Die Helfer des Königs der Feder.

Warum der Islam zu Deutschland gehört!

 

Junge Muslime melden sich zu Wort

Der Islam scheint hierzulande nicht nur eine Religion, sondern ein Geheimrezept für jeden Politiker zu sein, der sich mal wieder über eine gesteigerte Medienpräsenz profilieren will. Welche Position man dabei vertritt, scheint fast so egal zu sein, wie die Sinnhaftigkeit der gemachten Aussagen. Wir erinnern uns: 2017 entfachte der damalige Innenminister de Maizière die „Leitkultur”-Debatte, um just einige Monate später paradoxerweise das Thema „Einführung muslimischer Feiertage” anzustoßen. Ein Jahr später will nun der neue Innenminister Seehofer kurz vor dem Bayern-Wahlkampf ein altes Fass des Geheimrezeptes aufmachen und erklärt: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland!”. Anders sehe es jedoch bei den Anhängern des Islam aus: „Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland.“

 

–  Wir lassen junge Muslime zu Wort kommen, die Bezug auf Seehofers Aussage nehmen.

 

TALHA AHMAD BUTT, VECHTA

„Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, die sie ausüben, ehrliche Leute sind; und wenn Türken und Heiden kämen und wollten das Land bevölkern, so wollen wir ihnen Moscheen und Kirchen bauen.“ – Friedrich der Große

Die Aussage des neuen Innenministers Seehofer, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, unterstreicht und skizziert die Lage der etablierten Politik, sich in ihrer Verzweiflung und schwindendem Zuspruch seitens des deutschen Volkes, jeglichen Halm zu ergreifen, um sich wenigstens mit den einfachsten populistischen Aussagen an ein trockenes Ufer zu retten. Dass es die Natur der Politik ist Aussagen zu äußern und Handlungen zu tätigen, welche den eigenen Machtanspruch sichern, mag inzwischen auch den politikverdrossenen Beobachtern des Geschehens bewusst geworden sein. Die Essenz dieser Aussagen ist nicht selten fern von jeglicher Sachlichkeit oder historischen Tatsachen, wie die Aussage des neuen Innenministers es erneut bestätigt.

 

SEBASTIAN NASIR LUTHER, BERLIN

Lieber Herr Seehofer, lassen Sie uns einen gemeinsamen Blick in die deutsche Historie werfen: Nach Muhammad Salim Abdullah ließ Friedrich Wilhelm I. mit dem Dekret zu Potsdam 1731 für diese Muslime am Langen Stall in Potsdam einen Saal als „erste Moschee“ errichten. Zudem sei spätestens im Jahr 1739 die erste islamische Gemeindegründung auf deutschem Boden erfolgt.

Bereits 1928 lässt die Ahmadiyya Muslim Gemeinde ihre erste Moschee in Berlin erbauen und eröffnen. Der Islam hat eine lange und prägende Geschichte in Deutschland, somit gehört der Islam definitiv zu Deutschland, allein schon aus historischen Gründen!

 

NOMAN ZAFAR

Jemand, der mit seinem politischen Einfluss und im Namen der Religion alle anderen Religionen unverhohlen negiert, handelt damit nicht nur außerhalb des verfassungsrechtlichen Rahmens des Grundgesetzes, auch zeugt es von großer Unverantwortlichkeit – gerade in schwierigen Zeiten, wo u.a. Moscheen angegriffen werden – zu behaupten, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. – Seehofer mag als Mensch sicher Teil Deutschlands sein, aber seine Position ist gewiss nicht vereinbar mit den Werten Deutschlands.

 

ADEL ANWAR, FRIEDBERG

Ob der Islam zu Deutschland gehört, sollte keine politische Debatte sein. Wer politisch Angst vor einer Islamisierung Deutschlands schürt, ist nichts weiter als ein Reaktionär. Es wird die Sehnsucht nach einer nie existierenden Zeit erzeugt, in der das Leben vermeintlich besser war. Diese utopische Sichtweise, in der der Islam vermeintlich die Schuld an allen Problemen trage, soll lediglich die wahren sozialen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Missstände der allgemeinen Bevölkerung verbergen.

 

AYYAZ MEHMOOD, 29, PROJEKTMANAGER, ZWICKAU

Die Aussage des Innenministers empfinde ich gegenüber den seit Jahren in Deutschland lebenden Muslimen als ignorant. Zumal in einer säkularen Gesellschaft Staat und Religion getrennt gehören und keine politische Instanz die Befugnis hat, Religionen pauschal des Landes zu verweisen.

Die Schwierigkeiten einer solchen Diskreditierung habe ich am eigenen Leibe erfahren müssen, als ich im Jahr 2012 meine Heimat Pakistan verlies. Der Grund: Glaubensgemeinschaften werden vom Staat ausgeschlossen!

 

SAFI KHAN

„[…] Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir deswegen aus falscher Rücksichtnahme unsere landestypischen Gebräuche aufgeben.“ Möchten das Muslime überhaupt?Wie kann ich als deutsch-muslimischer Staatsbürger zu Deutschland gehören, aber meine Religion nicht?

Die Aussagen, die Herr Horst Seehofer artikulierte, implizieren nicht nur eine Intoleranz der christlichen Werte seitens der Muslime, sondern suggerieren den Eindruck, man wolle Deutschland politisch „islamisieren“ und somit alle nicht-muslimischen Werte abschaffen und für nichtig erklären. Diese Sätze, die am zweiten Tag nach Amtsantritt gefallen sind, bedauere ich nicht nur, sondern sie verletzen mich auch.
Als loyaler Staatsbürger, der sich nicht nur bei einem WM-Tor Deutschlands freut oder die deutsche Nationalhymne mitsingt, sondern dazu noch sein Bestes gibt, seiner Heimat Deutschland zu dienen und weiterzubringen, kann ich eine solche Aussage nicht nachvollziehen. Ich bin der Meinung, dass ich eben durch meine Religion, den Islam, der mir Loyalität meinem Heimatland gegenüber vorschreibt, ein noch besserer Deutscher werde.

 

NADIA CHEEMA, 22, STUDENTIN DER HUMANMEDIZIN

Sehr geehrter Innenminister Seehofer, Ihre wörtliche Aussage, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, erachte ich als vollkommen paradox zu Ihren täglichen Handlungen. Wenn der Islam nicht ein Teil Deutschlands wäre, so würde auch ihr morgendlicher Kaffee nicht dazu gehören, ebenso wie die Uhr, auf der Sie täglich nach der Zeit schauen oder die Kamera, mit der Sie fotografieren. Geschweige denn die 106 Universitäten Deutschlands. Und tatsächlich ist die Liste der Innovationen von Muslimen noch länger. Anstatt nun über Zugehörigkeiten in einer Zeit der Globalisierung zu (schein)debattieren und Spaltung in der Gesellschaft zu säen, sollten wir das Augenmerk auf die für Deutschland relevanten, zum Fortschritt beitragenden Aspekte werfen, wie beispielsweise die großen Baustellen der Gesundheitspolitik durch den Ärztemangel und Pflegenotstand.

 

FAYAZ AHMED, 18, SCHÜLER, HAMBURG

Geehrter Herr Seehofer, Minister für Inneres, Bau und Heimat. Einem jungen, in Deutschland lebenden und aufgewachsenen und hier zur Schule gehenden Muslim hat Ihre Aussage, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre, zutiefst erschüttert.

Wie können Muslime zu Deutschland gehören, wenn man ihre Identität nicht zu Deutschland zählt? Denn ohne den Islam gibt es schlicht und einfach auch keine Muslime.
Ja, auch der Islam hat die hiesige Kultur geprägt und für erheblichen wissenschaftlichen Fortschritt gesorgt. Wer das nicht wahrhaben will, möge sich doch bitte bspw. die hiesigen Ziffern anschauen und sich deren Ursprungs vergewissern.
Für mich ist klar, dass Deutsch- und Muslimsein sich nicht ausschließen. Nein, gerade der Islam lehrt die Liebe zum Heimatland und daher gehören nicht nur die Muslime, sondern auch ihr Glauben, also ihre Identität als Muslime, zu Deutschland.
Gerade Sie als Bundesinnenminister stehen in der Verantwortung unser Land und unsere Gesellschaft zu einen und eben nicht zu Fremdenhass und Spaltung beizutragen. Lassen Sie uns also gemeinsam gegen Extremismus jeglicher Art verbünden und Brücken zueinander schlagen, statt diese niederzureißen.

 

MAIYRA SIDDIQUI, AUGSBURG 

Als gebürtige Augsburgerin und Muslima war ich über den Kommentar unseres Innenministers Herrn Horst Seehofer zutiefst indigniert. Denn für eine erfolgreich funktionierende Gesellschaft ist es essentiell, die wechselseitige Verantwortung mit wahrer Loyalität zu erfüllen. In einem Land mit Menschen verschiedenster Nationalitäten und Kulturen muss nun ein gewisser Maßstab an Toleranz und Respekt für ein gemeinsames Miteinander erfüllt werden. In einer Zeit wachsender Konflikte bin ich als Ahmadiyya-Muslima bestrebt, in meinem Umfeld für die Einhaltung dieser humanen Werte und die Etablierung des Friedens zu sorgen, denn das lehrt mich mein Glaube – der Islam.

 

FERHAN MUSHTAQ, FRANKFURT

Unser Herz schlägt für Deutschland, denn Loyalität zum Heimatland ist Teil des muslimischen Glaubens. Umso trauriger ist es solche Aussagen von einem der Vertreter unseres Landes zu hören, der sich unter Eid zur Loyalität gegenüber der Heimat und den Beheimateten verpflichtet hat.

 

NAVEED AHMAD, 24, STUDENT, KIEL

Ich widerspreche der Aussage unseres Bundesinnenministers, der verlautbaren ließ, der Islam gehöre nicht zu Deutschland. Unabhängig von dem Erscheinungsbild, der Herkunft oder der Religion eines Bürgers dieses Landes bildet Deutschland die Heimat all derer, die sich ihr zugehörig fühlen. Dieses Gefühl der Zugehörigkeit empfinden neben Christen, Juden, Buddhisten, Hinduisten und Anhänger anderer Glaubensgemeinschaften auch die Muslime. Und genau so sehr, wie die Bildung in diesem Lande ihre Entwicklung geprägt hat, ist es ihre Religion, die sie in ihrem Charakter, in ihrem Sein geformt hat. Die Tatsache einsehend, dass die Entwicklung der Moral primär nicht durch die Schulen, sondern vielmehr durch die Lehren der Religionen stattfindet, wird verstanden, dass die Lehre einen nicht unerheblichen Bestandteil im Leben eines Bürgers ausmacht. Entsprechend führt die Ablehnung einer Religion zur Ablehnung des Bürgers, da sein Sein in Frage gestellt und ein Bestandteil von ihm als ein nicht akzeptierbarer Teil erachtet wird. Dieser Fakt, der durch diese Aussage einhergeht, wird durch die relativierende Aussage „aber die Muslime gehören zu Deutschland“ nicht verbessert.

 

BARAQ MUSHTAQ, FRANKFURT

Schade, dass ein Bundesminister sich dem Narrativ der AfD beugt. Wer nicht erkennt, dass zahlreiche Muslime in Ehrenamt, Polizei, Bundeswehr, Forschung und Industrie zum Fortschritt Deutschlands beitragen, entzieht sich der Realität.

Deutschland, deine Muslime sind der gelebte Islam. Um Probleme und Missverständnisse bei Seite zu räumen, müssen wir mit- statt übereinander sprechen.

 

ZEESHAN A. RAJPUT

Herr Seehofer ist der Meinung, dass der Islam nicht zu Deutschland gehöre. Meine Frage lautet: WARUM NICHT? Seit wann ist denn eine Religion nationalen Grenzen unterworfen? Wie kann man denn einen Glauben in einer pluralistischen Gesellschaft, in der die Grundwerte wie Meinungs-, Presse-, und Religionsfreiheit großgeschrieben werden, mit einem bloßen Satz einfach ausgrenzen?
Dieser Satz ist so einfach und für jeden, der ihn liest, zugleich so unmissverständlich formuliert, dass hier polarisiert und dadurch ganz einfach gesagt eine bewusste Ausgrenzung in der Öffentlichkeit bewirkt wird! So lautet der Slogan von Herrn Seehofer im Umkehrschluss auch, dass das Christentum, das Judentum, der Buddhismus, der Hinduismus und alle anderen Religionen Deutschland gehören, nicht aber der Islam!
Es kann aber auch sein, dass dieser Satz von Herrn Seehofer, ein Hilfeschrei ist!
Vielleicht ist es an der Zeit, dass Herr Seehofer mitbekommt, wie sich friedvolle Muslime in Deutschland für Deutschland tagtäglich einsetzen und einbringen. Mein Gegenslogan zu Herrn Seehofers Aussage lautet deshalb:
Meine Religion ist der Islam und ich gehöre zu Deutschland! Und das ist gut so.

 

MUHAMMAD ALI SHAHID, INFORMATIKER

Herr Seehofer, wenn ich zu Deutschland gehöre (und das tue ich ohne Zweifel) dann gehört auch der Islam zu Deutschland. Dafür müssen Sie aber keinesfalls Ostern oder Weihnachten aufgeben.

 

KASEM AHMED, 25, MARKETING, HAMBURG

Die Aussage „Der Islam gehört nicht zu Deutschland, aber die Muslime schon“ ist an sich schon falsch. Ohne den Islam gibt es keine Muslime. Der Islam gehört genauso zu Deutschland wie alle anderen Religionen. Das macht Deutschland erst zu Deutschland. Viele muslimische Arbeiter waren am wirtschaftlichen Wachstum von Deutschland beteiligt.

 

INTESAR AHMAD, 20, ABITURIENT, HEIDELBERG

Der Islam gehört zu Deutschland, da die deutsche Tugend etliche Gemeinsamkeiten mit den Lehren des wahren Islam aufweist. Toleranz, Friedfertigkeit und Treue sind nur drei von vielen Aspekten. Dies sind Pflichten, die einem Muslim auferlegt worden sind. Die Tatsache, dass der Islam von den sogenannten muslimischen „Gelehrten“ instrumentalisiert und missbraucht wird, kann nicht abgestritten werden. Dagegen müssen wir alle mit Aufklärung ankämpfen, denn wir sind alle Deutschland.

 

MOHAMMAD KASHIF ARSHAD, SOFTWAREENTWICKLER, KOBLENZ

Mein Leben als Muslim in Deutschland hat mich in meiner ganzen Studienzeit nie beeinträchtigt, vielmehr habe ich dafür viel Interesse und Respekt von Seiten meiner Mitschüler und Kommilitonen erfahren. Der Islam gehört nicht zu Deutschland? Er ist schon lange Teil dieser Gesellschaft. So hat mein Glaube mich immer dazu bewegt, Gutes zu tun und die Menschen in meiner Umgebung mit Respekt zu behandeln. Soll eine Religion, die einem solche Werte vermittelt, denn nicht zu uns gehören?

 

WALEED-AHMAD SALAM, 16, SCHÜLER AM GYMNASIUM,  PFORZHEIM

Wir sind alle Deutschland – kaum eine andere Religion, außer das Christentum, prägt Deutschland so sehr wie der Islam und dessen Muslime. Die BRD hat den Flüchtenden aus aller Welt die Möglichkeit gegeben, ein neues Leben aufzubauen. Ein überwiegender Teil davon sind Muslime. Diese Menschen sind Deutschland sehr dankbar für sein Engagement! Wer, wenn nicht wir haben die oberste Pflicht als Muslim, Deutschland zu dienen? Dass es Deutschland gut geht ist uns wichtig! Deutschland ist unsere Heimat und hier leben wir und tragen zur Gesellschaft dabei! Ängste überwinden – Brücken bauen!

 

MABROOR KHAN, 20, LEHRAMTSSTUDENT, RÜSSELSHEIM

Der Islam ist genauso wie das Christentum, Judentum und alle anderen Religionen Teil Deutschlands. Muslimische Lehrkräfte, Ingenieure und Ärzte tragen zum Fortschritt der Gesellschaft bei. Genauso gibt es Millionen von muslimischen Schülerinnen und Schülern sowie Studentinnen und Studenten, die zukünftig dasselbe Ziel erreichen möchten. Sie lieben ihre Heimat, jedoch lieben sie auch ihre Religion und haben in Deutschland das Recht, ihre Religion frei auszuüben, privat wie auch öffentlich.

Zu sagen, Muslime seien zwar ein Teil Deutschlands, der Islam jedoch nicht, ergibt wenig Sinn. Muslimische Traditionen können bestehen bleiben, auch ohne, dass die „landestypischen Gebräuche und Traditionen“ aufgegeben werden müssen.

 

ABDUL BARI, BAD KREUZNACH

Herr Seehofer ist der Minister für Heimat und seine Aufgabe ist es, den Schutz der in Deutschland lebenden Bürger zu gewährleisten und Deutschland vor einer Spaltung zu wahren. Ich als praktizierender Muslim möchte ihn zu einem Dialog einladen und erklären, dass der Islam ein Teil Deutschlands ist. Fakt ist, dass in Deutschland lebende Muslime zu Deutschland gehören, was mich zur Annahme führt, dass die wahren und schönen Lehren des Islams Herrn Seehofer vorenthalten sind.

 

WAJIH UR REHMAN

Ich liebe Deutschland! Meine Eltern kamen hierher um mir mehr Möglichkeiten zu eröffnen. Deutschland hat meine Eltern mit offenen Armen empfangen. Was wäre das für ein Zeichen der Undankbarkeit, wenn ich Deutschland nicht ebenfalls als meine Heimat sehen darf. Die Ahmadiyya-Jugend ist durch Ihre zahlreichen bundesweiten Dialog-Kampagnen bemüht ein Zeichen des friedlichen Miteinanders zu setzen. Wir sind vielfältig. Wir sind alle Deutschland.

 

SCHMAIL RAHMAN, STUDENT DER WIRTSCHAFTSINFORMATIK, KARBEN

Herr Seehofer sagt erst: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland“ und erwidert daraufhin dann: „Die bei uns lebenden Muslime gehören zu Deutschland“. Man kann behaupten was man will, aber hier sind eindeutig Widersprüche in der Aussage von Herrn Seehofer zu erkennen. Ich bin als Muslim dankbar in Deutschland leben zu dürfen und habe mich meiner Meinung nach auch sehr gut in die Gesellschaft integriert. Und weil ich dadurch auch ein Teil von Deutschland geworden bin, gehört meine Religion, die ich hier dem Grundgesetz nach frei ausleben darf, auch selbstverständlich sehr wohl zu dieser Nation. Denn ohne meine Religion wäre ich nicht der, der ich bin. Ich bin ein Teil von Deutschland, weil gerade der Islam dafür sorgt, dass ich mich hier integriere, meine Mitmenschen, egal welcher Herkunft oder Religion, toleriere und respektiere!

 

TARIQ RIAZ, 38, SOFTWARE-INGENIEUR, GIESSEN

Ist die Aussage von Herrn Seehofer auch auf andere Religionen (Juden/Buddhisten/Hindus) und Atheisten anwendbar oder wurde Deutschland auch durch diese geprägt?

Ist es denn jemals gut für die Menschen gewesen, wenn Politik versucht hat die zulässige Religion für die Menschen zu werten?

 

MOHAMMAD ANSAR KHAN, 23, STUDENT DER WIRTSCHAFTSWISSENSCHAFTEN, HANNOVER

Für eine gelungene Integration und ein gutes Miteinander ist es essentiell, dass sich Muslime und Christen in Deutschland auf Augenhöhe begegnen. Es ist falsch zu sagen, der Islam gehöre nicht zu einem demokratischen Land wie Deutschland. Im Grundgesetz heißt es daher im Art. 4 „Die Freiheit des Glaubens, des Gewissens und die Freiheit des religiösen und weltanschaulichen Bekenntnisses sind unverletzlich. Die ungestörte Religionsausübung wird gewährleistet.“ Die Religionsfreiheit ist ein höchst persönliches Recht, in welches sich keine staatliche Instanz einzumischen hat.

 

HAMZAH SHAHEEN, STUDENT DER HUMANMEDIZIN, HAMBURG

Wir Muslime sind zu Millionen in Deutschland vertreten. Viele von uns praktizieren den Islam auch im Alltag. Aber ich bin auch ein stolzer gebürtiger Deutscher und bin sehr glücklich über die Freiheiten, die ich hier in Deutschland erleben darf. Ich sehe darin keinen Widerspruch meinen Glauben und meine Nation zu lieben. Vielmehr weist mich der Islam darauf hin, dass ich meine Nation lieben und den Menschen in diesem Land dienen soll. Umso überraschender ist es, dass der deutsche Innenminister eine so achtlose Botschaft an uns Muslime weitergibt, die keinen weiterbringen wird und für keinen von Nutzen sein kann. Dadurch wird nur eine unnötige Spaltung der Gesellschaft hervorgerufen. Statt solche unbedachten Aussagen zu verbreiten, sollten wir uns auf die wichtigeren Probleme und Sorgen widmen, die wir als gemeinsame Einheit lösen können.

 

SADIA AHMED, 22, STUDENTIN AN DER UNIVERSITÄT DUE

Die Bezeichnung „Islam“ stammt aus dem Arabischen und bedeutet abgeleitet aus seiner Wurzel „s-l-m“, die Erlangung und Etablierung von Frieden, durch die Hingabe an Gott. Etwas wonach die Welt heute am meisten dürstet! In einer pluralistischen Gesellschaft wie unserer, in der die Religionsfreiheit als ein wichtiges Gut im Laufe unserer vergangenen Geschichte hart erkämpft wurde, ist die Aussage Seehofers in Absurdität nicht zu übertreffen. Man kann den Islam nicht von den Muslimen trennen! Natürlich gehören zu einer Religion auch dessen Anhänger. Als in Deutschland geborene und integrierte Muslima bin ich stolz auf das Land, das mir viele Möglichkeiten und Perspektiven gegeben hat. Hass kann man nur mit Liebe begegnen – deshalb gilt für mich noch immer das Motto der Ahmadiyya Muslim Jamaat: Liebe für Alle und Hass für Keinen!

 

 

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