der fünf Säulen des Islams und ein grundlegender Bestandteil des Gottesdienstes. Das Fasten ist eine Praxis, durch welche die Seele gereinigt und Geduld gelehrt wird.

 

  1. Frage: Was ist der Sinn und Zweck des Fastens im Ramadan?
  • Der arabische Begriff „Saum“ (Fasten) bezeichnet das religiöse Fasten im Islam und gilt im Quran als religiöse Pflicht: O die ihr glaubt! Fasten ist euch vorgeschrieben, wie es denen vor euch vorgeschrieben war, auf dass ihr euch schützet.“ 2:184
  • Ab dem ersten Sonnenstrahl am Horizont bis zum Sonnenuntergang wird auf Essen, Trinken (sämtliche Dinge ,die dem Körper zugeführt werden) und dem Geschlechtsverkehr verzichtet. Jedoch ist es nicht nur der Verzicht auf weltliche Dinge, sondern die Aneignung hoher moralischer Eigenschaften ist das Ziel des gesegneten Monats.
  • So heißt es im Heiligen Quran: „Erlaubt ist euch, in der Nacht des Fastens zu euren Frauen einzugehen. Sie sind euch ein Gewand, und ihr seid ihnen ein Gewand. Allah weiß, dass ihr gegen euch selbst unrecht gehandelt habt, darum hat Er Sich gnädig zu euch gekehrt und euch Erleichterung vergönnt. So möget ihr nunmehr zu ihnen eingehen und trachten nach dem, was Allah euch bestimmte; und esset und trinket, bis der weiße Faden von dem schwarzen Faden der Morgenröte zu unterscheiden ist“ 2:188
  • Der Heilige Prophet MuhammadSAW sagte: „Fasten bedeutet nicht nur auf Essen und Trinken zu verzichten, sondern sich von jeglicher Art der Absurdität und Unsittlichkeit zu schützen. Fastender! Wenn dich jemand beleidigt oder provoziert, dann sage ihm, dass du Fastender bist. Jener der trotz seines Fastens, beleidigt und beschimpft, dessen Fasten besteht nur aus hungern und dürsten, wodurch er nichts erlangt.“ Mishkaat S. 177
  • Der Verheißene MessiasAS sagte diesbezüglich: „Der Glaube, in dem keine Anstrengungen vorhanden sind, ist in unseren Augen nichts“ (Fatawa Ahmadiyya S. 183)

 

Hadhrat Musleh-e-MaudRA sagte: „Der eigentliche Zweck des Monat Ramadan besteht darin, dass der Mensch in diesem Monat alles für Gott dem Erhabenen aufgibt. Sein Hungern ist ein Zeichen dafür, dass er bereit ist, jedes seiner Rechte für Allah aufzugeben.(Al-Fazl 30.März 1926)

 

  1. Frage: Wer ist verpflichtet zu fasten?
  • Jeder körperlich reife und physisch als auch mental gesunde Muslim, welcher nicht auf Reisen ist, ist verpflichtet zu fasten. Eine reisende oder kranke Person soll gemäß dem Islam die Fastentage später nachholen. Chronisch erkrankte Menschen sowie schwangere/stillende Frauen sollen als Ausgleich die Fidya (Speisung eines Armen) zahlen: „Wer von euch aber krank oder auf Reisen ist, (der faste) an ebenso vielen anderen Tagen; und für jene, die es schwerlich bestehen würden, ist eine Ablösung: Speisung eines Armen.“ 2:185
  • In einer Überlieferung des Heiligen ProphetenSAW heißt es: „Allah der Erhabene hat dem Reisenden die Hälfte des Gebets erleichtert und der schwangeren oder stillenden Frau das Fasten erleichtert.“ Tirmidhi; Abwaab-us-Saum
  • Eine Frau, die ihre Menstruation hat, kann ebenfalls nicht fasten.
  • Hadhrat AishaRA berichtet: „Wir haben zur Zeit des Heiligen ProphetenSAW nicht gefastet, während wir unsere Menstruation hatten. Uns wurde gesagt, diese Tage später nachzuholen.“ Sunan ; Kitaab-us-Siaam

 

Das Fasten gebietet uns auch nicht, dass wir alltägliche Arbeiten liegen lassen. Wenn also aufgrund besonderer Arbeit das Fasten nicht mehr auszuhalten ist, dann zählt er zu der Kategorie der Kranken und ist befreit vom Fasten. Jedoch ist er diesbezüglich für jeden seiner Schritte selbst verantwortlich und Allah der Erhabene wird entsprechend seines Zustands über ihn richten.

 

  1. Frage: Wie sollte man die Fastentage nachholen, die man versäumt hat?
  • Wenn man auf Reisen war oder krankheitsbedingt nicht während des Ramadans fasten konnte, ist es wichtig, diese vor dem nächsten Ramadan wieder nachzuholen, jedoch ist es irrelevant, ob die Tage hintereinander oder über das Jahr verteilt nachgeholt werden.

 

  1. Frage: Ist die Fidya ein Ersatz für das Fasten?
  • Die Anweisung im Quran besagt, dass man sowohl fasten als auch (gemäß dem eigenen Zustand) die Fidya zahlen sollte. Es ist verpflichtend zu fasten bzw. die Fastentage nachzuholen und es ist eine Sunna (Praktik des ProphetenSAW), die Fidya zusätzlich zu zahlen.
  • Jene, die einige Tage des Fastens aufgrund einer kurzen Erkrankung o.ä. versäumen, sind nicht verpflichtet die Fidya zu zahlen. Denjenigen jedoch die vom Fasten befreit sind ist es geboten worden, an jedem Fastentag einen Armen zu speisen oder ihm eine entsprechende Summe zu spenden.
  • Der Verheißene MessiasAS wurde von einer Person gefragt: „Ich habe noch nie zuvor gefastet, soll ich für all die versäumten Tage die Fidya zahlen?“

 

  1. Frage: Was ist, wenn man sein Fasten frühzeitig unterbricht?
  • Der Heilige ProphetSAW sagte: „Wenn eine Person unter euch etwas ausversehen isst oder trinkt, so ist ihr Fasten weiterhin gültig. Die Person soll ihr Fasten fortsetzen, da Allah ihr Essen und Trinken gab.“ Bukhari Kitab-us-Saum
  • An einer anderen Stelle heißt es: „Derjenige der absichtlich etwas zu sich nimmt und sein Fasten bricht, ist ein großer Sünder und gemäß einer Überlieferung soll er als Buße 60 Tage hintereinander fasten oder 60 Arme speisen oder einen Sklaven befreien. “ Tirmidhi, Abwaab-us-Saum

 

Wenn eine Person es nicht mehr aushält, dann sollte sie den Fastentag nachholen.

Die Person ist nicht verpflichtet Fidya zu zahlen aber kann es gemäß dem eigenen Zustand gerne tun.

 

  1. Frage: Was ist das Tarawih-Gebet?
  • Das Tarawih-Gebet ist eigentlich das Tahajjud-Gebet. Während des Monats Ramadan wurde dieses Gebet – zur Vereinfachung für die Muslime – auf den ersten Teil der Nacht verlegt, also direkt nach dem Ishaa-Gebet.
  • Es ist die Praktik des Propheten MuhammadSAW, dass erSAW 8 Rak’aat während des Fastenmonats im Tahajjud-Gebet gebetet hat und zusätzlich das Witr-Gebet verrichtete und erst danach die Sehri zu sich nahm. Bukhari Baab Qyaam-un-Nabi
  • Das Tarawih-Gebet ist keine Voraussetzung, um zu fasten, jedoch sollte man trotzdem versuchen der Praxis des Heiligen Propheten zu folgen und dieses Gebet morgens bzw. nach dem Ishaa-Gebet zu beten.

 

  1. Frage: Wann beginnt die Zeit des Suhoor (Essen vor Fastenbeginn) und wann hört sie auf?
  • Die Zeit des Suhoor (Urdu: Sehri) beginnt ab Mitternacht und dauert an bis zum Anbruch der Fajr-Zeit. Jedoch ist es nicht der Sunnah entsprechend, wenn man Mitternachts isst.
  • Der Heilige ProphetSAW und seine Gefährten haben immer kurz vor Beginn der Fajr-Zeit die Suhoor zu sich genommen. Tirmidhi Kitaab-us-Saum
  • Sobald die ersten Sonnenstrahlen am Horizont sichtbar werden, sollte die Suhoor beendet werden.
  • Als Hadhrat AnasRA einst fragte, wie viel Zeit zwischen der Suhoor und dem Fajr-Gebet liegt, antwortete Hadhrat Zaid bin ThaabitRA: „Ungefähr die Zeit, die man braucht, um 50 Verse des Quran zu rezitieren“. Bukhari Kitab-us-Saum

 

  1. Frage: Muss man morgens die „Suhoor-Mahlzeit“ einnehmen?
  • Das Suhoor wurde den Muslimen nicht obligatorisch auferlegt, beinhaltet aber entsprechend der Praktis des Heiligen ProphetenSAW eine große Segnung.
  • In einer Überlieferung sagte der Heilige Prophet MuhammadSAW: „Absolviert das Suhoor, wahrlich in dem Suhoor sind Segnungen“ Bukhari
  • In einer anderen Überlieferung sagte der Heilige ProphetSAW: „Der Unterschied zwischen unseren Fastentagen und denen des Volkes der Schrift, liegt auch darin, dass wir die Sehri essen. Muslime essen die Sehri und fasten dann. Das Volk der Schrift tut dies nicht. Sunan Daarmi; Kitaab-us-Saum

 

  1. Frage: Was ist das I’tikaaf und wo kann es vollzogen werden?
  • I’tikaaf bedeutet wörtlich übersetzt „an einem Ort eingesperrt zu sein oder zu verweilen“. In der islamischen Terminologie bedeutet I’tikaaf „Mit der Absicht zum Gebet, im Zustand des Fastens, in der Moschee bleiben“
  • Über den Heiligen Propheten MuhammadSAW berichtet Hadhrat AishaRA: „Der Heilige ProphetSAW hat bist zu seinem Tod, die letzten zehn Tage des Monat Ramadan im Zustand des I’tikaaf verbracht. Nach seinemSAW Tod, haben auch die Frauen des ProphetenSAW dieser Praktik Folge geleistet.“
  • Sahih Muslim Kitaab-ul-I’tikaaf
  • Das I’tikaaf beginnt am 20. Ramadan ab dem Fajr-Gebet, wie es der Heilige ProphetSAW praktizierte.
  • Aus dem Heiligen Quran geht hervor, dass der beste und angemessenste Ort für das I’tikaaf die Moschee ist. Es heißt: „solange ihr in den Moscheen zur Andacht verweilt“ 2:188
  • In Ausnahmesituationen ist es jedoch möglich auch an einem anderen Ort für das I’tikaaf zu sitzen.
  • Hadhrat Musleh MaudRA sagte: „Das I’tikaaf kann auch außerhalb der Moschee vollzogen werden, jedoch bekommt man dafür nicht denselben Lohn, wie für das I’tikaaf innerhalb der Moschee. Wenn eine Moschee nicht vorhanden ist oder beispielsweise ein Ahmadi alleine wohnt oder die lokale Gemeinde bei einem Freund zu Hause gemeinschaftlich betet, dann sollte man in einer solchen Situation, an einer Stelle, welche für das Gebet bestimmt wurde, das I’tikaaf sitzen. Einen solchen Notzustand kennt Allah und gibt dem Menschen gemäß seiner Absicht den Lohn.“

 

  1. Frage: Warum ändern sich die Daten des Monats Ramadan jährlich?
  • Da der islamische Kalender ein Mondkalender ist, welcher im Vergleich zum Sonnenjahr um zehn bis zwölf Tage kürzer ist, verändern sich auch die Fastentage.

 

  1. Frage: Warum beginnen Ahmadi Muslime den Ramadan und das Eid Fest nicht zeitgleich zu anderen Muslimen?

Ausgangpunkt für die Ahmadiya Muslim Jamaat bei der Feststellung von religiösen Daten ist immer Deutschland.

 

  • Gemäß den Aussagen des Heiligen Propheten, und seiner Nachfolger ist der Horizont des jeweiligen Landes entscheidend, weswegen die Berechnung nach der bisher besten und wissenschaftlich anerkannten „Yallop“-Methode, entwickelt für das „Nautical Almanac Office UK“, die sich über Jahrzehnte als sehr präzise bewährt hat, erfolgt.

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