Die Helfer des Königs der Feder.

Sexualität

Da der Islam eine universale und allumfassende Lehre ist, hat er jeden Lebensbereich auf die schönste Art und Weise angesprochen. Im Islam ist die Sexualität ausschließlich dem Bund der Ehe zwischen Mann und Frau vorbehalten. Eine außereheliche und voreheliche Sexualität ist gemäß islamischer Lehren untersagt. Alle Lehren des Islam sind auf die menschliche Natur zugeschnitten. Dabei ist die Sexualität ein der menschlichen Natur innewohnendes Bedürfnis, das u.a. der Fortpflanzung und Erhaltung dient. Vorgaben zu den Rechten und Pflichten der Ehepartner und weitere Lehren hinsichtlich der Sexualität werden in den Überlieferungen des Heiligen Propheten MuhammadSAW thematisiert.


Inhaltsverzeichnis

  1. Qurʿān
  2. Hadith
  3. Allgemeines
    • 3.1 Gebot der Ehe
    • 3.2 Sinn und Zweck der Ehe
    • 3.3 Aktuelles Gesellschaftsbild
  4. Vor der Ehe
    • 4.1. Keuschheit
    • 4.2. Partnerwahl
  1. Eheleben im Islam
    • 5.1 Beziehung von Mann und Frau
    • 5.2 Keuschheit und Moral
  1. Gebete
  2. Quellen

 

Qurʿān

Die Familie ist das Fundament der Gesellschaft. Am Anfang der Sura Al-Muʾminūn beschreibt Allah verschiedene Stufen der spirituellen Entwicklung des Menschen. Als vierte spirituelle Stufe eines Gläubigen wird genannt, seine sexuelle Begierde im Zaum zu halten:

„und die ihre Sinnlichkeit im Zaum halten, es sei denn mit ihren Gattinnen oder denen, die ihre Rechte besitzt, denn dann sind sie nicht zu tadeln; die aber darüber hinaus Gelüste tragen, die sind die Übertreter“ (23:6-8)

Genauso spricht der Qurʿān mit dem Gebot zur Wahrung ihrer Keuschheit und Selbstkontrolle zuallererst die Männer an:

Sprich zu den gläubigen Männern, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen. Das ist reiner für sie. Wahrlich, Allah ist recht wohl kundig dessen, was sie tun. (24:31)

Und erst danach die Frauen:

„Und sprich zu den gläubigen Frauen, dass sie ihre Blicke zu Boden schlagen und ihre Keuschheit wahren sollen und dass sie ihre Reize nicht zur Schau tragen sollen, bis auf das, was davon sichtbar sein muss, und dass sie ihre Tücher über ihre Busen ziehen sollen und ihre Reize vor niemandem enthüllen als vor ihren Gatten, oder ihren Vätern, oder den Vätern ihrer Gatten, oder ihren Söhnen, oder den Söhnen ihrer Gatten, oder ihren Brüdern, oder den Söhnen ihrer Brüder, oder den Söhnen ihrer Schwestern, oder ihren Frauen, oder denen, die ihre Rechte besitzen, oder solchen von ihren männlichen Dienern, die keinen Geschlechtstrieb haben, und den Kindern, die von der Blöße der Frauen nichts wissen. Und sie sollen ihre Füße nicht zusammenschlagen, so dass bekannt wird, was sie von ihrem Zierat verbergen. Und bekehret euch zu Allah insgesamt, o ihr Gläubigen, auf dass ihr erfolgreich seiet.“ (24:32)

 

Keuschheit meint in diesem Fall all seine Sinne und Triebe von der Wahrnehmung und dem Nachgehen seiner Begierden fernzuhalten, so z.B. auch die Augen, die Ohren.Der Qurʿān gebietet zuerst den Männern, ihre Blicke nach unten zu richten und ihre Augen vor dem Anblick sündhafter Dinge zu schützen. Das freie Umherschweifen-Lassen seines Blickes auf fremde Frauen als Mann oder auf fremde Männer als Frau wird untersagt. Der Qurʿān betont, dass die Frau nicht etwa, wie es in der Bibel heißt, aus der Rippe Adams geschaffen wurde, sondern dass beide aus einem einzigen Wesen geschaffen wurden:

„O ihr Menschen, fürchtet euren Herrn, Der euch aus einem einzigen Wesen erschaffen hat; aus diesem erschuf Er ihm die Gefährtin, und aus beiden ließ Er viele Männer und Frauen sich vermehren. Fürchtet Allah, in Dessen Namen ihr einander bittet, und (fürchtet Ihn besonders in der Pflege der) Verwandtschaftsbande. Wahrlich, Allah wacht über euch.“ (4:2)

Der geschlechtliche Trieb ist ein natürlicher Trieb des Menschen. Der Qurʿān lehnt das Zölibat daher als naturwidrige Institution ab, denn die menschliche Natur zu unterdrücken bringt negative Folgen für die Gesellschaft hervor und treibt ihre moralische Dekadenz voran. So spricht Allah im Heiligen Qur’an:

„Das Mönchstum jedoch, das sie sich erfanden – das schrieben Wir ihnen nicht vor – um das Trachten nach Allahs Wohlgefallen; doch sie befolgten es nicht auf richtige Art.” (Heiliger Qur‘an, Sura 57, Vers 28)

Trotz der Kanalisierung des menschlichen Sexualtriebes in der Ehe führt Allah der Allmächtige im Heiligen Qur’an aus, dass das letztendliche Ziel nicht körperlich ist, sondern in der Nähe und Wohlzufriedenheit Allahs liegt:

„Verschönt ist den Menschen die Liebe zu den Begehrten, Frauen und Kindern und aufgespeicherten Haufen von Gold und Silber und wohlgezüchteten Pferden und Viehherden und Ackerfrucht. Das ist die Versorgung für dieses Leben; doch Allah ist es, bei Dem die schönste Heimstatt ist.“ (3:15)

 

Hadith

Auch in den Ahadith ist an sehr vielen Stellen von der ehelichen Beziehung zwischen Mann und Frau die Rede und wird dort eingehend erklärt. Das Eheleben des Heiligen ProphetenSAW und seinen Frauen ist in dieser Hinsicht das Vorbild und das Leitbild für eine muslimische Ehe. Der Heilige ProphetSAW pflegte gütig mit seinen Frauen umzugehen, sprach sanftmütig zu ihnen, achtete ihre Gefühle und sein Eheleben war von Liebe, Zärtlichkeit, Einfühlsamkeit und Freundlichkeit geprägt. Daher sprach er auch einst: „Der Beste unter euch ist derjenige, der seine Frau am besten behandelt“. Im Folgenden sind einige Ahadith beispielhaft wiedergegeben:

Hadhrat Abdullah bin AbbasRA erzählte, dass der Heilige ProphetSAW sagte:

„Der Islam wünscht kein eheloses Leben.“ (Sunan Abī Dāwūd)

Hadhrat Abdullah ibn AmrRA überlieferte, dass der Heilige ProphetSAW sagte:

„Die Welt ist ein Mittel zum Leben, und es gibt kein besseres Mittel zum Leben als eine fromme Frau.“ (Sunan ibn Māǧa)

„Wenn jemand heiratet, so hat er den halben Glauben erfüllt und sollte in der übrigen Hälfte Gott fürchten.“ (Hadith: Bayhaqi)

Hadhrat JabirRA berichtete, dass der Heilige ProphetSAW sagte:

„Ein Mann soll sich nachts nicht alleine bei einer Frau aufhalten, es sei denn, er ist mit ihr verheiratet oder sie ist mit ihm so eng verwandt, dass das Heiraten verboten ist (z.B. Schwester, Tante, etc.).“ (Ṣaḥīḥ Muslim)

Des Weiteren gibt es viele weitere Ahadith zu den Lehren des Heiligen ProphetenSAW über ein gutes Eheleben. Für diese sei an dieser Stelle auf die authentischen Bücher der Ahadith verwiesen.

 

Allgemeines

Gebot der Ehe

Im Islam ist es Pflicht für Frau und Mann zu heiraten. Doch warum?

„Der Islam trachtet danach, die Familienbande eher zu erweitern, anstatt sie auf ein reines Mindestmaß zu verringern: eine Familie, in der das menschliche Vermögen zu lieben und das Begehren, geliebt zu werden, nicht nur durch den reinen Vollzug des Geschlechtstriebs befriedigt wird, sondern anhand verfeinerter sowie veredelter Freundschaft und Bindung, wie sie natürlicherweise zwischen nahen und ferneren Blutsverwandten bestehen. Es ist erstaunlich, wie die weisen Menschen der modernen Gesellschaft es fertigbringen, nicht von menschlicher Schwäche Notiz zu nehmen, nachdem es den mit Sex in Verbindung stehenden Vergnügungen erst einmal gestattet worden ist, in der Gesellschaft ihre zügellose Rolle zu spielen; tatsächlich gedeihen selbige auf Kosten anderer, verfeinerter Werte und saugen ihnen, Schmarotzern gleich, das Blut aus.“ (Islam- Antworten auf die Fragen unserer Zeit, S. 117)

Sinn und Zweck der Ehe

Der Heilige ProphetSAW sagte, dass man als gläubiger Mann seinen halben Glauben erfüllt hat, wenn man heiratet. Die Gründe hierfür sind vielfältig. So lehrt die Ehe, sich vor unkeuschen Blicken zu schützen, seine Bedürfnisse nach Zuneigung zu kanalisieren und, wie es der Qurʿān sagt, eine Ehe der „Liebe und Zärtlichkeit“, die Allah zwischen Mann und Frau gelegt hat, zu leben.

„Der Verheißene MessiasAS umschreibt die aufflammende sexuelle Leidenschaft mit einer Meereswelle, die plötzlich hereinbricht, so dass man Gefahr läuft, von ihr mitgetragen und fortgespült zu werden. Die Ehe ist ein geeigneter Ort, um diese Leidenschaften zu kanalisieren um die positiven Aspekte der menschlichen Sexualität zu entfalten. Die Sinnlichkeit innerhalb der Ehe entwickelt nämlich mit der Zeit eine Qualität, die über das körperliche Zusammenspiel hinaus geht und eine komplexe zwischenmenschliche Interaktion und Intimität formt. Nicht der körperliche Geschlechtsakt als solcher steht dann im Mittelpunkt, sondern das Wesen des anderen Partners und eine echte Verbundenheit. Die hieraus gewonnenen Freuden sind immens, setzen aber eine stetige Persönlichkeitsentwicklung voraus und erfordern viel Zeit und Mühe.“ (Keuschheit im Islam, S. 65)

 

„Die Ehe ist eine Institution, in welcher die Liebe Allahs erlernt wird. Beobachter von alten Gelehrten berichten, dass diese die Liebe zu Allah erst durch die Erfahrung der Liebe in einer Ehe erlangen konnten. Die Erfahrungen dieser Gelehrten wurden von den Menschen zum Schlechten verändert, wodurch ein falsches Licht auf diese Lehren geworfen wird und diese negativ belastet werden. Es heißt, die darin dargestellte Liebe sei verwerflich sowie schädlich und es sei wider des gesunden Menschenverstand dies als wahre Liebe Allahs zu bezeichnen. Ich jedoch denke, dass die Beziehung sowohl zwischen Eltern und Kindern als auch zwischen Eheleuten eine Basis zur Erlangung der wahren göttlichen Liebe ist. Und wenn durch Allah die Möglichkeit gegeben ist, seine Liebe auf eine reine und durch ihn gestatte Art zu erlangen, warum sollten wir uns dann solch schändlichen Verfänglichkeiten als Opfer preisgeben? Die Liebe in ihrer reinen Form zwischen Eltern und ihren Kindern und zwei Eheleuten ist das Abbild der wahren Liebe Allahs. Der Heilige ProphetSAW sagte, dass die Liebe einer Mutter gegenüber ihren Kindern mit der Liebe Allahs vergleichbar ist, zudem wurde die Grundlage der Liebe für eine Beziehung zwischen einem Ehepaar vom Heiligen ProphetenSAW in beispielhafter Weise vorgelebt sowie erläutert.“

(Hz. Mirza Bashir ud-Din Mahmud AhmadRA, in: Khutbate Mahmood Band 3, Seite 374)

Aktuelles Gesellschaftsbild

Wir beobachten überall in westlichen Gesellschaften, dass die Frau an vielen Stellen zu einem bloßen Sexualobjekt degradiert wird und überall, in Film und Fernsehen, auf der Straße und anderswo ist man nicht davor gefeit, in der einen oder anderen Hinsicht mit dem Thema „Sex“ konfrontiert zu werden. Promiskuität, Pornographie und Prostitution sind ein paar Beispiele für den moralischen Verfall einer Gesellschaft. Diese Freizügigkeit ist maßlos und nimmt mit dem Fortschritt der „Modernität“ der Gesellschaft immer maßlosere Züge an.  Die Schamlosigkeit kennt keine Grenzen. In dieser Gesellschaft gilt es mit Gottesfurcht zu leben und sich zu erinnern, dass Allah in jedem Moment weiß, was man tut. Das männerdominierte Gesellschaftsbild der Frau ist pervers und verstörend. Somit wird der hohe Stellenwert der Frau in solchen Gesellschaften oft verkannt, während der Islam ihr diesen schon vor 1400 Jahren zuerkannte.

„Der Mensch kann kein unbegrenztes und unbeschränktes Vergnügen haben, wie sehr er es auch wünschen mag. Alles, wozu er in der Lage ist, besteht darin, dass er bestimmte Werte und Wahlmöglichkeiten gegeneinander austauscht. Eine Gesellschaft, die danach trachtet, der Verantwortung oder den Wirklichkeiten des Lebens mit Hilfe von Rauschmitteln und Drogen zu entkommen; eine Gesellschaft, die besessen ist von Sex, eitler Aufgeregtheit und Erheiterung; eine Gesellschaft, wo die Neigungen absichtlich verdorben werden, um einen künstlich geschaffenen Markt für neue Apparaturen und Vergnügungsspielzeuge zu bedienen, die nur dazu taugen, Erregung und Verlangen nach mehr hervorzurufen; ein Markt, geschickt geleitet von mächtigen Absatzkartellen, deren einziger Zweck darin besteht, Reichtum anzuhäufen; solch eine Gesellschaft erwählt sich all dies auf Kosten erhabenerer menschlicher Werte, Seelenruhe und Sicherheit innerhalb der Gesellschaft als Ganzes. Man kann nicht beides gleichzeitig besitzen. Man kann nur eines von beiden haben. Der Islam setzt den Schwerpunkt genau entgegengesetzt. Vergnügen? Allerdings! – Aber nicht auf Kosten von Seelenruhe und der Sicherheit innerhalb der Gesellschaft als Ganzem. All solche Strömungen, die, wenn sie unbehindert bleiben, voraussichtlich zu einem allmählichen Auseinanderfallen des Familienlebens führen sowie Selbstsucht, Unverantwortlichkeit, Unsitten, Verbrechen und Gewalt fördern, werden nachdrücklich missbilligt. Die von diesen beiden Erkenntnislehren jeweils geschaffene Atmosphäre trennt Welten. Es verblüfft mich, wie einige Menschen daran glauben, dass man durch Verstärken der Ehrsucht oder ungezügelte Herrschaft der Begierden in der Gesellschaft jemals erwartungsvoll ein Versprechen auf Seelenfrieden geben kann. Keine Gesellschaft in der Welt, wie wirtschaftlich gesund sie auch sein möge, kann die unbegrenzte und ungezügelte Erzeugung wollüstiger Begierden er dulden.“ (Islam- Antworten auf die Fragen unserer Zeit, S. 118ff.)

Hadhrat Khalifatul Masih VABA sagte:

„Alkohol, Glückspiel, obszöne Filme aus dem Internet und falsche Freunde haben in diesen Ländern ganze Familien zerstört. Sie haben junge Menschen auf die falsche Bahn geworfen und vom Glauben an die Existenz Gottes abgebracht, haben sie sich als Gefahr für die Gesellschaft entwickelt. Gott hat dargelegt, dass man jedes seiner Gliedmaßen, jede seiner Fähigkeiten und Gedanken in Einklang bringen sollte mit dem, was Ihm beliebt; und dies zur passenden Gelegenheit; das mehrt die Gottesfurcht (Taqwa).“

(Hadhrat Mirza Masroor Ahmad, Freitagsansprache vom 3. Mai 2013)

Vor der Ehe

Keuschheit

Es gibt Gesellschaften, in denen ein frommer Muslim oder eine fromme Muslima, die sich vor solchen Maßlosigkeiten hüten, mitunter sogar verspottet werden. Jemand, der sagt, dass er als Muslim nichts mit solchem Unrat und Schmutz zu tun haben möchte, wird manchmal sogar belächelt und ausgelacht dafür, dass er in dieser Hinsicht nicht dem gesellschaftlichen Trend entsprechen will. Ein wahrer Muslim hütet sich vor allen Schlechtigkeiten. Wo Partys, Clubgänge, Alkohol, Rauchen, Flirts und schamloser Umgang mit dem anderen Geschlecht als „modern“ oder „cool“ bezeichnet werden und als Mann eine „Freundin“ zu haben oder als Frau einen „Freund“ zu haben als „normal“ und „völlig unproblematisch“ angesehen wird, wird jemand, der eine keusche Lebensweise vor der Ehe praktiziert, weil er sich an die Lehren des Heiligen ProphetenSAW hält, manchmal dafür verständnislos angeschaut. Doch genau hier darf man nicht klein beigeben oder sich beeinflussen lassen und mit dem Strom schwimmen und ein Mitläufer sein. Man sollte keine Angst davor haben, dass die Menschen einen auslachen, weil man den Islam lebt. Man sollte denken:Lieber lebe ich den Islam und lasse mich dafür auslachen, als ein Feigling zu sein und mich anzupassen aus Angst vor den anderen. Wenn ich Furcht haben darf, dann sollte ich nur vor Allah Furcht haben, der mich in jedem Augenblick sieht und weiß, was ich tue. Ich sollte nicht vor den Menschen Furcht haben, dass sie mich ausgrenzen könnten.“ Genau in solchen Situationen ist es wahre Tapferkeit und wahrer Mut, seine Werte, an die man glaubt, zu leben, egal, was die Gesellschaft oder die anderen einem weismachen möchten. Das Schlechte zu tun, was die anderen tun, um bei ihnen beliebt zu sein, ist Feigheit. Aber jemand, der nicht das Schlechte tut, obwohl die anderen es tun, ist mutig und stark.

Partnerwahl

Einem Muslim ist es verboten, sexuelle und intime Kontakte außerhalb der Ehe oder vor der Ehe zu unterhalten. Wenn man das entsprechende Heiratsalter erreicht hat und sich mit seiner Familie auf die Suche nach einem geeigneten Heiratspartner begibt, wie sollte die Partnerwahl aussehen? Sollte man den Partner aufgrund von Schönheit aussuchen? Oder wegen seines Geldes? Oder seines sozialen Status? Der Heilige ProphetSAW sagte dazu:

„Es gibt vier Gründe, sich mit einer Frau vermählen zu lassen: Entweder wegen ihres Reichtums oder wegen ihrer Familienzugehörigkeit, wegen ihrer Schönheit oder wegen ihrer Frömmigkeit. Aber du sollst eine fromme Frau bevorzugen, dann wirst du glücklich bleiben, ansonsten wirst du immer Schwierigkeiten haben.“ (Ṣaḥīḥu l-Buḫārī)

Das bedeutet, der Heilige ProphetSAW legte dem frommen Muslim nahe, seine Ehepartnerin aufgrund ihres Glaubens und ihrer Frömmigkeit auszusuchen undihr Niveau im Glauben zum wichtigsten Kriterium bei der Wahl des Ehepartners zu machen. Normalerweise ist es für einen muslimischen Mann geboten, seine Blicke nicht auf fremde Frauen umherschweifen zu lassen. Außer bei der Suche nach einem Ehepartner, denn dann ist es auch erlaubt, sich den potenziellen Partner anzuschauen. Hadhrat Mughira bin Shu‘baRA erzählte, dass er sich verlobt hatte und der Heilige ProphetSAW riet ihm:

„Schau dir das Mädchen an, denn dadurch ist es wahrscheinlicher, dass zwischen euch Liebe und Zuneigung entsteht.“ (Sunan at-Tirmiḏī)

 

Eheleben im Islam

Beziehung von Mann und Frau

Der Verheißene MessiasAS sagte:

„Es sollte so sein, dass die Ehemänner solch eine Beziehung zu ihren Ehefrauen pflegen wie sie zwischen zwei wahren und aufrichtigen Freunden besteht. Es sind eben zuallererst diese Frauen, die Zeuginnen der erhabenen Moral und Gottesbindung sind. Wenn schon die Beziehung zu ihnen nicht gut ist, wie ist es dann möglich, dass man mit Gott im Reinen ist?“ (Malfuzat, Band 5, Seite 418)

Dem Verheißenen MessiasAS missfiel es sehr, wenn er hörte, dass Jamaat-Mitglieder im Umgang mit ihren Ehefrauen Hartherzigkeit zeigen. Vielmehr lehrte er wie der Heilige ProphetSAW Sanftmut und Milde zu zeigen und keine Strenge und Härte an den Tag zu legen. Hadhrat Dr. Mir Muhammad Ismail SahibRS berichtet:

„Ich habe soweit ich zurückdenken kann HudhurAS niemals enttäuscht von Hadhrat Umm-ul-Momineen gesehen, sondern stets in einem Zustand, den ein ideales Paar haben sollte.“ (Seerat Hadhrat Sayyadah Nusrat Jahan Begum SahibaRA, S. 231)

Der Kernpunkt eines guten Ehelebens ist das Dua, das Gebet. Was ist das Dua? Dua ist, sich selbst für nichts zu erachten und sich im Hofe des allmächtigen Gottes mit der festen Überzeugung niederzuwerfen, dass ohne das Dua nichts möglich ist und mit dem Dua alles möglich ist. Daher hat der Qurʿān auch so viele Gebete für das gute Eheleben gelehrt, wie z.B. in Sura 25, Vers 75:

„und diejenigen, welche sprechen: ‚Unser Herr, gewähre uns an unseren Frauen und Kindern Augentrost, und mache uns zu einem Vorbild für die Rechtschaffenen‘“

Ein weiteres Beispiel für ein ideales Eheleben finden wir beim Verheißenen MessiasAS. Die Liebe zu seiner Frau war derart, dass eines Tages Hadhrat Aman JaanRA den Verheißenen MessiasAS ansprach und sagte: „Ich bete immer, dass Gott mir nicht die Trauer über Euren Verlust zeigt und dass Er mich vor Euch zu sich ruft“. Als er das hörte, sagte der Verheißene MessiasAS:

„Und ich bete immer, dass Du nach mir noch lange lebst und ich dich gesund und wohlbehalten zurücklasse.“ (Seerat Hadhrat Aman Jaan, herausgegeben von der Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya Pakistan, S. 3)

Hadhrat Khalifatul Masih VABA führte aus:

„Lassen Sie untereinander eine Atmosphäre der Versöhnung und des Friedens entstehen. Dies ist eine Ermahnung sowohl an Ehemänner als auch an Ehefrauen, dass beide ihre Emotionen unter Kontrolle behalten […] Wegen den kleinsten Kleinigkeiten arten einige Angelegenheiten manchmal in solche traurigen Dimensionen aus, dass man beim Nachdenken darüber in Sorge gerät und sich fragt, ob sich denn tatsächlich auch derartige Menschen auf der Welt befinden könnten, die zwar dem Anschein nach Menschen sind, doch in Wahrheit schlimmer als Tiere.“ (Freitagsansprache vom 2. Juli 2004, aus Khutbat-e-Masroor, Band 2, S. 450)

Weiterhin sagte er einst: „Statt bei sich gegenseitig Fehler zu suchen, suchen sie die guten Seiten aneinander.“ (Freitagsansprache vom 8. November 2013)

Keuschheit und Moral

„Die moralischen Eigenschaften, die der wahre Schöpfer für die Erreichung der Stufe Unterlassung des Bösen bestimmt hat, werden in der arabischen Sprache, deren überragend reicher Wortschatz jeweils ein bestimmtes Wort für die verschiedenen menschlichen Begriffe, Gebräuche und Sitten liefert, mit vier Bezeichnungen benannt. Die erste dieser moralischen Eigenschaften heißt Ehsan, d.h. Keuschheit. Dieser Ausdruck umfasst jene Tugend, die sich auf die Fähigkeit der Fortpflanzung von Mann und Frau bezieht. Ein Mann oder eine Frau werden Muhsin bzw. Muhsena (keusch) genannt, wenn er oder sie sich verbotenen sexuellen Beziehungen und allen Annäherungen dazu enthalten. Denn die Folgen solcher Übertretungen sind ja Entwürdigung und Demütigung für beide Partner in dieser Welt und Bestrafung im Jenseits sowie Entehrung und schwerwiegender Schaden für ihre Angehörigen. Zum Beispiel, wenn ein Mann sich einer eindeutigen Annäherung an die Gattin eines anderen schuldig macht, die, wenngleich nicht bis zum Ehebruch führt, so doch bis zu dessen Voraussetzungen, dann würde es für den Ehemann der Frau um seiner Selbstachtung willen notwendig, sich von ihr deswegen scheiden zu lassen, weil sie solch einen Annäherungsversuch geduldet hatte. Auch würden ihre Kinder davon in betrüblicher Weise betroffen. Der Ehemann würde einen Ruin erleiden wegen eines gewissenlosen Verführers.“[1]

 

Gebete

„Unser Herr, strafe uns nicht, wenn wir uns vergessen oder vergangen haben; unser Herr, lege uns nicht eine Verantwortung auf, wie Du sie denen auferlegtest, die vor uns waren. Unser Herr, bürde uns nicht auf, wozu wir nicht die Kraft haben, und lösche unsere Sünden aus und gewähre uns Vergebung und habe Erbarmen mit uns; Du bist unser Meister; also hilf uns wider das ungläubige Volk.“ (Heiliger Qur‘an, Sura 2, Vers 287)

 

„O Allah, läutere Du mein Herz von Heuchelei und beraube mein Verhalten der Motive des Zurschaustellens und meine Zunge der Lüge sowie mein Auge des unredlichen Blicks, denn Du weißt um den Betrug des Auges oder dessen, was auch immer Keuschheit im Islam in den tiefsten Winkeln des Herzens verborgen ist.“[2]

 

„Gebieter des Universums, ich kann Dir nicht genug für Deine Gaben danken. Du bist gnädig und barmherzig und unzählig sind die Gunstbezeugungen, die Du mir geschenkt hast. Vergib mir meine Sünden, so dass ich nicht zugrunde gehe; fülle Du mein Herz mit Deiner reinen Liebe, so dass ich leben mag. Bedecke Du meine Versäumnisse und ermögliche es mir, mich so zu verhalten, dass Du mit mir zufrieden sein magst. Ich suche Zuflucht bei Dir vor der Gefahr, mir Deinen Zorn zuzuziehen. Erbarme Dich meiner, erbarme Dich meiner, erbarme Dich meiner. Und schütze Du mich vor dem Unheil in dieser Welt und im Leben nach dem Tode, denn alle Gnade und Gunst sind in Deinen Händen. Amien.“

 

Quellen

[1] Der Verheißene Messiasas: Mirza Ghulam Ahmad, Die Philosophie der Lehren des Islams, Verlag Der Islam, 3. Auflage, S. 77-92

[2] Hadith, Timidhi, Khitab Tarikh-lil-Khatib


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen