Die Helfer des Königs der Feder.

Die Japanreise des Kalifen – Ein persönlicher Bericht.

November 2015

Übersetzt von Fayaz Ahmad basierend auf dem Reisetagebuch von Abid Khan.

(Teil 2 von 4)

Ein Beispiel von HudhursABA Humor

An diesem Abend wurden die Maghrib und Ishaa Gebete in einem Konferenzraum im Hotel verrichtet. Nach dem Beenden der Gebete wartete HudhurABA auf den Aufzug und während Er dies tat, erzählte Er den von uns anwesenden, darunter eingeschlossen Seine Sicherheitskräfte, Munir Javed Sahib und meine Wenigkeit, eine Geschichte.

Es ereignete sich so, dass HudhurABA eine Geschichte über Humayan Sahib erzählte, die ich in dem Bericht über Hudhur’sABA Deutschland und Holland Reise im Oktober, niedergeschrieben hatte.

Ich hatte geschrieben, dass Humayan vorne und Munir Javed Sahib und ich hinten in unserem Auto saßen.

Als unser Fahrer, Nasir Amini Sahib, gefragt hatte, ob sich ein Auto nähern würde, antwortete Humayun Sahib selbstbewusst „Nein“. Sodass Nasir, mit dem Gedanken, dass die Fahrbahn frei ist, ausscherte, aber beinahe mit einem großen, vorbeifahrenden Traktor zusammenstieß.

Hierauf antwortete Humayun Sahib, indem er sagte: „Du fragtest, ob ein Auto sich nähern würde, aber das war ein Traktor!“

HudhurABA war heiter und amüsierte Sich, als ErABA dieses Ereignis, in der Anwesenheit von Humayun Sahib, erzählte. Als wir in den Aufzug eintraten nahm HudhurABA meinen Arm uns sagte:

“Ich denke nicht, dass Humayun Feindschaft gegen dich hegt, aber vermutlich gegen Munir Javed!”

Wir alle begannen zu lachen, wissend, dass das Sicherheitsteam dem Private Secetary, Munir Javed Sahib, unterstellt ist [ggf. sich auch bei ihm melden muss].  Sowohl Humayun Sahib als auch Munir Sahib lachten viel.

Es war ein sehr liebevoller Moment und ein Beispiel dafür, wie HudhurABA mit Seiner Liebe und Seinem Sinn für Humor die Stimmung jener hochhält, die mit Ihm reisen.

 

Eine Sicherheitskontrolle am Bahnhof

Als wir zu unseren Zimmern zurückkehrten, war ich wie erschlagen. Jedoch musste Ahmad Bhai eine Sicherheitskontrolle am Bahnhof durchführen, von welchem aus HudhurABA am nächsten Morgen reisen würde. Demnach fragte er mich, ob ich ihn begleiten möchte. Ich war erfreut mitzugehen, denn dies war eine Möglichkeit zu sehen, wie Tokyo bei Nacht aussieht.

Wir gingen zum lokalen Bahnhof und ich sah wie Ahmad Bhai alle möglichen Eingänge kontrollierte, von denen HudhurABA und Khala Saboohi den Bahnhof betreten könnten, maß wie viel Sie gehen müssten und mit den Angestellten des Bahnhofes sprach. Erst als er mit allen Vorbereitungen zufrieden war, machten wir uns auf den Rückweg.

Obwohl es 23.00 Uhr war, war die Zugstation vollkommen gefüllt. Buchstäblich tausende von Leuten, in adretten, schwarzen Anzügen gekleidet, stiegen aus den Zügen, auf dem Weg nach Hause. Ein lokaler Khadim erklärte uns, dass es normal sei, dass die japanischen Leute oft sehr spät von der Arbeit nach Hause kehren und am nächsten Morgen wieder um 6 Uhr an der Zugstation wären.

 

Am Bahnhof in Tokyo mit HudhurABA

Am Morgen des 18. November, reisten HudhurABA und die Qafila-Mitglieder mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Tokyo nach Nagoya, wo sich die Jama’at Zentrale in Japan befindet.

Wir kamen am Bahnhof in Tokyo um 10.35 Uhr an, jedoch kam unser Zug bis 11.27 Uhr nicht. Während Khala Saboohi sich in den Wartebereich setzte, ging HudhurABA in der Station hin und her. HudhurABA trug einen schwarzen achkan Mantel und sah extrem graziös aus.  Während HudhurABA ging, rief HudhurABA mich zu sich, sodass ich in der Lage war die nächsten 20 Minuten neben HudhurABA zu gehen.

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Einst bemerkte HudhurABA eine Gruppe japanischer, jugendlicher Schüler, die über den Bahnhof entlanggingen. Diese sehend, sagte HudhurABA, dass sie auf eine sehr ruhige und geordnete Art und Weise in Paaren hintereinander liefen. HudhurABA merkte an, dass sie nicht herumhetzten, sondern auf eine gute und gesittete Weise gingen und das die japanischen Jugendlichen gute Umgangsformen besitzen.

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Am Ende der Gruppe waren einige junge Schulmädchen, die den Jungen folgten.

Dies sehen, sagte HudhurABA:

„Wenn sie Muslime wären, so würden die Leute sagen, dass Muslime Frauen/Mädchen unterdrücken, indem sie diesen vorschreiben hinter den Jungen zu gehen! Aber hier in Japan wird dies als etwas ganz normales angesehen.“

Ich erwähnte, dass mehr Leute das Tagebuch gelesen hatten, welches ich über HudhursABA Reise nach Holland und Deutschland im Oktober verfasst hatte. Diesbezüglich sagte HudhurABA:

„In dem Tagebuch erwähntest du, dass ich das Qasr (verkürzen einiger Gebete während Reisen) nicht vollzogen habe während ich mich in Holland aufhielt. Jedoch hast du nicht erwähnt, dass ich das Qasr während unserem 5-tägigen Aufenthalt in Deutschland vollzogen habe.”

HudhurABA hatte Recht. Ich hatte vergessen dieses Detail miteinzubeziehen. Während HudhurABA kein Qasr in Holland vollzogen hat, tat ErABA es in Deutschland, als auch in Japan.

Zudem erwähnte ich HudhurABA gegenüber, wie ich eine Person namens Mirza Karim Sahib in Deutschland interviewt hatte, aber zum damaligen Zeitpunkt nicht gemerkt hatte, dass er ein Mitglied der Familie des Verheißenen Messias (as) war.

Dies hörend nahm HudhurABA meinen Arm und sagte:

“Ich bemerkte, dass du nicht erwähnt hattest, dass er mein Verwandter war, aber dann dachte ich, dass du dieses Detail vielleicht absichtlich weggelassen hattest.“

HudhurABA fuhr fort indem Er sagte:

“Karim ist mein Cousin ersten Grades und er ist auch der Cousin ersten Grades von deiner Schwiegermutter Koko.“

Ich lachte als ich von HudhurABA erfuhr, dass die Person, die ich in Deutschland interviewt hatte, genau genommen ein enger Verwandter meiner Schwiegermutter, Amtul Kareem Kaukub (Koko), gewesen war. Dennoch hatte ich keine Ahnung wer er war, noch hatte er Ahnung darüber wer ich war!

HudhurABA fragte mich auch, ob ich das 10-Gänge Menü, welches wir am Abend vorher gegessen hatten, genossen hatte. Ich sagte, dass ich es sehr genossen hatte. HudhurABA fügte dann hinzu:

“Ich sagte unserem Gastgeber Dr. Sata, dass wenn er das nächste Mal nach London kommt, ich mindestens ein 12-Gänge Abendessen für ihn einrichten werde!”

Ich lachte, aber HudhursABA Aussage bekundete auch Seine Bescheidenheit und das Verlangen die Gastfreundschaft Seines Gastgebers zu erwidern.

 

HudhursABA Respekt und Sorge für Khala Saboohi

An einem Punkt rief HudhurABA Ahmad Bhai und fragte ihn, wie weit die Entfernung zum Bahnsteig sei. Ahmad Bhai erklärte, dass es zwei Wege gäbe. HudhurABA sagte ihm, dass er die beiden Wege messen solle und wir den kürzesten Weg nehmen würden, sodass Khala Saboohi so wenig wie möglich gehen müsse.

HudhursABA Sorge und Respekt für Seine Frau ist allgegenwärtig und dies war nur ein weiteres Beispiel. Aufgrund eines Knieproblems ist es für Khala Saboohi schwer längere Strecken zu gehen. Dementsprechend ist HudhurABA immer bemüht sicherzustellen, dass die Strecken so kurz wie möglich sind.

Wenn immer sie zusammen gehen verringert HudhurABA sein Geh-Tempo, sodass er neben oder etwas hinter Khala Saboohi geht.

Jedes Mal, wenn ich dies sehe, werde ich an einen Vorfall erinnert, als vor einigen Jahren Mala und ich in der Nähe der Masjid Fazl in London gingen.

HudhurABA hatte uns zusammen gehen gesehen und sagte im Nachhinein:

“Ich sah aus meinem Fenster, dass du und Mala zusammen gingt, aber du vor ihr gingst, anstelle neben ihr zu gehen, wie du es solltest! Wenn sie etwas langsamer geht, dann solltest du langsamer werden.“

 

Reisen mit dem Hochgeschwindigkeitszug

Ich freute mich darauf einmal mehr in dem Hochgeschwindigkeitszug zu fahren. Eins meiner unvergesslichsten Erlebnisse der Japan Reise mit HudhurABA im Jahre 2013, war das Erleben des Hochgeschwindigkeitszuges in Begleitung von HudhurABA.

Der Zug kam exakt zur planmäßigen Zeit und wir folgten HudhurABA und Khala Saboohi zum Waggon Nummer 9 auf dem Bahngleis 24. Die Sitze waren in zweier Reihen aufgeteilt und so hatten Ahmad Bhai und ich die Ehre in den Sitzen direkt hinter HudhurABA und Khala Saboohi Platz zu nehmen.

Nach einigen Minuten kam die japanische Schaffnerin. Sie stempelte HudhursABA Fahrkarte ab und dann einen nach dem anderen die Fahrkarten der anderen Qafila Mitglieder.

Danach ging eine Frau mit einem Serviertisch, bestehend aus Snack und Getränken, vorbei. HudhurABA nahm eine Packung gesalzener Nüsse und nachdem HudhurABA einige gegessen hatte, reichte HudhurABA den Rest den Mitgliedern der Qafila, um in dessen Genuss zu kommen. Später nahmen HudhurABA und Khala Saboohi auch einige Chips und erneut sandte HudhurABA diese zu den Mitgliedern der Qafila, nachdem Er einige genommen hatte.

Während der Fahrt rief mich HudhurABA zu dem Platz an welchem Er saß und ich ging neben Ihm in die Hocke. Unglücklicherweise, hockte ich in der Mitte des Zuges und so kamen immer nach einigen Sekunden Zugmitarbeiter, die passieren wollten, sodass ich mich zur Seite bewegen musste, damit diese passieren konnten. Als dies zum dritten Mal passierte, wies mich HudhurABA an zu meinem Sitz zurückzukehren, da ich das Zugpersonal zu stark behinderte.

Als die Fahrt sich dem Ende neigte, erfragten Omair Allem Sahib (in-charge of Makhzan-e-Tasaweer) und Munir Odeh sahib (Director Production MTA) um HudhursABA Erlaubnis ein Foto und Video von HudhurABA im Zug zu machen. HudhurABA gewährte die Erlaubnis und das Filmmaterial von HudhurABA im Zug wurde später auf MTA ausgestrahlt.

 

Ankunft in Nagoya

Als wir um kurz nach 13 Uhr in Nagoya ankamen und auf dem Bahnsteig hinausgingen, taten HudhurABA und Khala Saboohi einzeln ihre Fahrkarten in den Fahrkartenautomat hinein und gingen hinüber, als die Schranke sich hochhebte.

Wir gingen direkt zum Nagoya Hilton Hotel, in welchem HudhurABA und die Qafila-Mitglieder für die nächsten Tage bleiben würden. Wir verblieben auf der 24. Etage und Alhamdulillah hatten Ahmad Bhai und ich erneut die Möglichkeit in dem Zimmer neben HudhursABA Zimmer zu übernachten.

 

Erster Besuch der Bait-ul-Ahad Moschee

Im weiteren Verlauf des Nachmittages ging HudhurABA zur Bait-ul-Ahad Moschee, die etwa 20 bis 25 Fahrminuten vom Hotel entfernt war. Diese Anreise würden wir einige Male während der kommenden Tage machen, da jegliche Gebete und Veranstaltungen, wie z.B. Mulaqats (Audienzen mit HudhurABA) in der Moschee ausgetragen wurden. Diesen Nachmittag stand ein Gast aus Malaysia auf, um das Adhan (Gebetsruf der Muslime) vor den Zuhr und Assr Gebeten zu rufen, aber dies sehend sagte HudhurABA:

„Warum ein Malaysier? Wird nicht ein Mitglied der Jamaat Japan das Adhan ausrufen?“

Dies hörend rief der Sadr Jamaat einen jungen Khadim aus der lokalen Jamaat nach vorne, der das Adhan ausrief. Dadurch hatte ein Mitglied der Jamaat Japan die Ehre, das erste Adhan, beim ersten durch Khalifat-ul-MassihABA geleiteten Gebet, in der ersten Ahmadiyya-Moschee in Japan, auszurufen.

 

Emotionen und Gefühle der Ahmadis

Später am gleichen Abend kehrte HudhurABA zur Moschee zurück und hielt eine Sitzung von Familien-Mulaqats ab. Da viele Ahmadis aus anderen Ländern angereist waren, insbesondere aus Indonesien und Malaysia, waren es nicht nur die Mitglieder der Jamaat Japan, die die Möglichkeit hatten HudhurABA zu treffen, sondern auch Ahmadis aus anderen Ländern.

Wenn HudhurABA Ahamdis in Mulaqats trifft, versuche ich oft einige dieser Ahmadis persönlich anzutreffen und nach Erfahrungen aus erster Hand zu fragen.

Eine Person, die ich an diesem Abend traf war ein junger Ahmadi, Munib Ahmad Syah (21) aus Malaysia.

Über seine Reise sprechend sagte Munib:

„Ich nahm einen 6-stündigen Flug auf mich, um hierhin zu kommen und mein einziger Grund war HudhurABA zu treffen. Ich musste sogar von meinem Job zurücktreten um hierher zu kommen, aber das macht nichts aus, weil ich weiß, dass durch die Segnungen HudhurABA gesehen zu haben, ich Insha’Allah einen besseren Job bekommen werden, wenn ich zurückkehre.“

Ich traf einen sehr freundlichen und fröhlichen Ahmadi, namens Abdul Kafi (64) aus Indonesien. Er lächelte und lachte während unseres gesamten Treffens und man konnte spüren, wie glücklich er war HudhurABA nach einer Anzahl von Jahren zu treffen.

Abdul Kafi Sahib sagte:

„Wenn immer ich HudhurABA treffe, schlägt mein Herz schneller und ich werde von einem Gemisch aus Freude und Nervosität überlagert. Normalerweise rede ich ununterbrochen, aber wenn ich vor HudhurABA bin, ist es schwer zu sprechen, da ich von Seiner Grazie und Weisheit sehr eingeschüchtert bin. Unser Khalifa ist extrem liebend und einfühlsam und Ihn zu treffen ist eine große Gnade Allahs, da ich besser verstehe was HudhurABA von mir möchte wenn ich Ihn sehe.“

Ich traf einen indonesischen Ahmadi namens Abdul Nasir (48), der sagte:

„Ich bin 3.000 km gereist und ich schwöre, dass mein einziger Grund darin lag, HudhurABA zu treffen und hinter Ihm zu beten. Ich habe kein anderes Verlangen. Nur einige Sekunden mit HudhurABA haben mein Leben verändert. Wir, die in Indonesien leben, fühlen uns beraubt, weil HudhurABA nicht in der Lage ist zu unserem Land zu reisen und so beten wir alle leidenschaftlich, dass sich die Situation verbessert, sodass unser Khalifa mit uns sein kann.“

 

Ein sehr emotionales Treffen

Durch die Gnade Allahs habe ich viele Ahmadis in verschiedenen Ländern getroffen und in den letzten paar Jahren, über ihre Erfahrungen gehört. Wie auch immer, eins der emotionalsten Gespräche, welches ich je geführt hatte, fand an diesem Abend in Nagoya statt, als ich eine indonesische Frau namens Ina Sakinah Gunawan traf.

Am 6. Februar 2011 war ihr Ehemann einer der drei Ahmadis die auf den Straßen Indonesiens durch einen bellenden Mob brutal den Märtyrertod starben, während die Polizei und die Behörden diese unterstützten und nichts unternahmen.

Ich erinnere mich einige Videoclips dieser Attacken gesehen zu haben und angesichts der totalen Gleichgültigkeit und fehlenden Menschlichkeit gänzlich geschockt gewesen zu sein. Ich erinnere mich, mich übel gefühlt zu haben, als ich diese entsetzlichen Momente sah.

Als ich Ina Sahiba traf, wusste ich zunächst nicht, dass sie die Frau einer dieser Märtyrer war, da sie es selbst nicht erwähnte. Allerdings hat sie in den Jahren nach den Attacken von 2011 erneut geheiratet und so war es ihr neuer Ehemann, der mir über ihre Vergangenheit erzählte. Zu diesem Zeitpunkt fragte ich dann Ina Sahiba über ihr Leben mit ihrem Ehemann Tubaqus Chandra Mubarak Shaheed [Shaheed wird jemand genannt, der den Märtyrertod starb (wortwörtliche Bedeutung: Zeuge)] und den Zeitraum nach seinem Märtyrertod.

Ina Sahiba sagte:

„Nachdem ich mit Mubarak Shaheed verheiratet wurde, war ich für eine lange Zeit nicht in der Lage schwanger zu werden, aber Alhamdulillah, beantwortete Allah unsere Gebete 8 Jahre nach der Hochzeit und ich wurde schwanger. Jedoch war es Allah´s Wille, dass der Märtyrertod meines Ehemannes auftrat, als ich im 5. Monat schwanger war. Dadurch hat mein Ehemann seinen Sohn nie getroffen.“

Sie zeigte dann auf einen kleinen Jungen, der einige Meter entfernt spielte. Sie sagte, dass er ihr „Wunderkind“ sei, der einige Monate nach dem Märtyrertod ihres Ehemannes geboren wurden war. Sie sagte mir, dass als sie schwanger geworden war ihr Ehemann ihr sagte, dass deren Kind ein Ahmadi Missionar werden solle und so betet sie, dass dieser Wunsch von ihm sich erfüllen werde.

Dann berichtete mir Ina Sahiba über den Märtyrertod ihres Ehemannes. Sie sagte:

„Da ich schwanger war, bat ich ihn darum zuhause zu bleiben, jedoch sagte er mir, dass es seine Pflicht sei die Moschee zu beschützen und so ging er und später fand ich heraus, dass er angegriffen wurde und nicht überlebte. Jedoch empfand ich keine Wut oder geriet in Panik – alles was ich verspürte war Frieden. Ich kann es nicht beschreiben, aber das ist  wie ich mich fühlte und wie ich mich seitdem immer gefühlt habe.“

Das einzige Mal, dass Ina Sahiba während unseres Treffens emotional wurde, war als sie HudhursABA Liebe in der Folge des Märtyrertodes ihres Ehemannes beschrieb. Während ihr Tränen aus den Augen liefen, sagte sie:

„Als mein Ehemann den Märtyrertod starb, erhielt ich eine Nachricht von HudhurABA und Er sagte, dass wenn ich jemals irgendetwas benötige, dann solle ich es Ihm wissen lassen. Aufgrund Seiner unermesslichen Sorge um uns, wies HudhurABA die lokale Jamaat an, ein Haus für mich zu arrangieren, in dem ich bleiben könne und mir regelmäßig finanzielle Hilfe zu geben. Als ich darüber informiert wurde, sagte ich der Jamaat, dass ich kein Haus oder Geld brauche und, dass die einzige Sache, die ich bräuchte die Gebete meines geliebten Khalifen wären. Ich bin sehr glücklich, weil ich HudhursABA Gebete habe. Ich bin ständig mit HudhursABA Liebe und Güte überschüttet. Ich bin in jeglichem Aspekt meines Lebens zufrieden und fröhlich.“

Ina Sahiba schloss ab, indem sie mir erzählte wie ein Traum, den sie vor dem Märtyrertod ihres Ehemannes gesehen hatte, in Erfüllung gegangen war. Sie sagte:

„Zwei Monate bevor mein Ehemann den Märtyrertod starb, sah ich einen Traum, in welchem er zu mir sagte, dass er es bevorzuge, dass eher die Jamaat sich um mich kümmere, als er. HudhurABA sagte mir, dass die Jamaat sich immer um mich und meine Familie kümmern werde. Alhamdulillah (Aller Preis gebührt Allah).“

Ich traf auch die Person, die Ina Sahiba nach dem Märtyrertod ihres Ehemannes geheiratet hat. Sein Name war Basharat Ahmad Mahmood aus Qadian. Er sagte mir, als er von den indonesischen Märtyrertoden erfuhr, er das Verlangen verspürte, die hinterbliebene Frau einer der Märtyrer zu heiraten. Daher sandte er einen Antrag zur entsprechenden Zeit und nach Gebeten akzeptierte Ina Sahiba. Er sprach mit großer Liebe über ihren Märtyrertod gestorbenen Ehemann und auch über ihren jungen Sohn.

Basharat Sahib sagte:

„Ich verlor meinen Vater als ich zwei Jahre alt war und ich habe immer ein Gefühl des Verlustes und der Leere gespürt. Ina´s Sohn jedoch hat seinen Vater sogar bevor er geboren war verloren. Ich bin nicht sein biologischer Vater, aber ich schwöre, dass ich ihn lieben und für ihn sorgen werde, mehr sogar als wenn er mein eigenes Kind wäre.“

 

Gefühle der Ahmadis

Eine weitere Person, die ich traf war Syed Muhammad Ibrahim (24), der in Japan geboren und aufgezogen wurde, aber jetzt in seinem fünften Jahr ein Student der Jamia Ahmadiyya Kanada (Theologische Hochschule zur Ausbildung von Imamen) war. Er war einer von drei Mitgliedern der Khuddam Japan´s, die in der Jamia Canada studierten.

Später im Verlauf der Reise, wurde Ibrahim ein guter Freund von mir und fungierte als ein Übersetzer, als ich japanische, nicht-muslimische Gäste traf.

Über die Wichtigkeit von HudhursABA Reise sagte Ibrahim:

„Japan ist ein Land in welchem viele Leute nicht an Gott glauben oder sie verehren falsche Götter und Idole und so bin ich persönlich sehr dankbar, dass HudhurABA quer über die Welt gereist ist, um die Botschaft der Einheit Gottes, den japanischen Leuten direkt zu überbringen.“

Ich traf einen malaysischen Ahmadi-Konvertiten namens Musa Masran (56). Er erklärte mir, warum er von Malaysia gekommen war. Er sagte:

„Ich bin nur gereist, um meinen spirituellen Führer zu treffen, denn in meinem Herzen war eine Sehnsucht meinen Khalifen wieder zu sehen. Nachdem ich HudhurABA gesehen habe, fühle ich mich ‚wieder aufgeladen‘ und mein Glaube ist gewachsen. Für mich gibt es nur ein Wort, das Khilafat beschreiben kann und das ist ‚Liebe‘. Es gibt keine Schranke zwischen dem Khalifen und mir. Unsere Liebe ist wechselseitig und nicht einseitig, wie mit anderen Führern und deren Volk.“

 

Ein harmloser Tennisplatz

Als das Maghrib- und Isha-Gebet beendet waren, war es 22.00 Uhr und als HudhurABA die Moschee verließ, bemerkte er einen an der Moschee angrenzenden Tennisplatz, auf welchen zwei japanische Mädchen trainierten.

Der Sadr Jamaat schien etwas besorgt, dass HudhurABA die Tatsache, dass neben der Moschee ein Tennisplatz ist möglicherweise nicht mögen würde oder es vielleicht als eine Störung betrachte.

Dies gegebenenfalls spürend sagte HudhurABA:

„Was ist die Angelegenheit oder das Problem? Schließlich haben wir auch neben der Masjid Fazl in London einen Tennisplatz!“

 

Waqf-e-Nau Klasse

Am nächsten Tag, den 19. November 2015, hielt HudhurABA separate Waqf-e-Nau Klassen mit lokalen Ahmadi Jungen und Mädchen. Während der Jungen-Klasse, rezitierte ein junges japanisches Kind das Tilawat (Rezitation des Heiligen Quran), aber unglücklicherweise hatte die lokale Jamaat für niemanden gesorgt, der die Übersetzung vorlas, wie es in Waqf-e-Nau Klassen üblich ist.

Dies zur Kenntnis nehmend sagte HudhurABA:

„Es ist notwendig die Übersetzung in das Programm mit einzuschließen, denn wie werden die Kinder sonst verstehen was rezitiert wird und wie werden sie lernen?“

Ich persönlich dachte, dass vielleicht eine Übersetzung auf der Stelle hätte arrangiert werden können. Auch wenn keine Kopie des Heiligen Quran mit Übersetzung zur Hand war, hatten die meisten Leute Kopien des Quran auf ihren Handys oder Tablets oder waren in der Lage durch Alislam.org auf diese zuzugreifen.

Unglücklicherweise mangelte es jedoch an Vorbereitung, was auch an anderen Stellen der Klasse sichtbar war. Zum Beispiel als Zitate aus den Schriften des Verheißenen Messias (as) präsentiert wurden, gab es eine Anzahl von Fehlern in der Urdu-Aussprache.

Daher sprach HudhurABA, am Ende der Klasse, die Organisatoren an und sagte, dass es wichtig sei sicherzustellen, dass die Kinder für solche Klassen angemessen vorbereitet wären.

HudhurABA sagte, dass es nicht die Schuld die Kinder sei, da es von ihnen nicht erwartet werden kann die korrekte Aussprache aller Worte zu wissen, aber es war die Verantwortung der Älteren sie zu lehren und sie angemessen vorzubereiten.

 

HudhursABA absoluter Respekt für den Verheißenen Messias (as)

Während der Klasse rezitierte ein Khadim auch ein Urdu-Gedicht (Nazm), welches er über HudhurABA geschrieben hatte. In dem Gedicht verwendete er die Worte ‚Imam der Ära‘.

Sobald er abschloss, sagte HudhurABA, dass der Ausdruck ‚Imam der Ära‘ genutzt wird um den Verheißenen Messias (as) zu beschreiben und so sollte dieser Ausdruck geändert werden, da das Gedicht über den Khalifa-e-Waqt (Kalifen der Zeit) war. HudhurABA wies auch MTA (Muslim Television Ahmadiyya – Fernsehsender der Ahmadiyya Muslim Jamaat) an, diesen Ausdruck auszublenden, bevor es ausgestrahlt wird.

Dies war ein Beispiel für HudhursABA persönliche Bescheidenheit und den vollkommenen Respekt für den Rang und Ehre des Verheißenen Messias (as). HudhurABA wollte nicht, dass irgendetwas ausgestrahlt oder veröffentlicht wird, welches Gott behüte, mit dem wahren Rang des Verheißenen Messias (as) in Konflikt stehen könnte.

 

Treffen des Sadr Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya

Nach der Klasse traf ich Ihsan Rahmatullah, Japan’s Sadr Majlis Khuddam-ul-Ahmadiyya. Ihsan, ursprünglich aus Indonesien, wurde während der vorherigen Reise HudhursABA  nach Japan im Jahre 2013 zum Sadr Khuddam-ul-Ahmadiyya ernannt.

Über seine Pflichten und die Möglichkeit nah an HudhurABA zu sein, sprechend, sagt Ihsan Sahib:

„Während der letzten paar Tage bin ich in der Lage gewesen HudhurABA aus einer kurzen Entfernung zu sehen. Zum Beispiel habe ich die Ehre HudhurABA in den Aufzug zu begleiten und bei einer Gelegenheit hat Er sogar meine Hand gehalten. In diesen Momenten fühle ich mich, als ob ich einer völlig anderen und komplett spirituellen Welt wäre.“

Ihsan Sahib fährt fort:

„Das erste Gebet, welches ich hinter HudhurABA auf dieser Reise verrichtete war extrem emotional. HudhurABA hatte nur ‚Allah-u-Akbar‘ (Anm. d. Ü.: Allah ist der Größte) gesagt und ich fing an unkontrollierbar zu weinen. Das Gefühl, dass ich unter den Millionen von Ahmadis in der Welt, derjenige war, der direkt hinter Khalifat-ul-MassihABA stand, war unbeschreiblich.“

 

Einige Momente mit HudhurABA

Nachdem die zwei Waqf-e-Nau Klassen beendet waren, rief HudhurABA mich in Sein Büro, wo ich die Möglichkeit hatte bis zum Namaz etwas Zeit in Seiner Anwesenheit zu verbringen.

HudhurABA erwähnte die Waqf-e-Nau Klassen, die soeben stattgefunden hatten. Er sagte, dass die Jungen-Klasse nicht den erwarteten Standards entsprochen hatte, aber dass die Mädchen-Klasse besser gewesen war.

Über Seinen Besuch des Meiji-Schreins und dem anschließenden Abendessen sprechend, erwähnte HudhurABA, wie Er versucht hatte Essstäbchen beim Abendessen zu verwenden.

HudhurABA sagte, dass Dr. Sata Ihm gezeigt hatte, wie man Essstäbchen verwendet und, dass Er zum Teil erfolgreich gewesen war, aber diese Kunst bis jetzt noch nicht gemeistert hatte. HudhurABA sagte, dass wenn die Möglichkeit erneut entstehe, Er wieder üben würde Essstäbchen zu benutzen. Dann zeigte mir HudhurABA mit seinen Fingern, wie eine Person Essstäbchen halten soll und HudhursABA Fingerbewegungen schienen ziemlich professionell.

HudhurABA erwähnte auch, dass trotz des Fakts, dass wir seit etwa ganzen drei Tagen in Japan gewesen waren, Er noch nicht in der Lage gewesen war sich richtig auszuruhen. Ich erwähnte, wie ich am Anfang des Tages, nach dem Fajr Gebet, für wenige Stunden geschlafen hatte. Als Antwort sagte HudhurABA, dass er den Morgen damit verbracht hatte, Seine Freitagsansprache vorzubereiten.

 

Einweihung der Bait-ul-Ahad Moschee

Am 20. November 2015 weihte HudhurABA die Bait-ul-Ahad Moschee in Nagoya mit seiner Freitagsansprache ein. Die Eröffnung der Moschee war sehr historisch, da es nicht nur  die erste Moschee der Jamaat in Japan war, sondern auch die erste Ahmadiyya Moschee in Nord-Ost-Asien.

Wir verließen unser Hotel um 12.30 Uhr und kamen um exakt 13.00 Uhr in der Moschee an.

Nach dem Enthüllen einer Gedenktafel in Erinnerung an die Eröffnung der Moschee, hielt HudhurABA Seine Freitagsansprache, während welcher Er sagte, dass die physischen Konstruktionen von Moscheen bedeutungslos seien, es sei denn, dass sie mit aufrichtigen Betenden gefüllt werden.

In Seiner Freitagsansprache verurteilte HudhurABA auch die terroristischen Anschläge, die eine Woche vorher in Paris stattgefunden hatten.

HudhurABA sagte:

„Bedauerlicherweise werden die Muslime von heute in so einem Ausmaß immer extremer, dass manche behaupten durch die brutalen und erbarmungslosen Morde an unschuldigen Menschen dem Islam zu dienen. Die jüngsten terroristischen Attacken in Paris können nur als abscheulich und barbarisch beschrieben werden.“

Die Ahmadis, die in Japan leben, ansprechend sagte HudhurABA, dass die meisten von ihnen aus Pakistan gekommen wären, wo die Jamaat verfolgt wurde, aber nun in Japan in der Lage sind mit religiöser Freiheit zu leben.

HudhurABA sagte:

„Ihr solltet über die Segnungen nachdenken, die Gott euch erwiesen hat, als eine Folge des Hierlebens. Es gibt keine Einschränkung eures Glaubens. Ihr werdet nicht inhaftiert, weil ihr eure Moscheen als ‚Moscheen‘ bezeichnet. Eher werden eure Friedensgrüße wertgeschätzt und in diesem Lande willkommen geheißen, als dass sie Gefängnisstrafen zur Folge haben.“

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