Die Helfer des Königs der Feder.

Waṣiyyat (Das Testament)

Waṣiyyat ist die von Allah offenbarte und vom Verheißenen Messiasas ins Leben gerufene Instanz, die Lehren des Heiligen Qur‘an und damit die Botschaft des Islam zu verbreiten.  Der Verheißene Messiasas verfasste hierzu das Schriftwerk „Al-Wasiyyat“ – „Das Testament“. Diesem Testament zufolge sollen Gemeindemitglieder auf Antrag mindestens ein Zehntel bis maximal ein Drittel ihres Besitzes an die Gemeinde spenden.


Inhaltsverzeichnis

  1. Hintergrund
  2. Himmlischer Friedhof
  3. Bedingungen für das Waṣiyyat
  4. Prophezeiung der zweiten göttlichen Manifestation
  5. waṣiyyat als die neue Weltordnung
  6. Quellen

 

Hintergrund

Der Verheißene Messiasas wurde durch göttlicher Offenbarung hinsichtlich dieses Vorhabens informiert. Ebenso wurde ihm sein anstehender Tod offenbart, sodass er seine Gemeinde davon benachrichtigte. Er schreibt:

„Seit der Allmächtige Gott mich durch wiederholte Offenbarungen darüber informierte, dass sich die Zeit meines Ablebens nähert, und da diese Offenbarungen so machtvoll waren, dass sie mein Wesen von Grund auf erschütterten und meine Gefühle für dieses Leben erkalten ließen, habe ich es für angebracht gehalten, für meine Freunde und all jene, die Nutzen aus meinen Schriften ziehen möchten, einige wenige Worte der Ermahnung aufzuschreiben. Zunächst will ich jene Offenbarung verkünden, die mich von meinem bevorstehenden Tod unterrichtete und veranlasste diese Aufgabe in Angriff zu nehmen. Folgende Offenbarung erging an mich in arabischer Sprache:

„Dein Ende ist nah. Wir werden nicht die geringste Spur solchen Geredes hinterlassen, das dich in Verruf bringen könnte. Dir ist nur noch wenig von der von Gott bestimmten Zeit geblieben. Wir werden alle Einwände beseitigen und entfernen und nichts von jenen zurücklassen, die deine Diffamierung beabsichtigen. Wir haben die Macht, dir die Erfüllung einiger Prophezeiungen über deine Gegner zu zeigen oder dich sterben zu lassen. Du wirst in einem Zustand sterben, dass Ich mit dir zufrieden sein werde. Und Wir werden stets offenkundige Zeichen zur Bestätigung deiner Wahrhaftigkeit bereithalten. Das Versprochene ist nah. Verkünde nun den Menschen die Wohltaten deines Herrn die dir gewährt wurden. Gott verschmäht nicht die Belohnung derer, die gottesfürchtig und standhaft sind.“ …

Das Wissen, das mir über die Vorkommnisse gewährt worden ist, besagt, dass der Tod sich überall in der Welt verbreiten wird. Erdbeben, und zwar sehr heftige, sollen die Welt erschüttern. Sie werden gleich dem Jüngsten Tag sein und die Erdschichten bewegen und das Leben vieler verbittern. Danach wird Allah Seine Gnade jenen erweisen, die bereuen und sich der Sünde enthalten. Entsprechend den Nachrichten eines jeden Propheten über diese Zeit muss dies alles geschehen. Jene aber, deren Herzen sich bessern und die jene Wege beschreiten, die Gott gefallen, sollen weder Furcht noch Kummer haben….Gott hat zu mir gesprochen und mich beauftragt meine Gemeinde zu benachrichtigen, dass diejenigen, die geglaubt haben und deren Glaube mit keinerlei weltlichen Absichten vermengt und durch keine Spur der Heuchelei und Feigheit besudelt ist und deren Glaube alle Ebenen der Ergebenheit in sich trägt, dies sind die Geliebten Gottes. Gott sagt, dass sie diejenigen sind, deren Schritt ein Schritt von wahrer Festigkeit ist.“[1]

 

Himmlischer Friedhof

 In einer Vision wurde dem Verheißenen Messiasas zunächst sein Grab und daraufhin ein Friedhof gezeigt, in welchem rechtschaffene Anhänger begraben werden sollen. Demnach werden in diesem Friedhof jene begraben werden, die mit dem Paradies belohnt werden würden. Der Verheißene Messiasas schreibt:

„Und mir wurde eine Stelle gezeigt, wo mein Grab sein werde. Und ich sah einen Engel, der das Land vermaß. Dann, nachdem er an einem Platz angelangt war, sagte er zu mir, dies sei der Ort meiner Grabstätte. Dann wurde mir an einem Ort ein Grab gezeigt das heller strahlte als Silber und dessen ganze Erde aus Silber bestand. Daraufhin wurde mir gesagt, dies sei mein Grab. Und ein Ort wurde mir gezeigt der „Bahištī maqbara“ (Himmlischer Friedhof) genannt wurde. Und es wurde mir offenbart, dass sich hier die Gräber solcher rechtschaffenen Gemeindemitglieder befinden, die „bahištī“ (paradieswürdig) seien. Seitdem habe ich immer den Gedanken mit mir getragen für die Gemeinde ein Stück Land zu kaufen, das als Friedhof benutzt werden kann. Da jedoch gut geeignete Grundstücke sehr teuer waren, befand sich diese Angelegenheit lange in der Schwebe. Jetzt nach dem Tod des Bruders Maulavi Abdul Karim und als ich auch hinsichtlich meines Ablebens wiederholt Offenbarungen empfing, hielt ich es für angebracht so schnell wie möglich für einen Friedhof zu sorgen. Daher habe ich beschlossen für diesen Zweck ein Stück Land, das in meinem Besitz ist, in der Nähe von unserem Garten liegt und dessen Wert (momentan) nicht weniger als 1000 Rupien beträgt, zu verwenden. Ich bete zu Gott, dass Er diesen (Friedhof) segnen möge und ihn im wahrsten Sinne des Wortes zu einem „Bahištī Maqbara“ machen möge. Und möge er die letzte Ruhestätte solcher Gemeindemitglieder sein, die wahrlich der Religion dem weltlichen gegenüber Vorzug gaben. Die die Liebe zur Welt aufgaben und nur Gott dienten und sich zum Guten veränderten und die die Treue und Wahrhaftigkeit der Anhänger des Heiligen ProphetenSAW zeigten.“[2]

Es gibt weltweit zwei solcher Himmlischer Friedhöfe. Eines davon befindet sich in Qadian (Indien), wo auch der Verheißene MessiasAS begraben ist und das andere befindet sich in Rabwah (Pakistan).
 

Bedingungen für das waṣiyyat

 Der Verheißenen Messiasas stellte für dieses Vorhaben folgende Bedingungen auf:

  1. Das Land für diesen Friedhof habe ich gespendet, doch für die Erweiterung des Grundstücks wird ein Stück Land hinzugekauft werden müssen, das etwa 1000 Rupien kosten wird. Zur Verschönerung werden einige Bäume angepflanzt und ein Brunnen ausgegraben werden. Im Westen des Friedhofes sammelt sich auf dem Gehweg Wasser an weshalb eine Brücke gebaut werden muss. Für diese verschiedenen Ausgaben werden circa 2000 Rupien nötig sein. Also werden insgesamt 3000 Rupien für diesen Auftrag nötig sein. Die erste Bedingung ist also, dass jeder, der auf diesem Friedhof begraben werden möchte, gemäß seiner finanziellen Situation für diese Ausgaben spendet, wobei diese Spende (wiederum) nur von jenen verlangt wird, die hier begraben werden wollen und nicht von anderen. Diese Spendengelder sollen bei Bruder Maulavi Nuur-ud-Din eingezahlt werden. Aber so Gott will, wird dieser Fonds auch nach unserem Tod erhalten bleiben. In diesem Fall soll ein Anjuman (Komitee) einberufen werden, das diese Spendengelder einnehmen wird und für die Verkündung der Botschaft des Islam und die Verbreitung des Glaubens an die Einheit Gottes verwenden wird.

  2. Die zweite Bedingung ist, dass nur jenes Mitglied der Jamaat auf diesem Friedhof begraben wird, das ein Testament (Waṣiyyat) hinterlässt, wodurch nach seinem Tod ein Zehntel seines gesamten Besitzes den Vorgaben dieser Bewegung entsprechend für die Botschaft des Islam und der Lehren des Heiligen Qur‘an ausgegeben werden soll. Jeder Wahrhaftige und vollkommene Gläubige darf in seinem Testament mehr beitragen, jedoch nicht weniger. Die Verwaltung dieses Fonds soll in den Händen eines ehrlichen und gelehrten Komitees liegen, welches das Geld nach gemeinsamer Beratung gemäß den oben genannten Vorschriften für den Fortschritt des Islam und der Verbreitung der Lehren des Heiligen Qur‘an und anderer religiöser Schriften sowie (zur Unterstützung) der Prediger dieser Gemeinde ausgeben wird. Gott hat versprochen diese Gemeinde gedeihen zu lassen. Deshalb besteht die Hoffnung, dass für die Verbreitung des Islam eine große Anzahl solcher Spendengelder zusammenkommen wird, und alles Nötige, das dem Ziel der Verbreitung des Islam dient – dessen Einzelheiten jetzt aufzuzählen verfrüht wäre – durch diese Gelder in die Tat umgesetzt werden wird. Wenn eine Gruppe, die die Verantwortung trägt, ausscheidet, sind ihre Nachfolger verpflichtet, dieses Amt gemäß den Anweisungen der Ahmadiyya Muslim Gemeinde fortzuführen. Anspruch auf diese Gelder sollen sowohl Waise als auch Bedürftige wie auch neue Muslime haben, sofern ihnen nicht genügend Mittel zum Unterhalt zur Verfügung stehen und sie Mitglieder der Ahmadiyya Muslim Gemeinde sind. Es wird auch erlaubt sein diese Gelder durch Handel zu vermehren. Denkt nicht dies seien weit entfernt liegende Mutmaßungen. Im Gegenteil, dies ist der Wille des Allmächtigen, der König der Erde und des Himmels ist. Es bereitet mir keine Sorgen, wie diese Gelder zusammenkommen werden und wie eine Gemeinde entstehen wird, die so viel Glaubenseifer zeigt und diese heldenhafte Tat vollbringt. Ich habe vielmehr die Sorge, dass diejenigen, denen nach uns diese Gelder in Obhut gegeben werden, durch die große Mengeder Gelder verleitet werden und der Liebe zur materiellen Welt verfallen könnten. Deshalb bete ich, dass dieser Bewegung immer solche ehrlichen Mitglieder zur Verfügung stehen mögen, die diese Aufgabe nur für Gott verrichten. Es wird aber erlaubt sein, jene die sonst kein Auskommen haben, aus diesen Mitteln zu unterstützen.

  3. Die dritte Bedingung ist, dass jeder der auf diesem Friedhof begraben werden möchte aufrichtig ist, das Verbotene meidet und sich nicht an Shirk (Poletheismus) und Schaden bringenden Neuerungen beteiligt, sondern ein wahrer und aufrichtiger Muslim ist.

  4. Jede fromme Person, die zwar kein Eigentum besitzt und auch keine materielle Hilfe leisten kann jedoch erwiesenermaßen ihr Leben dem Glauben widmete und aufrichtig war, darf auf diesem Friedhof begraben werden.[3]

 

Prophezeiung der zweiten göttlichen Manifestation

In seinem Werk Al-Wasiyyat prophezeite der Verheißene Messiasas die zweite göttliche Manifestation, die nach seinem Ableben ins Leben gerufen werden sollte, das ḫilāfatun ʿalā minhāji n-nabuwwa. Er schrieb:

„Kurz, Er manifestiert seine Macht auf zweierlei Weise. Erstens, offenbart durch die Hand Seiner Gesandten. Zweitens, wenn nach dem Ableben des Propheten Schwierigkeiten aufkommen und die Feinde an Macht gewinnen und meinen, die Lage hätte sich verschlimmert. Sie sind der Überzeugung dass diese Bewegung nun untergehen wird. Selbst einige Mitglieder der Gemeinde geraten in Zweifel und verlieren den Mut; einige Unglückliche kehren sich sogar ab. Dann manifestiert Gott zum zweiten Mal Seine Macht und lässt die fallende Gemeinde sich festigen. Wer also bis zum Schluss ausharrt, erlebt dieses Wunder Gottes. So wie es zu Zeiten Hadhrat Abu Bakrs geschah, als der Tod des Heiligen ProphetenSAW für einen vorzeitigen Tod gehalten wurde. Viele Nomaden kehrten sich daraufhin ab, und als die Anhänger des Heiligen ProphetenSAW aus Kummer die Besinnung zu verlieren schienen, zeigte Er ein weiteres Mal Seine Macht und rettete den Islam vor dem Untergang, und indem Gott der Erhabene Hadhrat Abu BakrRA berief, erfüllte Er Sein Versprechen, das wie folgt lautet:

…und dass Er gewisslich ihren (Stand), nach ihrer Furcht, in Frieden und Sicherheit verwandeln wird; sie werden Mich verehren, (und) sie werden Mir nichts zur Seite stellen. Wer aber her nach undankbar ist, das werden die Empörer sein.[4]

Also, O meine Lieben, da es von seither die Handlungsweise des Allmächtigen Gottes ist, dass Er auf zweierlei Weise seine Allmacht manifestiert, damit Er zwei falsche ‚Freuden’ der Gegner vernichte, ist es nicht möglich, dass er jetzt unüblicher Weise seine Gewohnheit ändert. Aus diesem Grund sollt ihr wegen dem, was ich euch berichtet habe nicht trauern noch sollen eure Herzen in Unruhe verfallen, denn es ist notwendig für euch, dass ihr auch die zweite Manifestation der göttlichen Macht miterlebt. Ihre Ankunft gereicht euch zum Vorteil, denn sie ist ewig und ihre Kette wird bis zum Jüngsten Tag nicht unterbrechen. und diese andere Manifestation kann nicht kommen, ehe ich gehe. Nachdem ich aber gegangen bin, wird Gott diese zweite Manifestation zu euch schicken, die euch immer begleiten sollso wie Gott es in “Barāhīn-e ḥmadiyya“ versprochen hat. Jenes Versprechen betrifft nicht meine Person, sondern euch. So wie Gott sagt:

„Ich werde deiner Gemeinde, also deinen Anhängern, bis zum Jüngsten Tag ihnen gegenüber die Oberhand gewähren.“ Deshalb ist es nötig, dass ihr den Tag der Trennung von mir erlebt, damit hernach jener Tag kommt, welcher der Tag des unvergänglichen Versprechens ist. Unser Gott ist derjenige Gott, Der die Versprechen einhält, Der treu und wahrhaft ist. Er wird euch alles zeigen, was Er versprochen hat.“[5]

 

waṣiyyat als die neue Weltordnung

 Im Werk „Niẓām-enau“ des zweiten Khalifen Mirza Bashir-ud-Din Mahmood AhmadRS steht hinsichtlich dem Al-Wasiyyat:

„Die neue Weltordnung wurde schon im Werk Al-Wassiyat dargelegt. Wenn die Welt den Weg zum Erfolg und der Besserung einschlagen möchte, so gibt es nur einen Weg dorthin. Und dieser ist die Etablierung der neuen Weltordnung, die in Al-Wassiyat beschrieben wird.“[6]

 

Quellen

Ahmad, Mirza Ghulam Ahmad, Al-Wassiyat.

Ahmad, Mirza Bashir-ud-Din Mahmood, Nizam-e-Nau.

[1] Ahmad, Mirza Ghulam, Al-Wasiyyat S. 1-14.

[2] Ebd. S.26-27.

[3]Ahmad Mirza Ghulam Ahmad, Al-Wassiyat S.31-34.

[4] Der Heilige Qur’an; 24:56.

[5] Ahmad, Mirza Ghulam, Al-Wasiyyat S. 7-10.

[6] Ahmad, Mirza Bashir-ud-Din Mahmood, Niẓām-e nau S. 107.


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