Die Helfer des Königs der Feder.

Zinsen (Ribā)

Ribā (arabisch ربا,) bezeichnet auf Zinsen beruhende Finanzkontrakte, die nach der islamischen Lehre verboten sind. Ribā bedeutet wörtlich „Zusatz“.

Die heutige Wirtschaft und das Weltwirtschaftssystem sind untrennbar mit dem Zinswesen verknüpft. Das auffälligste Instrument, das der Islam für die wirtschaftlichen Beziehungen der Menschen untereinander anbietet, ist sein rigoroses Zinsverbot. Im Koran heißt es dazu: „…. Allah doch Handel erlaubt und Zinsnehmen untersagt hat…..“ (2:276). Der Koran fordert die Menschen also dazu auf, vom Zins abzulassen.


Inhaltsverzeichnis

  1. Erläuterung des Zinsverbots
  2. Gefahren der Zinsen für den Einzelnen & die Gesellschaft
  3. Konzept des Islamic Finance
  4. Quellen

 

Erläuterung des Zinsverbots

Bei dem islamischen Zinsverbot wird zwischen verschiedenen Arten von Zins unterschieden:

(1) Zinsen für Schulden, die nicht rechtzeitig beglichen wurden und

(2) Zinsen für einen aufgenommenen Kredit. Es handelt sich hierbei um die Zurückzahlung eines höheren Betrages als den geliehenen Betrag, ohne dass hierfür mehr Ware oder eine sonstige Gegenleistung von einem der Vertragspartner erbracht wurde.

So sagte der Heilige Propheten Muhammad (saw) in einem Hadith: “

Gold für Gold, Gewicht für Gewicht, Gleiches für Gleiches, und Silber für Silber, und wer etwas hinzufügt oder mehr verlangt, das ist riba“ (Abu Huraira; Muslim).

Das heißt: Geliehenes Kapital, gleich in welcher Form, ist ohne jeden Zuwachs zurückzuzahlen. Geld ist keine Ware, mit der gewinnbringender Handel statthaft wäre. Durch diesen Grundsatz wird die Möglichkeit ausgeschlossen, allein durch Verleihen von Kapital und ohne Risikobeteiligung Gewinn zu machen. Dies steht dem Zinswesen als Grundlage der Weltwirtschaft diametral gegenüber.

Hingegen sind alle Erträge akzeptabel, welche auf einem Handel oder einer Investition in ein bestimmtes Produkt beruhen. Zugelassen sind also Handelsfinanzierungen, Risikokapitalvergaben, Vermietungen, Leasing und der Rohstoffhandel. Die gebräuchlichste Investitionsform ist allerdings der Kauf von Aktien privater und öffentlicher Unternehmen; denn Dividenden gelten nicht als Zinsen, weil die Aktionäre keinen Rechtsanspruch darauf besitzen und Dividenden einen erlaubten Gewinn darstellen.[1]

 

Die Gefahren der Zinsen für den Einzelnen und die Gesellschaft

Aufgrund der zerstörerischen Auswirkungen der Zinsen für den Einzelnen und die gesamte Gesellschaft beruht die islamische Volkswirtschaft auf die vollständige Abwesenheit des Zinsfaktors und geht mit Nachdruck gegen Zinsen vor. Einige dieser verheerenden Auswirkungen der Zinsen sind Folgende:

  • Die ungleiche Verteilung von Reichtum und das Entstehen einer immer größeren Kluft zwischen Arm und Reich in der Welt:

Zinsgeschäfte tragen dazu bei, dass immer mehr Geld sich in den Händen von immer weniger Einzelpersonen einer Gesellschaft konzentriert. Die breite Masse der Menschen profitiert dabei nicht vom Reichtum und muss in Armut leben. Diese ungerechte Verteilung führt dazu, dass die Gesellschaft aus wenigen Superreichen und Multimillionären besteht, dagegen aber aus vielen Menschen aus der Arbeiterklasse und noch mehr Armen und Bedürftigen, die unter der Armutsgrenze leben. Solch ein Zustand ist ein Nährboden für Unzufriedenheit und Hass Er begünstigt die Zunahme von Gewalt und Verbrechen in der Gesellschaft.

  • Verbreitung der Gewohnheit, Geld verschwenderisch auszugeben und nicht mehr zu sparen:

Indem die Bürger einfach und schnell ein verzinstes Darlehen erhalten, werden viele ermutigt, ihr Geld auszugeben und nicht mehr zu sparen. Denn der Bürger hat ja jemanden gefunden, der ihm Geld ausleiht, damit er sich alles leisten kann, was er sich nur wünscht. Deshalb denkt er weder an seine Gegenwart noch an seine Zukunft, sondern gibt das Geld für Luxus und unwichtigen Krimskrams aus. Bis schließlich der Tag kommt, an dem die Schuldenfalle zuschnappt und er so viele Schulden angehäuft hat, dass er nur noch ein beengtes Leben führen kann. Und so kommt es, dass der Betroffene vielleicht ein Leben lang unter seinen Schulden leiden muss.

  • Zinsen sind die Ursache, weshalb Wohlhabende auf wichtige Investitionen in das Land verzichten:

Wohlhabende Menschen, die in einem Zinssystem leben, lassen ihr Geld lieber auf den Bankkonten, weil sie dafür Zinsen erhalten. Diese Tatsache hält sie davon ab, Investitionen in Industrie, Landwirtschaft oder Handel vorzunehmen, ganz gleich welchen großen Nutzen sie für die Gesellschaft haben könnten. Denn Investitionen bergen ja Risiken und sind mit Mühen und Arbeit verbunden.

  • Zinsen sind die Ursache dafür, dass der Geldsegen entzogen wird, und sie sind der Grund für die Weltwirtschaftskrisen:

Alle Finanzkrisen und Insolvenzen von Unternehmen oder Privatleuten wurden aufgrund von maßlosen, sündhaften Zinsgeschäften verursacht. Einer der vielen negativen Auswirkungen der Zinsen ist das Entziehen des Segens. Darüber hat uns Allah, der Erhabene bereits unterrichtet. Dagegen segnet Allah das Vermögen und lässt es zunehmen, wenn man für gottgefällige Zwecke und für die Unterstützung notleidender Menschen spendet. Allah, der Erhabene sagte: Allah wird den Zins abschaffen und die Mildtätigkeit mehren. Und Allah liebt keinen, der ein hartnäckiger Ungläubiger, ein Erzsünder ist. (2:277)

Konzept des Islamic Finance [2]

Islamic Finance beschreibt  konsequent die völlig anders ausgerichtete Denkweise im islamischen Finanzwesen. So basiert der westliche Kapitalismus vornehmlich auf dem Gewinnstreben einzelner, welche durch Zinserträge ihr Kapital stetig vermehren können. Anders das islamische Finanzwesen: Es erkennt zwar Privateigentum, Markt und Wettbewerb ebenfalls an, stellt aber in den Vordergrund den Zusatznutzen, den ein bestimmtes Produkt für die Gemeinwirtschaft schafft. Dieses Wirtschaftsverständnis geht zurück auf den Propheten Mohammed (saw), der es den arabischen Händlern ausdrücklich verbot, Zinsen zu zahlen oder anzunehmen. Dieses Zinsverbot ist im Qur´an festgehalten.

Qur´an 2:276: „Die Zins verschlingen, stehen nicht anders auf, als einer aufsteht, den Satan mit Wahnsinn geschlagen hat.“ Dies, weil sie sagen: „Handel ist gleich Zinsnehmen“, während Allah doch Handel erlaubt und Zinsnehmen untersagt hat.“

Qur´an 2:279: „O die ihr glaubt, fürchtet Allah, und lasset den Rest des Zinses fahren, wenn ihr Gläubige seid.“

Qur´an 2:280: „Tut ihr es aber nicht, dann erwartet Krieg von Allah und Seinem Gesandten; und wenn ihr bereut, dann bleibt euch euer Kapital; ihr sollt weder Unrecht tun, noch Unrecht leiden.“

Qur´an 30:40: „Was immer ihr auf Zinsen verleiht, damit es sich vermehre mit dem Gut der Menschen, es vermehrt sich nicht vor Allah; doch was ihr an Zakât gebt, indem ihr nach Allahs Antlitz verlangt – sie sind es, die vielfache Mehrung empfangen werden.“

Der Gesandte (saw) verfluchte: den Zinsnehmenden, den Zinsgebenden, der den Zinsertrag aufschreibt, die beiden Zeugen (für das abgeschlossene Zinsgeschäft).

 

Quellen

[1] https://de.wikipedia.org/wiki/Zinsverbot#Islam

[2] http://zinsfrei.de/islam-zinsen/


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen