Die Helfer des Königs der Feder.

Wege zur spirituellen Heilung

The Review of Religions – April 2005

Übersetzung des Artikels „Care of the Seriously Ill & Dying“ aus dem Englischen von Farrukh Amin Tahir.

„Fürsorge für Schwererkrankte & das Sterben“

Islamische Perspektiven und Bekundungen zur spirituellen Heilung

(Die Rede von Maulvi Abdul Wahab bin Adam, ehemaliger Amir und Leitender Missionar der Ahmadiyya Muslim Mission in Ghana, anlässlich eines Symposiums an der Universität von Ghana in Legont im Januar 2005)

 

„Ich möchte Allah gegenüber, dem Allmächtigen, Gnädigen und immer Barmherzigen, meine Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens zum Ausdruck bringen.“

Ist es nicht verwunderlich, dass die Menge an Flüssigkeit, aus der der Mensch entsteht, so verschwindend gering ist, dass sie auf der Spitze einer Nadel gehalten werden könnte? Und dennoch begreift sie die menschlichen Hände, seine Beine, seinen Kopf zusammen mit dem Gehirn, den Ohren, der Nase, dem Mund, ferner auch alle inneren Organe des Menschen in sich, etwa das Herz, die Leber und die Niere. Die Flüssigkeit verdickt sich in einem „sicheren Aufbewahrungsort“, dem Uterus der Frau. Mit der Zeit wird sie zu Fleisch, die Knochen werden geformt, und nach neun Monaten haben wir unser Baby!

Der Heilige Qur’an sagt diesbezüglich, dass einem in Anbetracht dessen nichts anderes übrig bleibt als auszurufen:

„So sei denn Allah gepriesen, der beste Schöpfer.“ (Sure 23, Vers 15)

 

Dieses Wesen, welches zu Beginn sehr schwach und zerbrechlich ist, wird zu einer voll ausgewachsenen Person, bewandt und leistungsfähig  genug, um auf der Erde Ozeane zu überqueren oder gar leibhaftig auf dem Mond zu landen.

Jedoch sehen wir, dass dieselbe, vermeintlich starke Person gebrechlich bleibt. Lass sie lediglich krank werden und du wirst ihrer Qual und völligen Hilflosigkeit gewahr.  Sie kann die üppigsten aller Mahlzeiten und Getränke nicht genießen, wenn ihr Mund bitter ist. Sie verdient Fürsorge und Mitgefühl. Aus diesem Grund hat der Heilige Prophet des Islamssaw gesagt, dass es die Pflicht eines jeden Muslims ist, kranke Mitmenschen zu besuchen. Bei solchen Anlässen hat Ersaw seine Anhänger angehalten, nur ermutigende Worte zu sprechen, die die Stimmung der kranken Person heben, sowie zu Allah für ihre schnelle und vollständige Genesung zu beten. Ersaw hat uns ein spezielles Gebet für die Kranken gelehrt: „Oh unser Herr, Du bist der Heiler. Gewähre Heilung unseren Kranken, denn es gibt niemanden außer Dir, der Heilung gewährt.“
Wenn der Mensch im Sterben liegt, ist sein Zustand weitaus mitleiderregender. Er ist unruhig vor lauter Schmerzen.

 

Der Heilige Qur’an sagt dazu:

„Warum wohl, wenn (die Seele des Sterbenden) zur Kehle steigt und ihr in jenem Augenblick zuschaut – und Wir sind ihm näher als ihr, nur dass ihr nicht sehet -, warum wohl, wenn ihr nicht zur Rechenschaft gezogen werden sollt, zwingt ihr sie nicht zurück, wenn ihr wahrhaftig seid?“ (Sure 56: Verse 84-88)

 

Der Islam empfiehlt zu solch einer besorgniserregenden Stunde die Rezitation der Surah Ya Sin aus dem Heiligen Qur’an Dies ist das 36. Kapitel des Heiligen Qurans, worin es an einer Stelle heißt:

„Wahrlich, Wir Selbst beleben die Toten, und Wir schreiben das auf, was sie vor sich her senden, zugleich mit dem, was sie zurücklassen; und alle Dinge haben Wir verzeichnet in einem deutlichen Buch.“ (Sure 36, Vers 13)

 

Am Ende weilt sie/er nicht länger unter uns und das Beste, was wir dann für sie/ihn tun können, ist, die Erde aufzumachen und sie/ihn in einer Vertiefung abzulegen, die wir als Grab bezeichnen. Vor der Bestattung wird der Körper gewaschen, in ein simples weißes Tuch gewickelt und mit Duft versehen. Deswegen gibt es diese Überlieferung des Heiligen Propheten des Islamsaw:

„Bist du gesund, so gedenke der Krankheit und genießt du die Fülle materieller Dinge, so gedenke dem Tod.“ (Bukhari)

Die Tradition lenkt die Aufmerksamkeit auf die göttliche Gunst der Gesundheit und Unvermeidbarkeit der Krankheit und des Todes. In der Tat! Im Islam wird der Tod als unumgänglich betrachtet.

Der Heilige Qur’an sagt:

„Jedes Lebewesen soll den Tod kosten. Und ihr werdet euren Lohn erst am Tage der Auferstehung voll erhalten. Wer also dem Feuer entrückt und ins Paradies geführt wird, der hat es wahrlich erzielt. Und das irdische Leben ist nur ein trügerischer Genuss.“ (Sure 3: Vers 186)

 

Dies ist so, weil man, erst nachdem der Körper von der Seele getrennt wird, seine volle Belohnung erhält und dann erst imstande ist, die Glückseligkeit des nächsten Lebens wahrzunehmen: Nenn es Leben nach dem Leben.

 

Da den meisten Todesfällen eine Phase der Krankheit vorausgeht, kann gesagt werden, dass die Krankheit gewissermaßen einen Teil des Lebens darstellt.

Der Islam rät dem Menschen zu sauberen und gesunden Ess- und Trinkgewohnheiten, um Krankheiten zu vermeiden. Gleichwohl erkennt er die Tatsache an, dass ein Mensch der Krankheit nicht vollständig entgehen kann. Darüber sollte kein Aberglaube herrschen.

Der Heilige Prophet des Islamsaw hat gesagt:

„Es gibt keine Krankheit, für die es keine Heilung gibt.“

Dies ist einer der Gefallen Allahs. Es ist allein Gottes Gnade zu verdanken, dass Er Kräuter, Substanzen etc. erschaffen hat, die für die Heilung von Krankheiten nutzbar sind. Seitdem der Mensch zunehmend aufgeklärt wurde und mit der wahren Natur der Elemente vertraut wurde, hat er sich von dem Aberglauben, welcher mit dem Krankheitsbegriff behaftet war, distanziert. Der Islam akzeptierte die Vorstellung nicht, dass Krankheiten durch Hexen verursacht wurden oder dass kranke Personen inhumanen Behandlungen ausgesetzt werden sollten, um die Krankheiten vermeintlich auszutreiben. Einer der großen Verdienste der frühen Muslime war die Entdeckung und Entwicklung der Medizin. Krankenhäuser wurden errichtet, in denen die Kranken zur Behandlung eingewiesen wurden. Trotz seines medizinischen Wissens erkennt der muslimische Arzt die Tatsache an, dass Allah es ist, der die Heilung bringt. Die Ahmadiyya Muslim Mission hat Krankenhäuser, Kliniken und zudem homöopathische Einrichtungen in verschiedenen Teilen von Ghana eingerichtet.

 

In allen diesen Einrichtungen, sowohl in diesem Land als auch anderswo auf der Welt, wird man ein Schild finden, auf welchem auffallend eingraviert ist: “Er Allein ist der Heiler“

 

Die Wahrheit ist, dass Allah die Macht über die Himmel und die Erde besitzt. Somit ist es nicht überspitzt zu sagen, dass Er allein der Heiler ist. Aus diesem Grund kombinieren unsere Ärzte die medizinische Behandlung mit Gebeten.

Nun beabsichtige ich, über einige Ereignisse der Heilung zu berichten, welche allein durch die Gnade des Allmächtigen, manifestiert durch sein Attribut „Der Alleinige Heiler“, möglich waren.

 

Ein Mann mit Krebs

Ein Mann wurde mit Krebs diagnostiziert, welcher sich in seiner Leber und anderen Organen ausgebreitet hatte. Der Patient war bis auf die Knochen abgemagert und die Ärzte schätzten Ihn als einen terminalen Fall ein, mit einer Lebenserwartung von höchstens noch ein paar Monaten. Der Mann erholte sich kraft des Gebets und lebte weitere 15 Jahre.

 

Ein Junge mit Diarrhö[1]

Ein dreijähriger Junge namens Luqman litt an chronischer Diarrhö, weshalb er für mehr als sechs Monate durch hoch qualifizierte Ärzte behandelt wurde. Sein Vater wandte sich dem Gebet zu und betete um göttliche Einlenkung. Er verrichtete mitten in der Nacht das Gebet, welches Muslimen unter dem Namen Tahajjud-Gebet bekannt ist.

Nach dem Gebet schlief er ein und hatte einen Wahrtraum, in dem er eine Stimme sagen hörte: „Er wird nur noch einen Stuhlgang haben.“

Und genau so geschah es. Nach einem weiteren Stuhlgang war die Diarrhö verschwunden. Der Junge ist nun 14 Jahre alt und leitet gelegentlich auch das Gemeinschaftsgebet.

 

Frau Hassana Brenya

Hassana Brenya Adam war seit geraumer Zeit krank und bettlägerig. Eines Morgens hat sie kein Lebenszeichen mehr gezeigt. Hassanas Vater hatte ein Brief an das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Pakistan mit der Bitte um Gebete verfasst.

Er war überrascht die Antwort an einem solchen Tag in Form eines Briefes zu erhalten , wo jeder bereits die Hoffnung aufgegeben hatte.

In dem Brief hat Hadhrat Khalifat-tul-Massih II (rs) geschrieben, dass Hassana Brenya sich nicht nur erholen würde, sondern, dass sie auch mit männlichem Nachwuchs gesegnet werde, und dieser Junge nach ihm (dem Khalifen) benannt werden solle. Hassana, die über Monate hinweg so schwach gewesen war, dass sie nicht einmal aufrecht sitzen konnte, setzte sich an dem Tag auf ihrem Bett aufrecht hin und bat um etwas zu Essen. Heute hat die Frau ein hohes Alter und ihr Sohn Mahmood Ahmad ist 42 Jahre alt.

 

Die Frau mit Gebärmutterkrebs

Wir alle wissen von dem Leid der Unfruchtbarkeit.

Eine Frau hat Hadhrat Khalifatul Massih III (ra) einst mit der Bitte um Gebete kontaktiert. Ihre Augen waren voller Tränen. Sie war so aufgeregt, dass sie kaum Worte herausbekam. Als sie sich schließlich beruhigt hatte, erzählte sie dem Khalifen, dass die Ärzte ihr gesagt haben, dass sie Gebärmutterkrebs habe und keine Kinder gebären könne. Der Kalif, Hadhrat Mirza Nasir Ahmad (ra) fragte sie: „Sind Ärzte Gott?“ Sie antwortete: „Nein, Sir .“
Er wies sie an: „Dann sollte das Urteil der Ärzte Sie auch nicht weiter betrüben.  Ihnen sei versichert, dass Allah Ihnen eine große Zahl an Nachkommen gewähren wird.“ Die Frau, die von den Ärzten abgeschrieben wurde, hat nun sechs Kinder!

 

Eine Frau mit fetischistischer Überzeugung

Ein Älterer unserer Gemeinde, Papa Harun Nimo, heiratete eine Frau, die zu einem animistischen Stamm gehörte. Einige Jahre lang blieb die Ehe kinderlos. Während eines Monats des Ramadan bat der ältere Herrum Gebete und erklärte die Ursache seines Schmerzes. Ihm wurde nämlich gesagt, dass seine Frau keine Kinder bekommen könne, solange er nicht einige Böcke opfere, um den animistischen Stammesüberzeugungen seiner Frau zu genügen. Wir haben gebetet und das Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Gemeinde wurde darum gebeten sich unseren Gebeten anzuschließen.  Seine Antwort zu der Drohung seitens des Stammes war: „Fetische haben nicht die Kraft Nachkommen zu gewähren und es ist nur Allah, in dessen Macht dies liegt.“ Dem Senior sei demnach versichert, dass seine Frau Kinder bekommen werde. Vor dem Ende des Monats Ramadan wurde die Frau schwanger und brachte letzten Endes Zwillinge auf die Welt. Einen Jungen und ein Mädchen!
Was für ein glaubenstärkendes Zeichen der Allmacht Gottes, der die Macht hat zu tun, was Er will.

 

Allah sagt im Heiligen Qur’an:

„Und wenn Meine Diener dich nach Mir fragen (sprich): „Ich bin nahe. Ich antworte dem Gebet des Bittenden, wenn er zu Mir betet. So sollten sie auf Mich hören und an Mich glauben, auf dass sie den rechten Weg wandeln mögen.“  (Sure 2: Vers 187)

 

Deshalb glauben wir daran, dass göttliches Eingreifen sowohl in allen Angelegenheiten, die die Menschen betreffen, als auch in das Universum, nicht nur möglich, sondern Realität ist. Wir bezeugen tagtäglich solche Ereignisse göttlichen Eingreifens. Dies wird durch demütige Anbetung des Allmächtigen inmitten der Nacht und im Verborgenen bewirkt.

 

Dies hat selbstredend rein garnichts mit jenen „Wundern“ der Effekthascherei zu tun, die öffentlich und auf obskure Art und Weise zwecks Selbstbereicherung vorgeführt werden.

[1] Durchfall

 

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