Die Helfer des Königs der Feder.

Warum der Islam keinen Luther braucht! — Meine 5 Thesen

 

Vor genau 500 Jahren — am 31. Oktober des Jahres 1517 — soll ein gewisser Martin Luther seine berühmten 95 Thesen gegen den Ablasshandel an der Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angebracht haben. Die Geburtsstunde der Reformation! Zwar streiten sich die Historiker heute noch darüber, wie und ob der Thesenanschlag in dieser Form tatsächlich stattgefunden hat. Unbestreitbar bleibt jedoch, dass die Folgen der Reformationsbewegung — die schon vor 1517 begann und einige Jahrhunderte andauern sollte — nicht nur das Christentum, sondern den Verlauf der Geschichte in Europa und weltweit, -man will fast sagen- leider, mitgeprägt haben.

Nutzen wir diese Gelegenheit doch, um über die Religion zu sprechen, die im öffentlichen Bewusstsein und den Medien eine zunehmend negative Rolle einzunehmen scheint. Für gewöhnlich hat man diesen Platz sowieso für den Islam reserviert. Und es wunderte mich daher auch nicht, als dann im Luther-Jahr auch der Islam irgendwie erwähnt werden musste: „Der Islam bräuchte eigentlich auch einen Martin Luther!“, tönte es großspurig aus einigen wenigen geschichtsunkundigen Kreisen. Mit dieser Aussage gibt jeder Urheber meines Erachtens nur seine eigene Naivität und Ignoranz in Bezug auf die Natur der sogenannten Reformation preis! Kommt sie von selbsternannten Islamexperten und Islamkritikern, katapultieren sie sich damit sogar direkt ins Aus jeglicher seriösen Debatten. Das will ich im vorliegenden Artikel ausführen. Und zwar — ganz in Manier eines Martin Luther — anhand von fünf Thesen.

 

THESE 1: Forderung nach islamischem Luther ist eurozentrische Arroganz!

Die plumpe Aussage, das gesamte Christentum sei durch Luther reformiert worden, ist natürlich falsch. Vielmehr hat sich durch die Reformationsbewegung eine Gruppe von Christen von der katholischen Kirche losgesagt, um eine unabhängige christliche Tradition zu begründen. Es ging um Auflehnung. Dies war jedoch nicht das Ende der katholischen Kirche oder gar aller sonstigen christlichen Traditionen: Sowohl östliche, als auch westliche Kirchen existieren bis heute und berufen sich dabei eben nicht auf eine Reform durch Martin Luther. Einige besonders bornierte Islamkritiker sind in ihrem Wahn, den Islam als religiöse Lehre irgendwie in Misskredit zu bringen, nicht einmal davor zurückgeschreckt, so etwas wie die Reformation zum Zeichen des „Fortschritts“ des Christentums zu deklarieren.

Sie führen nun gerne an, dass das Christentum dem Islam u.a. dadurch „historisch überlegen“ sei, dass es eben eine solche Reformation durch Luther erfahren habe. Der Islam hingegen sei noch im finsteren Mittelalter stehengeblieben. Wenn die Reformation nun die Befreiung von mittelalterlichem Ballast gewesen sein soll, so frage ich mich: Sind alle heutigen nicht-protestantischen Traditionen — also alle, die sich nicht auf Luther berufen — nicht eben eine Fortsetzung des mittelalterlichen Ballasts?! Überhaupt wäre es interessant, erst einmal den Kreis der verdächtigen Religionen zu erweitern und sich zu fragen: Welche Religionen haben sonst noch keinen Luther gehabt — das Judentum, die Zoroastrier, der Buddhismus? Die Geschichte jeder Religion ist einzigartig und lässt deshalb nicht den direkten Vergleich mit dem Werdegang der katholischen und evangelischen Kirche zu. Deshalb ist auch hier der direkte Vergleich mit dem Christentum und eine Forderung nach einem „Luther des Islam“ nichts weiter als Effekthascherei und Ausdruck einer eurozentrischen Arroganz. Einen historischen Werdegang nach dem Muster Europas zu fordern ist kultureller Hochmut und erinnert an die Arroganz aus den Kolonialzeiten. Jede Kultur, jedes Volk, jede Nation und jede Religion hat das Recht auf die Entfaltung ihrer eigenen Geschichte. Sie direkt an europäischen Maßstäben der Geschichte zu messen und dann als weniger fortschrittlich oder „mittelalterlich” zu bezeichnen, lässt die nahezu chauvinistische Arroganz hinter diesem Vergleich durchscheinen.

 

THESE 2: Eine verklärte Sicht auf die christlich-europäische Reformationsbewegung!

Eine typisch laienhafte Einstellung gegenüber historischen Ereignissen, die man gerne auf ein bestimmtes Schlüsselereignis, wie den Thesenanschlag zurückführt, ist Kennzeichen einer verklärten Geschichtsbetrachtung. Fakt ist, dass die Reformation sich nicht auf einen „reformatorischen Urknall” vom 31.10.1517 reduzieren lässt; sie war vielmehr ein Prozess. Ein überaus blutiger Prozess, der in den Jahrzehnten und Jahrhunderten nach 1517 viele Menschenleben fordern sollte. Primäres Motiv hinter der Reformation war die Kritik am Papst und an der römisch-katholischen Kirche. Diese Kritik ging nicht zuletzt auch mit Konflikten unter Einsatz von Gewalt einher, um die bis dahin geltende Monopolstellung des Katholizismus aufzubrechen. Die Folge war ein gespaltenes Europa, dessen Bevölkerung in zahlreichen blutigen Religionskriegen drastisch dezimiert wurde. Der Dreißigjährige Krieg (1618 — 1648) hinterließ ein Kriegstrauma im kollektiven Gedächtnis der Deutschen, während die Hugenottenkriege (1562 — 1598) bereits zuvor Frankreich verwüstet hatten.

Historiker würden stets anführen, dass die Religion zwar eine wichtige, aber nie die einzige Triebkraft hinter solchen Ereignissen ist. Vielen Monarchen und Adeligen kam der Konflikt zwischen den Konfessionen nicht ungelegen, um ihre eigene politische Agenda durch die gläubige Bevölkerung voranzubringen. Eine sehr vernünftige und v.a. richtige Analyse, die auf den Islam jedoch nur selten angewandt wird: Alle Kriege im islamischen Raum werden durch die Bank weg auf den Islam an sich zurückgeführt, für den Einfluss machtpolitischer Interessen hat man da plötzlich einen blinden Fleck in den Analysen. Doch zurück zur Blutspur, die sich durch die Reformationszeit zog: Man könnte meinen, dass dieser Kurs für die Reformation unausweichlich gewesen ist, um sich gegen die überstarke Macht der römischen Kirche zu behaupten.

Diese Relativierung lässt jedoch die Tatsache verkennen, dass auch der Protestantismus verschiedene Spielarten des „reformierten“ Christentums auf die Bühne der europäischen Geschichte gebracht hat, die alles andere als friedfertig waren und einen Bruch mit humanistischem Gedankengut vollzogen. Man denke an den Calvinistischen Gottesstaat in Genf — in dem theologische wie politische Gegner verfolgt und hingerichtet wurden — oder den fanatischen Reformator John Knox. Diese Herrschaften waren in ihrer menschenverachtenden Grausamkeit vom selben Kaliber wie die Anführer so mancher modernen Terrororganisationen. Wenn also morgen aus einem vermeintlich „reformierten” Islam heraus ein ähnlicher Gottesstaat entstünde, hätte die Menschheit eben so wenig Mehrwert aus dieser „Reformation“ nach christlichem Modell erhalten, wie es bereits mit den aktuellen vermeintlich „islamischen” Gottesstaaten der Fall ist.

Die eurozentrischen Forderung, der Islam möge sich am geschichtlichen Werdegang der Europas orientieren ist also nicht nur hochmütig, sondern vollkommen absurd! Denn die Schattenseiten der europäischen Geschichte, die während und nach der Reformation auftauchten und sich auf sie beziehen, sind ebenso Teil dieser Geschichte. Europa ist nicht nur selbst mehrmals hinter dieses selbst verklärte Ideal gefallen — während der Reformation, über die Zeit der Aufklärung bis hin zu den Verbrechen des 19. und 20. Jahrhunderts —, sondern hat diese Blutspur auch in Form der Kolonialisierung jenseits Europas getragen und dort im Namen auch des reformierten protestantischen Christentums alles andere als christlich gehandelt.

 

THESE 3: Luthers unchristliche Seiten: Gefundenes Fressen für Islamkritiker

Es lohnt sich vielleicht auch einmal den Menschen Martin Luther näher zu studieren. Die Übersetzung der Bibel ins Deutsche geht auf Martin Luther zurück. So eröffnete er den meisten Christen der damaligen Zeit das Verständnis der Heiligen Schrift, die bis dahin nur auf Latein vorgetragen worden war. Mit seiner Übersetzung prägte Luther auch die deutsche Sprache selbst: Viele Redewendungen, die wir auch heute noch verwenden, gehen auf seine Bibelübersetzung zurück. Zu einer vernünftigen Bibellektüre gehört allerdings auch eine anständige Schulausbildung: Luther trieb die Alphabetisierung und den Bau von Schuleinrichtungen entschieden voran.

Doch Luther hat auch eine andere, eine dunkle Seite. Der Vater der Reformation pflegte eine judenfeindliche Haltung — einen theologischen Antijudaismus. Diese schien in seinen Schriften so oft durch, dass selbst die Nationalsozialisten fast nahtlos ihren Rassenantisemitismus anknüpfen und Luther für ihre Demagogie zitieren konnten. So forderte Luther in einer seiner Schriften, die einige Jahre vor seinem Tod erschien, die protestantischen Fürsten zur Versklavung und Vertreibung der Juden auf. Die Verfolgung von Anhängern der täuferischen Kirche — eine radikalreformatorische Bewegung — kritisierte er anfangs noch. Doch später sprach auch Luther sich eindeutig für eine Todesstrafe für die Täufer aus, da sie Aufruhr betreiben würden. Was Hexen anging, von deren Existenz er als Mensch des Mittelalters fest überzeugt war, so zählte er sich als frommer Christ zu den Befürwortern des Bibelverses: „die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen” (Ex 22,17 Lut). Er forderte deshalb in seinen Predigten zur Hexenverfolgung nicht nur die Verfolgung und Tötung, sondern mehrfach auch Folter und Feuertod für vermeintliche Hexen, arme, unschuldige Frauen.

Geistig oder körperlich behinderte Kinder nannte man zu Luthers Zeiten auch „Wechselbälger”, weil man annahm, sie seien vom Teufel heimlich gegen die echten (also gesund geborenen) Kinder ausgewechselt worden. Auch Luther vertrat diesen Aberglauben und ging davon aus, dass sie nur ein Stück Fleisch ohne Seele seien. Er empfahl deshalb, dass man sie nach der Geburt ertränke.

Und auch Luthers frauenfeindlichen Ansichten, die ich an dieser Stelle nicht weiter ausführen will, lassen mich wundern, weshalb man in ein und demselben Jahr Luther und seine Reformation feiert und eine vermeintliche Diskriminierung der Frau im Islam anprangert. Ein „muslimischer“ Martin Luther im Jahr 2017 wäre jedenfalls ein gefundenes Fressen für jeglichen Islamkritiker.

Man kann diese und viele Aspekte zurecht als „dunkle Seiten” der Reformation bzw. des Reformators bezeichnen. Viel häufiger liest man jedoch von einer Relativierung, die Luther einfach als einen Menschen des Mittelalters darstellt, aus dessen Mund und Feder der Zeitgeist sprach. Luther war sicherlich nicht der Einzige, der in seiner Epoche diese menschenverachtenden Ansichten vertrat und propagierte. Dass aus ihm nicht der Geist Jesu Christi sprach, wird heute jedem klar sein. Diese vernünftige Einbettung seiner Person in historisch-kulturelle Verhältnisse ist plausibel, auf viele (selbsterklärte) Muslime will man diesen Maßstab jedoch nicht anwenden: Fanatische Prediger und Terroristen beispielsweise seien mit ihrer Barbarei nicht bloß ebenfalls das Produkt eines möglicherweise komplexeren Zusammenhanges, sondern ließen sich konsequent auf ihren Glauben reduzieren und ihre Taten auch auf diesen zurückführen. Statt Täter in ihrem soziokulturell-ökonomischen Kontext zu sehen und sie auf Grundlage dessen zu verurteilen, wird leider oftmals die Religion des Islam als Ganzes verurteilt. Eine bravuröse Doppelmoral! Eins ist jedoch klar: Diese fanatischen Hassprediger stehen in mancherlei Hinsicht Luthers Ansichten in nichts nach.

 

THESE 4: Nicht die Religion, sondern der Mensch braucht eine Reformation

Die Reformation Luthers war in erster Linie eine Kritik an korrupte und zunehmend verweltlichte Strukturen der römisch-katholischen Kirche und kein Programm zur Reform des Glaubens des einfachen Christen. Dennoch wird Luther heute oft als Bringer des Letzteren stilisiert. Man müsste sich hier allerdings fragen: Welchen Anteil an Göttlichkeit mag eine Religion haben, wenn sie im Laufe ihrer Geschichte eine Reformation durch einen einfachen Menschen nötig hätte? Keinen. Eine vollkommene, von Gott offenbarte Lehre bedarf keiner Reform. Andernfalls ist sie vor der vermeintlichen Reform genauso unvollkommen gewesen, wie sie es nach ihr sein wird.

Bin ich als Muslim also reformfeindlich? Nein, im Gegenteil! Auch der Islam kennt ein Konzept der Reformation. Dieses zielt allerdings auf die Anhänger der Religion, also die Menschen, ab, statt auf die von Gott offenbarte und deshalb vollkommene Religion. Inwiefern Jesus jedoch eine Reformation seines Glaubens durch einen Martin Luther vorsah, ist fragwürdig: Weder hat JesusAS das Erscheinen eines Luthers als großen Reformator prophezeit, noch hat Luther je behauptet, sein Mandat von Gott erhalten zu haben. Und rückwirkend betrachtet hat sich ein Reformator à la Luther — mit seinen „dunklen Seiten” und gemessen an der Person Jesu ChristiAS— auch kaum für diese Mission qualifiziert. Im Gegenteil: Luther selbst hätte wegen seiner teils menschenverachtenden und deshalb unchristlichen Ansichten eine Glaubensreform bitter nötig gehabt, genau wie die Mehrzahl der im Mittelalter lebenden Menschen. Man darf sich also zurecht fragen, was JesusAS davon gehalten hätte, dass einst ein Mensch wie Martin Luther als der große Reformator gefeiert werden würde. Viel entscheidender oder relevanter finde ich allerdings die Frage, was ein moderner christlicher Martin Luther sagen würde? Ich nehme an, sein Fokus läge heute weniger auf Kirchen. Er würde am 31.10.2017 nicht vor dem Tor der Schlosskirche zu Wittenberg stehen, sondern vielmehr von Haustür zu Haustür gehen, um an ihnen neue Thesen anzuschlagen. Eine könnte vielleicht so beginnen: „Wieso feiert ihr mich als Reformator, während die Kirchen leer stehen und der Glaube aus euren Herzen verschwunden ist?!”.

 

THESE 5: Wahre Reformation bedarf keines gewöhnlichen Luthers, sondern der Wiederkehr JesuAS!

Der Geburtshelfer der Reformation war ohne göttliches Mandat und trotz eigener menschlicher Schwächen rief er — lediglich seinem Gewissen folgend — zu einer Reform der Kirche auf. Dies zeichnet also den „großen“ Reformator Martin Luther aus. Doch was die Welt heute eigentlich braucht, ist die in der Bibel (und in allen großen Religionen) verheißene Wiederkunft JesuAS, keine selbsterklärten Reformationsbestrebungen mit blutigen Folgen durch niedere, weltliche Menschen wie Luther, sondern einen Gottgesandten selbst.

Woran sollte man die Wiederkehr JesuAS erkennen? Dazu finden wir beispielsweise in der Bibel als Zeichen jenes Verheißenen:

„Sofort nach den Tagen der großen Not wird sich die Sonne verfinstern und der Mond wird nicht mehr scheinen; die Sterne werden vom Himmel fallen“ (Matthäus, Kapitel 24, Vers 29)

Dieses einzigartige Zeichen, die Mond- und Sonnenfinsternis, war gemäß der Bibel dazu bestimmt, als Bekräftigung der zweiten Ankunft Jesu in Erscheinung zu treten. Es gab lediglich einen Menschen, der alle Merkmale gleichzeitig erfüllte: Er beanspruchte, von Gott gesandt zu sein und die zweite Wiederkehr JesuAS zu sein. Er nahm die Mond- und Sonnenfinsternis zur Bestätigung seines Anspruchs. Er legte derart wirkmächtige Zeichen der Unterstützung Gottes dar, dass sich ihm bis zu seinem Ableben 1908 mehrere hunderttausende und bis heute mehrere zehn Millionen Menschen anschlossen. Und so hob er sich von „falschen Propheten, die in Schafskleidern“ zu uns kamen, „inwendig aber […] reißende Wölfe“ waren (s. Matthäus 7:15-20), eindeutig ab:

Der 1835 in Indien geborene Hadhrat Mirza Ghulam AhmadAS, der Verheißene Messias unserer Zeit und Begründer der Ahmadiyya Muslim Jamaat, erhielt seinen Auftrag zur Reform von Gott hochpersönlich, der Seinen Beistand durch viele Segnungen und Zeichen immer wieder zum Ausdruck brachte. Ein Studium seiner Biographie und seines Lebens offenbaren in jeder Facette seine Wahrhaftigkeit. Das Ziel seiner gottgeleiteten Reform sind die Menschen, deren Herzen inzwischen zu Tempeln geworden sind, die viele Götzen der Selbstsucht, Habgier und anderer Laster beinhalten. Hierzu schrieb AhmadAS:

Ich bin auch entsandt worden, um der Welt einen festeren Glauben zu geben und die Existenz Gottes zu zeigen; denn Glaube ist verdörrt und Glauben an das Leben im Jenseits zu einer Fabel geworden, und das Verhalten des Menschen zeigt, dass er sein ganzes Vertrauen auf die Welt und auf materielle Dinge gesetzt hat und weder an Gott noch an das Jenseits glaubt. Menschen sprechen von Gott und von Geistigkeit, aber ihre Herzen sind angefüllt mit der Liebe zu dieser Welt.[…]Und ich bin entsandt worden, um Wahrheit und Glauben zurückzubringen und die Liebe zu Gott und die Furcht vor Gott in den Herzen der Menschen wiederzubeleben. Das allein ist der Zweck meiner Existenz. Gott hat mir mitgeteilt, dass sich der Himmel, nachdem er sich entfernt hatte, der Erde wieder nähern wird. Also bin ich gekommen, um diese Dinge zu erneuern, ja, zu diesem Zweck wurde ich entsandt. — [Mirza Ghulam AhmadAS, Kitab-ul-Bariyyah, Ruhani Khaza’in, Bd. 13, S. 253-256]

Mit den Begriffen „Welt” und „Menschen” sind hier jedoch keinesfalls ausschließlich die Muslime gemeint: AhmadAS ist der vom Propheten MuhammadSAW verheißene Messias und Mahdi, allerdings erfüllt er gleichzeitig die messianische Funktion aller anderen Religionen, die gemäß den Lehren des Islam allesamt in ihrem Ursprung von Gott stammen und in ihrem Ursprung als wahr anzuerkennen sind. Dabei erhebt AhmadAS den Anspruch, die geistige Wiederkunft von Buddha, Krishna und insbesondere Jesu Christi — allesamt Propheten, die der Islam anerkennt! — zu sein.

Was sein Anspruch mit dem Christentum zu tun hat, führte AhmadAS auch an anderer Stelle aus:

Ich schwöre beim allmächtigen Gott, dass ich der Verheißene Messias bin und dass ich derjenige bin, dessen Ankunft von den Propheten prophezeit worden ist. Kunde über mich und meine Ära finden sich in der Thora und den Evangelien und im Heiligen Koran, worin geschrieben steht, dass es (Sonnen- und Mond-) Finsternisse im Himmel und eine schwere Seuche auf Erden geben würde. — [Dafiul Balaa S. 18]

AhmadAS bezog sich hierbei direkt auf die Worte Jesu ChristiAS, die auf seine zweite Wiederkunft (natürlich im metaphorischen Sinne) hindeutet (siehe u.a. Mat. Kapitel 24; Vers 29-30). Anders als Luther beansprucht AhmadAS also ein göttliches Mandat, welches durch Jesus ChristusAS selbst bestätigt und in der Bibel schriftlich niedergelegt ist. Die Reform des Glaubens im Herzen aller Menschen ist nämlich eine derart wichtige Aufgabe und Herausforderung, dass sie nur von Gott selbst aufgetragen werden kann und von seinem Beistand begleitet sein muss. Folglich würde es sich für Kritiker lohnen, statt ihrer plumpen Forderung sich mal einem anderen wichtigen Sachverhalt zu widmen: Nicht der Islam braucht einen Luther, sondern das Christentum braucht einen AhmadAS.Und zwar, weil er in Relation zu Luther kein einfacher Mensch, sondern die von Jesus ChristusAS in der Bibel prophezeite zweite Manifestation ChristiAS ist!